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Autor: Stefanie Müller
Fach: Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Hispanistik)
Tags: Antikebezug, Arte, Lope, Vega, Drama, Siglo
Jahr: 2002
Seiten: 23
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 111 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47248-7
ISBN (Buch): 978-3-640-19625-8
Zusammenfassung / Abstract
Es mag unbestritten sein, dass Lope de Vega der wohl erfolgreichste spanische Theaterdichter seiner Zeit war. Durch „kleine Abänderungen“ der klassischen Form des Dramas ist es ihm gelungen, das spanische Publikum für das Theater zu begeistern und das Drama zur dominanten Gattung im Siglo de Oro zu etablieren. In seiner Poetik, dem „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“ (1609) - auch als einer „der am häufigsten missverstandenen Texte der spanischen Literatur“ bezeichnet - nimmt Lope Stellung zu seiner „comedia nueva“. In meiner Hausarbeit werde ich mich diesen „kleinen Abwandlungen“ Lope de Vegas in seinem „ Arte nuevo“ widmen und diesen hinsichtlich seines Antikebezuges untersuchen. Als antike Gattungslehre soll dafür die „Poetik“ des Aristoteles (ca. 335 v. Chr.) herangezogen werden. Für diese Betrachtung habe ich folgende Vorgehensweise gewählt: Zunächst einmal werde ich auf Allgemeines zu sprechen kommen, d.h. ich werde auf Lope de Vega selbst eingehen. Danach soll die Theorie vorgestellt werden, d.h. ich widme mich dem „Arte nuevo“ hinsichtlich seines Antikebezuges. Schließlich soll die Praxis betrachtet werden, d.h. ich werde die Kernpunkte des „Arte nuevo“ noch einmal herausfiltern und am Drama des „Peribañez y el Comendador de Ocaña“ von Lope de Vega veranschaulichen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig, Institut für Romanistik
ProS: Das spanische Drama im Siglo de Oro
2. Fachsemester, SS 2002
Der Antikebezug des "Arte nuevo de hacer comedias
en este tiempo" von Lope de Vega
von: Stefanie Müller
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Lope de Vega 2
2. Der „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“ 3
2.1. Was ist der „Arte nuevo“ 3
2.2. Der Antikebezug des „Arte nuevo“ 5
2.3. Die Kernpunkte des „Arte nuevo“ veranschaulicht am Beispiel des „Peribáñez y el Comendador de Ocaña“ 11
2.3.1. Die Einheit der Handlung 11
2.3.2. Die Einheit der Zeit 12
2.3.3. Die Mischung von Tragischem und Komischem 13
2.3.4. Die Mischung der Stände 17
2.3.5. Die Akteinteilung 17
2.3.6. Die Polymetrie 18
3. Auswertung und Bewertung des untersuchten „Arte nuevo“ hinsichtlich seines Antikebezuges 18
Quellenverzeichnis 20
Anhang 21
4. Die Gliederung des „Arte nuevo“ nach Juan Manuel Rozas 21
5. Die inhaltliche Zusammenfassung zu „Peribáñez y el Comendador de Ocaña“ 22
Einleitung:
Es mag unbestritten sein, dass Lope de Vega der wohl erfolgreichste spanische Theaterdichter seiner Zeit war. Durch „kleine Abänderungen“ der klassischen Form des Dramas ist es ihm gelungen, das spanische Publikum für das Theater zu begeistern und das Drama zur dominanten Gattung im Siglo de Oro zu etablieren. In seiner Poetik, dem „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“ (1609) - auch als einer „der am häufigsten missverstandenen Texte der spanischen Literatur“1 bezeichnet - nimmt Lope Stellung zu seiner „comedia nueva“. In meiner Hausarbeit werde ich mich diesen „kleinen Abwandlungen“ Lope de Vegas in seinem „ Arte nuevo“ widmen und diesen hinsichtlich seines Antikebezuges untersuchen. Als antike Gattungslehre soll dafür die „Poetik“ des Aristoteles (ca. 335 v. Chr.) herangezogen werden.
Für diese Betrachtung habe ich folgende Vorgehensweise gewählt:
Zunächst einmal werde ich auf Allgemeines zu sprechen kommen, d.h. ich werde auf Lope de Vega selbst eingehen. Danach soll die Theorie vorgestellt werden, d.h. ich widme mich dem „Arte nuevo“ hinsichtlich seines Antikebezuges. Schließlich soll die Praxis betrachtet werden, d.h. ich werde die Kernpunkte des „Arte nuevo“ noch einmal herausfiltern und am Drama des „Peribañez y el Comendador de Ocaña“ von Lope de Vega veranschaulichen.
1. Lope de Vega
Lope Félix de Vega Carpio (1562-1635) stellt ohne Zweifel die prägende Gestalt der Theaterentwicklung im Spanien des Goldenen Zeitalters dar. Schon zu Lebzeiten nimmt der Name „Lope de Vega“ förmlich sprichwörtlichen Charakter an. Die volkstümliche Redensart „es de Lope“ - was soviel bedeutet wie „das ist super“, „das sollte man sich nicht entgehen lassen“ - ebenso wie der argwöhnisch- bewundernde Kommentar eines Cervantes vom „monstruo de la naturaleza“ zeugen von Lopes Wirkung. Es findet sich sogar eine Überlieferung einer Variation des katholischen Glaubensbekenntnisses: „Creo en Lope Todopoderoso, Poeta del Cielo y de la tierra …“.2 Ein Grund für die Popularität Lope de Vegas ist sein gigantisches Werk. Es umfasst etwa 1500 Theaterstücke – diese Zahl nennt Lope selbst in seiner poetischen Lebensbeichte >Ecloga a Claudio< – von denen uns Hunderte überliefert sind. Angesichts dieser Zahl muss Lope mit derartiger Leichtigkeit und Regelmäßigkeit gedichtet haben, dass die Annahme entstehen konnte, seine Stücke stellten reine „Routine- Erzeugnisse eines bestimmten Geschmacks und einer bestimmten Epoche“3 dar. So verwundert der Ausspruch Grillparzers nicht, „[…] dass es von Lope vielleicht kein einziges vollendetes Drama gibt, vielleicht aber auch keines, in dem nicht eine Szene oder einige Wendungen wenigstens von echter, großer und ewiger Poesie sich finden.“4
Trotz dieser Einschränkung gilt Lope de Vega heute als Symbol des „spanischen Nationaltheaters“, der „comedia“ (auf die ich später unter 2.3.3. näher eingehen werde). Es gelingt ihm das Drama zur dominierenden Literaturgattung zu etablieren. Schon frühzeitig - bei seiner humanistischen Ausbildung bei den Jesuiten sowie an den Universitäten Alcalá de Henares und Salamanca - lernt Lope das antike Theater kennen. Zugleich wird er mit der zeitgenössischen Theaterpraxis Madrids und Valencias vertraut gemacht – z. T. über Affären zu Schauspielerinnen.5 So entwickelt er in engem Kontakt zu Schauspieltruppen sein Konzept der „comedia nueva“, mit der er sich in seinem „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“ auseinandersetzt. Dieses in Versen verfasste Werk soll im nächsten, dem 2. Kapitel, näher behandelt werden.
2. Der „Arte nuevo de hacer comedias en este tiempo“
2.1. Was ist der „Arte nuevo“?
[...]
1 Montesinos, José: Die Paradoxie des >Arte Nuevo<. (Übersetzung uns dem Spanischen von Hildegard Heydenreich). In: Müller- Bochat, Eberhardt (Hrsg.): Lope de Vega. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1975, S. 465.
2 Zitate entnommen aus Müller- Bochat, Eberhard: Lope de Vega. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1975. Weitere Nachweise für diesen Sprachgebrauch bei H. A. Rennert- A. Castro: Vida de Lope de Vega, Madrid 1919, S. 380f.
3 Vgl. Müller- Bochat, Eberhard: Lope de Vega. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1975.
4 Vossler, Karl: Lope de Vega und sein Zeitalter, 2. Auflage. München: Biederstein, 1947, S. 334.
5 Vgl. Rössler, Michael: Das Theater der Siglos de Oro. In: Strosetzki, Christoph (Hrsg.): Geschichte der spanischen Literatur. Tübingen: Max Niemeyer Verlag, 1991, S. 182.
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