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Autor: Marco Klug
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Details
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Otto-Suhr.Institut)
Tags: Hannah, Arendt, Jean-Jacques, Rousseau, Republikideal, Einführung, Theorie, Hannah, Arendts
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1.7
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 157 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47354-5
Textauszug (computergeneriert)
Freie Universität Berlin
Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft
PS: Einführung in die politische Theorie Hannah Arendts
SoSe 2005, 3. Fachsemester
Hannah Arendt und Jean-Jacques Rousseau.
Das Republikideal
von: Marco Klug
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S.3-4
2. Vorbedingungen für den Vertragsschluss S.5-7
2.1. Gesellschaftskritik S.5
2.2. Menschenbild S.6-7
3. Vertragsschluss S.8-13
3.1. Freiheit, Macht, Souveränität S.9-11
3.2. Ein Volk, ein Wille? S.12-13
4. Das Gesicht der Republik S.14-18
4.1. Öffentlicher und privater Raum S.14
4.2. Territorium S.15
4.3. Wer regiert? S.16
4.4. Tugendhaftigkeit S.18
5. Schlussbetrachtung S.19-20
6. Literatur S.21
1. Einleitung
Die politisch-philosophischen Überlegungen von Hannah Arendt und Jean-Jacques Rousseau entstehen vor dem Hintergrund unterschiedlicher historischer Situationen: Hannah Arendt entwickelt ihr republikanisches Ideal als Reaktion auf den Schock der totalitären Nazi-Herrschaft – Rousseau hingegen versucht einen Gegenentwurf zum Absolutismus im Europa des 18. Jahrhunderst zu finden. Ideengeschichtlich sind die beiden Theoretiker aber insoweit einer Schule zuzuordnen, dass beide hinsichtlich ihrer politischen Entwürfe stark vom Ideal der griechischen Polis geprägt sind. Hannah Arendt bezieht jedoch in einigen ihrer zentralen Werke (Vita Activa, Über die Revolution) kritisch Stellung gegenüber den politischen Ideen Rousseaus, speziell gegenüber seinem politischen Herzstück – der volonté generale.
So wird sich diese Arbeit der Frage widmen, welche Parallelen und Unterschiede sich hinsichtlich der Konzeption des Vertragschlusses und des republikanischen Modells in der politischen Philosophie Hannah Arendts und Jean-Jacques Rousseaus finden lassen. Schon die Vorrecherchen zu dieser Fragestellung ergaben, dass Arendts Kritik an Rousseau wissenschaftlich bislang kaum reflektiert ist. Meines Erachtens erweist sich eine dahingehende Analyse aber gerade im Rahmen eines einführenden Seminars zum Werke Hannah Arendts als fruchtbar, weil mit dem Aufzeigen der konträren Positionen beider Autoren hinsichtlich politischer Begriffe wie Freiheit, Macht und Souveränität gleichzeitig einige der zentralen Begriffe des Arendtschen Werkes beleuchtet werden können. Dementsprechend bot es sich methodisch an, diese zentralen politischen Begriffe an verschiedenen Punkten dieser Arbeit gemäß ihrer Arendtschen Definition einzuführen, um sie dann aus der vergleichenden Perspektive auf die Ideen Rousseaus zu übertragen. Konkret werden im Verlauf dieser Arbeit zunächst die Vorbedingungen für den Gesellschaftsvertrag, dann die theoretische Konzeption des Vertrages selber und schließlich die daraus hervorgehende Republik aus Sicht beider Autoren miteinander verglichen.
Die Arbeit stützt sich teils auf die Analyse von Primärtexten Arendts und Rousseaus (Vita Activa, Über die Revolution, Du contract social), sowie auf die Auswertung von Sekundärliteratur. Neben der expliziten Kritik Arendts am Werke Rousseaus entstammen die „neuralgischen“ Punkte, an denen die beiden Republikideale der vergleichenden Analyse unterzogen werden, eigenen Überlegungen.
2. Vorbedingungen für den Vertragschluss
Zwar entwickeln Arendt und Rousseau ihre politischen Ideen unter verschiedenen historischen Vorzeichen – jedoch lassen sich gerade hinsichtlich ihrer Beurteilungen der gesellschaftlichen Entwicklungen der Moderne und ihren Vorstellungen von der Beschaffenheit der menschlichen Existenz – die ihnen zum Anlass für ihre politischen Entwürfe geraten – weitgehende Parallelen entdecken.
2.1 Gesellschaftskritik
Sowohl Arendt als auch Rousseau kritisieren die jeweils zeitgenössischen Gesellschaft. Trotz der großen politischen Umwälzungen, die sich in den 200 Jahren zwischen dem Wirken der beiden ergeben haben, sind ihre Kritikpunkte an der bürgerlichen Gesellschaft ähnlich. Hannah Arendt befindet, dass die moderne Gesellschaft die freie Bürgergemeinde auf eine Interessenvertretung von jobholders reduziert (VA: 33). Die Verfolgung privater (ökonomischer) Interessen des einzelnen Bürgers gewinne Vorrang vor der gemeinsamen politischen Betätigung, dem Handeln im politischen Raum (siehe Kap. 3.1). Schließlich sieht sie die Gefahr, dass eine Republik an dem Reichtum und der Konsumbesessenheit ihrer Gesellschaft zugrunde gehen könne (ÜDR: 178). Diese in der Tradition Hegels stehende Angst vor der Bedrohung der „Atomisierung“ der Gesellschaft lässt sich in gewisser Weise schon bei Rousseau entdecken, wenn er beklagt, dass die Individuen immer mehr Fortschritte machen würden, während das Gemeinwesen zerfalle (Fetscher 1985: 481).
Zwar sind Rousseaus Anwürfe vor dem Hintergrund seiner geschichtsphilosophischen, Überlegungen zu sehen – er geht allgemein von der moralischen Verderbnis des zivilisatorischen Fortschritts aus, der die Menschheit mit der Einführung des Eigentums aus dem „goldenen Zeitalter“ der Substenzwirtschaft geführt habe (Mensching 2000: 66 ff.). Jedoch lässt sich aus seinem Werk schon eine Kritik an der sich zu seiner Zeit erst abzeichnenden bürgerlichen Konkurrenzgesellschaft herauslesen (Fetscher 1985: 479).
2.2 Menschenbild
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