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Behindertenleistungssport im Spiegel der Öffentlichkeit

Bachelor Thesis, 2005, 105 Pages
Author: Andrea Rothfuß
Subject: Sport - Media and Communication

Details

Category: Bachelor Thesis
Year: 2005
Pages: 105
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 71  Entries
Language: German
Archive No.: V51434
ISBN (E-book): 978-3-638-47407-8

File size: 617 KB

Abstract

Die vorliegende Bachelorarbeit setzt sich mit dem Thema “Behindertenleistungssport im Spiegel der Öffentlichkeit“ auseinander. Es soll erklärt werden, wie der Leistungssport behinderter Menschen organisiert ist und wie er sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Dabei sollen technische und professionelle Entwicklungen aufgezeigt werden sowie erläutert werden, wie sportliche Wettkämpfe, wie etwa die Paralympischen Spiele, zur Bedeutung des Behindertenleistungssports beigetragen haben. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie die Medien mit dem Sport behinderter Menschen umgehen und welche Unterschiede in der Berichterstattung von nationalen und internationalen Wettkämpfen behinderter Sportler im Vergleich zu Sportereignissen wie den Paralympischen Spielen festzustellen sind. Weiterhin soll herausgearbeitet werden, wie sich die Medienberichterstattung vom Behindertensport zum Sport Nichtbehinderter unterscheidet. Die Arbeit bietet auch einen Überblick über Stars und Preise im Behindertenleistungssport und lässt anhand eines Fragebogens Sportler und Funktionäre zu Wort kommen. Dadurch soll festgestellt werden, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen die aktiven Teilnehmer des Behindertenleistungssports zu meistern haben. Schlagwörter: Deutscher Behindertensportverband e.V., Behindertenleistungssport, Paralympische Spiele, Internationales Paralympisches Komitee


Excerpt (computer-generated)

Hochschule der Medien Stuttgart

Behindertenleistungssport im Spiegel
der Öffentlichkeit

Bachelorarbeit
im Studiengang Bibliotheks- und Medienmanagement

Andrea Rothfuss

Bearbeitungszeitraum: 11.Juli 2005 bis 10.Oktober 2005
Stuttgart, Oktober 2005

 

Kurzfassung

Die vorliegende Bachelorarbeit setzt sich mit dem Thema “Behindertenleistungssport im Spiegel der Öffentlichkeit“ auseinander. Es soll erklärt werden, wie der Leistungssport behinderter Menschen organisiert ist und wie er sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Dabei sollen technische und professionelle Entwicklungen aufgezeigt werden sowie erläutert werden, wie sportliche Wettkämpfe, wie etwa die Paralympischen Spiele, zur Bedeutung des Behindertenleistungssports beigetragen haben. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie die Medien mit dem Sport behinderter Menschen umgehen und welche Unterschiede in der Berichterstattung von nationalen und internationalen Wettkämpfen behinderter Sportler im Vergleich zu Sportereignissen wie den Paralympischen Spielen festzustellen sind. Weiterhin soll herausgearbeitet werden, wie sich die Medienberichterstattung vom Behindertensport zum Sport Nichtbehinderter unterscheidet. Die Arbeit bietet auch einen Überblick über Stars und Preise im Behindertenleistungssport und lässt anhand eines Fragebogens Sportler und Funktionäre zu Wort kommen. Dadurch soll festgestellt werden, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen die aktiven Teilnehmer des Behindertenleistungssports zu meistern haben.
 

Abstract

This bachelors`thesis deals with the current situation of the professional sports of the disabled as viewed by the public. It will show how this sport is organized and what advances it has made during the last years. It aims to show which technical and professional achievmennts have been made and how athletic competitions such as the Paralympic Games have contributed to the importance of competitive sports for the physically handicapped. The question is followed up on as to how the media deals with competitive sports for the disabled and which differecenes can be found in the press coverage of national and international competitions for disabled athlets in comparison to such competitions as the Paralympic Games. In addition this thesis aims to show how press coverage for disabled sports differentiates from that of able bodies sports. An overview will be given of starts and prizes in professional sports for the disabeld and given athlets and officials a chance to voice their opinions via a questionnaire. This is in order to show which difficulties and challenges must be mastered by active participants in competitive disabled sports.

 

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung ... 2
Abstract ... 3

Inhaltsverzeichnis ... 4
Abbildungsverzeichnis ... 7
Abkürzungsverzeichnis ... 8

1 Einleitung ... 9

2 Behinderung ... 12
2.1 Definition Behinderung ... 12
2.2 Behinderungsformen ... 13
2.2.1 Körperbehinderung ... 13
2.2.2 Geistige Behinderung ... 14
2.2.3 Hörschädigung ... 15
2.2.4 Sehschädigung ... 16
2.3 Definition und Aufgabe von Behindertensport ... 18
2.4. Geschichte des Behindertensports ... 19
2.5 Ebenen des Behindertensports ... 23
2.5.1 Rehabilitationssport ... 23
2.5.2 Breitensport ... 25
2.5.3 Leistungssport ... 26

3 Leistungssport ... 28
3.1 Voraussetzungen ... 28
3.2 Sportarten ... 29
3.3 Klassifizierungen ... 30
3.4 Nominierungs- und Kaderkriterien ... 33
3.5 Technische Entwicklungen und zunehmende Professionalisierung ... 34
3.6 Top Team Paralympics 2004 ... 36
3.7 Selbstverständnis der Athleten und Wirkung auf die Umwelt ... 37

4 Organisation des Behindertensports ... 40
4.1 Deutscher Behindertensportverband e. V. ... 40
4.1.2 Organisation und Mitglieder ... 40
4.1.3 Ziele und Aufgaben ... 41
4.1.4 Das Konzept “DBS-Zukunft“ und Aufbau der Marke Behindertensport ... 42
4.2 Internationales Paralympisches Komitee ... 43
4.3 Stiftung Behindertensport ... 44

5 Die Paralympischen Spiele ... 46
5.1 Der Begriff “Paralympics“ ... 46
5.2 Geschichte und Verlauf ... 46
5.3 Die Paralympis und ihre Symbole ... 48

6 Behindertensport in den Medien ... 51
6.1 Medienberichterstattung bei den Paralympics ... 51
6.2 Berichterstattung von nationalen und internationalen Wettkämpfe ... 55
6.3 Behindertensport contra „Showsport“ der Nichtbehinderten – Ein Vergleich der Medienberichterstattung ... 56

7 Stars im Behindertenleistungssport ... 59
7.1 Rollstuhlsportlerin Chantal Peticlerc ... 59
7.2 Langstreckenläufer Henry Wanyoike ... 60
7.3 Sprinter Wojtek Czyz ... 62
7.4 Dressurreiterin Bettina Eistel ... 64

8 Formen der Würdigung des Behindertenleistungssports ... 66
8.1 Laureus World Sport Awards ... 66
8.2 Paralympics Night ... 68
8.3 Paralympic Sports Award und Paralypic Media Award ... 70

9 Behindertenleistungssport aus Sicht der Teilnehmer ... 72
9.1 Aus Sicht der Athleten Fragebogen Daniela Rossek und Christine Wolf ... 72
9.2 Aus Sicht der Funktionäre  Fragebogen Dr. Ralf Otto und Dr. Karl Quade ... 76

10 Fazit und Ausblick ... 78

Anhang A Fragebögen Sportler und Funktionäre ... 80
Anhang B Pressemeldungen ... 91
Anhang C Paralympic Day ... 98

Literaturverzeichnis ... 100

 

1. Einleitung

In meiner Bachelorarbeit geht um es das Thema “Behindertenleistungssport im Spiegel der Öffentlichkeit“. Ein Thema, das noch immer seinen Platz in der Gesellschaft und in den Medien sucht. Während die Sportöffentlichkeit aus nichtbehinderten Profisportlern ständig neue Helden erschafft, liegen die Erfolge und Anstrengungen der behinderten Sportler noch immer vorwiegend im Dunkeln.

Millionen sportinteressierter Zuschauer in aller Welt haben die Olympischen Spiele im vergangenen Jahr vom 13. bis 19. August 2004 in Athen mit Spannung und Freude verfolgt. Doch wer hat einige Wochen später, genauer gesagt vom 17. bis 28.September 2004, auch die Paralympischen Spiele, die wichtigsten Wettkämpfe der behinderten Sportler, am Bildschirm oder vor Ort betrachtet?

Zufälligerweise lernte ich durch das Filmprojekt “Studieren mit Behinderung“, welches ich mit anderen Kommilitonen in Rahmen eines Wahlfaches an meiner Hochschule verwirklichte, eine junge Frau kennen, die seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzt. Sie betreibt mit Leidenschaft Fechtsport auf Weltklasseniveau und hat an den Paralympischen Spielen in Athen 2004 teilgenommen. Durch sie erfuhr ich von den Problemen, die behinderten Leistungssportlern widerfahren. Da ich schon immer sehr großes Interesse an Sport hatte, entschloss ich mich, den Behindertenleistungssport genauer unter die Lupe zu nehmen und begann, mich darüber zu informieren.

Aufgrund dessen, was ich in den folgenden Wochen durch Bücher, Internetquellen und persönlichen Kontakten dann über den Behindertenleistungssport erfahren hatte, entschied ich mich, das Thema Behindertenleistungssport zum Thema meiner Bachelorarbeit zu machen. In dieser will ich erörtern, wie sich der Sport behinderter Menschen in der Öffentlichkeit darstellt. Weiter werde ich der Frage nachgehen, wie der Sport behinderter Spitzenathleten organisiert ist und wie er von den Zuschauern, der Gesellschaft und den Medien honoriert wird

In meiner Arbeit versuche ich über die Definition von Behinderung einen Einstieg in diese Thematik zu ermöglichen. Dieses zweite Kapitel stellt die wichtigsten Formen von Behinderung dar und definiert anschließend den Sport behinderter Menschen. Weiterhin wird eine kurze Zusammenfassung der Entwicklung und Geschichte des Behindertensports aufgezeigt und die verschiedenen Ebenen des Behindertensports erläutert.

Das nächste Kapitel meiner Arbeit widmet sich dann dem Leistungssport und seinen verschiedenen Aspekten. Hier wird deutlich, welche Voraussetzungen für die Ausübung des Sports behinderter Menschen nötig sind und welche Sportarten ausgeübt werden. Anschließend werden die Kader- und Nominierungskriterien erläutert und die zunehmende Professionalität im Behindertensport unter die Lupe genommen. Zum Ende des Kapitels werden das Selbstverständnis der Athleten und die Wirkung auf die Umwelt wiedergegeben.

Das vierte Kapitel meiner Arbeit stellt die wichtigsten nationalen und internationalen Institutionen und Organisationen innerhalb des Behindertensports vor und erläutert deren Zusammensetzung und Aufgaben.

Mit der größten Behindertensportveranstaltung, den Paralympischen Spielen, befasst sich das anschließende fünfte Kapitel. Hier werden Ursprung und Bedeutung des Wettbewerbs erläutert und die verschiedenen Symbole der Paralympics vorgestellt. Das sechste Kapitel erklärt, in welcher Form die Medien über die Paralympischen Spiele sowie über internationale und nationale Meisterschaften behinderter Sportler berichten. Anschließend wird die Medienresonanz von Wettkämpfen nichtbehinderter Sportler mit der Medienresonanz von Wettbewerben der Behindertensportler verglichen und Unterschiede deutlich gemacht.

Internationale sowie nationale Stars und populäre Athleten des Behindertensports sind Thema des siebten Kapitels. Das anschließende Kapitel fasst die wichtigsten Ehrungen und Preise, die behinderten Sportlern zuteil werden, zusammen. Im neunten Kapitel meiner Arbeit kommen Sportler und Funktionäre zu Wort und geben ihre persönliche Einschätzung der momentanen Situation des Behindertenleistungssports wieder. In diesem Abschnitt werden die Antworten von jeweils zwei Sportlern und Funktionären auf einem von mir erstellten Fragebogen zusammengefasst. Anhand der Antworten der Befragten soll deutlich werden, welche Stellung der Behindertensport innerhalb der Öffentlichkeit erreicht hat und mit welchen Problemen und Schwierigkeiten die beteiligten Sportler und Funktionäre zu kämpfen haben.

Ziel meiner Arbeit ist es, den Behindertenleistungssport etwas mehr in den Blick der
Gesellschaft zu rücken und zu zeigen, dass behinderte Sportler in vielen Bereichen noch
immer nicht mit nichtbehinderten Sportlern gleichgestellt werden.
 

2 Behinderung

2.1 Definition Behinderung


„Ganze Scharen von Definitionskünstlern haben sich in der Vergangenheit daran versucht zu formulieren, was „Behinderung“ ist. Ein einschlägiges Universallexikon macht es sich einfach, klassifiziert uns als „Menschen, die in ihren körperlichen bzw. geistig-seelischen Fähigkeiten durch Krankheit beeinträchtigt sind“. Nicht ganz zutreffend, wie ich finde.“ 1

Diese Einschätzung von Marianne Buggenhagen (mehrfache Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics, den Olympischen Spielen der Behinderten), die sie in ihrer Autobiographie „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Leben eingestellt“ äußert, stellt die Problematik der Begriffsdefinition von Behinderung deutlich dar. Der Begriff Behinderung hat sich in Bezug auf Dimensionen und Merkmale in den letzten Jahren stetig verändert. Heute gibt es viele verschiedene und ebenso umstrittene Definitionen von Behinderung. Eine davon hat der Deutsche Behindertensportverband, der Fachverband für Leistungs-, Breiten und Rehabilitationssport von Menschen mit Behinderung, in seinem Positionspapier erfasst.


„Als Behinderung gilt jede funktionelle Störung, die Sport nicht ohne Einschränkung betreiben lässt: Einschränkung auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene, Einschränkungen der Motorik, der Denk- oder Lernfähigkeit, der Kommunikation und/oder der Verhaltensweisen.“ 2

Weiterhin heißt es, dass eine Behinderung nicht gleichzusetzen sei mit einer Anormalität, denn Behinderung sei lediglich eine Andersartigkeit durch eine funktionelle Störung. 3

Im Sozialgesetzbuch IX, §2 Abs. 1 vom 3.April 2003 wird Behinderung folgendermaßen festgelegt:


„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist."4

Tatsache ist, dass innerhalb unserer Gesellschaft Menschen mit einer Einschränkung noch immer vorrangig mit dem Begriff “Behinderte“ bezeichnet werden, wobei der Begriff “Behinderung“ umgangssprachlich meist einen abwertenden Bedeutungsgehalt hat. Um ein Umdenken zu erreichen, wird immer öfters die Bezeichnung “Menschen mit Einschränkung“ oder auch “Menschen mit Behinderung“ erwähnt. Nicht zuletzt sollte das Europäische Jahr1993 - das Jahr der Menschen mit Behinderung - in der Bevölkerung ein Nach- und Umdenken bewirken und den Fokus auf den Menschen und nicht auf die Behinderung an sich lenken.

 [...]


1 Buggenhagen, Ich bin von Kopf bis Fuß auf Leben eingestellt, 2001, Seite 96.

2 Deutscher Behindertensportverband e.V., Positionspapier, Seite 1, http://www.dbsnpcde/DesktopDefault.aspx?tabindex=4&tabid=44.

3 vgl. Deutscher Behindertensportverband e.V., Positionspapier, Seite 2, http://www.dbsnpcde/DesktopDefault.aspx?tabindex=4&tabid=44.


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