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Die Grenzen der Freiheit - Konzeption einer Vertragstheorie nach James Buchanan

Scholary Paper (Seminar), 2006, 15 Pages
Author: Diplom-Kaufmann Jochen Mahadevan
Subject: Economics / Business: Economic Policy

Details

Event: Seminar Kontraktualismus
Institution/College: LMU Munich
Tags: Grenzen, Freiheit, Konzeption, Vertragstheorie, James, Buchanan, Seminar, Kontraktualismus
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V51494
ISBN (E-book): 978-3-638-47450-4

File size: 151 KB
Notes :
Die Arbeit gibt die klassische Idee einer Vertragskonzeption wider. Darauf aufbauend wird die Konzeption von James Buchanan erklärt und mit der klassischen Vertragstheorie von Thomas Hobbes verglichen



Excerpt (computer-generated)

LMU München
Hauptseminar: Kontraktualismus
Wintersemester 2005/2006

Die Grenzen der Freiheit – Konzeption einer
Vertragstheorie nach James Buchanan

von: Jochen Mahadevan

 


Gliederung

1. Einleitung  3

2. Die klassische Idee einer Vertragstheorie 3

3. Die Konzeption Buchanans  4

3.1 Die Grundidee  4
3.2 Der Naturzustand und das Gleichgewicht der Anarchie  6
3.3 Die konstitutionelle Ebene - Der Verfassungsvertrag  6
3.4 Die postkonstitutionelle Ebene - Der Gesellschaftsvertrag 8
3.5 Änderungen des Gesellschaftsvertrages  10

4. Verbindungslinien zu Hobbes 11

4.1 Leviathan von Hobbes 11
4.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Buchanans Konzeption 12

5. Persönliche Kritik und Fazit 13

6. Literaturverzeichnis 15



 

1. Einleitung

James Buchanan gilt als einer der wichtigsten Ökonomen unserer Zeit. Er ist Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften von 1986. Seine Arbeiten sind stets interdisziplinär angelegt und gehen weit über den Kreis der Ökonomik hinaus. In seinem Werk „Die Grenzen der Freiheit“ nimmt er Bezug auf klassische Vertragstheoretiker wie beispielsweise Hobbes, Locke und Rousseau und versucht anhand ökonomischer Modellansätze den Staat als Rechtsordnung zu legitimieren. Dafür müssen Regeln geschaffen werden, um ein friedliches Zusammenleben der Menschen untereinander zu ermöglichen. Er geht daher von der Annahme aus, dass „Regeln oder Regelsysteme, die das Verhalten von Individuen und Gruppen bzw. Kollektiven in geeigneter Form beschränken, generell wünschenswert sind.“1 Es ergibt sich also folgendes paradoxes Problem: Mit dem Ziel, die individuelle Freiheit des Menschen aufrechtzuerhalten und zu schützen, ist der Staat gefordert, die Handlungsfähigkeit der einzelnen Personen zu begrenzen. Eine freie Gesellschaft muss daher „konstitutionell aufgebaut sein.“2

Buchanan verwendet ein kontraktualistisches Modell, das auf die oben genannten Vertragstheoretiker zurückgeht. Daher wird im zweiten Kapitel dieser Arbeit die klassische Idee einer Vertragstheorie erläutert, um die Grundlagen für die Konzeption Buchanans im dritten Kapitel zu schaffen. Im vierten Kapitel stellt sich die Frage, welche bzw. ob Gemeinsamkeiten zwischen Buchanans Konzeption und Hobbes´ Leviathan bestehen. Abschließend wird die Realisierbarkeit von Buchanans Konzept diskutiert, was mit einer persönlichen Kritik und einem Fazit endet. Dieser Arbeit liegt die Fragestellung zugrunde, inwieweit Buchanans Konzeption umsetzbar erscheint und Verbindungen zu dem vertragstheoretischen Ansatz von Thomas Hobbes aufweist.

2. Die klassische Idee einer Vertragstheorie

Die klassischen Ansätze einer Vertragstheorie sind eng mit den Namen Hobbes, Locke und Rousseau verbunden, die in ihren Ausführungen, wenn auch unterschiedlich ausgearbeitet, allesamt von einer Art Gesellschaftsvertrag ausgehen. Vor einem geregelten Zusammenleben unter Herrschaft eines Souveräns, steht hierbei ein Naturzustand, in welchem sich die Menschen aufgrund ihres Selbsterhaltungstriebes in einem kriegerischen Verhältnis befinden.

„In einer solchen Lage ist für Fleiß kein Raum, da man sich seiner Früchte nicht sicher sein kann […] und es herrscht, was das Schlimmste von allem ist, beständige Furcht und Gefahr eines gewaltsamen Todes – das menschliche Leben ist einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz.“3 Aus diesem Naturzustand und der damit einhergehenden Kriegsgefahr ergibt sich die Notwendigkeit der Entstehung eines Staates, bzw. eines souveränen Herrschers. Es wird daher ein künstlicher Vertrag geschaffen, in welchem jeder mit jedem übereinstimmt. Der Staat ist also „Instrument zur Selbsterhaltung“4 sowie zur Sicherung einer friedlichen Koexistenz und stellt somit ein Mittel dar, dem anfänglichen Naturzustand zu entkommen.

Es ergibt sich schließlich eine Rechtsordnung in Verbindung mit Institutionen, welche die Rechtsdurchsetzung überwachen, denn „Verträge ohne das Schwert sind bloße Worte.“5 Hier schließt der Titel „Die Grenzen der Freiheit“ von Buchanan an. Es sollen Regeln geschaffen werden, diese ermöglichen jedoch nicht nur die individuelle Verwirklichung, sondern beinhalten auch stets eine Beschränkung des eigenen Handlungsspielraumes. Sie somit ebenfalls „Grenzen der Freiheit“. Um die gesellschaftliche Ordnung zu legitimieren ist also ein Vertrag vonnöten, dem allen beteiligten Individuen zustimmen, ein Gesellschaftsvertrag, in dem „jeder einzelne, obgleich er sich mit allen vereint, gleichwohl nur sich selbst gehorcht und so frei bleibt wie vorher.“6

3. Die Konzeption Buchanans

3.1 Die Grundidee

[...]


1 Vgl. Brennan / Buchanan (1993), S.5f

2 Vgl. Koslowski (1986), S.92

3 Vgl. Hobbes (1996a), S.96

4 Vgl. Kersting (1996), S.25

5 Vgl. Hobbes (1996a), S.131

6 Vgl. Rousseau (1988), S.48


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