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Venture Capital als Finanzierungsalternative für KMU

Diploma Thesis, 2005, 132 Pages
Author: Timo Wardega
Subject: Economics / Business: Investment and Finance

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2005
Pages: 132
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 200  Entries
Language: German
Archive No.: V51666
ISBN (E-book): 978-3-638-47569-3

File size: 1234 KB


Excerpt (computer-generated)

FACHHOCHSCHULE GIESSEN - FRIEDBERG
– Fachbereich Wirtschaft –

Diplomarbeit

zur Erlangung des Grades eines Diplom-Betriebswirtes über das Thema:

Venture Capital als Finanzierungsalternative für KMU

eingereicht von

Timo Wardega

Abgabetag: 29. November 2005

 


Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
Victor Hugo (1802 - 1855)

Auch wenn man es nicht weiß, hat man meist eine Wahl.
Wichtig ist die Kunst, Alternativen zu suchen, zu unterscheiden und bewusst zu wählen.
Paul Wilson (*1946), US-amerikanischer Erzähler

Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

 

Inhaltsverzeichnis

I Abbildungsverzeichnis
II Abkürzungsverzeichnis
III Anlagenverzeichnis

1 Einleitung ... 1

2 Der deutsche Mittelstand ... 3
2.1 Abgrenzung und Definition mittelständischer Unternehmen ... 3
2.2 Wachstumsunternehmen ... 7
2.3 Relevanz für den deutschen Wirtschaftsstandort ... 9
2.4 Fazit und Ausblick ... 10
2.5 Finanzierungssituation ... 14
2.5.1 Eigenkapitalquote ... 18
2.5.2 Ertragslage ... 19
2.5.3 Basel II und seine Folgen auf die Kreditvergabe ... 22

3 Grundlagen der Venture Capital-Finanzierung ... 26
3.1 Finanztheoretische Einordnung von Venture Capital ... 26
3.2 Volkswirtschaftliche Bedeutung ... 26
3.3 Beteiligungsfinanzierung ... 28
3.4 Die Venture Capital-Finanzierung ... 29
3.4.1 Definition und Funktionsweise ... 29
3.4.2 Risiko- und Wagniskapital ... 32
3.4.3 Abgrenzung Venture Capital versus Private Equity ... 33
3.5 Idealtypischer Verlauf ... 35
3.5.1 Die Frühphase / „Early-Stage“ ... 37
3.5.1.1 Seed ... 38
3.5.1.2 Start-up ... 39
3.5.1.3 First-Stage ... 39
3.5.2 Die Expansionsphase ... 40
3.5.2.1 Second- und Third-Stage ... 40
3.5.2.2 Later-Stage ... 41
3.5.3 Besondere Finanzierungsanlässe ... 42
3.5.4 Exit – Desinvestition der Venture Capital-Beteiligung ... 43
3.5.4.1 Trade Sale und Secondary Purchase ... 44
3.5.4.2 Buy back ... 45
3.5.4.3 Going Public ... 45
3.5.4.4 Liquidation ... 46

4 Venture Capital-Beteiligungskonzepte ... 47
4.1 Venture Capital-Geber ... 47
4.1.1 Business Angels ... 48
4.1.2 Venture Capital-Gesellschaften und Inkubatoren ... 50
4.1.3 Corporate Venture Capital ... 52
4.1.4 Fördermöglichkeiten ... 53
4.2 Beteiligungsformen ... 55
4.2.1 Die offene und direkte Beteiligung ... 55
4.2.2 Indirekte Beteiligung: Das Beteiligungskonzept ... 56
4.2.3 Die stille Beteiligung ... 58
4.2.4 Beteiligungsähnliches Kapital ... 61

5 Voraussetzungen, Kontaktaufnahme, Leistungen ... 62
5.1 Voraussetzungen ... 62
5.2 Leistungen der Venture Capital-Geber ... 63
5.3 Kontaktaufnahme ... 66
5.3.1 Beachtenswertes ... 66
5.3.2 Auswahlprozess ... 69
5.4 Zusammenfassende Beurteilung ... 70
5.4.1 Merkmale der Venture Capital-Finanzierung ... 72
5.4.2 Vorbereitung zur Venture Capital-Finanzierung ... 73

6 Fazit ... 80

Literaturverzeichnis ... 82

Anhang ... 102

 

1 Einleitung
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben eine erhebliche Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur Deutschlands. Sie sind Träger der deutschen Marktwirtschaft. Der Konjunktur- und Strukturwandel in weiten Bereichen der Wirtschaft hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass das wirtschaftliche Umfeld für KMU komplexer und schwieriger geworden ist. Die sich immer gravierender verändernden Marktverhältnisse, eine ständig steigende Anzahl von Insolvenzen und die niedrige Eigenkapitalquote beeinträchtigen die Situation von KMU erheblich. Vieles deutet darauf hin, dass diese Probleme nicht nur durch die Ertragsschwäche sondern auch in hohem Maße durch eine unausgewogene Finanzierungsstruktur von KMU, die überwiegend durch die Aufnahme von Bankkrediten geprägt ist, verursacht werden. Die Finanzierungsalternativen von KMU werden durch eine restriktivere Kreditvergabepolitik der Banken eingeschränkt. KMU und Banken sind aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen gezwungen neue Wege zu gehen. Um KMU mit ausreichend Kapital zu versorgen und eine positive Unternehmensentwicklung zu gewährleisten, reicht für die Mittelstandsfinanzierung der Bankenkredit nicht mehr aus. Dies sind Herausforderungen, denen sich KMU stellen und zusätzlich zum Bankkredit alternative Wege, die die Eigenkapitalbasis stärken oder zumindest die Bilanz entlasten, finden müssen.

Die Eigenkapitalquote ist ein ausschlaggebender Punkt dafür, wie sich das Unternehmen am Markt positionieren und entwickeln kann. Eigenkapital ist somit für KMU in allen Unternehmensphasen ein enorm wichtiger Faktor, von dem die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft abhängt. Somit verhilft Eigenkapital zu einem dynamischen Wachstum. Vor allem für KMU sichert eine solide Eigenkapitalausstattung eine gewisse Unabhängigkeit in unternehmensrelevanten Entscheidungen.

Aufgrund dieser Tatsache muss sich eine Änderung der Finanzierungsart abzeichnen. Eine dieser Alternativen stellt die Venture Capital-Finanzierung dar. Hier stellen externe Beteiligungspartner in verschiedenen Wachstumsphasen, Wirtschaftszweigen und Regionen dem Unternehmen Kapital zur Verfügung und erhalten dafür Anteile am Unternehmen. Das besondere an Venture Capital ist die Kombination der finanziellen Beteiligung an einem Unternehmen und der strategischen und operativen Unterstützung des Managements während des Beteiligungszeitraums. Insbesondere in der Frühphase von Unternehmensgründungen, aber auch bereits am Markt etablierte KMU, werden im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung von Venture Capital-Gebern mit finanziellen Mitteln ausgestattet.
Venture Capital kann als Teil der Eigenkapitalfinanzierung die EK-Quote des Beteiligungsnehmers verbessern und ermöglicht so die Finanzierung des Wachstums und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema „Venture Capital als Finanzierungsalternative für KMU“. Ziel dieser Arbeit ist es, den Leser ausgehend von den Problemen und schwierigen Rahmenbedingungen mittelständischer Unternehmen mit den Grundlagen der Venture Capital-Beteiligung als alternative Finanzierungsmöglichkeit für KMU vertraut zu machen.

Nach dieser Einleitung wird zunächst im folgenden Kapitel 2 der Begriff kleiner und mittlerer mittelständischer Unternehmen definiert und dabei auf qualitative und quantitative Abgrenzungsaspekte eingegangen, ehe die Relevanz von KMU für die deutsche Wirtschaft und dessen Finanzierungssituation durch die Auswirkung des Baseler Akkords (Basel II) auf die geänderten Bedingungen der Kreditvergabe der Banken verdeutlicht wird.
Kapitel 3 widmet sich der Definition und Einführung in die Venture Capital-Finanzierung und gibt einen Überblick über die idealtypischen Entwicklungsphasen eines Unternehmens sowie deren Ausprägungsmerkmale. Anschließend werden auftretende Beteiligungspartner, private, industrielle oder staatliche Venture Capital-Geber, am Venture Capital-Markt und die Formen verschiedener Beteiligungsvarianten in Kapitel 4 beschrieben, ehe abschließend in Kapitel 5 die Kontaktaufnahme eines Venture Capital suchenden KMU und die dabei zu beachtenden Punkte auf der Grundlage der vorangegangenen Kapitel zusammengefasst dargestellt wird.
Den Abschluss dieser Arbeit bildet Kapitel 6 mit einem kurzen Fazit zu den bis dato erläuterten Aspekten.

2 Der deutsche Mittelstand
Mittelständische Unternehmen bilden den Kern jeder Marktwirtschaft und haben auch eine zentrale Bedeutung für Deutschland. In Deutschland wie auch der Europäischen Union fallen etwa 99 % aller Unternehmen unter die Bezeichnung der Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KMU). Es sind selbstständige und unabhängige gewerbliche Betriebe unterschiedlichster Branchen und Betriebsgrößen, d. h., sie befinden sich im Eigentum einzelner Personen, einer Familie oder eines eng begrenzten Personenkreises. KMU produzieren knapp die Hälfte der Bruttowertschöpfung des Unternehmenssektors und bieten ca. 80 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Aus diesem Grund sind KMU eine wichtige Quelle unternehmerischer Initiative und Innovation,1 sozial wie auch wirtschaftlich wichtig, da die Gesamtheit aller KMU einen starken Einfluss auf die wirtschaftliche Konjunktur ausübt. Die Höhe des Wirtschaftswachstums sowie die des Einkommens und der Stabilität der öffentlichen Finanzen sind unmittelbar mit der wirtschaftlichen Leistungskraft des Mittelstands verknüpft. Um speziellen Schwierigkeiten entgegenzuwirken und diese auszugleichen, bewilligen gemeinschaftliche und nationale Rechtsvorschriften den KMU verschiedene Vorteile. Dazu ist jedoch eine rechtlich sichere und leicht anzuwendende KMU-Definition notwendig.2

[...]


1 Vgl. KfW (2004).

2 Vgl. Europa (2005a).


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