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Werte und Wertewandel

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 19 Pages
Author: Magister Artium M.A. Jens Petschulat
Subject: Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities

Details

Event: Politische Soziologie
Institution/College: http://www.uni-jena.de/
Tags: Werte, Wertewandel, Politische, Soziologie
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V51709
ISBN (E-book): 978-3-638-47603-4

File size: 231 KB


Excerpt (computer-generated)

Friedrich –Schiller-Universität Jena; Institut für Soziologie
Hauptseminar: „Politische Soziologie“
Wintersemester 2002/ 2003; 7. Fachsemester

Werte und Wertewandel

von: Jens Petschulat
 

 


Inhalt

0. Einleitung 3

1. Begriffliche Einführung 3

1.1. Definition des Wertbegriffes 4
1.2. Unterscheidung zu anderen Begrifflichkeiten 4
1.3. Wertforschung 5
1.4. Wertorientierungen 6

2. Wertklassifizierung 7

2.1. Klassifizierung nach Rokeach 8
2.2. Natürliche Rangfolge menschlicher Motivation nach Maslow 9
2.3. Klassifizierung nach Ingelhardt 10
2.4. Differenzierte politische Wertanalyse der Bundesrepublick 10

3. Politische Wertorientierungen und ihr Wandel 11

4. Theorien des Wertwandels 12

4.1. Theorie des postmaterialistischen Wertwandels 12
4.2. Funktionale Ansätze zur Erklärung des Wertwandels 14
4.3. Theorie des zyklischen Wertwandels 15

5. Fazit 16

6. Literatur 19


 

 

0. Einleitung

Die zahlreichen Diskussionen um Werte, ihren Wandel oder auch ihren Verfall, in Verbindung mit den prognostizierten Effekten, bezeichnen den Gegenstand der hier vorgelegten Arbeit. Dabei soll vor allem interessieren, welche grundlegenden Theorien zum Wertwandel aufgestellt wurden. Im Fokus stehen dabei die Ansätze von Ronald Ingelhardt (1971) mit seinem Wandel vom Materialismus zum Postmaterialismus, Flanagan (1979) und Klages (1985), als Vertreter der funktionalen Theorie, und Namenwirth (1973)/ Weber (1981), welche zyklische Wandlungstendenzen untersuchten. Von welchen Grundannahmen gingen sie aus? Wie erforschten sie diese und zu welchen Ergebnissen gelangten sie?

Bevor das Augenmerk auf diese und ähnliche Fragestellungen gerichtet wird, scheint es ratsam den Wertbegriff auf seine Bedeutung hin einzugrenzen und seine Merkmale herauszuarbeiten. Die moderne Wertforschung, die sich u.a. dieser Aufgabe annimmt, und die Einteilung der auftretenden Wertorientierungen, soll die Brücke zur Klassifizierung gesellschaftlicher Wertprioritäten und zur Veränderung politische Werthaltungen schlagen. Einige der dabei vorzustellenden Ansätze bilden wichtige Voraussetzungen für die Theorien des Wertwandels, deren Charakterisierung im abschließenden Kapitel vorgenommen wird.

1. Begriffliche Einführung

Zum besseren Verständnis der Theorien des Wertwandels muss zunächst geklärt werden, was man in der Soziologie unter einem Wert versteht. Hierbei werden die am weitest verbreiteten Ansätze vorgestellt und Abgrenzungen zu im alltäglichem Sprachgebrauch ähnlich anmutenden Begriffen getroffen. Die Entwicklung der modernen Wertforschung spielt in diesem Zusammenhang natürlich ebenso eine wichtige Rolle wie der Blick auf herrschende Wertorientierungen und deren Einteilung.

1.1. Definition des Wertbegriffes

Allgemein formuliert ist ein Wert eine grundlegende, zentrale Zielvorstellung und Orientierungsleitlinie für menschliches Handeln und soziales Zusammenleben. Laut Kluckholm sind Werte individuell und sozialstrukturell verankert und beziehen sich auf das gesellschaftlich Wünschenswerte. Sie bestimmen die Auswahl verschiedener Handlungsarten, -mitteln und –zielen und sind somit, nach Rudolph, die entscheiden Elemente einer Kultur (Vgl. Hillmann 1994, S. 928). Ein Wert als Maßstab lenkt also das Handeln und ermöglicht Entscheidungen über Handlungsweisen zu treffen (Vgl. Friedrichs 1994, S. 739.

Durch ihre „doppelte Verankerung“1 in der Persönlichkeit- bzw. Motivationsstruktur des Einzelnen und ihrem Geltungsanspruch in der Sozialstruktur erhalten Werte ihre gesellschaftliche Stabilität. Sie stellen gewisser Maßen eine Verbindung zwischen der Gesellschaft und ihren Mitgliedern her und wirken längerfristig. Darüber hinaus schaffen sie Rangfolgen der Bevorzugung und ermöglichen die Bewertung sozialer Tatbestände hinsichtlich Bedeutung und Sinn. In einer pluralistischen Gesellschaft können viele wie auch zueinander widersprüchliche Werte nebeneinander existieren. Sie müssen also nicht für alle Bevölkerungsgruppen, sondern jeweils nur innerhalb einer Bestimmten Verbindlichkeit aufweisen (Vgl. Bücklin 1998, S. 139).

1.2. Unterscheidung zu anderen Begrifflichkeiten

In die Begriffe soziale Norm, Werte, Einstellungen und Bedürfnisse fließen zum Teil ähnliche Inhalte ein, jedoch muss man sie hinsichtlich ihres Wirkungskreises, ihrer Beständigkeit und Entstehung voneinander trennen. So beziehen sich soziale Normen auf spezifische Situationen oder konkrete Verhaltensweisen, während Werte einen höheren Allgemeinheitsgrad aufweisen. Sie sind Standards die auf wenige gesellschaftlich akzeptierte zentrale Positionen Einfluss nehmen. Dieses trennt sie von Einstellungen, welche einen Mangel an Stabilität und gesellschaftlicher Verbindlichkeit aufweisen. Einstellungen werden zu einer Vielzahl von Objekten entwickelt und sind vom jeweiligen Individuum subjektiv veränderbar. Sie wirken demnach anders als Werte eher kurz- bis mittelfristig. Bedürfnisse treten unbewusst, also ohne Bezug auf die Wissenskomponente einer Person auf und entstehen aus einer diffusen Triebenergie. Werte hingegen sind geprägt von der Kultur eines Landes oder einer speziellen Bevölkerungsgruppe (Vgl. Bücklin 1998, S. 139).

[...]


1 nach Opachschowski (Vgl. Bücklin 1998, S. 139)


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