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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 37 Pages
Author: Sven Gronemeyer
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology
Details
Tags: Coba, Quintana, Mexiko
Year: 2003
Pages: 37
Grade: 1
Bibliography: ~ 27 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-47640-9
File size: 995 KB
Dichter Text
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Excerpt (computer-generated)
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Institut für Altamerikanistik und Ethnologie
Wintersemester 2002/2003
Coba, Quintana Roo, Mexiko
von: Sven Gronemeyer
INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung und Forschungsgeschichte 3
1.1. Gegenstand der Arbeit 3
1.2. Bisherige Forschung 3
2. Übersicht über die Halbinsel Yucatán 4
2.1. Geomorphologie 4
2.2. Hydrologie 4
2.3. Klima 5
3. Übersicht über das Areal von Cobá 5
3.1. Einführung 5
3.2. Die Subzonen 6
3.3. Das Zentrum 7
3.4. Die Gruppen des Zentrums 7
3.4.1. Grupo Cobá 7
3.4.2. Grupo Chumuc Mul 9
3.4.3. Grupo Las Pinturas 9
3.4.4. Grupo Macanxoc 10
3.4.5. Grupo Nohoch Mul 10
3.5. Die suburbanen Zonen 12
3.5.1. Zone „perinuclear“ 12
3.5.2. Zone „periférica“ 13
3.5.3. Zone „complementaria“ 13
3.6. Die Wasserversorgung 14
4. Die sakbeo’ob von Cobá 15
4.1. Typisierung 15
4.2. Das System der Straßen 16
4.3. Funktion 17
4.4. Bauweise 18
5. Geschichte von Cobá 18
5.1. Archäologie 18
5.2. Epigraphik 19
5.2.1. Selektierter Inschriftenkorpus 20
5.2.2. Interpretation 23
5.3. Zusammenfassung 24
6. Cobá als Zentrum der Maya-Kultur 24
7. Abbildungen 29
8. Literaturverzeichnis 36
1. EINLEITUNG
1.1 Gegenstand der Arbeit
Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der klassischen Mayastadt Cobá, welche sich im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo an der Grenze zu Yucatán befindet und deren heute obertägig sichtbare Architektur und skulptierte Monumente vor allem aus der Zeit der Spätklassik datieren. Nach einem allgemeinen Überblick über die bisherige Erforschung der Stätte (Kapitel 1.2), soll, um Cobá in seiner Umgebung zu beschreiben, eine Übersicht über die natürlichen Bedingungen der Halbinsel Yucatán erfolgen (Kapitel 2). Dem schließt sich eine Beschreibung des weiteren urbanen Areals von Cobá an. Neben einer Darstellung des eigentlichen Zentrums (Kapitel 3.3) unter besonderer Berücksichtigung seiner verschiedenen Gebäudegruppen (Kapitel 3.4) soll hierbei auch ein Abriß der sogenannten suburbanen Zonen erfolgen (Kapitel 3.5). Neben den architektonischen Befunden wird auch auf die mit Gebäuden assoziierten Monumente eingegangen, die in einem anderen Kapitel noch einmal detailliert besprochen werden.
Darauf aufbauend und damit einhergehend soll eine kurze Geschichte der Stadt skizziert werden, soweit möglich sowohl eine Siedlungsgeschichte anhand archäologischer Daten (Kapitel 5.1) als auch dynastisch und politisch anhand der Epigraphik (Kapitel 5.2). Die Schlußbetrachtung (Kapitel 6) versucht in einer Synposis anhand der zuvor dargestellten Aussagen die Position von Cobá im Netzwerk der anderen Mayastädte darzustellen und die Stadt zu charakterisieren.
1.2 Bisherige Forschung
Die erste Erwähnung von Cobá gibt Cogolludo in seinem Werk Yucatan o sea Historia de Esta Provincia (Tomo 1, Libro 2o, Cap. V). Die Spanier machen dort einen Halt auf einem Marsch, Cogolludo bemerkt: „Determinó el Adelantado salir de Cóni (Coni) para la provincia de Choáca (Chauac Ha) y llegó al pueblo de Cobá (Coba), que ahora está despoblado [...].“. Die erste moderne Erwähnung von Cobá gibt John Loyd Stephens im Jahre 1842, als er vom örtlichen curador in Chemax über die Existenz der Stätte informiert wird, sich aber gegen einen Besuch entscheidet (Benavides 1981a: 15). Der erste Besucher in Cobá ist Juan Peón Contreras, der im Jahr 1882 dort einige Skizzen von den beiden großen Pyramiden La Iglesia (Grupo Cobá) und Nohoch Mul (Grupo Nohoch Mul) angefertigt hat. Der deutsch-österreichische Forschungsreisende Teobert Maler suchte Cobá im Anfang September 1891 auf. Er gab in seinem Tagebuch eine Beschreibung des Zentrums und der Pyramide Nohoch Mul und fertigte einige Skizzen über die Gesamtanlage der Stätte sowie über besagte Pyramide an, von deren Tempel er eine Fotografie erstellte (Maler 1997: 221- 222, Tafel 103).
Die erste detailliertere Schilderung von Cobá gibt Thomas Gann von einem Aufenthalt im Februar 1926 (Gann 1926: 103-128), der auch gleichzeitig der Beginn von sechs weiteren kleineren Expeditionen der Carnegie Institution ist. Gann beschreibt das Areal sowie einzelne größere und kleinere Strukturen, einige sakbeo’ob und Stelen. Darüber hinaus stellt er gewisse architektonische Gemeinsamkeiten mit Tulúm fest. Gann folgten darauf Forscher wie Eric Thompson, Sylvanus Morley oder Harry Pollock. Trotz der Kürze der Aufenthalte wurde eine große Sammlung von Daten zusammengetragen, die Thompson zusammen mit Pollock und Charlot 1932 veröffentlichte. 1933 konnte Alfonso Villa Rojas die Existenz eines sakbe zwischen Cobá und dem 100 km entfernten Yaxuná nachweisen. Erst ab 1972 fand unter Federführung des Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) der Vereinigten Mexikanischen Staaten eine groß angelegte Untersuchung statt. Ab 1974 begann man mit der Ausgrabung und Konsolidierung der großen Pyramiden und assoziierter Strukturen unter Leitung von Piedad Peniche, Antonio Benavides und Fernando Robles. Gleichzeitig kartierte das Coba Archaeological Mapping Project der National Geographic Society unter William Folan und George Stuart bis 1976 etwa 30 % der Gesamtfläche des urbanen Raumes und wies die Existenz eines weiteren sakbe nach Ixil nach. Benavides und Folan fertigten auch eine Neuaufnahme des Netzes der sakbeo’ob an. Seit 1992 führt das INAH unter der Leitung von María José Con kleinere, partielle Grabungen im Bereich verschiedener Lokalitäten durch, etwa den Ballspielplätzen, der Grupo Las Pinturas oder einem Abschnitt von sakbe 1 (José Con & Martínez Muriel 2002: 39-41). Schließlich publizierten Ian Graham und Eric von Euw 1997 die Inschriften von Cobá im Corpus of Maya Hieroglyphic Inscriptions (CMHI). Diese Zusammenfassung der Forschungsgeschichte ist ebenso weitestgehend der Einleitung des CMHI entlehnt (1997: 5-8).
2. ÜBERSICHT ÜBER DIE HALBINSEL YUCATÁN
2.1 Geomorphologie
Unter dieser Überschrift sollen die physischen Charakteristika der Halbinsel Yucatán (Karte 1) vorgestellt werden. Neben der Oberflächenstruktur der Halbinsel erfolgt eine Beschreibung der Böden und der Hydrographie. Der äußerste Süden, also der Petén und angrenzende Gebiete werden nicht besprochen. Die Präsentation erfolgt im wesentlichen nach Folan et. al. (1983: 21-48).
Die Halbinsel Yucatán ist eine Platte, welche sich von Süden nach Norden bis zum Ende des Tertiär1 aus einer flachen See emporgehoben hat (Wilhelmy 1989: 73), dementsprechend sind die hauptsächlichen Gesteine Kalkstein, Mergel und Gips. Typische Karstmerkmale sind im äußersten Nordwesten demnach kaum vorhanden, aber beginnende Lösungshohlformen sind zu beobachten, die sich gegen Südosten zum typischen Dolinenkarst entwickeln. Zum Süden nach Campeche hin, beginnend mit der Puuc-Region, erhebt sich ein eozäner2 Kuppenkarst mit Hügelkämmen bis Höhen von 100 m, der im Westen Campeches sehr bald in den Kegelkarst des Petén übergeht. Gegen Norden ist diese Region durch die Sierrita de Ticul abgegrenzt, wohl eine Bruchstufe oder ein altes Meereskliff mit Höhen bis 270 m. Der Osten der Halbinsel mit Cobá ist charakterisiert durch flache Kalksteinkämme und zahlreiche Senken und Schüsseldolinen, die Sümpfe und Seen bilden und in nördlichsüdlich laufende Falten.
Die Böden der Region lassen sich in verschiedene Kategorien einordnen. Dies sind zum einen die Mollisolen, der geläufigste Typ. Sie bilden sich dort, wo kalkiges Ausgangsmaterial den Einflüssen der Erosion ausgesetzt ist. Im Nordwesten der Halbinsel Yucatán zeigt sich dieser Boden als sog. Terra Rossa. Hydromorphische Böden finden sich in permanent und temporär überfluteten Gegenden und dort, wo oberflächennahes Grundwasser die unteren Bodenschichten bewässert. Diese Böden finden sich im Osten und Zentrum von Quintana Roo. Der Nutzen dieser Böden ist aufgrund seiner hohen Azidität begrenzt. Für das Gebiet um Cobá charakteristisch sind dunkle, kalkige Lithosolen, rezente und chemisch sehr ähnliche Verwitterungsprodukte des anstehenden Felsens, der in der Regel nicht tiefer als 50 cm liegt. Große Vorkommen von saskab, feinem Mergel, sind in diesem Areal ebenfalls nicht selten. Alluviale Böden, reich an Mineralstoffen, finden sich als Produkte von Fließgewässern erst im äußersten Süden der Halbinsel.
2.2 Hydrologie
Das wichtigste Charakteristikum von Yucatán ist das überwiegende Fehlen von oberflächigen Fließgewässern aufgrund der hohen Permeabilität der Kalke bei einem gleichzeitig sehr ausgeprägten unterirdischem Karstgerinne (Wilhelmy 1989: 73f., 76). Im Norden ist der Río Lagartos die alleinige Ausnahme. Erst im mittleren Teil markieren der Río Champotón an der West- und der Río Hondo an der Ostküste den Übergang zu einem normal entwickelten Entwässerungsnetz. Die Wasserversorgung der Bevölkerung wurde überwiegend (und wird noch teilweise) gesichert durch cenotes, Einsturzdolinen in der Karstplatte und aguadas, natürliche Eintiefungen im Boden, die weitgehend permanent Wasser führen und dessen Aussickern in den porösen Kalkstein durch lehmige Verwitterungsschichten verhindert wird. Diese Reservoirs können auch künstlich angelegt worden sein. Kleinere Wasserquellen sind haltunes, kleine, temporär gefüllte Senken und ojos de agua, hydrostatische Süßwasserquellen in der offenen See entlang der Nordküste. Größere Seen, möglicherweise das Produkt einer Kette von eingestürzten cenotes oder Faltenbildung, finden sich im Norden v.a. in Quintana Roo. Auf die Wassernutzung von Cobá wird an anderer Stelle eingegangen.
2.3 Klima
[...]
1 Tertiär: Geologische Periode, 65 bis 1,63 Mio. Jahre vor unserer Zeit.
2 Eozän: Epoche innerhalb des Tertiär, 56,5 bis 35,4 Mio. Jahre vor unserer Zeit.
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