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Die Idee des Guten, das Sonnen-, Linien- und Höhlengleichnis (Buch 6, 504b-513 e und Buch 7, 514 a- 518 b)

Termpaper, 2002, 25 Pages
Author: Aleksandra Grzenda
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 3,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V5180
ISBN (E-book): 978-3-638-13157-5

File size: 339 KB


Excerpt (computer-generated)

Platon: Politeia
Die Idee des Guten. Das Sonnen-, Linien- und Höhlengleichnis (Buch 6, 504b-513 e und Buch 7, 514 a- 518 b)

von Aleksandra Grzenda

Inhalt

Literaturverzeichnis
Quellenverzeichnis
Darstellungsverzeichnis

Einleitung

1. Gesellschaftliche und philosophische Voraussetzungen

1.1 Politik und Gesellschaft
1.2 Platons philosophischer Einfluss
1.3 Platons Motive 2. Ideenlehre

3. Beschreibung und Deutung der Gleichnisse

3.1 Das Sonnengleichnis (507 b- 509 b)
3.1.1 Beschreibung des Gleichnisses
3.1.2 Deutung

3.2 Das Liniengleichnis
3.2.1 Beschreibung des Gleichnisses
3.2.2 Deutung

3.3 Das Höhlengleichnis (514 a- 518 b)
3.3.1 Beschreibung des Gleichnisses
3.3.2 Deutung
3.3.2.1 Ziel der Erkenntnis

ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG

Darstellungen

1 Veranschaulichung des Sonnengleichnisses
2 Die Idee des Guten
3 Veranschaulichung des Liniengleichnisses
4 Deutung der Bilder im Höhlengleichnis
5 Die Phasen des Höhlengleichnisses

EINLEITUNG

Diese Hausarbeit befasst sich mit Platons "Idee des Guten", veranschaulicht durch das Sonnen-, Linien- und das Höhlengleichnis im 6. und 7. Buch seines Werkes "Politeia".

Im Sonnengleichnis wird die Idee des Guten mit der Sonne gleichgesetzt.
So wie der Mensch erst durch die Sonne dazu in der Lage ist, Dinge in der Welt zu sehen, so ist es dem Menschen nur durch die Idee des Guten vergönnt, Dinge auf der Welt zu verstehen.
Im Liniengleichnis geht es um die schrittweise Abstraktion von Gegenständen, die letztendlich in der allgemeinsten Grundform, sprich in der Idee, münden.
Hierbei ist das Höhlengleichnis im Zusammenhang mit den beiden anderen Gleichnissen zu verstehen, da sie aufeinander aufbauen. Das Höhlengleichnis beinhaltet Gedanken über die Wahrheit und die Wirklichkeit. Hier lernen wir, dass die Wahrheit in der Ideenwelt zuhause ist.
Um die Bedeutsamkeit dieser Grundform zu verdeutlichen, vergleicht Platon seine Auffassung der Dreiteilung der Seele - Begierde, Mut und Vernunft - mit der Grundaufteilung seines Staates - Bürger, Wächter und Herrscher -.
So wie die Seele nur im Einklang schwingt, wenn die Vernunft herrscht, so kann ein Staat nur funktionieren, wenn sein Herrscher die Prinzipien eben dieser Vernunft anwendet, denn die Vernunft ist das Strebevermögen nach dem Guten.
Daher kann auch nur der Gerechte glücklich sein, denn seine Seele befindet sich im Einklang.
Da nur die Philosophen ein sicheres Wissen von der Idee des Guten vorweisen können, sind auch nur jene dazu auserkoren, die Funktion der Herrschaft in Platons Staat zu übernehmen.
Im Höhlengleichnis steht die Frage nach der Bildung des Menschen im Vordergrund. Anhand einer Metapher führt uns Platon die verschiedenen Zustände der Wissensbildung vor Augen.
Der Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung des mit Mühen und Schmerzen verbundenen Erkenntnisweges.

Platons Erziehungstheorie im Ganzen darzustellen, würde an dieser Stelle zu weit führen und ist nicht Aufgabe dieser Arbeit. In meiner Hausarbeit werde ich mich daher vor allem auf die Beschreibung und Deutung von Platons Sonnen-, Linien- und dem Höhlengleichnis konzentrieren.
Ich werde des weiteren nach Faktoren suchen, die Platon zu seiner Theorie veranlasst haben könnten. Hierbei werde ich einerseits die politische und gesellschaftliche Situation zur Lebenszeit Platons darlegen und andererseits einige Ansätze verschiedener Philosophen berücksichtigen, die vor Platon gelebt haben.

1. Gesellschaftliche und philosophische Voraussetzungen 1.1 Politik und Gesellschaft Platon lebte etwa von 427 bis 347 vor Christus.

Um 400 v. Chr. galten die griechischen Kolonien an den Mittelmeerküsten als Wiege der Philosophie. Die Voraussetzungen hierfür waren optimal, denn durch den regen Handel der Kolonialstaaten gelangten diese zu Wohlstand und kamen in Kontakt mit fremden Kulturen und deren Wissenschaften. Hierdurch entwickelten sich Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Weltanschauungen, Staatsformen und verschiedenen philosophischen und religiösen Richtungen. Die griechischen Stadtstaaten selbst lebten in einem losen Verbund, deren Bürger die sogenannte Polis bildeten.
Zur Zeit Platons allerdings zeigten sich Ansätze des Niedergangs eben dieser Polis als sozialer Gesamtordnung. Es kam zu Spannungen und Kriegen zwischen einzelnen Stadtstaaten, es wurden Machtkämpfe ausgetragen zwischen verschiedenen Parteien und Anhängern neuer politischer Formen. Zudem wechselten die Staatsformen. So herrschte zeitweise die Oligarchie( "die Oligarchie der 30 Tyrannen"), dann wieder die Demokratie.
Es herrschte zunächst also eine Gruppe, deren Interesse vorrangig ihrem eigenen Profitstreben galt und somit die Rivalität zwischen arm und reich noch verschärfte; hiernach die Demokratie, welche aus der Oligarchie hervorgehend, die Freiheit und unbeschränkte Meinungsäußerung als ihre Grundregeln beinhaltete. Platon bezeichnete diese als "vergnügliche" Verfassung, die eine angebliche, aber tatsächlich nicht gegebene Gleichheit postulierte; zudem kritisierte er stark, dass in beiden Staatsformen nicht die "Besten" die Herrschaft inne hielten.
Diese Verworrenheit in der Politik übertrug sich auch auf die Gesellschaft. Gesetze wurden nicht unbedingt als verbindlich angesehen, da sie nicht von Dauer waren, sondern mit den und innerhalb der verschiedenen Staatsformen wechseln konnten. Insofern war die Gerechtigkeit des Staates in Frage gestellt. Auch innerhalb der Religion vollzog sich in jener Zeit sich ein Wandel. Die Götter verloren an Bedeutung, so dass auch hier keine sittliche Grundlage mehr zu finden war.
Insgesamt vollzog sich eine geistige Neuentwicklung der Gesellschaft.
Es setzte sich ein maßloser Individualismus durch, dessen höchste Weisheit das Ausleben der eigenen Instinkte darstellte.
Diese Haltung wurde vor allem von den Sophisten, beispielsweise Protagoras, vertreten und unterstützt. Sie gewannen großen Einfluss auf die Gesellschaft.
Sie waren beliebt beim Volk, das sie gegen Bezahlung vor allem in der Redekunst lehrten. Dabei ging es nicht vorrangig um die Suche nach Wahrheit, sondern darum, sich durch geschickte Argumentation Vorteile zu verschaffen.

1.2 Platons philosophischer Einfluss Nicht nur die eigene gesellschaftliche und politische Situation beeinflusste Platon dahingehend, seine Ideenlehre zu entwickeln.

Er lernte auch frühere Philosophen und deren Theorien kennen. So war Platon die Weltanschauung des Empedokles (~492-432 v.Chr.) bekannt, welcher von der Existenz zweier Welten ausging, nämlich der sinnlich/weltlichen und der übersinnlich/überirdischen Welt.
Des weiteren lernte Platon auch die Idee einer transzendentalen Welt, die nur durch das Denken zu erfassen ist, des Parmenides (~540-470 v.Chr.) kennen, welcher davon ausgeht, dass selbst das, was nur gedacht werden kann, auch existiert. Ähnlich wie Empedokles unterschied er die Welt nach Sinneserfahrung und dem dem Denken Zugänglichen. Damit trennte er strikt die empirische Anschauung und die Vernunfterkenntnis. Wahre Weisheit konnte nach Parmenides nur durch "Denken im Einklang mit der Weltvernunft", erreicht werden.1
Eine weitere Gruppe von Philosophen stellte der Bund der Pythagoreer ( benannt nach Pythagoras) dar. Ihre Anhänger strebten die Wahrheit bzw. ein allgemeines Prinzip an, indem sie weitestgehend abstrahierten, die Bedeutung der Zahl untersuchten und das Allgemeine in den Dingen suchten. So entwickelten sie den Gedanken, dass "das Wesen der gesamten Wirklichkeit in Zahlen besteht" und sogar die Tugenden mit bestimmten Zahlen identifizierbar seien.1
Hier ist schon ein Bezug zu Platons Liniengleichnis herstellbar, mit dem er einen bestimmten Grad von Abstraktheit zu verdeutlichen sucht.
Diesen Dualismus finden wir auch in Platons Gleichnissen wieder.
Den unbestreitbar größten Einfluss auf seine Entwicklung aber hatte Platons Lehrer Sokrates (469-399v.Chr.). Er fragte danach, wie wir denn eigentlich leben sollten und suchte die Antwort im selbständigen Denken, indem er die richtigen Begriffe von gut, gerecht und tugendhaft suchte. Er versuchte , der sophistischen Strömung seiner Zeit, welche davon ausgingen, dass"alles Sein nicht objektiv ist, sondern subjektiv und wandelbar" 2, ewig gleichbleibende Werte entgegenzusetzen und so eine immer geltende sittliche Grundlage zu schaffen. Außerdem ging er davon aus, dass die Seele nur dann die ihr zukommende Tugend erfüllt, wenn Einsicht und Vernunft herrschen.

[...]


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