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Autor: Christoph Peters
Fach: Wirtschaft - Beschaffung, Produktion, Logistik
Details
Institution/Hochschule: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (Produktionswirtschaft)
Tags: Eigenfertigung, Fremdbezug, Fallstudie, Kosten-, Erlösrechnung
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 176 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-47715-4
In der vorliegenden Arbeit wird unter kostenrechnerischen Gesichtspunkten untersucht, wann ein Unternehmen ein benötigtes Einsatzgut oder Enderzeugnis selbst fertigen und wann es diese Güter besser von einem anderen Unternehmen beziehen soll.
Zusammenfassung / Abstract
In der nachfolgenden Arbeit wird unter kostenrechnerischen Gesichtspunkten unter-sucht, wann ein Unternehmen ein benötigtes Einsatzgut oder Enderzeugnis selbst fertigen und wann es diese Güter besser von einem anderen Unternehmen beziehen soll. Nach einer kurzen Erläuterung der Begriffe und Abgrenzung des Themas zu nicht kostenrechnerischen Faktoren im zweiten Kapitel, wird im dritten Kapitel eine kostenrechnerische Lösung des Problems Eigenfertigung oder Fremdbezug erarbeitet. Dabei lassen sich prinzipiell zwei verschiedene Situationen unterscheiden. Das Unternehmen kann unausgelastete oder voll ausgelastete Kapazitäten haben. Sind die Kapazitäten voll ausgelastet, lässt sich die Situation weiter unterteilen. Es können ein Engpass oder mehrere Engpässe auftreten. Je nach Ausgangslage ergeben sich unterschiedliche Verfahren zur Ermittlung des optimalen Produktions- und Absatzpro-gramms, die in den entsprechenden Kapiteln anhand ausführlicher Beispiele dargestellt werden. Obwohl sich die Beispiele an den Entscheidungen im Produktionsbereich orientieren und nur auf die Bereitstellung von Einsatzgütern und Erzeugnissen abstellen, sind gleichwohl Entscheidungen über die Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug in vielen anderen Bereichen denkbar, z.B. im Marketing (Marktuntersuchungen, Webeflächen), im Personalbereich (Lohnarbeit, Headhunter) oder bei Serviceleistungen (Reinigung von Gebäuden, Wartung von Maschinen und Anlagen).
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hannover, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Veranstaltung Fallstudie Kosten- und Erlösrechnung
WS 02/03
Eigenfertigung oder Fremdbezug
von: Christoph Peters
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Begriffsdefinitionen und Themenabgrenzung 2
2.1 Eigenfertigung oder Fremdbezug 2
2.2 Voraussetzungen der kostenrechnerischen Analyse 4
3 Die Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug 5
3.1 Keine Kapazitätsbeschränkungen 5
3.2 Kapazitätsbeschränkungen 8
3.2.1 Ein Engpass 8
3.2.2 Mehrere Engpässe 11
4 Schlussbetrachtung 15
Literaturverzeichnis 16
1 Einleitung
Unternehmen treten volkswirtschaftlich gesehen sowohl auf den Beschaffungsmärkten, als auch auf den Absatzmärkten auf. Sie sind somit Nachfrager und Anbieter zugleich. Die von den Unternehmen erzeugten Produkte können zum einen Konsumgüter sein, die von Endverbrauchern (Konsumenten) erworben werden oder Investitionsgüter, die zur weiteren Verarbeitung an andere Unternehmen veräußert werden.1 Der Handel mit Investitionsgütern führt zu Verflechtungen zwischen verschiedenen Unternehmen. So stammen z.B. im Volkswagen-Konzern über 60% der Teile für die hergestellten PKW von Zulieferern.2
Nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch in anderen Wirtschaftszweigen hat diese Entwicklung Einzug gehalten. Verstärkt durch die Globalisierung versuchen die Unternehmen immer stärker die Vorteile der Massenfertigung für sich zu nutzen. Zum anderen gibt es aber auch gerade viele mittelständische Unternehmen, die durch einen hohen Grad an Spezialisierung eine Nische finden wollen, in der sie, getragen von hoher Innovationskraft und Flexibilität, nahezu konkurrenzlos produzieren können. Im Zusammenhang mit Spezialisierung und Konzentration auf der einen Seite und Expansion auf der anderen, entscheiden Unternehmen über die optimale Produktionstiefe, deren Wahl Gegenstand der Untersuchungen der Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug, auch Make-Or-Buy-Decision genannt, ist. Wie viele Einsatzgüterarten ein Unternehmen selbst herstellt und wie viele es von Dritten bezieht, spiegelt sich in der Wahl der vertikalen Produktionstiefe wider. Die vertikale Produktionstiefe gibt die „(...) Zahl der Produktionsstufen (an), die ein Produkt in dem selben Betrieb durchläuft“.3 Eine Verringerung der Produktionstiefe kann durch das Auslagern einer Produktionsstufe an Drittunternehmen geschehen. Umgekehrt kann die Produktionstiefe durch Selbstherstellung bisher eingekaufter Güter vergrößert werden. Bei der Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug können Unternehmen auf zwei Arten ihre Produktionstiefe verändern. Sie können einerseits Güter, die sie von anderen Unternehmen beschaffen, selbst herstellen oder andererseits Güter, die sie an andere Unternehmen veräußern, selbst verwenden. Die erste Möglichkeit wird als vertikale Integration nach rückwärts, die Zweite als vertikale Integration nach vorwärts bezeichnet.4 In der Regel werden Unternehmen eine Produktionstiefe wählen, welche sich zwischen den beiden Extrempunkten der vollständigen Eigenfertigung und des kompletten Fremdbezugs von Gütern befindet.5 In der nachfolgenden Arbeit wird unter kostenrechnerischen Gesichtspunkten untersucht, wann ein Unternehmen ein benötigtes Einsatzgut oder Enderzeugnis selbst fertigen und wann es diese Güter besser von einem anderen Unternehmen beziehen soll.
Nach einer kurzen Erläuterung der Begriffe und Abgrenzung des Themas zu nicht kostenrechnerischen Faktoren im zweiten Kapitel, wird im dritten Kapitel eine kostenrechnerische Lösung des Problems Eigenfertigung oder Fremdbezug erarbeitet. Dabei lassen sich prinzipiell zwei verschiedene Situationen unterscheiden. Das Unternehmen kann unausgelastete oder voll ausgelastete Kapazitäten haben. Sind die Kapazitäten voll ausgelastet, lässt sich die Situation weiter unterteilen. Es können ein Engpass oder mehrere Engpässe auftreten. Je nach Ausgangslage ergeben sich unterschiedliche Verfahren zur Ermittlung des optimalen Produktions- und Absatzprogramms, die in den entsprechenden Kapiteln anhand ausführlicher Beispiele dargestellt werden.
Obwohl sich die Beispiele an den Entscheidungen im Produktionsbereich orientieren und nur auf die Bereitstellung von Einsatzgütern und Erzeugnissen abstellen, sind gleichwohl Entscheidungen über die Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug in vielen anderen Bereichen denkbar, z.B. im Marketing (Marktuntersuchungen, Webeflächen), im Personalbereich (Lohnarbeit, Headhunter) oder bei Serviceleistungen (Reinigung von Gebäuden, Wartung von Maschinen und Anlagen).6
2 Begriffsdefinitionen und Themenabgrenzung
2.1 Eigenfertigung oder Fremdbezug
Die Wahl zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug besteht, wie oben gezeigt, in allen Wirtschaftszweigen gleichermaßen. Sie kann aber im Produktionsbereich eines Industriebetriebes besonders deutlich dargestellt werden, weshalb dieses Szenario im Folgenden unterstellt werden soll.7 Auch wenn es zunächst für einen Industriebetrieb natürlich erscheint, die eigenen Erzeugnisse selbst herzustellen (Eigenfertigung), kann es Situationen geben, in denen ein Zukauf bei einem Drittanbieter (Fremdbezug) wirtschaftlich sinnvoll ist. Am Beispiel der Bereitstellung von Einsatzgütern und Fertigerzeugnissen soll verdeutlicht werden, wie differenziert die Überlegungen sein können.8 Unternehmen können Einsatzstoffe, Bauteile, Baugruppen oder fertige Erzeugnisse fremd beziehen. Werden Bauteile oder Baugruppen eingekauft, kann sich der Betrieb im Extremfall darauf beschränken diese Teile nur noch zu montieren. Gründe für den Bezug von Fertigerzeugnissen als Handelswaren gibt es viele. So können Unternehmen z.B. zusätzliche Produkte anbieten, um den gesamten Bedarf der Kunden abzudecken. Vorstellbar ist auch, dass bei auslaufenden Produkten die Eigenfertigung aufgrund der geringen Stückzahlen aufgegeben wird und die noch benötigten Einheiten von Dritten bezogen werden. Zum Teil werden auch Aufträge an Unternehmen aus Staaten vergeben, in denen die Kosten der Produktion weitaus niedriger sind, weil eine Produktion im Inland wirtschaftlich nicht durchführbar wäre.
[...]
1 Vgl. Steffen, R. (Produktions- und Kostentheorie, 2002), S. 11
2 Vgl. VW Group Supply (2001), http://www.vwgroupsupply.com/VWPortal/Navigation?ItemName=vw.Zusammenarbeit.BeschHilfe
3 Coenenberg, A.-G. (Wirtschaftlichkeitsvergleich, 1967) S. 268
4 Vgl. Männel (Eigenfertigung, 1981), S. 2
5 Vgl. Westermann, H. (Beschaffung, 1968), S. 169
6 Vgl. Ramser, H.-J., (Eigenerstellung, 1979), S. 435 f.
7 Vgl. Männel, W. (Eigenfertigung, 1981), S. 8
8 Vgl. Männel, W. (Eigenfertigung, 1981), S. 10 ff.
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