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Richard Wagner - Kultureller Antisemitismus

Other, 2001, 7 Pages
Author: Kim Brandt
Subject: History - Miscellaneous

Details

Category: Other
Year: 2001
Pages: 7
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V52051
ISBN (E-book): 978-3-638-47859-5

File size: 138 KB
Notes :
Ein Vortrag über den Komponisten und seine antisemitischen Vorurteile, fußend auf seiner Schrift "Das Judentum" in der Musik".



Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin
Friedrich-Meinecke-Institut
Grundkurs: Politischer Antisemitismus
SoSe 2001

Richard Wagner - Kultureller Antisemitismus

von: Kim Brandt

 


 

Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Richard-Wagner-Platz und überlegen, wer denn Richard Wagner eigentlich genau war. Nun könnten Sie zur Beantwortung dieser Frage einfach die Richard-Wagner-Straße hinunterlaufen und wenn Sie auf der Bismarckstraße angelangt sind, stehen Sie ...neben der Deutschen Oper. Und vielleicht ist in einem der Schaukästen eine Ankündigung auf eins seiner Werke.

Richard Wagner war also Komponist und zwar einer der größten, wenn nicht der größte der deutschen Geschichte im 19. Jahrhundert. Er gilt als der Begründer einer „musikalischen Moderne“, der mit seinem Monumental-Werk, dem „Ring der Nibelungen“, die in Länge und Dramatik wohl gewaltigste Oper jener Zeit geschaffen hat. Und der Publizist Ulrich Müller meint, dass er neben „Karl Marx, Sigmund Freud und Martin Heidegger zu denjenigen Autoren des deutschsprachigen Raumes (gehört), die die europäische Geistesgeschichte am nachhaltigsten beeinflusst haben“.

Richard Wagner kam am 22. Mai 1813 in Leipzig als neuntes Kind von Carl Friedrich und Johanna Rosine Wagner zur Welt. Bereits ein halbes Jahr später starb sein Vater an Typhus und der Schauspieler und Maler Ludwig Geyer nahm sich der Witwe und den Kindern an. Im Jahr der Heirat 1814 siedelte die Familie nach Dresden über. Das Schicksal der Vaterlosigkeit, Geyer starb als Richard Wagner acht war, sollte später in seinen Werken ein leitendes Motiv bei den Heldenfiguren werden: so bei Tristan, Siegfried und Parsifal. Die oft proklamierte jüdische Abstammung Wagners durch den Vater oder die Mutter kann nicht nachgewiesen werden. Die Vorahnen Wagners waren meist Pastoren, protestantische Schulmeister, Handwerker, Organisten oder Kantoren, also keine Juden. Auch die angebliche Vaterschaft Ludwig Geyers ist sehr unwahrscheinlich und seine „jüdische Herkunft“ wird lediglich aus dem Ausspruch Friedrich Nietzsches abgeleitet, dass – ich zitiere - der „Gedankensprung von Geyer zu Adler, einem bekannten jüdischen Namen“ nicht weit sei.. Allerdings taucht dieser Name, worauf der Historiker Jakob Katz 1985 hingewiesen hat, in jüdischen Namensbüchern überhaupt nicht auf. Nachdem Richard Wagner die Kreuzschule in Dresden besucht hatte, wechselte er 1827, nach seiner Rückkehr nach Leipzig, an das Nicolai-Gymnasium und die Thomas-Schule. 1831 begann er, musikalisch beeinflusst durch Mozart, Beethoven und von Weber, dort sein Musikstudium an der Universität unter Theodor Weinling. Es entstanden erste gedruckte Kompositionen, zum Beispiel die Klaviersonate in B-Dur.

Von seinem Bruder Albrecht Wagner 1833 als Chordirektor nach Würzburg geholt, begann er mit der Komposition seiner ersten Oper „Die Feen“. Ein Jahr später lernte Wagner bei einem Engagement als Dirigent in Magdeburg die Schauspielerin Minna Planer kennen, die er 1836 in Königsberg heiratete. Mit ihr musste der Musiker, der immer in Geldnöten steckte und ab 1864 bis zu seinem Tod von König Ludwig II. eine jährliche Rente in Anspruch nahm, vor Gläubigern nach Norwegen, London und schließlich Paris flüchten, wo er von 1839-42 lebte. Er vollendete dort die Opern „Rienzi“ und „Der fliegende Holländer“ in einer Zeit der Entbehrung (1839-42), da musikalische Erfolge ausblieben. 1843 wurde Richard Wagner zum königlichen sächsischen Hofkappellmeister ernannt. Trotz dieser Anerkennung fanden seine Musikdramen beim Publikum keinen Gefallen (zuletzt „Tannhäuser“ 1845); vielleicht lag es am Aufbegehren gegen die bürgerliche Prüderie und die Einbringung von erotischen Aspekten.

[...]


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