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"Beschluss für Reisen und ständige Ausreise aus der DDR" vom 09. November 1989 close

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"Beschluss für Reisen und ständige Ausreise aus der DDR" vom 09. November 1989

Subtitle: Eine Quellenanalyse

Termpaper, 2005, 35 Pages
Author: B. A. Catharina Trost
Subject: History - Postwar Period, Cold War

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 35
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 42  Entries
Language: German
Archive No.: V52086
ISBN (E-book): 978-3-638-47889-2
ISBN (Book): 978-3-638-66191-1
File size: 192 KB
Notes :
Diese Quelleninterpretation ist sehr fakten- und detailreich gehalten und wurde mit 2,0 bewertet.


Abstract

Die vorliegende Quelle ist eine Ministerratsvorlage zur Reiseregelung. Diese wurde am 09. November 1989 von Egon Krenz, Generalsekretär des Zentralkomitee [Rudorf Reginald: Krenzfälle. Die Grenzen der Justiz. Edition Zeitgeschichte. Band 2] der Sozialistische Einheitspartei Deutschland [Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung e.V.: Siegerjustiz? Die politische Strafverfolgung infolge der Deutschen Einheit. Edition Zeitgeschichte], an Günter Schabowski [Vgl. Herbst Andreas/ Ranke Winfried/ Winkler Jürgen: So funktionierte die DDR. Band 3. Lexikon der Funktionäre. S. 288], 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin übergeben. Dieser sollte am Ende der Pressekonferenz die neue Reiseregelung bekannt geben. Ursprünglich war dieser Beschluss nur ein Vorschlag. Dieses ist zu erkennen an der Streichung des Wortes „Vorschlag“. Eine zweite Veränderung des Vorschlages findet sich in dem umgewandelten Wort „Regelungen“. Ursprünglich war dort zu lesen: (…) „zeitweilige Übergansregelungen“ (…). In diesem Beschluss wird die Veränderung der ständigen Ausreise von DDR-Bürgern festgelegt. Die Reiseregelungen vom 30. November 1988 wurden aufgehoben. Der Beschluss unterteilt sich in vier Bereiche. Es geht um die Privatreisen unter Punkt a und um die Visavergabe in Punkt b. In Punkt c wird über die ständigen Ausreisen aus der DDR Auskunft gegeben. Der letzte Punkt d beschäftigt sich mit den Genehmigungsverfahren. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass der Beschluss erst am 10. November 1989 zu veröffentlichen ist. Weiterhin ist die verantwortliche Instanz erkennbar. Hierbei handelt es sich um den Regierungssprecher beim Ministerrat der DDR. Dieser war, wie schon genannt: Günter Schabowski.


Excerpt (computer-generated)

Universität Rostock Historisches Institut
PS: Einführung in das Studium der Geschichtswissenschaften
Wintersemester 2004, 1. Semester

Beschluss für Reisen und ständige Ausreise aus der DDR

von: Catharina Trost

 


Inhaltsverzeichnis

1. Quellenkritik 2

1.1. Quellenbeschreibung 2
1.2. Innere Kritik 2
1.3. Sprachliche Aufschlüsselung 2
1.4. Sachliche Aufschlüsselung 3

2. Quelleninterpretation 12

2.1. Inhaltsangabe 12
2.2. Einordnung in den historischen Kontext 13

2.2.1. Das Paneuropa-Picknick vom 19. August 1989 19
2.2.2. Der Machtverfall der SED 20
2.2.3. Die Oppositionsgruppen 23
2.2.4. Die Mauer fällt 25

3. Ergebnis und Ausblick 29

3.1. Warum die Mauer fiel - Günter Schabowskis Zettel 29

4. Quellen und Literatur 31

4.1. Quellen 31
4.2. Literatur (Auswahlbibliographie) 32

5. Anhang: Die Quelle 35


 


1. Quellenkritik

1.1. Quellenbeschreibung

Bei der ausgewählten Quelle handelt es sich um den „Beschluss für Reisen und ständige Ausreise aus der DDR“ vom 09. November 1989. Dieser Beschluss des Ministerrates wurde von Günter Schabowski auf der internationalen Pressekonferenz vorgelesen.1 Die vorliegende Quelle ist in editierter Form vorhanden. Die Quelle ist gut lesbar.

1.2. Innere Kritik

- entfällt -

1.3. Sprachliche Aufschlüsselung

In der vorliegenden Quelle sind keine Fremdwörter enthalten.

1.4. Sachliche Aufschlüsselung

„BRD“ (S. 2, Z. 2)
Das Wort BRD ist eine inoffizielle Abkürzung für die Bundesrepublik Deutschland.2 Nach der Gründung der Bundesrepublik wurde der Begriff BRD in Westdeutschland zunächst wertfrei verwendet. In der DDR wurde der andere deutsche Staat zunächst meist Westdeutschland (abgekürzt: WD) genannt. Offiziell wurde jedoch seit den fünfziger Jahren die Bezeichnung Deutsche Bundesrepublik (abgekürzt: DBR) verwendet, da man sich selbst als Teil Deutschlands verstand, und dem politischen Gegner die Verwendung dieses Namens nicht zugestehen wollte. Seit der Einheit verliert die Abkürzung BRD mit der Zeit ihren ideologischen Charakter.3

„CSSR“ (S. 2, Z. 2)
Die CSSR war die Československá Socialistická Republika. In die deutsche Sprache übersetzt wurde es mit Tschechoslowakei.4 Heute gibt es diese nicht mehr, da sie zum 31. Dezember 1992 aufgelöst wurde. Es sind daraus zwei neue Staaten entstanden, die Tschechische Republik und die Slowakei.5

„DDR“ (S. 2, Z. 4)
Die DDR meint die nicht mehr existierende Deutsche Demokratische Republik.6 Sie wurde am 07. Oktober 1949 gegründet und bestand bis zum 02. Oktober 1990. Entstanden ist die DDR in der „SBZ“7 (Sowjetische Besatzungszone) und im Ostsektor Berlins. Die SBZ war das von der Sowjetunion nach 1945 besetzte Gebiet Deutschlands. Die DDR ist am 03. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland beigetreten.

„(GBl. I Nr. 25 S. 271)“ (S. 1, Z. 4)
Diese Angabe meint das ebenfalls nicht mehr existierende Gesetzblatt8 der Deutschen Demokratischen Republik. Jedes Jahr gab es mehrere Gesetzesänderungen und deshalb gab es auch fast jedes Jahr ein neues Gesetzblatt. Im Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik waren die Gesetzesänderungen nach Nummer und Seite sortiert.

„VPKA“ (S. 2, Z. 15)
Das VPKA9 (Volkspolizeikreisamt) war die zuständige Abteilung für das Pass- und Meldewesen in der DDR. Diese unterstand der Volkspolizei (VP). Die VP war die Polizei der DDR und nannte sich vollständig: Deutsche Volkspolizei (DVP). Die DVP wurde schon am 01. Juni 1945 eingeführt.

„Grenzübergangsstellen“ (S. 2, Z. 21)
Die Grenzübergänge in Berlin entstanden durch die Teilung Deutschlands. Die amtlich korrekte Bezeichnung für den kontrollierten Grenzverkehr war: (…)“Grenzübergangsstelle (GÜSt)“ (…)10. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 kamen Übergänge im Stadtgebiet Berlins zwischen dem von der DDR kontrollierten Teil der Stadt (Ost-Berlin) und den Sektoren der drei Westalliierten dazu. Anfangs waren es sehr wenige, im Laufe der Zeit wurden sie aber nach zähen Verhandlungen ausgebaut.

[...]


1 Hertle, Hans-Hermann: Chronik des Mauerfalls: Die dramatischen Ereignisse um den 9. November 1989. 3. Auflage. Berlin 1996. S. 10 ff.

2 May, Jonathan: Die Macht. Bd. 1. BRD-GmbH. Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung. Michaels- Verlag. Peiting 2002. S. 25.

3 Andresen, Uwe/ Woyke, Wichard (Hrsg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 4. völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Bonn 2000. S. 2 ff.

4 Kipke, Rüdiger/ Vodicka Karel: Abschied von der Tschechoslowakei. Ursachen und Folgen der tschechisch-slowakischen Trennung. Ethnos-Nation 4. Book Review. Wissenschaft und Politik. Köln 1993. S. 224.

5 Ebenda, S. 224.

6 Hertle, Hans-Hermann: Der Fall der Mauer. Die unbeabsichtigte Selbstauflösung des SED-Staates. Westdeutscher Verlag. Opladen 1996. S. 585.

7 Fülbert, Georg: Berlin-Bonn-Berlin. Deutsche Geschichte seit 1945. Papyrossa. Köln 1999. S. 32 ff.

8 Sekretariat des Ministerrates. (Hrsg.): Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik. Teil I. Jahrgang 1988. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin 1988 S. 271 ff.

9 Vgl. Hertle, Hans-Hermann: Der Fall der Mauer. S. 587.

10 Ebenda, S. 585.


Comments

Catharina Trost
25.07.2008 11:48:22
Kommentar
sehr gut recherchierte Zusammenfassung über die Maueröffnung
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