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Scholary Paper (Seminar), 2002, 20 Pages
Author: Jean-Pierre Winter
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Potsdam (Institut für Germanistik)
Tags: Kleist, heilige, Cäcilie, Vergleich, Heinrich von
Year: 2002
Pages: 20
Grade: 2
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13181-0
File size: 82 KB
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Excerpt (computer-generated)
Kleists Cäcilien-Erzählungen - ein Vergleich
Jean-Pierre Winter
Inhaltsübersicht:
1 Einleitung S. 3
2 Die beiden Fassungen im Vergleich S. 3
2.1 Die erste Fassung von 1810 S. 3
2.2 Die zweite Fassung von 1811 S. 4
2.3 Die Titelwahl S. 4
2.4 Der Umfang S. 6
2.5 Der Grund der Reise S. 9
2.6 Die Mutter der Brüder S. 10
2.7 Die Vorsteher des Irrenhauses S. 11
2.8 Der Tuchhändler Veit Gotthelf S. 11
2.9 Die Äbtissin S. 12
3 Die yz-These S. 14
4 Umfeld und Hintergrund Kleists S. 15
Anmerkungen S. 17
Literaturverzeichnis S. 20
1 Einleitung
In der vorliegenden Arbeit vergleiche ich die beiden unterschiedlichen Fassungen der Erzählung „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik. Eine Legende.“ von Heinrich von Kleist aus den Jahren 1810 und 1811. Diese Arbeit widmet sich weniger den stilistischen Unterschieden als vielmehr den inhaltlichen Unterschieden. Den Schwerpunkt möchte ich auf den unterschiedlichen Schlussteil legen, der in den beiden Fassungen von Grund auf verschieden ist.
In einer kurzen Einführung in die Erscheinungsgeschichte der beiden Fassungen möchte ich die Begleitumstände erläutern, unter denen die beiden Fassungen erschienen sind und Erläuterungsversuche antreten, die Publikation einer Novelle in zwei verschiedenen Fassungen zu erklären.
2 Die beiden Fassungen im Vergleich
2.1 Die erste Fassung von 1810
Die erste Fassung der Novelle erschien 1810 in den „Berliner Abendblättern“ vom 15. bis 17. November in den drei Nummern 40, 41 und 42 unter dem Titel „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik. Eine Legende. (Zum Taufangebinde für Cäcilie M....)“. Die Widmung in Klammern unter dem eigentlichen Titel deutet darauf hin, dass es sich um ein Paten- und Taufgeschenk Kleists für Cäcilie Müller, die am 27. Oktober 1810 geborene Tochter seines Freundes Adam Müller, handeln könnte (1). Hinzu kommt, dass der erste Teil am 15. November 1810 erschien, einen Tag vor der Taufe Müllers Tochter. Auf ein gesichertes Entstehungsdatum lässt dieser Vermerk jedoch nicht schließen (2). Also verrät diese Fassung ein gewisses Zugeständnis Kleists an Adam Müller. Dieser war 1805 bei einem kurzen Aufenthalt in Wien zum Katholizismus konvertiert. Seine Konversion hatte Müller jedoch der Öffentlichkeit verschwiegen, weil er für ein Amt im preußischen Staatsdienst kandidieren wollte. So ist es durchaus möglich, dass das Taufgebinde für die kleine Cäcilie mit Rücksicht auf die religiöse Einstellung Müllers verfasst wurde. Des weiteren darf man wohl auch davon ausgehen, dass Kleist der Taufe als einem höchst sakralen Akt mit seiner Erstfassung Rechnung trug.
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