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Veränderte Kindheit - Mögliche Auswirkungen durch veränderte Familienkonstellationen und verstärkten Medieneinfluss auf Kinder

Termpaper, 2005, 13 Pages
Author: Anika Peschel
Subject: Pedagogy - School Pedagogics

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 13
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V52168
ISBN (E-book): 978-3-638-47952-3

File size: 221 KB
Notes :
Die Vorlesung zur Hausarbeit beinhaltete Auswirkungen von Medien auf Kinder (im Speziellen Verhalten in der Grundschule). Auch die Veränderungen in der Familie sollen, laut Medienberichten, zu enormen Verhaltensänderungen und Konzentrationsschwierigkeiten von Grundschülern führen. Diese Thesen sollen hier kritisch hinterfragt und ggf. widerlegt werden. Auch der Wandel der Vorstellungen von "Kindheit" wird in der Arbeit behandelt.


Abstract

Ausgehend von der seit den 80er wieder weit verbreiteten Thesen, die Kindheit verändere sich ständig – und dies meist zum Negativen, was ein Begriff wie „Verlustkindheit“, der z.B. Verluste in sozialen Beziehungen oder möglichen Spielorten beinhaltet, erahnen lassen – und die Schüler seien schwieriger geworden, sollen nachfolgend mögliche Gründe durch empirisch überprüfte Daten und Fakten dargelegt und begründet oder widerlegt werden. Zuvor jedoch soll kurz der Wandel der Auffassung des Lebensabschnittes „Kindheit“ dargestellt werden, dann werden mögliche Veränderungen aufgeführt, die anschließend direkt überprüft und beurteilt werden. „Kindheit“ wird hier hauptsächlich auf die frühe Kindheit (bis 13 Jahre, also vorrangig das Grundschulalter) beschränkt. Auch werden hier hauptsächlich Veränderungen der letzten 20 Jahre angeführt, darüber hinaus wird nur stellenweise zurück geblickt. Zu überprüfen ist, sofern sich Veränderungen belegen lassen, in wiefern sich diese überhaupt negativ auf die nachfolgende Generation auswirkt. Denn oft werden sie ja als Problembelastungen für Kinder ausgelegt, die sich auch auf den Unterricht (z. B. durch Konzentrationsschwäche, Gewalt und Aggressivität) auswirken sollen. Für Veränderungen in der Kindheit werden oft noch die gleichen gesellschaftlichen Entwicklungen angeführt, wie vor 20 Jahren (z.B. veränderte Familienkonstellationen und die Medien), in letzter Zeit sind jedoch auch neue (z.B. Krankheitsbelastung und Armut) hinzugekommen. Im Folgenden soll jedoch ausschließlich überprüft werden, inwiefern sich die beständig anhaltend aufgeführten Veränderungen „Veränderte Familienkonstella-tionen“ und der „Zuwachs der Mediennutzung“ auf die Entwicklung des Kindes auswirken.


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln, Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Seminar für Pädagogik, Sommersemester 2005
3. Semester

Veränderte Kindheit - Mögliche Auswirkungen durch
veränderte Familienkonstellationen und verstärkten
Medieneinfluss auf Kinder

von: Anika Peschel

 


Gliederung

1. Einleitung  3

2. Kindheit als gesellschaftliches Konstrukt 3

3. Veränderungen der Familienkonstruktionen  4

3.1 Scheidungsfamilien  5
3.2 Ein-Eltern-Familien 5
3.3 Ein-Kind-Familien 6

4. Steigende Mediennutzung  7

4.1 Radio, Kassette, CD 7
4.2 Fernseher  8
4.3 Computer 10
4.4 Internet 11

5. Schluss  12

Literaturverzeichnis  13




 

1. Einleitung

Ausgehend von der seit den 80er wieder weit verbreiteten Thesen, die Kindheit verändere sich ständig – und dies meist zum Negativen, was ein Begriff wie „Verlustkindheit“, der z.B. Verluste in sozialen Beziehungen oder möglichen Spielorten beinhaltet,1 erahnen lassen – und die Schüler seien schwieriger geworden, sollen nachfolgend mögliche Gründe durch empirisch überprüfte Daten und Fakten dargelegt und begründet oder widerlegt werden. Zuvor jedoch soll kurz der Wandel der Auffassung des Lebensabschnittes „Kindheit“ dargestellt werden, dann werden mögliche Veränderungen aufgeführt, die anschließend direkt überprüft und beurteilt werden. „Kindheit“ wird hier hauptsächlich auf die frühe Kindheit (bis 13 Jahre, also vorrangig das Grundschulalter) beschränkt. Auch werden hier hauptsächlich Veränderungen der letzten 20 Jahre angeführt, darüber hinaus wird nur stellenweise zurück geblickt.

Zu überprüfen ist, sofern sich Veränderungen belegen lassen, in wiefern sich diese überhaupt negativ auf die nachfolgende Generation auswirkt. Denn oft werden sie ja als Problembelastungen für Kinder ausgelegt, die sich auch auf den Unterricht (z. B. durch Konzentrationsschwäche, Gewalt und Aggressivität) auswirken sollen. Für Veränderungen in der Kindheit werden oft noch die gleichen gesellschaftlichen Entwicklungen angeführt, wie vor 20 Jahren (z.B. veränderte Familienkonstellationen und die Medien), in letzter Zeit sind jedoch auch neue (z.B. Krankheitsbelastung und Armut) hinzugekommen.2 Im Folgenden soll jedoch ausschließlich überprüft werden, inwiefern sich die beständig anhaltend aufgeführten Veränderungen „Veränderte Familienkonstellationen“ und der „Zuwachs der Mediennutzung“ auf die Entwicklung des Kindes auswirken.

2. Kindheit als gesellschaftliches Konstrukt

Erst im 18. Jahrhundert setzten sich die Vorstellungen durch, dass sich Kinder anders als Erwachsene verhalten, denken und lernen und ihre Kindheit Auswirkungen auf ihre Persönlichkeit als Erwachsene haben kann. Außerdem erkannte man, dass das Leben der Eltern nicht mehr mit dem der Kinder später einmal übereinstimme, da viele später nicht mehr die Berufe der Eltern ausüben würden, sondern andere Qualifikationen erlernen mussten. Zuvor hatten sie bereits im frühen Kindesalter Aufgaben im Arbeitsleben ihrer Eltern übernommen (besonders lange im Industrieproletariat, bei Bauern und Kleinhandwerkern). Nahmen die Kinder nun nicht mehr an diesem Arbeitsleben teil, waren sie tagsüber sich selbst überlassen. Die Einführung der Schulpflicht kann also als ein Schutz vor Verwahrlosung und Ausbeutung der Kinder bezeichnet werden.3 Kindheit wird heute nicht mehr als rein biologische Alters- oder Entwicklungsphase, sondern als ein durch die Gesellschaft normiertes und von den Kindern selbst gestaltetes Konstrukt angesehen. Demnach werden besonders die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf die Kindheit näher betrachtet. 4 Die 60er und 70er des vergangenen Jahrhunderts kennzeichneten sich durch ihre positive Auffassung von Kindheit, in der Spielen und Lernen unmittelbar zueinander gehörten und bestmöglich gefördert werden sollten, die 80er wurden dann schon vom Begriff „Fernsehkindheit“ dominiert und verliehen der Kindheit einen negativen Beigeschmack. Aus diesem Grund stellt der Einfluss der Medien im Folgenden einen großen Teil der Darlegung dar, denn oft wird behauptet, Unkonzentriertheit und unsoziales Verhalten resultiere aus verstärktem Medienkonsum. Die neue Kindheitsforschung entstand in den 70ern, da Erwachsene die Erfahrungen, die sie in der Kindheit (Nachkriegszeit) gemacht haben, nicht mehr auf die Kinder übertragen konnten. So wurde bis zu Beginn der 90er untersucht, welche Auswirkungen bestimmte Bedingungen während des Aufwachsens auf die Entwicklung und das Verhalten der Kinder haben; schon kurz zuvor wurde Kindheit als eigenständiger Lebensabschnitt anerkannt, der erst durch die Gesellschaft und vor allem das Kind selbst konstruiert werde. Eine wichtige Neuerung war, dass nicht nur über Kinder geforscht wurde, sondern ihre Perspektive durch Antworten in Erhebungsverfahren erhebliche Bedeutung erlangten (obwohl Antworten doch durch Forscher interpretiert werden und die Fragen zuvor von ihnen ausgewählt werden, die Ergebnisse darum also nicht völlig objektiv zu betrachten sind und es natürlich auch Voraussetzung ist, dass Kinder über Antworten genau nachdenken und ehrliche Antworten geben). „Die (neue) Kindheitsforschung kann eine Fülle von Informationen darüber liefern, wie Kinder heute leben, wie sie ihr eigenes Leben beschreiben (…), wie Kindheit politisch und gesellschaftlich ‚hergestellt’ wird.“5 Interessant war nach der Wiedervereinigung Deutschlands der Vergleich der Kinder, um Rückschlüsse auf den Einfluss der verschiedenen sozialen und politischen Kulturen ziehen zu können. 6 Dieser Vergleich wird hier im Folgenden aber nicht einbezogen.

3. Veränderungen der Familienkonstellationen

[...]


1 Vgl. Fölling-Albers, M.: Veränderte Kindheit – revisited. Konzepte und Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Kindheitsforschung der vergangenen 20 Jahre. In: ders. u.a. (Hrsg.): Jahrbuch Grundschule III. Frankfurt a.M. 2001 (Kallmeyer), S. 14. Bezeichnung dieser Quelle in folgenden Fußnoten: Fölling-Albers, M.: Veränderte Kindheit – revisited.

2 Vgl. Buhren, C. G./Witjes, W./Zimmermann, P.: Veränderte Kindheit und Jugend – Schwierigere Schülerinnen und Schüler?. In: Rolff, H.-G. u.a.. (Hrsg.): Jahrbuch der Schulentwicklung Bd. 12. Weinheim und München 2002 (Juventa), S. 324. Bezeichnung dieser Quelle in folgenden Fußnoten: Buhren, C. G./Witjes, W./Zimmermann, P.

3 Vgl. Fölling-Albers, M.: Veränderte Kindheit – revisited, S. 12ff.

4 Vgl. Fölling-Albers, M.: Veränderte Kindheit – revisited, S. 10.

5 Vgl. Fölling-Albers, M.: Veränderte Kindheit – revisited, S. 18.

6 Vgl. Fölling-Albers, M.: Veränderte Kindheit – revisited, S. 15ff.


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