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Seminararbeit, 2005, 16 Seiten
Autor: Ralf Hirmke
Fach: Gesundheitswissenschaften
Details
Tags: Medizinische, Versorgungszentren
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-47969-1
ISBN (Buch): 978-3-638-75162-9
Dateigröße: 186 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Einführung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) hat für viel Diskussion gesorgt. So stellte sich kurz nach Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes Anfang 2004 heraus, dass es berufs- und vertragsarztrechtlichen Klärungsbedarf auf ärztlicher Seite gibt, um die Lücken des Gesetzes zu füllen und Fragen zur Gründung und Zulassung eines MVZ zu beantworten. Es bedurfte der Abstimmung und Klärung vieler Fragen mit den Zulassungsausschüssen und es war notwendig, die ersten Erfahrungen am Markt zu sammeln und daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. In der folgenden Seminararbeit habe ich versucht die Thematik „Medizinische Versorgungszentren“ näher zu beleuchten und die Veränderungen speziell für Krankenhäuser durch die Option MVZ herauszuarbeiten.
Textauszug (computergeneriert)
Überblick über Medizinische Versorgungszentren
von: Ralf Hirmke
6. Semester – Dezember 2005
Gliederung
1. Charakterisierung des Medizinischen Versorgungszentrums
1.1. Einleitung
1.2. Definition nach § 95 SGB V
1.3. Begriffsbestimmung Medizinisches Versorgungszentrum
1.4. Ursprung der Idee des Medizinischen Versorgungszentrums
2. Strukturen des Medizinischen Versorgungszentrums
2.1. Gründer eines Medizinischen Versorgungszentrums
2.2. Zulässige Rechtsformen
2.3. Medizinische Versorgungszentren in der Praxis
3. Beurteilung Medizinischer Versorgungszentren
3.1. Unterschied zu bisherigen Kooperationsformen
3.2. Synergieeffekte
3.3. Weniger Verwaltungsaufwand – Mehr Zeit für Patienten
4. Medizinische Versorgungszentren im Bezug zu Krankenhäusern
4.1. Krankenhäuser als Gründer
4.2. Bedarfsrechtliche Planungsschranken
4.3. Einnahmeoptimierung
4.4. Kostenoptimierung
4.5. Bisherige Erfahrungen
5. Abschließende Betrachtung
5.1. Resonanzen
5.2. Fazit
Literaturverzeichnis
1. Charakterisierung des Medizinischen Versorgungszentrums
1.1. Einleitung
Die Einführung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) hat für viel Diskussion gesorgt. So stellte sich kurz nach Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes Anfang 2004 heraus, dass es berufs- und vertragsarztrechtlichen Klärungsbedarf auf ärztlicher Seite gibt, um die Lücken des Gesetzes zu füllen und Fragen zur Gründung und Zulassung eines MVZ zu beantworten. Es bedurfte der Abstimmung und Klärung vieler Fragen mit den Zulassungsausschüssen und es war notwendig, die ersten Erfahrungen am Markt zu sammeln und daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen1. In der folgenden Seminararbeit habe ich versucht die Thematik „Medizinische Versorgungszentren“ näher zu beleuchten und die Veränderungen speziell für Krankenhäuser durch die Option MVZ herauszuarbeiten.
1.2. Definition nach § 95 SGB V
Siebter Titel
Voraussetzungen und Formen der Teilnahme von Ärzten und Zahnärzten an der Versorgung:
§ 95 SGB V
Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung
(1) An der vertragsärztlichen Versorgung nehmen zugelassene Ärzte und zugelassene medizinische Versorgungszentren sowie ermächtigte Ärzte und ermächtigte ärztlich geleitete Einrichtungen teil. Medizinische Versorgungszentren sind fachübergreifende ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte, die in das Arztregister nach Absatz 2 Satz 3 Nr. 1 eingetragen sind, als Angestellte oder Vertragsärzte tätig sind. Die medizinischen Versorgungszentren können sich aller zulässigen Organisationsformen bedienen; sie können von den Leistungserbringern, die auf Grund von Zulassung, Ermächtigung oder Vertrag an der medizinischen Versorgung der Versicherten teilnehmen, gegründet werden.
Die Zulassung erfolgt für den Ort der Niederlassung als Arzt oder den Ort der Niederlassung als medizinisches Versorgungszentrum (Vertragsarztsitz)2. Näheres über Zulassung, Ermächtigung usw. steht ebenfalls im § 95 SGB V in den Absätzen 2 bis 13.
1.3. Begriffsbestimmung
Medizinisches Versorgungszentrum Medizinische Versorgungszentren sind neue rechtliche Gebilde, die auf Grund des GMG zum 01. Januar 2004 als neue Leistungserbringer in die vertragsärztliche Versorgung eingeführt wurden. Ein MVZ ist eine zugelassene fachübergreifende ärztliche geleitete Einrichtung als neuer Leistungserbringer-Typ im SGB. In ihr können neben angestellten Ärzten auch freiberufliche Vertragsärzte tätig sein.
Fächerübergreifende Tätigkeit bedeutet, mindestens eine versorgungszielübergreifende Zweckausrichtung (zum Beispiel: 1 Gynäkologe & 1 Radiologe). Die Zulassung eines MVZ zur vertragsärztlichen Versorgung, wie auch die Genehmigung zur Anstellung von Ärzten, erfolgt auf Antrag durch den Zulassungsausschuss für Ärzte, der für den Ort der Betriebsstätte zuständig ist. Wie auch Ärzte einer Gemeinschaftspraxis, arbeiten Ärzte in einem MVZ an einem gemeinsamen Praxissitz. Unter Betriebsstätte oder Praxissitz wird dabei nicht etwa der Planungsbereich oder die politische Gemeinde/Stadt verstanden, sondern eine konkrete Adresse. Ärzte, die ihre Tätigkeit nicht am Ort des MVZ ausüben, gelten daher nicht als Ärzte des MVZ, sondern können nur mit dem MVZ kooperieren (ähnlich einer Praxisgemeinschaft). Sie bleiben dabei selbstständige Berufsausübungseinheiten. Ein im MVZ tätiger Vertragsarzt kann nicht gleichzeitig im MVZ und in einer Einzelpraxis tätig sein. Dasselbe gilt für angestellte Ärzte mit einer weiteren Tätigkeit in einem Krankenhaus3.
1.4. Ursprung der Idee der Medizinischen Versorgungszentren
Während des Ärztestreiks in Deutschland 1926/27 gründeten die gesetzlichen Krankenkassen Ambulatorien und Polikliniken. Dort stellten sie Ärzte als Streikbrecher ein. In der Auseinandersetzung ging es darum, dass die Ärzte die gesetzliche Krankenversicherung nicht mehr anerkannten. Sie wollten direkt vom Patienten bezahlt werden. In der DDR waren die Polikliniken tragende Säulen der ambulanten Versorgung. In den Polikliniken praktizierten mehrere angestellte Ärzte unter einem Dach. Bis 1989 gab es etwa 1.650 Polikliniken in der DDR.
[...]
1 Vgl. Hohmann/ Klawonn (2005), S. V
2 Vgl. Sozialgesetzbuch V
3 Vgl. Hohmann/ Klawonn (2005), S. 1
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