Metaphorisches Konzept und Metaphorische Bezeichnung, dargestellt am Einfluß and... close Bitte warten
Metaphorisches Konzept und Metaphorische Bezeichnung, dargestellt am Einfluß anderer Konzepte auf den Sport

Autor: Markus Secker
Fach: Germanistik - Linguistik

Lesen Sie im E-Book



Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2000
Seiten: 25
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 194 KB
Archivnummer: V52408
ISBN (E-Book): 978-3-638-48131-1
Anmerkungen :
Metaphorisches Konzept und Metaphorische Bezeichnung, dargestellt am Einfluss anderer Konzepte auf den Sport. Die Arbeit erläutert theoretische Grundlagen zur Metapher und zu metaphorischen Konzepten und Entwicklungsprozessen. Am Beispiel des Systems Sport wird die Entstehung, Verwendung und das Verständnis von Metaphern dargestellt. Diese sind keineswegs die sprachlichen Sonderlinge, für die sie oft gehalten werden, sondern sind im Alltag und sogar im menschlichen Denken und Handeln verankert.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Koblenz, Institut für Germanistik
Seminar: Metaphern
7. Semester

Metaphorisches Konzept und Metaphorische Bezeichnung,
dargestellt am Einfluß anderer Konzepte auf den Sport

von: Markus Secker

 


1. Einleitung 

2. Zur Theorie der Metapher und des metaphorischen Konzepts  3

2.1 Die Metapher bei Aristoteles  3
2.2 Metaphern und ihre Erscheinungsformen  4
2.3 Verständnis von Metaphern  6

2.3.1 Warum verstehen wir Metaphern?  6

2.4 Die Metapher bei Lakoff und Johnson  9

2.4.1 Das Konzeptsystem nach Lakoff und Johnson  10

2.5 Das Frame-Modell, dargestellt am Beispiel „Sport ist Krieg“  13

3. Metaphorik im Sport  15

3.1 Die Entstehung des Sportkonzepts  15
3.2 Fußball und Metaphern  16
3.3 Die Metaphorik der Sportberichterstattung  18

4. Schluß  23

5. Literaturverzeichnis  24


 

 

1. Einleitung

„Ein Bild hielt uns gefangen. Und heraus konnten wir nicht, denn es lag in unserer Sprache.“ (Wittgenstein)

Metaphern begleiten unsere Alltagssprache ständig. Kaum jemand bemerkt die Verwendung einer Metapher, wenn sie nicht gerade an den Haaren herbeigezogen wirkt, und doch tauchen sie unheimlich häufig in allen Formen der Sprache auf. Dabei existieren sie meistens nicht als einzelne, voneinander unabhängige Wörter, sondern sind innerhalb bestimmter Metaphernfelder organisiert. Dabei spielen sie eine große Rolle in unserem Leben, denn die Bedeutung dieser sogenannten ´metaphorischen Konzepte´ geht weit über den Bereich der gesprochenen Sprache hinaus. Sie ´strukturieren´ ebenso unser Denken und Handeln, wie es vor allem George Lakoff und Mark Johnson in dem Buch „Leben in Metaphern“1 aufzeigen.

Ziel dieser Arbeit ist, diese Konzepte und deren Entstehung darzustellen. Besonders interessant ist dabei der Austausch von Begriffen und Bedeutungen, der sich zwischen ihnen vollzieht. Daher soll hier das Konzept des Sports, mit all seinen sportspezifischen Eigenheiten, daraufhin untersucht werden, inwieweit es von anderen Konzepten beeinflußt wurde und wird. Der Sport und seine Sprache sowie die Sprache über den Sport bieten sich dieser Untersuchung besonders an, da er über keine längere Eigengeschichte verfügt.2 Besonders in der jüngeren Geschichte (seit den 60er Jahren) hat die Metaphorik im Sport mehrere Wandlungen durchlebt und stellt weiterhin eines der ergiebigsten journalistischen Betätigungsfelder für metaphorische Neuschöpfungen dar.

2. Zur Theorie der Metapher und des metaphorischen Konzepts

2.1 Die Metapher bei Aristoteles

Die weithin verbreitete Meinung über die Metapher, die auch heute noch häufig an Schulen gelehrt wird, deckt sich im Grunde genommen mit der Definition von Aristoteles. Er sieht sie primär im poetischen Sinne als ein Ornament der Sprache, das zu deren Verzierung dient, aber das Verständnis nicht verfälschen darf. „Die beste Sprachform ist diejenige, die klar und nicht gewöhnlich ist. Am klarsten ist sie mit den bezeichnenden Nomina, aber dann ist sie gewöhnlich.“ 3 Grundlage dieser Theorie ist Aristoteles Definition: „Metapher ist die Übertragung eines fremden Nomens, entweder von der Gattung auf die Art oder von der Art auf die Gattung oder von einer Art auf eine andere oder gemäß der Analogie.“ 4

Um eine Metapher zu ´erzeugen´, ist es also nötig, einen Begriff mit einer eigentlichen Bedeutung durch einen anderen zu ersetzen. Die Sprache wird dadurch uneigentlich. Gleichzeitig wird dadurch deutlich, daß die Metapher lediglich dazu dient, die Sprache nicht, wie Aristoteles sagt, gewöhnlich werden zu lassen. Durch die Übertragung der Bedeutung eines Wortes auf ein anderes, das sich durch teilweise Analogie oder Ähnlichkeit charakterisiert, wird die feste Stellung eines Wortes in Bezug auf seine Bedeutung aufgelöst. Nach der sog. Substitutionstheorie ist die Metaphorisierung also ein Prozeß, der sich sofort nach seiner Anwendung revidiert und keine weitere Bedeutung mehr hat. Es handelt sich nur um einen vorübergehenden Bedeutungswandel zur Verzierung der Sprache. Grundlage dieser Theorie ist nach Schöffel5 die Existenz einer falschen Sprachphilosophie, die ein objektives Sprachverständnis voraussetzt, wonach alle Dinge bei allen Menschen das gleiche Verständnis derer hervorrufen. Lakoff und Johnson werden dieses Problem differenzierter betrachten und die Theorie der Bedeutungsübertragung aus rein poetischen Gründen widerlegen. Diese teilweise Revision der aristotelischen Definition der Metapher mag aber auch an falsch verstandenen Formulierungen von Aristoteles und später auch Cicero liegen. Weinrich6 sagt, daß viele nachfolgende Theoretiker die Aussage Ciceros, ein Merkmal der Metapher sei es, „das Naheliegende zu verschmähen und nach dem Weitentfernten zu greifen“, als Aufforderung verstanden, die Sprache durch Metaphern zu komplizieren. Er spricht dabei von der „Kühnheit“ einer Metapher:

„Je weiter Bildspender („Bild“) und Bildempfänger („Sache“) voneinander entfernt sind, um so kühner ist die Metapher; und je kühner die Metapher, um so besser der Dichter.“7 Gerade dieser Gedanke ist nicht unbedingt geeignet, um das Wesen der Metapher zu definieren und hätte daher in diesem Abschnitt keinen Platz verdient. Jedoch im Hinblick auf die noch folgende Auseinandersetzung mit Metaphern in der sportlichen Fachsprache und vor allem in der Sportberichterstattung kommt dieses Prinzip noch in erheblichem Maße zur Geltung.

2.2 Metaphern und ihre Erscheinungsformen

[...]


1 Lakoff/Johnson, 1998: Leben in Metaphern

2 Gemeint ist der moderne Sport. Natürlich werden auch die Griechen in der Antike eine Sportsprache gehabt haben, jedoch liegen die Ursprünge der heutigen Sportmetaphorik eher in der Neuzeit.

3 Schöffel (Hg.), 1987: Denken in Metaphern, S.17

4 ebd.

5 ebd.

6 Weinrich Harald: Semantik der kühnen Metapher, in: Haverkamp(Hg.), 1996: Theorie der Metapher, S.317

7 ebd., S.319

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/52408/