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Ernährungserziehung in der Grundschule

Examination Thesis, 2005, 96 Pages
Author: Maike Reiter
Subject: Pedagogy - School Pedagogics

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2005
Pages: 96
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 34  Entries
Language: German
Archive No.: V52428
ISBN (E-book): 978-3-638-48145-8
ISBN (Book): 978-3-638-68808-6
File size: 1031 KB

Abstract

In den letzten 50 Jahren hat sich die menschliche Ernährungssituation stark verändert. Mit der Entwicklung von einer Gesellschaft, in der es an Nahrungsangebot mangelte, zur heutigen Überflussgesellschaft und einer Verminderung an körperliche Arbeit, müsste sich die Gesellschaft normalerweise der Veränderung anpassen. Gesellschaftliche Entwicklungen führen zur Veränderung gesellschaftlicher Situationen. Mittlerweile steigt das Interesse an der eigenen Gesundheit. Sich gesund zu verhalten wird als wichtiger Wert anerkannt. Sich gesund zu ernähren hat jedoch einen sehr geringen Stellenwert in der Gesellschaft. Die Ernährungssituation in vielen Haushalten ist gekennzeichnet durch Hetze am Morgen und Fernsehen beim Abendessen. Sensationsmeldungen über vermeidliche Lebensmittelskandale verunsichern. Es ist wichtig, zwischen richtigen und falschen Ernährungsinformationen differenzieren zu können, doch das ist gerade nicht- oder fehlinformierten Personen nicht möglich. Die durch falsche Ernährung bedingten Folgekrankheiten sind weit verbreitet und belasten aufgrund der hohen Kosten das Gesundheitssystem. 1983 wurden rund ein Viertel der Ausgaben des Gesundheitssystems für die Behandlung von Folgekrankheiten aufgebracht.7 Erschreckend ist, dass immer mehr Kinder und Jugendliche von Übergewicht und Folgekrankheiten betroffen sind. Das Wissen, Verstehen, Reflektieren und Handeln in Ernährungsfragen ist von hoher Bedeutung. Das Wissen über eine gesunde Ernährung führt nicht gleichzeitig zum gewünschten Gesundheitsverhalten. Das hängt damit zusammen, dass die in der Kindheit erworbenen Wertorientierungen häufig ein Leben lang beibehalten werden und die Einstellungen und Verhaltensweisen im Erwachsenenalter stark beeinflussen. In der Kindheit erworbene Verhaltensnormen, wie zum Beispiel: Tischsitten und Essbräuche werden meistens später an die eigenen Kinder weitergegeben. Da Eltern oft nicht in der Lage sind den Kindern ein gesundes Ernährungsverhalten zu vermitteln, ist es wichtig, dass die Kinder so früh wie möglich, zuerst im Kindergarten und später in der Schule eine gute Ernährungserziehung erfahren, um gesundheitliche Risiken zu vermindern.


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Ernährungserziehung in der Grundschule

Examensarbeit

vorgelegt von: Maike Reiter
2005

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung ... 3

2 Grundlagen der Ernährung von Kindern und Jugendlichen ... 6

3 Ernährungssituation von Schulkindern ... 9
3.1 Tatsächliche Versorgung mit den empfohlenen Nährstoffen ... 9
3.2 Ernährungsverhalten als Aspekt der Ernährungserziehung´ ... 15
3.2.1 Ernährungsverhalten und Triebbefriedigung ... 15
3.2.2 Einflussfaktoren des Essverhaltens ... 17
3.2.3 Ernährungswissen und Interesse an Ernährungsthemen ... 23

4 Ziele und Formen der Ernährungserziehung ... 25
4.1 Ziele und Aufgaben der Ernährungserziehung ... 25
4.2 Ernährungserziehung in der Familie ... 28
4.3 Ernährungserziehung in der Schule ... 30
4.3.1 Spezifische Ziele der schulischen Ernährungserziehung ... 31
4.3.2 Methodik ... 34
4.3.2.1 Methodische Konzepte ... 34
4.3.2.2 Motivation von Schülern ... 39
4.3.2.3 Mitarbeit der Eltern ... 40
4.3.2.4 Schulfrühstück ... 41
4.3.2.5 Unterrichtsthemen ... 48
4.3.2.6 Lehrerkompetenzen ... 72
4.3.2.7 Fallbeispiel: “Trinken im Unterricht“ ... 74

5 Schluss - Stand der Praxis und Ausblick ... 78

6 Quellenverzeichnis ... 80

7 Anhang ... 84

 

 

1 Einführung

In den letzten 50 Jahren hat sich die menschliche Ernährungssituation stark verändert. Mit der Entwicklung von einer Gesellschaft, in der es an Nahrungsangebot mangelte, zur heutigen Überflussgesellschaft und einer Verminderung an körperliche Arbeit, müsste sich die Gesellschaft normalerweise der Veränderung anpassen. Gesellschaftliche Entwicklungen führen zur Veränderung gesellschaftlicher Situationen.1

Die Ernährung dient dazu, den Körper mit allen Nährstoffen so zu versorgen, dass es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Darüber hinaus soll sie ernährungsbedingten Krankheiten, vorbeugen. Werden diese Kriterien nicht erfüllt, spricht man von Fehlernährung. Auffälligste Folgen sind Übergewicht oder Untergewicht. Gerade in jungen Jahren ist es sehr wichtig sich gesund zu ernähren, da man Krankheiten, die im Alter auftreten, wie zum Beispiel Osteoporose vorbeugen kann.2 Da die aus Ernährungsfehlverhalten resultierenden Krankheiten, z.B. Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen jedoch keine unmittelbare Bedrohung darstellen, wird das Ernährungsverhalten leider meistens nicht verändert.3 Trotz der quantitativen Überernährung sind viele Menschen qualitativ unterernährt. Die Menschen essen viel, jedoch zu nährstoffarm. Oft wird zu Fast Food oder Fertiggerichten gegriffen. Bei solch einer einseitigen Ernährung werden dem Körper zu wenig lebenswichtige Nährstoffe geliefert.

Neben dem Übergewicht, das jedem auffällt und negativ bzw. als gesundheitsschädlich bewertet wird, wird Untergewicht oft nicht als Problem angesehen. In der heutigen Zeit des schlanken Körperkults werden die „Spargeltarzans” bestärkt oder sogar beneidet – schließlich wären 56 Prozent der 13- bis 14-jährigen Mädchen gerne dünner. Und in der Gruppe der 11- bis 15-jährigen haben 11 Prozent der Jungen und 17 Prozent der Mädchen schon Erfahrung mit Diäten gemacht. Immerhin haben 8 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen 6 und 17 Jahren laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Untergewicht, das auch nicht gesünder als Übergewicht ist und Mangelerscheinungen nach sich ziehen kann. Eine auffällige Magerkeit weist auf eine möglicherweise vorhandene tief greifende Essstörung die Anorexia nervosa, im Volksmund als „Magersucht” bekannt hin.4 Die häufigste Folge der Fehlernährung von Kindern und Jugendlichen ist jedoch das Übergewicht, das Folgeerkrankungen, wie zu hohe Cholesterinwerte oder Herz-Kreislaufprobleme mit sich ziehen kann.

Mittlerweile steigt das Interesse an der eigenen Gesundheit. Sich gesund zu verhalten wird als wichtiger Wert anerkannt. Sich gesund zu ernähren hat jedoch einen sehr geringen Stellenwert in der Gesellschaft. Die Ernährungssituation in vielen Haushalten ist gekennzeichnet durch Hetze am Morgen und Fernsehen beim Abendessen. 5 Sensationsmeldungen über vermeidliche Lebensmittelskandale verunsichern. Es ist wichtig, zwischen richtigen und falschen Ernährungsinformationen differenzieren zu können, doch das ist gerade nicht- oder fehlinformierten Personen nicht möglich.6

Die durch falsche Ernährung bedingten Folgekrankheiten sind weit verbreitet und belasten aufgrund der hohen Kosten das Gesundheitssystem. 1983 wurden rund ein Viertel der Ausgaben des Gesundheitssystems für die Behandlung von Folgekrankheiten aufgebracht.7 Erschreckend ist, dass immer mehr Kinder und Jugendliche von Übergewicht und Folgekrankheiten betroffen sind.

Das Wissen, Verstehen, Reflektieren und Handeln in Ernährungsfragen ist von hoher Bedeutung.8 Das Wissen über eine gesunde Ernährung führt nicht gleichzeitig zum gewünschten Gesundheitsverhalten.

Das hängt damit zusammen, dass die in der Kindheit erworbenen Wertorientierungen häufig ein Leben lang beibehalten werden und die Einstellungen und Verhaltensweisen im Erwachsenenalter stark beeinflussen.9 In der Kindheit erworbene Verhaltensnormen, wie zum Beispiel: Tischsitten und Essbräuche werden meistens später an die eigenen Kinder weitergegeben. Das bedeutet, dass z.B. falsches Ernährungsverhalten in einer Familie immer weitergegeben werden kann und dies führt so zu keinem veränderten Bewusstsein und Ernährungsverhalten. Diese Übernahme von familiären Ernährungsgewohnheiten wird von Glatzel (1973) als ererbtes Ernährungsverhalten bezeichnet.10 Die Ursachen für Erkrankungen und Gesundheitsbelastungen durch falsche Ernährung. können vielseitig sein. So zum Beispiel: mangelnde Einkaufs- und Ernährungskompetenz, Überangebot von Nahrungs- und Genussmitteln, unverständliche Lebensmittelkennzeichnung, mangelndes Ernährungswissen, zunehmender Konsum von Fertignahrung und Fastfood, unregelmäßige und ungesunde Essenseinnahme, zu süße und zu fette Ernährung und hohe psychische Belastung im Alltag. Eine entscheidende Rolle spielt das Vorbildverhalten der Eltern, jedoch auch Werbung und andere Informationen über Ernährung und Bewegung.11

Da Eltern oft nicht in der Lage sind den Kindern ein gesundes Ernährungsverhalten zu vermitteln, ist es wichtig, dass die Kinder so früh wie möglich, zuerst im Kindergarten und später in der Schule eine gute Ernährungserziehung erfahren, um gesundheitliche Risiken zu vermindern.
 

2 Grundlagen der Ernährung von Kindern und Jugendlichen

Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor zu Förderung und Erhaltung der Gesundheit, des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit. In der Kindheit ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung besonders wichtig, da der Nährstoffbedarf sehr hoch ist.12

Eine optimale Ernährung von Kindern und Jugendlichen stellt die vom Forschungsinstitut für Kinderernährung entwickelte „optimierte Mischkost“ dar. Sie deckt den Nährstoffbedarf und Energiebedarf für Wachstum, Entwicklung und Gesundheit und wirkt zudem präventiv hinsichtlich ernährungsbedingter Krankheiten. Die Grundlage für eine „optimierte Mischkost“ ist der Ernährungskreis.

[...]


1 Georg Koscielny: Didaktik der Ernährungserziehung S.15

2 Encarta Quellentext: “Die fehlernährte Jugend“

3 G. Koscielny : S.15

4 Encarta Quellentext“:die fehlernährte Jugend“

5 BZgA „Ernährung und Gesundheit“ S.4

6 H. Heseker: „Ernährung in der Schule“ S.1

7 G. Koscielny S.9

8 H. Heseker S.1

9 Bzga:“Ernährung und Gesundheit“ S.4

10 G. Koscielny S.17-18

11 Eckpunktpapier Hage S.4

12 Aid Ringordner: Ernährungserziehung bei Kindern S.3


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