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Subtitle: Ein kurzer Einblick
Scholary Paper (Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Phillip Schacht
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: University of Bremen
Tags: Popliteratur, Popkultur, Films, Wandel, Jahrhundert
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 2
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48248-6
ISBN (Book): 978-3-638-76500-8
File size: 174 KB
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Abstract
Ziel dieser Arbeit ist es, die Ursprünge der Popkultur und letztlich damit auch der Popliteratur, insbesondere der deutschen, nachvollziehbar zu machen. Angefangen im Jahr 1915 mit dem Dadaismus, über die aufkeimende "Beat Generation" in den U.S.A. Mitte des letzten Jahrhunderts, bis zur ersten Erwähnung des Begriffes "Popliteratur" durch Leslie A. Fiedler im Jahr 1960 werden grundlegende Entwicklungsströmungen dargestellt. Im Jahr 1968 importierte Rolf Dieter Brinkmann Fiedlers Begriff nach Deutschland. Im deutschen Raum entwickelte sich die deutsche Popliteratur jedoch, in Abgrenzung zu den amerikanischen Wurzeln, in anderer Weise. Deutlich wird im Rahmen dieser Entwicklungsgeschichte, dass die Popliteratur die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur zu nivellieren versuchte. Über einen Exkurs über die Populärkultur wird dann zum Ende der Arbeit, anhand eines Vergleiches des Romans "Soloalbum" und dem Film deutlich gemacht, dass die neue deutsche Popliteratur letztlich ihren subversiven rebellisches Gestus verloren hat und zu einer Unterhaltungsdienstleistung geworden ist, die nur noch wenig mit den Wurzeln zu tun. Ob es nun eine gute oder schlechte Populärkultur geworden ist, wird nicht beantwortet.
Excerpt (computer-generated)
UNIVERSITÄT BREMEN, Fachbereich Kulturwissenschaft
Veranstaltung: Die Ästhetik des Films im Wandel des 20. Jahrhunderts.
Zwischen künstlerischer Eigendynamik, technischem Fortschritt, Literatur und neuen Medien
WS 2004 / 2005, 5. Semester
Popliteratur und Popkultur
von: Phillip Schacht
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vom Dadaismus zur Populärkultur
2.1 Der Dadaismus
2.2 Die Beat Generation
2.3 Geschichte des Begriffes Popliteratur
2.4 Die deutsche Popliteratur
2.5 Exkurs: Die Populärkultur
2.6 Die neue deutsche Popliteratur
2.7 Die neue deutsche Popliteratur und welche Populärkultur?
3 Das Buch „Soloalbum“
3.1 Über den Autor
3.2 Zum Inhalt, der Form, der Sprache und anderen Dingen
3.3 Der Film „Soloalbum“
4 Die feinen Unterschiede und Gemeinsamkeiten
5 Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Ich habe lange überlegt, wie ich das Thema bearbeiten soll. Schwerpunkte bilden im Rahmen von Hausarbeiten, die eine bestimmte Länge nicht überschreiten sollen, eine schwierige Hürde. Ein weiteres Problem dieser Arbeit ist die Suche nach geeigneter und passender Literatur gewesen. Wie so oft ist die Wissenschaft der Gegenwart nur auf den Fersen. Passagen dieser Arbeit lassen mit Sicherheit die Frage aufkommen, ob es sich um Populär- Wissenschaft handelt. Doch was ist besser, als die populären Geschehnisse in ein Licht zu hüllen, welches auf der gleichen Wellenlänge liegt wie die beleuchteten Objekte. Eine ausführliche chronologische Herangehensweise erschien mir als außerordentlich wichtig, da es sich um eine kulturwissenschaftliche Arbeit handelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Zusammenhang zwischen einer so genannten Popliteratur und der Populärkultur.
2. Vom Dadaismus zur Populärkultur
Will man verstehen was sich auf der Bühne abspielt, sollte man zuerst einen Blick hinter den Vorhang werfen. Mit der Worthülse „Popliteratur“ wird so einiges bezeichnet was heutzutage in Erscheinung tritt. „Die Popliteratur hat ihren Ursprung im 20. Jahrhundert. Die Folgen von Industrialisierung, zwei Weltkriegen und Kaltem Krieg führten zu einem Zweifel an aufklärerischen und humanistischen Werten. Damit stand auch der Sinn einer hochkulturellen, bürgerlichen Literatur in Frage. Diese Skepsis zeigte sich erstmals deutlich bei den Dadaisten […].“1
2.1 Der Dadaismus
Der Dadaismus war eine künstlerische und literarische Bewegung. Sie entstand 1915 in Zürich. Zweck des Dadaismus war es, die gesamte bisherige Kunst in Frage zu stellen. Während des 1. Weltkrieges breitete er sich über ganz Europa aus. Durch gezielte Unlogik und Banalität protestierten die Künstler gegen das Bürger- und Künstlertum. Den Zufall entdeckten die Dadaisten für sich als schöpferisches Prinzip. Zuerst wurde das Cabaret Voltaire am 5. Februar 1916 gegründet. Es war für über ein Jahr das Zentrum der Zürcher Dadaisten.2
„Mit seinen lärmend-kabarettistischen, simultan-poetischen Soireen, von Janco und Ball, Tristan Tzara und Richard Huelsenbeck, Emmy Ball-Hennings, Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp als polyglottes, kuriosesfurioses Neben-, In- und Nacheinander von Rezitations-, Tanz- und Musiknummern aus aller Welt gestaltet, entwickelt sich das Cabaret Voltaire zum Experimentierfeld der modernen Künste.“3 Nach der Schließung wurde die Galerie Dada zum neuen Zentrum der Bewegung. Dort wurde von Hugo Ball am 25. Juli 1917 das erste Lautgedicht aufgeführt. Dieses war eines der wichtigsten Neuerungen der jungen Bewegung. Hugo Ball begründete sie mit dem Satz: „Mit diesen Tongedichten wollten wir verzichten auf eine Sprache, die verwüstet und unmöglich geworden ist durch den Journalismus. Wir müssen uns in die tiefste Alchemie des Wortes zurückziehen und selbst die Alchemie des Wortes verlassen, um so der Dichtung ihre heiligste Domäne zu bewahren.“4 Durch die Erprobung von Alternativen (Anti- oder Nicht-)Kunst- und Kommunikationsformen sprengten sie sämtliche Konventionen. 5
„Priveligiertes Ausdrucksmittel waren Manifeste, Plakate und Zeitschriften, bevorzugte Ausdrucksform Pamphlet und Gedicht, wobei die Grenze zwischen Literatur und bildender Kunst immer wieder verschwimmt.“ 6 Collagenartig wurde die Sprachkunst reduziert. Gedicht und Syntax wurden auf Wortfetzen, Satzfragmente und rhythmische Lautfolgen reduziert. Das Prinzip der Sprach- und Geräuschcollage wurde vom neorealistischen Roman fortgeführt und scheint heute im Zeitalter von Hörspiel und Videoclip selbstverständlich zu sein. Die Literaturproduktion des 20. Jahrhunderts wurde durch den Dadaismus entscheidend revolutioniert. Ebenso wurden die Grenzen zwischen den einzelnen Kunstgattungen und der Gegensatz zwischen Kunst und Massenkultur nivelliert. 7 „Dada degradierte, an der Schwelle zum Medienzeitalter, das Buch zum Sekundärmedium und privilegierte flüchtige Publikations- und Aufführungsformen, die Auge und Ohr viel direkter ansprechen.“ 8
[...]
1 Thomas Ernst: Popliteratur. Online im Internet: URL: http://thomasernst.net/popliteratur.html [Stand: 2005-03-03]
2 Vgl. hierzu: Wikipedia (2005): Dadaismus. Online im Internet: URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Dada [Stand: 2005-03-15]
3 Regina Keil-Sagawe: Dadaismus in der Literatur: „Ich will keine Worte, die andere erfunden haben“. In: Der Brockhaus in Text und Bild 2003. Auf CD-ROM von: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus
4 Vgl. hierzu: Wikipedia (2005): Dadaismus. Online im Internet: URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Dada [Stand: 2005-03-15]
5 Vgl. hierzu: Regina Keil-Sagawe: Dadaismus in der Literatur: „Ich will keine Worte, die andere erfunden haben“. In: Der Brockhaus in Text und Bild 2003. Auf CD-ROM von: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus
6 Ebenda.
7 Vgl. hierzu: Ebenda.
8 Ebenda.
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