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Intermediate Diploma Thesis, 2000, 31 Pages
Author: Dipl.-Theol. Christoph Körner
Subject: Philosophy - General Essays, Eras
Details
Tags: Verlust, Persönlichkeit, Profilierung, Person, Ende, Neuzeit, Romano, Guardini
Year: 2000
Pages: 31
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 48 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-48256-1
File size: 199 KB
Neuzeit - Nachneuzeit / Moderne - Postmoderne / Epochenbruch - Epochenende? 1950 erscheint Romano Guardinis Buch "Das Ende der Neuzeit". Die Arbeit wirft 50 Jahre danach einen Blick auf seine dort entfalteten Thesen vom Ende einer Epoche. Vor dem Hintergrund der Diskussion einzelner Kritikpunkte zu Guardinis Ansatz, etwa von Clemens Münster oder Michael Theunissen, und angesichts der Frage nach der konkreten Geschichtlichkeit des menschlichen Daseins zeigt sich die Bedeutung seines Werks.
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Excerpt (computer-generated)
Verlust der Persönlichkeit und Profilierung der Person.
Über "Das Ende der Neuzeit" von Romano Guardini
von: Christoph Körner
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Romano Guardini 3
2.1 Sein Leben 3
2.2 Sein Werk 4
3 "Das Ende der Neuzeit" 5
3.1 Die Ausgangssituation: Das Mittelalter als komplexe Einheit 6
3.2 Charakteristik der Neuzeit: Streben nach Autonomie 7
3.2.1 Der neuzeitliche Begriff der Natur 9
3.2.2 Subjektivität als "Persönlichkeit" 9
3.2.3 Kultur als Schöpfung 10
3.3 Ende und Epochenbruch - Übergang von der Neuzeit zur Nachneuzeit 11
3.4 Anzeichen für das Kommende: Versuch einer Orientierung 11
3.4.1 Die Macht 12
3.4.2 Die Masse 12
3.5 Das Hervortreten der "Person" und die Religiosität der kommenden Zeit 14
4 Interpretation, Diskussion und Kritik zum "Ende der Neuzeit" 16
4.1 Idealisierung des Mittelalters und Ablehnung der Neuzeit? 17
4.2 Romano Guardini als "ästhetische Existenz"? 18
4.3 "Das Ende der Neuzeit" - eine undeutliche Skizze? 19
4.4 Das Verhältnis von Neuzeit und "christlichem Bewußtsein" 21
5 Ungeschichtlichkeit und Geschichtlichkeit 22
Literaturverzeichnis 28
1 Einleitung
Unter dem Titel "Verlust der Persönlichkeit und Profilierung der Person" beschäftigt sich diese Arbeit mit dem Buch "Das Ende der Neuzeit" von Romano Guardini. Sie verfolgt die Linien, die Guardini zieht, vom Mittelalter über die Auflösung der mittelalterlichen Einheit und die Entwicklung der neuzeitlichen Diversifikation und Autonomie bis hin zum diagnostizierten Ende der Neuzeit. Auch Guardinis Zukunftsprognose wird dabei näher betrachtet. Die schon bald nach dem Erscheinen des Buches aufkommende Diskussion über Guardinis "Ende der Neuzeit" wird ebenfalls mit in die Arbeit einbezogen. So werden einzelne Kritikpunkte von Clemens Münster, Walter Dirks und Gerhard Krüger vorgestellt und auch ein erst sehr viel später erschienener Artikel von Michael Theunissen findet Berücksichtigung. Nicht zu vernachlässigen sind die zahlreichen wissenschaftlichen Ausarbeitungen, die über Guardini, über sein Wirken und seine Wirkung, erschienen sind. Hierbei soll unter anderem Bezug genommen werden, auf Eugen Bisers "Interpretation und Veränderung", auf den umfangreichen Band von Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz sowie auf Beiträge von Helmut Kuhn, Heinz Robert Schlette, Heinrich Lutz und Joseph F. Schmuckervon Koch. Das Spektrum der Einschätzungen reicht von der positiven Bewertung als treffende Analyse der Neuzeit und prägnanter Deutung der Gegenwart über den Vorwurf einer gewissen Undeutlichkeit und Ungenauigkeit in der historischen Charakteristik bis hin zur Einstufung als "falscher Alarm" bei Theunissen. Interessant wäre auch ein Vergleich von Guardinis "Das Ende der Neuzeit" und den davor oder danach erschienenen Zeitdeutungen von Karl Jaspers "Die geistige Situation der Zeit" (erste Auflage 1931, in späteren Auflagen teilweise überarbeitet), Martin Heideggers "Die Zeit des Weltbildes" (1938) und Hans Blumenbergs "Die Legitimität der Neuzeit" (Ersterscheinungsjahr 1966, später verändert und neu bearbeitet), der im Rahmen dieser Arbeit aber nicht möglich ist. Auf die sehr komplexe Debatte zur Frage "Moderne oder Postmoderne?" kann ebenfalls nicht näher eingegangen werden, obwohl sich zwischen Guardini, der zwar nicht Ausgangs- und Bezugspunkt dieser Debatte ist, und der genannten Problematik doch gewisse Verbindungen erkennen lassen.1 Den Abschluß der vorliegenden Arbeit bildet ein zusammenfassendes eigenes Urteil. Zunächst darf aber ein knapper Überblick über Guardinis Leben und Wirken nicht fehlen.
2 Romano Guardini
Philosoph und Theologe, Kulturkritiker und Literaturinterpret, Hochschullehrer und Pädagoge, Priester und Seelsorger - in vielfältiger Weise war Romano Guardini, der große "Denker christlicher Existenz"2, tätig und wirksam. Er lebte von 1885 bis 1968.
2.1 Sein Leben
Am 17. Februar 1885 nahm Guardinis Lebensweg in der Stadt Verona seinen Anfang. Doch bereits ein Jahr später, 1886, siedelte die ganze Familie nach Mainz über, das für Guardini der Ort seiner Kindheit und Jugendzeit werden sollte. Im Anschluß an die Reifeprüfung 1903 begann Guardini mit dem Studium der Chemie in Tübingen, wechselte aber schon bald darauf zum Studium der Nationalökonomie in München beziehungsweise Berlin und entschied sich schließlich für das Theologiestudium in Freiburg im Breisgau und - für die folgenden Semester - in Tübingen. 1910 wurde er zum Priester geweiht und verbrachte in der Folgezeit seine Kaplansjahre an verschiedenen Stellen in der Diözese Mainz, unter anderem in Darmstadt, in Worms und in der Bischofsstadt Mainz. Um Religionsunterricht geben zu können, mußte er 1911 die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Seine Promotion zum Doktor der Theologie erfolgte im Jahr 1915 in Freiburg im Breisgau. Sieben Jahre danach habilitierte Guardini sich an der Universität Bonn für katholische Dogmatik. In diesem Zeitraum ergaben sich auch die ersten Kontakte zur Benediktinerabtei Maria Laach in der Eifel, die sich allmählich zu einem Zentrum der liturgischen Erneuerung in Deutschland entwickelte, und zur Jugendbewegung des Quickborn auf der Burg Rothenfels am Main, wo sich Guardini, bis zu ihrer Schließung durch die Nationalsozialisten, noch oft und lange aufhielt, eine intensive Verbindung pflegend. Nach seiner Tätigkeit als Privatdozent in Bonn wurde Romano Guardini auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für "Katholische Religionsphilosophie und Weltanschauung" an der Berliner Universität berufen, den er bis zu dessen Aufhebung im Frühjahr 1939 innehatte. Die letzten Jahre des zweiten Weltkrieges, in denen auch seine autobiographischen Aufzeichnungen entstanden, verbrachte er im Dorf Mooshausen im Allgäu bei dem dortigen Pfarrer Josef Weiger.3
Nach Kriegsende, im Herbst 1945, erhielt Guardini den Ruf an einen Lehrstuhl für christliche Weltanschauung, der an der Tübinger Universität speziell für ihn errichtet worden war. Schwierig gestaltete sich hier, wie vorher schon in Berlin und später dann auch in München, seine Stellung und seine Anerkennung im Rahmen der Universität, zum einen zwischen Theologie und Philosophie stehend, zum anderen gekennzeichnet von einer relativen Abgeschlossenheit und von einer großen Zurückhaltung der meisten anderen Professoren und Dozenten. Bereits wenige Jahre später wechselte Guardini von Tübingen nach München an die dortige Universität, wo er wiederum einen Lehrstuhl für Religionsphilosophie und katholische Weltanschauung "ad personam", für ihn ins Leben gerufen, einnahm. Seine Lehrtätigkeit in München dauerte von 1948 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1962. Daneben predigte Guardini in den akademischen Gottesdiensten an der Universitätskirche St. Ludwig und hielt zahlreiche Vorträge außerhalb des universitären Rahmens, wobei Vorlesung, Vortrag und Predigt für ihn immer ein eng miteinander verbundenes Ganzes bildeten. Ausgezeichnet wurde Guardini unter anderem 1952 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und 1962 in Brüssel als Gestalt von europäischer Bedeutung mit dem Erasmus- Preis. Am 1. Oktober 1968 starb Romano Guardini im Alter von 83 Jahren in München.4
2.2 Sein Werk
[...]
1 In Bezug auf den Postmoderne-Diskurs siehe unter anderem KOSLOWSKI, PETER, SPAEMANN, ROBERT, LÖW, REINHARD (Hg.), Moderne oder Postmoderne? Zur Signatur des gegenwärtigen Zeitalters, Weinheim 1986. Vgl. darin besonders im ersten Abschnitt "Statt einer Einleitung" S. 14f., wo Koslowski Guardinis "Das Ende der Neuzeit" zitiert und gedanklich einbindet. Siehe auch WELSCH, WOLFGANG, Neuzeit - Moderne - Postmoderne, in: ders., Unsere postmoderne Moderne, Weinheim 1987, S. 65 - 85, oder DERS. (Hg.), Wege aus der Moderne. Schlüsseltexte der Postmoderne-Diskussion, Weinheim 1988.
2 So heißt es auf dem Einband des Buches von KUHN, HELMUT, Romano Guardini. Der Mensch und das Werk, München 1961. Im Folgenden: KUHN, Guardini.
3 Vgl. unter anderem GUARDINI, ROMANO, Berichte über mein Leben. Autobiographische Aufzeichnungen, herausgegeben von Franz Henrich, Düsseldorf 1984, S. 134ff.
4 Zur Biographie vgl. GERL, HANNA-BARBARA, Romano Guardini 1885 - 1968. Leben und Werk, Mainz 1985, an dieser Stelle vor allem S. 330ff. und S. 343ff. Im Folgenden kurz: GERL, Guardini. Siehe auch SCHMUCKERVON KOCH, JOSEPH F., Romano Guardini: Christlicher Realismus und menschliche Selbstbestimmung, in: Speck, Josef (Hg.), Grundprobleme der großen Philosophen. Philosophie der Gegenwart VI, Göttingen 1984, S. 189 - 226, hier S. 189 - 191. Im Folgenden: SCHMUCKER-VON KOCH, Guardini.
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