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Hauptseminararbeit, 2000, 18 Seiten
Autor: Dipl.-Theol. Christoph Körner
Fach: Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Details
Tags: Zweifel, Denken, Gewißheit, Seins, René, Descartes, Cogito
Jahr: 2000
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 23 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-48258-5
Dateigröße: 184 KB
Vom Zweifel als Ausgangspunkt führt das Denken als Weg im Ergebnis zur Erkenntnis des Seins. In der vorliegenden Arbeit wird die philosophische Methode Descartes' anhand des bekannten "Cogito, ergo sum" analysiert und erörtert.
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Textauszug (computergeneriert)
Vom Zweifel über das Denken zur Gewißheit des Seins.
René Descartes und das "Cogito, ergo sum"
von: Christoph Körner
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Zur Biographie von René Descartes 2
3 Das "Cogito, ergo sum" 4
3.1 Ansatzpunkt: Der methodische Zweifel 5
3.2 Das Ich als "res cogitans" oder was Descartes unter "cogitare" versteht 7
3.3 Die Frage nach dem "Sein" 9
3.4 Die erste Gewißheit - unbezweifelbar? 10
3.5 Interpretation und Kritik 11
4 Vom Zweifel über das Denken zur Gewißheit des Seins 12
5 Ausblick: Selbstgewißheit und Gottesgewißheit 13
Literaturverzeichnis 16
1 Einleitung
"Vom Zweifel über das Denken zur Gewißheit des Seins" will diese Arbeit dem gedanklichen Weg folgen, den René Descartes gegangen ist, um zur Gewißheit des Selbst zu gelangen. Ausgehend vom methodischen Zweifel, der im ersten Abschnitt dargestellt wird, soll dann im zweiten Abschnitt die Subjektivität der Aussage des "Cogito, ergo sum", also das "Ich", näher betrachtet werden. Im weiteren Verlauf wird untersucht, was Descartes eigentlich unter "cogitare", "denken", versteht und was "sein" bzw. "Existenz" für ihn heißt. Die Frage, ob denn die eigene Existenz, für Descartes die erste Gewißheit, wirklich so unbezweifelbar ist, stellt sich dann im folgenden Abschnitt. Danach sollen zunächst, vor einer eigenen Bewertung, verschiedene Interpretationen des "Cogito, ergo sum" kurz vorgestellt werden. Ein Ausblick auf den engen Zusammenhang zwischen der Erkenntnis der Selbstgewißheit und der Gottesgewißheit bei Descartes erfolgt schließlich im letzten Teil. Grundlage für die Arbeit sind die "Meditationes de Prima Philosophia" ("Meditationen über die Erste Philosophie"), eines seiner philosophischen Hauptwerke.
2 Zur Biographie von René Descartes
Einige Anmerkungen zu Leben und Werk von René Descartes am Beginn dieser Arbeit sollen nicht fehlen. Wer war jener Mann, den Wilhelm Weischedel in seinem Buch "den Philosophen hinter der Maske"1 nennt?
René Descartes, latinisiert Renatus Cartesius, wurde am 31. März 1596 im französischen La Haye (Touraine) geboren. Er entstammte sowohl väterlicherseits, sein Vater war Jurist, als auch mütterlicherseits einer alten Adelsfamilie. In den Jahren von 1604 bis 1612 besuchte er das renommierte Collège Royal der Jesuiten in La Flèche (Anjou), wo er unter anderem die scholastische Philosophie, wie sie in der damaligen Zeit gelehrt wurde, kennenlernte. Anschließend begab er sich zu mathematischen und juristischen Studien nach Paris, bevor er, wohl von seinem Vater geschickt, 1618 in Holland mit einer Ausbildung in der Armee des Prinzen Moritz von Oranien begann. In der folgenden Zeit kam René Descartes entweder mit dem Militär - es ist die Zeit des beginnenden dreißigjährigen Krieges - oder auf privaten Reisen durch weite Teile Europas, so im Sommer 1619 nach Kopenhagen und Danzig sowie durch Böhmen, Ungarn, Österreich und schließlich nach Neuburg bei Ulm ins Winterquartier. An diesem Ort ging ihm, der Überlieferung nach, im sogenannten "Inauguraltraum der Cartesianischen Philosophie" mit der grundsätzlichen Frage "Quod vitae sectabor iter?" ("Welchen Lebensweg soll ich einschlagen?") bereits die Problematik der Methode durch den Kopf, mit der er sich später noch eingehender beschäftigen sollte.2 Er diente dann als Freiwilliger in der Armee des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. und weilte schließlich wieder einige Jahre in Frankreich, erst in seiner Heimatgegend und - nach einer Unterbrechung von 1623 bis 1625 durch eine längere Italienreise - bis 1628 in Paris. Auch während des Dienstes beim Militär seine Studien fortführend, arbeitete Descartes in dieser Zeit an dem Werk über die "Regulae ad directionem ingenii" ("Regeln zur Leitung des Geistes"), das aber erst 1701 in Amsterdam veröffentlicht wurde.
Im Jahr 1628 siedelte er nach Holland über, wo er sich in die Einsamkeit zurückzog und fast völlig abgeschlossen von der Außenwelt lebte. Der größte Teil seiner Schriften, in denen er sein philosophisches System darstellt beziehungsweise seine mathematischen und naturwissenschaftlichen Studien vorlegt, entstand in der Zeit des Holland-Aufenthaltes. So erschien 1637 der "Discours de la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la vérité dans les sciences" ("Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung"). Das schon erwähnte Buch, die "Meditationes de prima philosophia" ("Betrachtungen zur ersten Philosophie"), eine Ausführung seiner Gedanken zur Metaphysik, wie es der Titel in Anspielung auf die aristotelische Bezeichnung richtig vermuten läßt, brachte er 1641 heraus. Von Descartes′ enzyklopädischem Anspuch, "die Summe aller Wissenschaften zu kennen und zu bearbeiten"3, zeugen das Fragment eines großen naturphilosophischen Werkes und die 1644 veröffentlichten "Principia philosophiae" ("Die Prinzipien der Philosophie"). Neben allen mathematischen und naturwissenschaftlichen Überlegungen kristallisiert sich zunehmend die besondere Stellung der Metaphysik in seinem Denken heraus, ersichtlich auch aus der sich abzeichnenden Verschiebung des Schwerpunktes in seinen Schriften.4 Das letzte Werk von Descartes, "Les passions de l′âme" ("Die Affekte der Seele") erschien 1649. Daneben existieren zahlreiche Briefe, Quelle vieler Informationen über seine Philosophie und Beleg für Descartes′ rege Korrespondenz mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Zu den wichtigsten von ihnen gehörte sein langjähriger Freund und Mentor Martin Mersenne in Paris, auch "Sekretär des gelehrten Europa" genannt.5
[...]
1 WEISCHEDEL, W., Descartes oder Der Philosoph hinter der Maske, in: ders., Die philosophische Hintertreppe. Die großen Philosophen in Alltag und Denken, München (1966, 1973) 291999, S. 114 - 124, hier S. 114. Im Folgenden: WEISCHEDEL. Ob die Bezeichnung wirklich zutreffend ist, die Descartes in einer ähnlichen Formulierung selbst gebraucht hat, soll an dieser Stelle nicht näher untersucht werden.
2 Vgl. WICHMANN, T., Descartes, in: Bernd, L. (Hg.), Metzler-Philosophen-Lexikon, Stuttgart 1989, S. 180 - 186, hier S. 180. Im Folgenden kurz: Metzler-Philosophen-Lexikon.
3 Ebd.
4 Bekannt und interessant ist in diesem Zusammenhang das Bild, das Descartes in der Einleitung zur französischen Ausgabe der "Principia philosophiae" zeichnet: "Die gesamte Philosophie ist also einem Baume vergleichbar, dessen Wurzeln die Metaphysik, dessen Stamm die Physik und dessen Zweige alle übrigen Wissenschaften sind, die sich auf drei hauptsächliche zurückführen lassen, nämlich auf die Medizin, die Mechanik und die Ethik ..." Vgl. Metzler-Philosophen-Lexikon, S. 181.
5 Vgl. OEING-HANHOFF, L., Descartes. Die Neubegründung der Metaphysik, in: Speck, J. (Hg.), Grundprobleme der großen Philosophen. Philosophie der Neuzeit I, Göttingen 21986, S. 35 - 73, hier S. 36. Im Folgenden kurz: OEING-HANHOFF.
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