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Wer erhält den Weinberg? Zur Auslegung des Winzergleichnisses in Mk 12,1-12

Hauptseminararbeit, 2005, 19 Seiten
Autor: Dipl.-Theol. Christoph Körner
Fach: Theologie - Biblische Theologie

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 30  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V52588
ISBN (E-Book): 978-3-638-48261-5

Dateigröße: 171 KB


Textauszug (computergeneriert)

PHILOSOPHISCH-THEOLOGISCHE
HOCHSCHULE SANKT GEORGEN
Hauptseminar: Die Spruchüberlieferung Jesu:
Herrenworte im Markusevangelium

Wer erhält den Weinberg?
Zur Auslegung des Winzergleichnisses in Mk 12,1-12

von: Christoph Körner

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 2

1 Der Text: Mk 12,1-12 2

1.1 Verortung 2
1.2 Gliederung und Strukturanalyse 3
1.3 Die Frage nach dem Schluß 6

2 Diverse Kontexte 7

2.1 Lebensweltlicher Hintergrund 7
2.2 Intertextuelle Bezüge 8
2.3 Aspekte des Markus-Evangeliums 10

3 Perspektiven einer Zusammenschau 11

Literaturverzeichnis 14

Anhang: Übersetzung zu Mk 12,1-12 17



 

 

0 Einleitung

„… und er wird den Weinberg anderen geben.“ Wer ist in Mk 12,9 mit den „anderen“ gemeint, die den Weinberg bekommen werden? In welchem Verhältnis steht der „geliebte Sohn“, also der Erbe, zu ihnen und zum „verworfenen Eckstein“? Wofür gibt der „Weinberg“ das Motiv, wen stellen „die Pächter“ dar? Diesen und weiteren Fragen zum Abschnitt 12,1-12 des Markus-Evangeliums widmet sich die nachfolgende Arbeit. Sie beschäftigt sich zuerst mit der („äußeren“ und „inneren“) Gestalt des Textes. Am Anfang versucht sie eine ungefähre Verortung der Textstelle, auf die eine Gliederung und eine Analyse der Textstruktur folgen. Danach geht es kurz um die möglichen „Enden“ des erzählten Gleichnisses. Mit dem lebensweltlichen Hintergrund des Gleichnisses, intertextuellen Bezügen speziell zur Septuaginta sowie einigen Aspekten des Markus-Evangeliums werden im zweiten Teil drei unterschiedliche, den Text bestimmende Kontexte ein wenig näher beleuchtet. Die ebenfalls relevanten und für eine Interpretation durchaus interessanten synoptischen Paralleltexte Mt 21,33-46 und Lk 20,9-19 kann diese Arbeit, um i(n ihre)m Rahmen zu bleiben, nicht weiter berücksichtigen. Den Abschluß bildet eine „Zusammenschau“ der vorangegangen Überlegungen.

1 Der Text: Mk 12,1-12

Vorrangig interessiert hier der Text als Ganzes, ohne daß detailliert auf Hypothesen über einzelne Bearbeitungsstufen und sekundäre Erweiterungen eingegangen wird.

1.1 Verortung

Die erzählte Handlung, in deren Zusammenhang Mk 12,1-12 steht, ist in Jerusalem situiert. Der Einzug Jesu in die Stadt und die „Tempelreinigung“ liegen noch nicht lange zurück. Es werden seine letzten Tage sein, die Jesus dort verbringt. Unmittelbar voraus geht dem zu analysierenden Abschnitt – innerhalb der gleichen Szenerie im Vorhof des Tempels – die Frage der Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten nach der Vollmacht (evxousi,a) Jesu (Mk 11,27-33). Im Folgenden vermeidet Jesus eine direkte Entgegnung, sondern stellt eine Gegenfrage, die wiederum unbeantwortet bleibt. Er selbst verweigert daraufhin ausdrücklich eine Antwort, erzählt aber (ihnen indirekt antwortend?) trotzdem ein Gleichnis. Wie es scheint anders als sonst bei Markus „üblich“ (vgl. Mk 4,10ff.) wird dieses von denen, die angesprochen sind, (teilweise) verstanden. Doch (noch) ist die Furcht der „Führer Israels“ vor der Menge – nicht etwa der Respekt vor Jesus – so groß, daß er zunächst frei weiter agieren kann. Das läßt den erzählerischen Raum unter anderem für die sich – in Markus 12,13-27 (bzw. 34) – anschließenden Streitgespräche mit Vertretern verschiedener jüdischer Gruppierungen (Pharisäer, Herodianer, Sadduzäer) und einen eschatologischen Ausblick (Mk 13), bevor sich dann die Situation Jesu endgültig zuspitzt.

1.2 Gliederung und Strukturanalyse

Einen Überblick über den Text selbst sollen nun erst einmal der folgende Gliederungsvorschlag und eine Untersuchung seiner sprachlichen wie erzählerischen Struktur geben.

1 Kai. h;rxato auvtoi/j evn parabolai/j lalei/n(
VAmpelw/na1 a;nqrwpoj evfu,teusen
kai. perie,qhken fragmo.n
kai. w;ruxen u`polh,nion
kai. wv|kodo,mhsen pu,rgon
kai. evxe,deto auvto.n gewrgoi/j kai. avpedh,mhsenÅ
2 kai. avpe,steilen pro.j tou.j gewrgou.j tw/| kairw/|
dou/lon
i[na para. tw/n gewrgw/n la,bh| avpo. tw/n karpw/n
tou/ avmpelw/noj\
3 kai. labo,ntej auvto.n e;deiran kai. avpe,steilan keno,nÅ
4 kai. pa,lin avpe,steilen pro.j auvtou.j a;llon dou/lon\
kavkei/non evkefali,wsan kai. hvti,masanÅ
5 kai. a;llon avpe,steilen\
kavkei/non avpe,kteinan(
kai. pollou.j a;llouj(
ou]j me.n de,rontej( ou]j de. avpokte,nnontejÅ
6 e;ti e[na ei=cen ui`o.n avgaphto,n2\
avpe,steilen auvto.n e;scaton pro.j auvtou.j
le,gwn o[ti
VEntraph,sontai to.n ui`o,n mouÅ
7 evkei/noi de. oi` gewrgoi. pro.j e`autou.j ei=pan o[ti
Ou-to,j evstin o` klhrono,moj\
deu/te avpoktei,nwmen auvto,n(
kai. h`mw/n e;stai h` klhronomi,aÅ
8 kai. labo,ntej avpe,kteinan auvto.n
kai. evxe,balon auvto.n e;xw tou/ avmpelw/nojÅ
9 ti, Îou=nÐ poih,sei o` ku,rioj tou/ avmpelw/nojÈ
evleu,setai
kai. avpole,sei tou.j gewrgou.j
kai. dw,sei to.n avmpelw/na a;lloijÅ
10 ouvde. th.n grafh.n tau,thn avne,gnwte(
Li,qon o]n avpedoki,masan oi` oivkodomou/ntej(
ou-toj evgenh,qh eivj kefalh.n gwni,aj\
11 para. kuri,ou evge,neto au[th
kai. e;stin qaumasth. evn ovfqalmoi/j h`mw/nÈ3
12 Kai. evzh,toun auvto.n krath/sai(
kai. evfobh,qhsan to.n o;clon(
e;gnwsan ga.r o[ti pro.j auvtou.j th.n parabolh.n ei=penÅ
kai. avfe,ntej auvto.n avph/lqonÅ

[...]


1 Fettgedruckte Wörter weisen auf Bezüge zum Text der Septuaginta hin. Vgl. dazu unten ausführlich Abschnitt 2.2.

2 Kursivschreibung kennzeichnet Stichworte aus dem Markus-Evangelium. Vgl. Abschnitt 2.3.


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