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Hauptseminararbeit, 2002, 18 Seiten
Autor: Dipl.-Theol. Christoph Körner
Fach: Theologie - Praktische Theologie
Details
Institution/Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tags: Wandel, Konfliktursachen, Veränderungen, Strategien, Bewältigung, Möglichkeiten, Krisenmanagements, Konfliktlösung, Friede, Gerechtigkeit, Kirchen, Dialog, Organisationen
Jahr: 2002
Seiten: 18
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-48263-9
Dateigröße: 162 KB
Im Hintergrund dieser konflikttheoretischen Reflexionen auf Metaebene steht als Fallbeispiel der Kosovo-Konflikt, der im Jahr 1999 eine massive Zuspitzung mit internationalen Komplikationen erfuhr. Ausgehend von einer die differenzierte Ursachenanalyse ermöglichenden Typologie versucht die Arbeit Ansätze für eine nachhaltige Konfliktbewältigung aufzuzeigen.
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mit internationalen Organisationen
Sommersemester 2002
Wandel der Konfliktursachen und Veränderungen in den
Strategien ihrer Bewältigung? Möglichkeiten des
Krisenmanagements und der Konfliktlösung
von: Christoph Körner
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Konfliktursachen im Wandel 2
2.1 Unterscheidungen 3
2.2 Versuch einer Typologie von Konfliktursachen 4
2.3 Die Komplexität der Konflikte und ihrer Ursachen 6
3 Konfliktprävention zwischen Vermeidung und Vorsorge 6
4 Krisenmanagement mit militärischen Mitteln? 9
5 Konfliktbewältigung als Konfliktnachsorge 10
5.1 Grundlagen und Kriterien 10
5.2 Kurzfristige Maßnahmen 12
5.3 Langfristige Aufgaben 13
6 Schlußfolgerungen 13
Literaturverzeichnis 17
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit fragt zunächst nach einem Wandel der Ursachen politischer Konflikte im weitesten Sinn. Dazu erfolgt in einem ersten Teil, neben Klärungen grundlegender Art und ausgehend von den Ursachen, die Analyse der verschiedenen Typen und Formen der auftretenden Konflikte. In den sich anschließenden Abschnitten werden vor dem Hintergrund der Frage, ob der festzustellende Wandel der Konfliktursachen von Veränderungen in den Strategien ihrer Bewältigung begleitet wird, Möglichkeiten der Konfliktprävention, des Krisenmanagements und der Konfliktlösung vorgestellt und aufgezeigt. Dabei spielen die Problematik eines militärischen Eingreifens bei internationalen Konflikten, die Schwierigkeiten, die mit den Versuchen, eine Lösung auf diesem Weg herbeizuführen, verbunden sind, und die Suche nach Kriterien für eine adäquate Bearbeitung von Konflikten eine wichtige Rolle. Abschließende Überlegungen formulieren andeutungsweise einige Aufgaben, die sich, auch aus den dargestellten Entwicklungen heraus, für die internationale Politik und die politische Friedensarbeit im Hinblick auf die Konfliktbewältigung ergeben.
2 Konfliktursachen im Wandel
Am Anfang sollen eine kurze Herleitung und eine nähere Bestimmung des für diese Arbeit zentralen Konfliktbegriffes stehen. Das Wort "Konflikt" ist eine Entlehnung aus dem Lateinischen und stammt von der Maskulinform "conflictus" (= Zusammenstoß), das als Abstraktum eine Bildung des Verbs "confligere" (= zusammenschlagen, zusammenstoßen, zusammenprallen) darstellt.1 Der Gebrauch des Wortes kann auf der individuellen Ebene entweder einen inneren Zwiespalt, einen Widerstreit der Beweggründe oder einen Streit bzw. ein Zerwürfnis zwischen zwei Personen meinen.2 Demgegenüber findet es sich in großer Häufigkeit auch als Bezeichnung für die, vielfach sogar militärische und bewaffnete, Auseinandersetzung zwischen Staaten. Diese Ebene des Konflikts von politischen Systemen steht auch im Vordergrund der nachfolgenden Ausführungen. Dabei geht es jedoch nicht nur um systemexterne Auseinandersetzungen diverser, überwiegend homogen und in sich geschlossen erscheinender Gebilde, also um solche Konflikte, die im Bereich der Außenbeziehungen eines Systems stattfinden, sondern auch und vor allem um systeminterne Konflikte, die sich innerhalb eines größeren, oft sehr heterogenen und vielleicht wenig gefestigten, gesellschaftlichen Systems, zum Beispiel zwischen einzelnen Systemsegmenten bzw. zwischen ganzen gesellschaftlichen Gruppen, zutragen können.
2.1 Unterscheidungen
Zu Beginn sind außerdem vier grundlegende Differenzierungen vorzunehmen: Zum einen ist bei der Untersuchung von Konflikten die speziell aus der Geschichtswissenschaft bekannte klassische Unterscheidung zwischen vorgeschobenen Gründen, bloßen Anlässen und tatsächlichen Ursachen zu beachten. Zum anderen sind, wie schon angedeutet, zwischenstaatliche von innerstaatlichen Konflikten zu unterscheiden, was vor allem für die Frage eines angemessenen Vorgehens bei Konfliktprävention und Konfliktbewältigung von Bedeutung ist. Hier ist bereits die erste Verschiebung festzustellen, nämlich dahingehend, daß sich die internationale Politik in den letzten Jahrzehnten zunehmend mit innerstaatlichen Konflikten, wie zum Beispiel Bürgerkriegen, konfrontiert sieht, während die Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Staaten eher in den Hintergrund treten.3 Im Zusammenhang mit der Zustandsbeschreibung eines politischen bzw. gesellschaftlichen Systems und mit der Untersuchung der Beziehungen zweier oder mehrerer solcher Systeme zueinander kommt eine weitere wesentliche Unterscheidung, und zwar von "kalten" und "heißen" Konflikten, hinzu. Von einem latent vorhandenen ("kalten") Konflikt wird in Bezug auf den labilen Zustand eines Systems gesprochen, wobei diese Art von Konflikten genauso auch in oder zwischen stabilen Systemen existiert. Wenn sich ein System hingegen in einer fragilen, instabilen Lage befindet bzw. vor dem Zerfall steht, ist die Rede von einem eskalierten ("heißen") Konflikt. Das gleiche gilt für die Beschreibung der Relationen zwischen mehreren Systemen. Schließlich lassen sich drei Grundgestalten von Konflikten erkennen, die sich in ihrer Konstitution und tieferen Motivation voneinander unterscheiden, jedoch durchaus miteinander korrelieren und einander bedingen können. Da sind erstens die Interessenkonflikte, die aufgrund unterschiedlicher, konträrer bzw. gegenläufiger Interessen und Bedürfnisse entstehen, zweitens die Strukturkonflikte, die sich auf struktureller Ebene, meist in der Variante traditionelle, überkommene und aktuell bestehende Strukturen versus Reformbestrebungen oder gar revolutionäre Bewegungen, abspielen, und drittens die Existenz- und Identitätskonflikte, ausgelöst entweder durch die tatsächliche, oft auch durch die scheinbare, Gefährdung der eigenen Existenz, oder durch die Gefahr des Identitätsverlustes, oder zumindest durch die Angst davor, mit dem Ziel der Wahrung und der Festigung der eigenen Identität.
2.2 Versuch einer Typologie von Konfliktursachen
[...]
1 Vgl. Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, bearbeitet von Elmar Seebold, Berlin/New York 231999, S. 469. Im deutschen Sprachraum wird das Wort erst seit etwa dem 18. Jahrhundert verwendet.
2 Vgl. Duden. Das große Fremdwörterbuch: Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter, hrsg. vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion, Mannheim 1994, S. 753.
3 Vgl. die Tabelle zu den weltweiten Sezessions- und Autonomiebestrebungen der letzten zehn bis zwanzig Jahre bei CHRISTIAN P. SCHERRER, Ethno-Nationalismus im Zeitalter der Globalisierung. Ursachen, Strukturmerkmale und Dynamik ethnisch-nationaler Gewaltkonflikte. Ein Handbuch zu Ethnizität und Staat, Bd. 2, Münster 1997, S. 372. Vgl. DERS., Ethno-Nationalismus im Weltsystem. Prävention, Konfliktbearbeitung und die Rolle der internationalen Gemeinschaft. Ein Handbuch zu Ethnizität und Staat, Bd. 1, Münster 1996, S. 7 und S. 26 (im Folgenden: SCHERRER 1996).
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