Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Auf der Suche nach dem "Entwendeten Brief" mir Mikroskop und grüner Sonnenbrille... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Auf der Suche nach dem "Entwendeten Brief" mir Mikroskop und grüner Sonnenbrille - die Sichtweisen von Präfekt G. und Dupin

Termpaper, 2006, 12 Pages
Author: Joachim Riefer
Subject: American Studies - Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 12
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V53118
ISBN (E-book): 978-3-638-48650-7

File size: 87 KB
Notes :
Hausarbeit zur dritten Detektivgeschichte, oder "tale of ratiocination", von Edghar Allan Poe: "The Purloined Letter" (Der Entwendete Brief). Vergleich zwischen der makroskopischen Vorgehensweise von C. Auguste Dupin und der mikroskopischen des Pariser Präfekten G.



Excerpt (computer-generated)

UNIVERSITÄT HAMBURG
Institut für Anglistik und Amerikanistik
Literatur Ib: EDGAR ALLAN POE, 07-486
Wintersemester 2005/06

Auf der Suche nach dem "Entwendeten Brief" mir Mikroskop
und grüner Sonnenbrille - die Sichtweisen von Präfekt G. und Dupin

von: Joachim Riefer
 


 


 

Im April 1841 erschien in Grahams′ Magazine Edgar Allan Poes Kurzgeschichte “The Murders in the Rue Morgue”. Sie war Poes erste Detektivgeschichte, oder tale of ratiocination, wie er selbst sie bezeichnete, die sich nicht zuletzt durch ihre größere Realitätsnähe und Plausibilität von den vorher veröffentlichten gothic tales deutlich unterschied. Ihr folgten zwei weitere: “The Mystery of Marie Rogêt” (erschienen in drei Teilen von 1842-43 in Ladies′ Companion) und “The Purloined Letter” (erstmals veröffentlicht im September 1844 in The Gift: a Christmas, New Year, and Birthday Present). Die Hauptfigur dieser Trilogie ist der Pariser Detektiv C. Auguste Dupin1. Poe beschreibt sein erstes Erscheinen am Anfang der „Murders in the Rue Morgue“ folgendermaßen:

“This young gentleman was of an excellent – indeed of an illustrious family, but, by a variety of untowards events, had been reduced to such poverty that the energy of his character succumbed beneath it, and he ceased to bestir himself in the world, or to care for the retrieval of his fortunes.” (II, 242)

Der namenlose Erzähler trifft Dupin in einer Bibliothek, wo sie beide auf der Suche nach demselben seltenen Buch sind, und wohnt kurz darauf mit ihm zusammen. Poe gilt mit diesen Geschichten als Begründer der modernen Detektivgeschichte. Er führte Elemente ein wie den exzentrischen aber brillanten Detektiv, der privat ermittelt und die meist einfache aber schwer zu erkennende Lösung seiner Fälle durch analytische Logik und Intuition erreicht. Er ist ein gesellschaftlicher Außenseiter, der die abendliche Stille, eine Pfeife und die Behaglichkeit seiner eigenen vier Wände schätzt, in denen meist eine ansehnliche Bibliothek zu den unterschiedlichsten Themen zu finden ist. Eine weitere Neuerung ist die später (nach dem großen Erfolg von A. C. Doyles Sherlock-Holmes-Romanen) sogenannte “Watson-Figur”: ein Ich-Erzähler, der dem genialen Detektiv im Dialog durch seine manchmal fast naiv anmutenden Fragen die Gelegenheit gibt, die gesammelten Hinweise und seine daraus resultierenden logischen Gedankenkonstruktionen nach und nach zu erläutern. Er vermittelt so zwischen dem Ermittelnden und dem Leser und läßt diesen Stück für Stück an der Lösung des Rätsels teilhaben.

Auch die Art der Darstellung der Polizei, die durch ihre Engstirnigkeit schnell an ihre ermittlerischen Grenzen stößt und deshalb auf die Hilfe des respektierten “Amateurs” zurückgreifen muß, geht auf Poes tales of ratiocination zurück. Für die Pariser Polizei steht in allen drei Geschichten der Präfekt2 G—. Nachdem Dupin sich in den Fällen „Rue Morgue“ und „Marie Rogêt“ gut bewährt hat, ersucht der Präfekt ihn gleich zu Beginn des „Purloined Letter“ beinahe direkt um Hilfe: der französischen Königin ist von Minister D— ein Brief von nicht näher bestimmtem, aber wohl delikatem Inhalt entwendet worden, mit dem er sie nun schon geraume Zeit erpreßt. ′Odd′ ist ein Wort, das während der Ausführungen des Präfekten sehr häufig fällt:

“[Reflecting in the dark] is another of your odd notions,” said the Prefect, who had a fashion of calling every thing “odd” that was beyond his comprehension, and thus lived amid an absolute legion of “oddities”. [...] “The fact is, the business is very simple indeed and I make no doubt that we can manage it sufficiently well ourselves; but then I thought Dupin would like to hear the details of it, because it is so excessively odd.” - “Simple and odd.” said Dupin. (I, 368)

Das ′Sonderbare′ (Ib) ist, daß der Brief vor den Augen der Königin gestohlen wurde, sie ihn auf Grund diplomatischer und höfischer Verwicklungen nicht offen zurückfordern kann und vor allem, daß der Minister ihn stets parat hat, um ihn einzusetzen, was auf ein gut erreichbares Versteck folgern läßt. Dem Präfekten steht auf Grund seines hohen Amtes der gesamte Polizeiapparat zur uneingeschränkten Verfügung, mit dem er aber trotz modernster Methoden nichts erreichen kann (was Dupins spätere geistige Überlegenheit natürlich deutlich unterstreicht); das gesamte Anwesen des Ministers wird in Planquadrate unterteilt und jeder mögliche Aufenthaltsort des Briefs mit höchster Akribie unter Einsatz von Nadelbohrern, Sonden und Mikroskopen abgesucht. Ohne Erfolg. Dupin sieht die polizeilichen Methoden zwar als ′perfekt ausgeführt′, er denkt aber auch, daß es sich dabei lediglich um die übertriebene Ausführung eines Prinzips handelt, das auf der eingeschliffenen Annahme beruht, daß jeder den Brief so verstecken würde wie der Präfekt selbst:

“[The Prefect and his cohort] are right in this much—that their own ingenuity is a faithful representative of that of the mass; but when the cunning of the individual felon is diverse in character from their own, the felon foils them of course. [...] They have no variation of principle in their investigations.” (I, 375)

[...]


1 mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wortspiel von ′to dupe′: übertölpeln, hinters Licht führen

2 Vertreter des Zentralstaates F. und höchster Verwaltungsbeamter eines Départements (de.wikipedia.org, 10.3.′06)


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/53118/auf-der-suche-nach-dem-entwendeten-brief-mir-mikroskop-und-gruener-sonnenbrille
please wait Please wait