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Lesson Plan, 2006, 26 Pages
Author: Ina Schröder
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Tags: Märchen, Rotkäppchen, Prüfungslehrprobe, Klasse, Fach, Deutsch
Year: 2006
Pages: 26
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-49057-3
File size: 363 KB
Es handelt sich hierbei um einen ausführlichen Unterrichtsentwurf, der im Rahmen der Prüfung für das 2. Staatsexamen angefertigt wurde. Alle Arbeitsaufträge und Materialien sind beigefügt.
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Excerpt (computer-generated)
Staatliches Seminar für schulpraktische Ausbildung Sindelfingen
Unterrichtsentwurf
zur zweiten Dienstprüfung für das Lehramt an
Grund- und Hauptschulen
im Fach Deutsch
Thema:
Das Märchen „Rotkäppchen“
von
Ina Schröder
Inhalt
1. REFLEXIONEN ZUR LERNGRUPPE 1
2. ÜBERLEGUNGEN ZUM INHALT UND ZUR SACHE 2
2.1 „MÄRCHEN“ – BEGRIFFLICHKEIT UND HERKUNFT 2
2.2 MERKMALE DES MÄRCHENS 2
2.3. DAS MÄRCHEN „ROTKÄPPCHEN“ 3
3. BESCHREIBUNG DER ZU FÖRDERNDEN UND ZU ERREICHENDEN KOMPETENZEN 3
4. DIDAKTISCH-METHODISCHE REFLEXION 4
4.1 DIDAKTISCHE BEGRÜNDUNG DER THEMENAUSWAHL 4
4.2 BEZÜGE ZU DEN LEITGEDANKEN DES BILDUNGSPLANS 5
4.3 EINBETTUNG DES STUNDENTHEMAS IN DEN UNTERRICHTLICHEN KONTEXT 6
4.4 DIDAKTISCH-METHODISCHE UMSETZUNG 7
5. LITERATUR 10
6. UNTERRICHTSSKIZZE 11
7. VERSICHERUNG 14
8. ANLAGEN 15
1. Reflexionen zur Lerngruppe
Seit Beginn des Schuljahres unterrichte ich mit großer Freude Deutsch in der XXX. Die Klasse besteht aus 7 Jungen und 8 Mädchen, wobei XXX erst vor vier Wochen und XXX erst vor 2 Wochen zu uns gekommen ist. Für nur zwei der Kinder ist Deutsch Familiensprache, alle anderen lernen Deutsch als Zweitsprache. Diese Tatsache hat große Auswirkungen auf den Leistungsstand der Kinder, der insgesamt sehr schwach ist. Neben den Schwierigkeiten in Rechtschreibung und Grammatik herrscht zudem eine große „Spracharmut“ in der Klasse. Die Kinder haben häufig Probleme, Dinge zu verbalisieren und verfügen über eine schlecht ausgebildete Begrifflichkeit. Das Sozialverhalten innerhalb der Klasse ist im allgemeinen bis auf hin und wieder auftretende Streitereien gut. Es gibt jedoch einige etwas auffälligere Schüler, die ich an dieser Stelle nennen möchte: XXX ist sehr verhaltensauffällig und wird laut Aussagen der Eltern gerade auf ADHS getestet. Es ist sehr schwer für ihn, über einen längeren Zeitraum konzentriert bei der Sache zu bleiben. Er lässt sich sehr leicht ablenken und hat eine äußerst nachlässige Arbeitshaltung. Sehr gerne kommentiert er Gespräche und Vorgänge in der Klasse, weshalb ich ihn häufiger ermahnen muss. Auch XXX ist sehr „aufgeweckt“, beteiligt sich zwar gut an Gesprächen, reagiert aber oft auch sehr impulsiv und spricht unaufgefordert, ohne sich zu melden. Man hat den Eindruck, als sprudeln die Worte ohne Absicht einfach so aus ihm heraus. XXX ist ein äußerst schüchternes Mädchen. Sie arbeitet sorgfältig und gewissenhaft, beteiligt sich jedoch trotz vieler Einzelgespräche und Ermutigungen von mir so gut wie gar nicht am Unterricht.
XXX hat sehr große Probleme in der Artikulation und v.a. auch in der Rechtschreibung. Ihre Eltern lehnen den Rat ab, sie auf LRS testen und ihr die entsprechende Förderung zukommen zu lassen. Aber dennoch ist XXX eine große Bereicherung für den Unterricht, denn sie ist ungemein kreativ und fantasievoll und hat Freude am Lernen.
Was den Leistungsstand der Kinder im Hinblick auf den Inhalt und die anzustrebenden Kompetenzen der Stunde angeht, so ist mir aufgefallen, dass sie mit dem Thema Märchen sehr wenig vertraut sind. Zwar können sie einige bekannte Märchen nennen, den Inhalt kennen sie jedoch nur in seltenen Fällen. Auf mein Nachfragen hin, ist es in den Familien der meisten Kinder nicht üblich, dass Eltern oder Großeltern Märchen erzählen oder vorlesen.
Durch die sehr schwach ausgeprägte Begrifflichkeit der Kinder fällt ihnen das Lesen und selbstständige Erfassen fremder Texte noch sehr schwer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass handlungs- und produktionsorientiertes Umgehen mit und ganzheitliches Erfassen von Texten das Verstehen der Schüler fördert und die anschließende Arbeit an dem Originaltext erleichtert. Die Arbeit in Kleingruppen mit anschließender Präsentation ist den Kindern vertraut.
2. Überlegungen zum Inhalt und zur Sache
2.1 „Märchen“ – Begrifflichkeit und Herkunft
„Unter Märchen versteht man phantastisch-wunderbare Erzählungen, in denen die Naturgesetze weitestgehend aufgehoben sind und in denen außerwirkliche Gestalten, Zauber und Verwandlung die bestimmenden Elemente der Handlung darstellen“ (ZIESENIS 1993, 100). „Märchen (obdt. Märlein) ist das Diminutiv zu „Mär“ (mhd. maere) und bedeutet Nachricht, Bericht, Kunde, Erzählung“ (PETZOLD 2005, 245). Es wird zwischen den mündlich überlieferten Volksmärchen, die zunächst der Belehrung und der Unterhaltung der Erwachsenen dienten, und den der Hochdichtung zugehörigen Kunstmärchen unterschieden (vgl. PETZOLD 2005, 249). Nach Basile (1575-1632), dem ersten Märchensammler Europas, waren es vor allem die Brüdern Jakob (1785 -1863) und Wilhelm (1786 – 1859) Grimm, die – beeinflusst von den Vorstellungen und Ideen der Epoche der Romantik – die überwiegende Mehrzahl der europäischen Märchen gegen Ende des 18. Jahrhunderts sammelten und in ihrem in 3 Bänden erschienenen Werk „Kinder und Hausmärchen“ (1812/1815/1822) aufzeichneten (vgl. SCHULZ 2005, 44). Ihnen ist es zu verdanken, dass das Märchen, das bis dahin Erwachsenenunterhaltung war, zur Kinderlektüre wurde und nicht zuletzt auch Eingang in das Schulbuch fand (vgl. PETZOLD 2005, 245).
2.2 Merkmale des Märchens
Eindimensionalität: „Das Märchendiesseitige hat nicht das Gefühl im Jenseitigen einer anderen Dimension zu begegnen“ (LÜTHI 1997, 12), im Gegensatz zur Sage, in der der Mensch bei Begegnungen mit Wesen aus anderen Welten erschrickt.
Flächenhaftigkeit: „Die im Märchen agierenden Figuren sind ohne Körperlichkeit, sie besitzen keine Innenwelt, auch ihre Umwelt wird nicht dargestellt. Sie besitzen „scharfe Konturen“, sind ohne Tiefengliederung und wirken wie eine Silhouette“ (PETZOLD 2005, 247). LÜTHI verweist diesbezüglich auch auf das Fehlen der Dimension Zeit: „Die Helden der Märchen besitzen die ewige Jugend. Nichts vermag ihr Abtrag zu tun […]“ (LÜTHI 1997, 21).
Abstrakter Stil: „Innerhalb der flächigen Welt des Märchens heben sich die einzelnen Figuren durch „scharfe Kontur“ und reine Farben äußerlich voneinander ab“ (LÜTHI 1997, 25). Dinge werden nicht genau beschrieben, sondern nur benannt. Typisch ist die häufige Verwendung von Formeln oder Sprüchen, sowie von bestimmten Zahlen (3,7,12 und 13). Auch lebt das Märchen von extremen Kontrasten: gut oder böse, reich oder arm, jung oder alt, stark oder schwach… .
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