Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Hausarbeit, 2004, 23 Seiten
Autor: B.A. Janin Zippel
Fach: Politik - Int. Politik - Region: Westeuropa
Details
Institution/Hochschule: Universität Rostock (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschsften)
Tags: Regionalismus, Spanien, Nationalismus, Baskenland, Katalonien, Vergleich, Militanter, Nationalismus, Westeuropa, Korsika, Nordirland, Baskenland, Vergleich
Jahr: 2004
Seiten: 23
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-49075-7
Dateigröße: 216 KB
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der ETA im Baskenland (Spanien). Um die Umstände der Enstehung anschaulicher darzustellen wird in vergleichender Perspektive die Entwicklung des Nationalismus in Katalonien (Spanien) herangezogen.
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Textauszug (computergeneriert)
Universität Rostock, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften
Sommersemester 2004
Regionalismus in Spanien - Nationalismus im Baskenland
und in Katalonien im Vergleich
von: Janin Zippel
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung 3
1. Die historische Entstehung und Entwicklung des Nationalismus in Katalonien und im Baskenland 4
1.1. Baskenland 4
1.2. Katalonien 6
2. Vergleichende Analyse des Nationalismus im Baskenland und Katalonien 8
2.1. Historische Entstehung 8
2.2. Träger des Nationalismus 8
2.3. Eigenschaften des Nationalismus 9
2.4. Sprache 11
2.5. Gesellschaftliche Einflüsse 12
2.6. Widerstand und Entwicklungen während der Franco Ära 13
3. Ursachen der Entstehung des militanten Nationalismus im Baskenland 15
3.1. Die Besonderheiten des baskischen Nationalismus 15
3.2. Die Umstände der Entstehung 18
3.3. Umsetzungsmöglichkeiten des Gewaltpotenzials 18
3.4. Zusammenfassung 20
Kein Ende des Terrors in Sicht 20
Literaturverzeichnis 22
Anhang 23
Vorbemerkung
Im Jahre 1959 gründete ein kleine Gruppe baskischer Studenten an der Jesuiten Universität Bilbao eine Organisation Namens Euskadi ta Askatasuna (deutsch: Baskenland und Freiheit) kurz ETA. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, welch schicksalhafter Vorgang dieses für viele Tausend Spanier war, die in den kommenden Jahrzehnten in Folge unzähliger Terroranschläge ums Leben kommen sollten. Doch dies war nur das vorläufige Ende einer folgenschweren Kette von Ereignissen und Umständen, welche in unglücklicher Art und Weise im Baskenland zusammenkamen. Der Nationalismus, welcher sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts konstituiert hatte, entwickelte eine ganz eigene und gefährliche Dynamik. Auch in einer anderen Region Spaniens, in Katalonien, hatte sich ein Nationalismus herausgebildet. Dieser jedoch besitzt im Gegensatz zum baskischen Nationalismus gemäßigte Züge.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich primär mit der Entstehung beider Nationalismen Ende des 19. Jahrhunderts, deren Kräftigung während der spanischen Diktatur unter Francisco Franco Bahamonde zwischen 1939 und 1975, sowie ihren strukturellen Merkmalen. Im Wesentlichen soll herausgestellt werden, warum der baskische Nationalismus, trotz ähnlicher Grundvoraussetzungen beider nationalistischer Bewegungen, solch stark abweichende Entfaltungen erlebte.
Im 1. Kapitel werden zu diesem Zweck einleitend sowohl die Entstehung als auch die grundlegende Entwicklung der Nationalismen bis in die 70er Jahre in beiden Regionen kurz erläutert, um sie anschließend im 2. Kapitel detaillierter gegenüberstellen zu können. Ziel dieser Gegenüberstellung soll sein, konkrete Rückschlüsse über Gemeinsamkeiten und Unterschiede und deren Auswirkungen auf die Entwicklung ziehen zu können. Abschließend soll im 3. Kapitel im Besonderen auf die Entstehungsursachen des im Baskenland, entgegen dem gemäßigten katalonischen Nationalismus, entstandenen militanten Nationalismus eingegangen werden.
Nicht berücksichtigt werden die Entwicklungen beider Regionen nach der Franco-Diktatur, sowie historische Gesichtspunkte der Regionen vor der Entstehung der Nationalismen, da diese für die Beantwortung der zentralen Themen wenig zweckdienlich erscheinen. Weiterhin ist zu bemerken, dass sich die Ausführungen dieser Arbeit auf die wesentlichen Punkte beschränken um die Übersichtlichkeit der Analyse zu wahren und darüber hinaus den vorgegebenen Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu überschreiten. So werden parteiliche Entwicklungen, soweit sie nicht notwendigerweise zur Argumentation benötigt, weitestgehend ausgespart. Außerdem ließen sich aufgrund der Untergliederung geringfügige inhaltliche Überschneidungen nicht vermeiden. Diese Hausarbeit stützt sich zu einem großen Teil auf die Ausführungen des Autors Peter Waldmann1 da diese, bezüglich des Themas dieser Arbeit, entgegen den überwiegend deskriptiven Ausführungen der übrigen Autoren, zum größten Teil analytisch sind.
1. Die historische Entstehung und Entwicklung des Nationalismus in Katalonien und im Baskenland
1.1. Baskenland
Das heutige Baskenland umfasst die Provinzen Guipúzcoa, Vizcaya und Álava und liegt im äußersten Norden Spaniens.2 Das traditionelle Gebiet der Basken erstreckte sich jedoch über den Südwesten Frankreichs mit den Gebieten Labourd, Basse-Navarre sowie Soule und die spanische Provinz Narrava. Vor und nach einer sehr kurzen Phase der Eigenständigkeit zwischen 999 und 1035 gab es eine häufig wechselnde Zugehörigkeit der einzelnen baskischen Provinzen zu verschiedenen Königreichen.3 Seit dem 13. Jahrhundert wurde das Baskenland teilweise in das kastilische Königreich eingegliedert. Die Basken erhielten einen besonderen Status innerhalb des Königreiches und besaßen Sonderrechte (fueros). Diese wurden jedoch nach den Karlistenkriegen4 abgeschafft. Um 1880 setzte in insbesondere in der Provinz Viscaya eine rapide Industrialisierung ein, welche unter anderem eine enorme Zuwanderung von nicht-baskischen Arbeitern ins Baskenland mit sich zog.5
„Die städtischen Mittelschichten, vor allem aber das agrarische Hinterland, die durch den Industrialisierungsprozess ihre frühere soziale und politische Position einbüßten, wurden zu den Trägern des baskischen Regionalismus. Als antimoderne Bewegung vertrat dieser gegenüber der Überfremdung [...] durch Industrialisierung und Liberalisierung eine Rückbesinnung auf die ethnischen, sprachlichen und kulturellen Besonderheiten des Baskenlandes und forderte neben einer Wiederherstellung der [...] Sonderrechte den Erhalt der traditionell agrarischen Gesellschaftsform.“6 Begründer dieses Nationalismus im Baskenland war Sabino de Arana y Goiri. Beeindruckt von der katalanischen Regionalbewegung, erfand er um 1900 eigene Symbole, wie die Flagge und eine Hymne für das Volk der Basken sowie das Kunstwort „Euskadi“ für das Baskenland. Es entstand die erste baskisch-nationalistische Partei, die Partido Nacionalista Vasco (kurz: PNV). Im Jahre 1936 erhielt das Baskenland erstmalig einige seiner Sonderrechte innerhalb eines Autonomiestatuts zurück. Dieses war jedoch auf Grund des einsetzenden spanischen Bürgerkrieges 1936 praktisch nie aktiv.7
[...]
1 Waldmann, Peter: Militanter Nationalismus im Baskenland, Vervuert Verlag, Frankfurt am Main 1990 und Waldmann, Peter: Katalonien und Baskenland: Historische Entwicklungen der nationalistischen Bewegungen und Formen des Widerstands in der Franco-Zeit, in: Waldmann, Peter; Bernecker, Walther L.; López-Casero, Francisco (Hrsg.): Sozialer Wandel und Herrschaft im Spanien Francos, Paderborn u.a. 1984 (es ist anzumerken, dass die Inhalte des ersten Kapitels des ersten Werkes und des Beitrages Waldmanns im zweiten Werk identisch sind)
2 siehe auch Abbildung I im Anhang
3 Vgl. Brinck, Renate: Regionalistische Bewegungen zwischen internationaler Integration und regionaler Eigenständigkeit: Baskenland und Katalonien, Hamburg 1996, S.40
4 Konflikt um die Thronfolge im 19.Jahrhundert, welche bürgerkriegsähnliche Zustände annahm. Die Karlisten, welche besonders in den baskischen Gebieten große Anhängerschaft besaßen, wurden jedoch besiegt (Vgl. "Karlisten." Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.)
5 Vgl. Valandro, Franz: Das Baskenland und Nordirland: Eine vergleichende Konfliktanalyse, Innsbruck 2001, S.26-28
6 Nohlen, Dieter; Gonzáles Encinar, José Juan (Hrsg.): Der Staat der Autonomen Gemeinschaften in Spanien, Leske+Budrich, Opladen 1992, S.18
7 Vgl. Ebd. S.18
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Ethnisch-nationalistischer Terrorismus in Europa - Ziele und Ergebnisse des Handelns der ETA
Autor: Juliane HackSoziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Das Baskenland und die ETA - Geschichte, Identität, Unterdrückung und Terror eines Volkes
Autor: Ann-Katrin KutznerRomanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR
Neue Vertriebswege im Buchhandel - Der Internet-Buchhandel
Autor: Cornelia WeinreichBuchwissenschaft, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR
Lessings Jugendkomödie „Der junge Gelehrte“
Autor: M.A. Florian SchneiderGermanistik - Neuere Deutsche Literatur, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR
Das Medium Bild
Autor: Annegret SchwierGermanistik - Neuere Deutsche Literatur, 2001 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Sprachgesetzgebung Kataloniens in Geschichte und Gegenwart
Autor: Jost FromhageRomanistik - Katalanische Sprache, Literatur, Landeskunde, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR
Das bürgerliche Trauerspiel am Beispiel von Lessings Miß Sara Sampson und Emilia Galotti und Schillers Kabale und Liebe
Autor: Fee KrausseGermanistik - Neuere Deutsche Literatur, 2002 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Die Struktur von Intrige und Verstellung in Lessings „Miss Sara Sampson“ und „Emilia Galotti“
Autor: Stefan HinterholzerGermanistik - Neuere Deutsche Literatur, 2008
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: