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Termpaper, 2003, 28 Pages
Author: B.A. Janin Zippel
Subject: Politics - Political Systems - History
Details
Institution/College: University of Rostock (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Tags: Willy, Brandt, Visionär, Kanzlerdemokratie, Adenauers, Moderationsdemokratie, Schröders
Year: 2003
Pages: 28
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-49081-8
File size: 185 KB
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt. Im Vordergrund steht dabei die politische Laufbahn, insbesondere der Werdegang und Regierungsstil als Bundeskanzler, aber auch Aspekte der Zeit vor und nach seines politischen Wirkens werden betrachtet.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Rostock
Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften
Grundkurs
Vergleichende Regierungslehre
„Von der Kanzlerdemokratie Konrad Adenauers zur
Moderationsdemokratie Gerhard Schröders“
Willy Brandt – Der Visionär
eingereicht von:
Janin Zippel
Sommersemester 2003
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1. Zum Begriff der „Kanzlerdemokratie“
2. Von Ernst Herbert Frahm zum Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland
3. Bundeskanzler Willy Brandt
3.1. Der Wahlkrimi 1969
3.2. Der „Machtwechsel“
3.3. Das Kabinett Brandt
3.4. Die Innenpolitik
3.5. Die Außenpolitik
3.6. Das konstruktive Misstrauensvotum und die Neuwahlen 1972
3.7. Der Rücktritt Willy Brandts
4. Der Charaktermensch Willy Brandt
5. Willy Brandt als sozialdemokratische Antwort auf Adenauer?
Schlussbetrachtung
Literaturverzeichnis
Quellenverzeichnis
Vorbemerkung
Am Anfang der Bundesrepublik Deutschland stand eine Tragödie. Das Scheitern der ersten deutschen Demokratie, der sogenannten „Weimarer Republik“, die darauffolgende Herrschaft des Naziregimes unter dem Diktator Adolf Hitler und sechs schreckliche Jahre Krieg, der am Ende doch verloren war, ließen den Deutschen kaum Hoffnung auf eine solide politische Zukunft. Doch unter der Führung der Alliierten Siegermächte USA, Großbritannien und Frankreich etablierte sich das Regierungssystem der „Kanzlerdemokratie“. In den Jahren 1989/90 wurde dieses auch von der seit 1949 sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) anerkannt und das nach dem Krieg geteilte Deutschland konnte somit vereint werden.
Im Vergleich zu anderen westlichen Demokratien erwiesen sich die Regierungskonstellationen der Bundesrepublik seit 1949 als äußerst stabil. Endscheidend dafür ist insbesondere die gesetzlich verankerte starke Stellung des Bundeskanzlers. Dennoch unterschieden sich die Regierungsstile der bisher sieben Bundeskanzler der Bundesrepublik deutlich. Diese Hausarbeit soll im Kapitel 1 klären, wie es trotz einheitlicher gesetzlicher Rahmenbedingungen zu diesen unterschiedlichen Stilen kommen konnte, indem der Begriff „Kanzlerdemokratie“ näher erläutert wird. Das Hauptthema wird im Kapitel 2 eingeleitet. Diese Hausarbeit setzt sich mit dem Regierungsstil des vierten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Willy Brandt, auseinander. Einer kurzen biographischen Einleitung seiner Jugend und der politischen Karriere folgt im Hauptteil, dem Kapitel 3, eine Darstellung der politischen Karriere Brandts, von der knappen Wahlentscheidung 1969 bis zu seinem Rücktritt 1974. Ergänzend wird in Kapitel 4 der außergewöhnliche Charakter Brandts noch einmal näher betrachtet. Abschließend soll in Kapitel 5 die Frage geklärt werden, inwiefern man Willy Brandt als sozialdemokratische Antwort auf Konrad Adenauer bezeichnen kann.
Auf Grund des Umfangs wurden einige Punkte der Regierungsarbeit Willy Brandts ausgespart, die nicht direkt Einfluss auf dessen politische Karriere nahmen. Darunter fallen zum Beispiel Teile der Außenpolitik, die sich mit der Europafrage und der Sicherheitspolitik beschäftigen, sowie beispielsweise Fragen der Beziehung zur Freien Demokratischen Partei (FDP) während der sozial-liberalen Koalition und nähere Erläuterungen zur besonderen Stellung des Bundeskanzleramtes unter Horst Ehmke.Bei der Literaturauswahl und auch in der Internetrecherche gab es erstaunlich wenig Auswahl zum Thema der Hausarbeit. Aus diesem Grund wurden viele Bücher verwendet, die sich nicht explizit mit Willy Brandt auseinandersetzen, sondern oftmals Literatur über die allgemeine Geschichte und Politik in der Bundesrepublik. Werke, wie zum Beispiel die Autobiographien Horst Ehmkes und Willy Brandts, sind stark subjektiv und waren einer objektiven Einschätzung des Gegenstands dieser Hausarbeit deshalb selten dienlich.
1. Zum Begriff der „Kanzlerdemokratie“
Der Begriff der „Kanzlerdemokratie“ dient im allgemeinen der Beschreibung des bundesrepublikanischen Regierungssystems. Dennoch ist der Begriff durchaus umstritten. Einige Experten meinen, dass sich dieser Begriff nur auf den Regierungsstil Konrad Adenauers, dem ersten und bisher politisch stärksten Kanzler der Bundesrepublik, beziehen lässt, da er seine verfassungsrechtlichen Möglichkeiten am besten genutzt hat und somit als Maßstab für die Qualität einer Amtsführung gilt. Dem entgegen steht die weiter verbreitete Meinung, dass diese Bezeichnung für alle Kanzler verwendet werden kann, wenngleich diese ihr Amt in verschiedener Weise bestritten haben. Unumstritten ist hingegen, dass der Terminus Kanzlerdemokratie die besondere Position des Bundeskanzlers in der Regierung der Bundesrepublik bezeichnet. Diese ist bedingt durch verfassungsrechtliche Grundlagen des Grundgesetzes (GG) der Bundesrepublik und deren vielfältige Ausgestaltungsmöglichkeiten durch den Amtsinhaber. Die Frage bei der unterschiedlichen Ausgestaltung durch die verschiedenen Eigenschaften der Bundeskanzler liegt jedoch seltener bei der Verfassungskonformität, als mehr der Dienung für den Machterhalt eines Kanzlers.
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