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Examination Thesis, 2006, 93 Pages
Author: Christine Merklein
Subject: English Language and Literature Studies - Other
Details
Tags: Dramen, Shakespeares, Realschule, Didaktisch-methodische, Analysen
Year: 2006
Pages: 93
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 70 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-49351-2
File size: 321 KB
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Excerpt (computer-generated)
Philosophische Fakultät II der
Bayerischen Julius-Maximilians-Universität
Würzburg
Die Dramen Shakespeares in der sechsstufigen Realschule –
Didaktisch-methodische Analysen
Schriftliche Hausarbeit
Erste Staatsprüfung für ein Lehramt an Realschulen 2006
vorgelegt von: Christine Unger
vorgelegt am: 01.03.2006
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung ... 1
II. Der Literaturunterricht mit Shakespeare ... 3
1. Literatur und Didaktik ... 3
2. Die Entwicklung des Shakespeareunterrichts ... 3
2.1. Shakespeare im Unterricht bis zu den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts ... 5
2.2. Moderne Positionen ... 6
2.3. Zusammenfassung ... 7
3. Lehrplanvorgaben ... 9
3.1. Das fünfte Schuljahr ... 10
3.2. Das sechste Schuljahr ... 10
3.3. Das siebte Schuljahr ... 10
3.4. Das achte Schuljahr ... 11
3.5. Das neunte Schuljahr ... 11
3.6. Das zehnte Schuljahr ... 12
3.7. Fazit ... 13
4. Schülerorientierung ... 14
5. Lernziele des Literaturunterrichts ... 16
6. Zur Frage der Unterrichtssprache ... 18
8. Zur Frage der Textwahl ... 19
III. Das Für und Wider der Shakespearelektüre ... 21
1. Schwierigkeiten des Literaturunterrichts mit Shakespeare ... 21
1.1. Drei Hauptschwierigkeiten ... 21
1.2. Zum Problem der Sprache ... 21
2. Möglichkeiten des Literaturunterrichts mit Shakespeare ... 23
2.1. Gründe für die Shakespearebehandlung ... 23
2.2. Zeitlosigkeit und Universalität ... 23
IV. Dramatic vs. literary approach im Unterricht ... 25
1. Literary approach ... 25
2. Dramatic approach ... 26
3. Die Hexen aus Macbeth und der dramatic approach ... 28
V. Shakespeare in vereinfachten Textausgaben ... 30
1. Simplified Literature ... 30
2. Reader ... 33
VI. Macbeth in den Tales from Shakespeare ... 35
1. Charles und Mary Lamb ... 35
2. Charles und Mary Lambs Tales from Shakespeare ... 35
3. Macbeth im Original und bei den Lambs ... 37
3.1. Charaktere ... 37
3.1.1. Macbeth ... 37
3.1.2. King Duncan ... 40
3.1.3. Lady Macbeth ... 41
3.2. Fazit ... 42
VII. Kreativität beim Umgang mit Shakespeare ... 44
1. Kreatives Schreiben mit A Midsummer Night’s Dream ... 44
2. Szenisches Interpretieren mit Romeo and Juliet ... 45
3. Analytische vs. kreative Verfahren ... 48
VIII. Hintergründe zu Shakespeares Dramen ... 49
1. Das Shakespearedrama im elisabethanischen Zeitalter ... 49
1.1. Zeitreise in die Renaissance ... 49
1.2. Shakespeare and the Globe in Go Ahead 9 ... 50
1.3. Fazit ... 51
2. Das Shakespearedrama und seine Merkmale in Julius Caesar ... 53
2.1. Charakteristika des Shakespeareschen Dramas ... 53
2.1.1. Das Personeninventar ... 53
2.1.2. Mehrfache Handlungsstränge ... 53
2.1.3. Der Aufbau der Reden von Marc Antony und Brutus in Julius Caesar ... 54
2.2. Der Aufbau des Shakespeareschen Dramas in Julius Caesar ... 56
3. Das Shakespearedrama und die elisabethanische Bühne ... 60
3.1. Shakespearebühne und Idealbühne vs. moderne Bühne ... 60
3.2. Die Shakespearebühne am Beispiel von Romeo and Juliet ... 61
4. Das Shakespearedrama und dessen Sprache ... 67
4.1. Eine Grammatik zu Shakespeares Englisch ... 68
4.2. Wortspiele in The Taming of the Shrew ... 69
4.3. Stilmittel in Romeo and Juliet ... 70
IX. Otherness in Othello ... 74
1. Othello, der Exot ... 75
2. Didaktisches Potential der otherness in Othello ... 77
X. Shakespeareverfilmungen von Romeo and Juliet ... 79
1. Shakespeare in Love ... 79
2. Andere Verfilmungen von Romeo and Juliet ... 82
XI. Schlussbemerkung ... 83
XII. Bibliographie
I. Einleitung
„[…] Those that do teach young babes /
Do it with gentle means and easy tasks.“ (Othello, IV,2,114f)1
William Shakespeare, der Emilia die obigen Zeilen in seinem Drama Othello sprechen lässt, ist der wohl bekannteste und meist geachtete Dramatiker aller Zeiten: „Within the space of a hundred years, between the 1660s and the 1760s, ‚Bardolatry’ elevated him to his present, unrivalled position of supremacy within English literary culture […]“2. Mit seinem Leben und Werk haben sich Unmengen von Autoren und Interessenten beschäftigt. Allein in Deutschland gibt es zu Hamlet jährlich etwa 3000 Veröffentlichungen. Und in den Theatern finden heutzutage noch regelmäßig Aufführungen seiner Tragödien, Komödien und Historien statt.
Dementsprechend ist Shakespeare ein fester Bestandteil der schulischen Curricula. Schüler begegnen ihm sowohl im Englischunterricht, als auch im Deutschunterricht. Ein Großteil der Publikationen zur Shakespearelektüre in der Schule bezieht sich dabei explizit oder implizit auf die gymnasiale Oberstufe. Doch auch das Unterrichten von Shakespeare in unteren Jahrgangsstufen kann ein „exhilarating experience“3, also eine aufregende und erfrischende Erfahrung, sein. Aus diesem Grund gewinnt das Thema Shakespeare in der Realschule in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung, nicht nur in der Theorie, also auf Fachtagungen oder in Zeitschriften, sondern auch in der Praxis, wo sich der erhöhte Zuspruch in den aktuellen Schulbüchern der Realschule widerspiegelt, die Shakespeare zunehmend in ihr Programm aufnehmen.
Im ersten Teil meiner Arbeit werde ich auf die Literaturdidaktik und den Literaturunterricht mit Shakespeare eingehen. Zunächst wird dabei die Shakespearerezeption von Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute dargestellt, um aus der Entwicklung des Shakespeareunterrichts am Gymnasium einen Nutzen für die relativ neue Disziplin des Shakespeareunterrichts an der Realschule zu ziehen. Anschließend wird der Lehrplan auf Vorgaben für den Literaturunterricht hin untersucht. Der Literaturunterricht in den unteren Jahrgangsstufen bereitet die Schüler auf die anspruchsvollere Lektüre von Klassikern vor, die vom Lehrplan der sechsstufigen Realschule für die neunte Klasse angesetzt ist. Deshalb kann Shakespeare auch vor dem fünften Lernjahr in vereinfachter Form als Unterrichtsinhalt dienen.
Schülerorientierung und handlungs- und produktionsorientierter Unterricht sind wichtige Prinzipien für den Shakespeareunterricht und bedürfen deshalb einer genaueren Betrachtung, genauso wie die mit dem Shakespeareunterricht verbundenen Lernziele, und das Thema der Unterrichtssprache und der Textwahl. Im dritten Kapitel dieser Arbeit wird verdeutlicht, dass sich die Pro- und Kontra- Argumente in Bezug auf Shakespeare immer um die gleichen Punkte gedreht haben, obwohl die Beliebtheit von Literatur im Englischunterricht im Laufe der Jahre großen Schwankungen unterlegen war.
Nachdem in den Kapiteln II und III die Grundlagen des Shakespeareunterrichts an der Realschule erläutert werden, besteht der Hauptteil meiner Arbeit aus methodisch-didaktischen Untersuchungen zu diesem Thema. Dabei wird genauso auf Grundsätzliches, wie den aufführungsorientierten Ansatz, der im Gegensatz zum textanalytischen Ansatz steht, eingegangen, wie auch auf spezielle Vorschläge für Themenschwerpunkte bei der Lektüre, wie es etwa in Kapitel IX geschieht, in dem Othello auf sein didaktisches Potential bezüglich des Themas der otherness hin untersucht wird.
Im Ganzen sollen die Kapitel IV bis X ein breites Feld von methodischen und inhaltlichen Vorschlägen bieten, die sich im Shakespeareunterricht der Sekundarstufe I, dem Unterricht von ‚young babes’ also, niederschlagen können.
II. Der Literaturunterricht mit Shakespeare
1. Literatur und Didaktik
Eine Diskussion um Literatur verlangt zuallererst die Frage nach deren Bedeutung. Der Begriff Literatur fußt auf dem lateinischen Wort littera, das ‚Buchstabe’ bedeutet. Deshalb bezeichnet Literatur im weiteren Sinne alles Geschriebene4. Ahrens argumentiert, dass der heute zugrunde gelegte Textbegriff so weit gefasst ist, „daß er alle Zeichensysteme umfaßt, die für den Menschen im kultursemiotischen Sinne eine Bedeutung erlangen können.“5 Dass Shakespeare in die Kategorie Literatur fällt, ist unumstritten, aber mit solch einer Definition gehören auch mündliche Überlieferungen von Texten, wie etwa Sagen oder Märchen, zur Literatur.
[...]
1 Shakespeare, William, „The Tragedy of Othello, the Moor of Venice”, in: S. Greenblatt (Hrsg.), The Norton Shakespeare, London: Norton & Company, 1997, S. 2155. Alle weiteren Textstellen aus Shakespeares Dramen sind dieser Ausgabe entnommen und in Klammern hinter den Zitaten mit Titel des Stücks, Akt, Szene und Zeile angegeben.
2 Owens, W., “Shakespeare: theatre poet”, in: W.R. Owens und L. Goodman (Hrsg.), Shakespeare, Aphra Behn and the Canon, London: Routledge, 1996, S. 21.
3 Gibson, Rex, Teaching Shakespeare, Cambridge: Cambridge University Press, 1998, S. 224.
4 Vgl. Ahrens, Rüdiger, „Literaturwissenschaftliche Modelle“, in: R. Ahrens (Hrsg.), Handbuch Englisch als Fremdsprache, Berlin: Erich Schmidt Verlag, 1995, S. 301.
5 Ahrens, „Literaturwissenschaftliche Modelle“, S. 301.
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