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Presentation (Elaboration), 2006, 22 Pages
Author: Corinna Schücke
Subject: Romance Languages - Latin American Studies
Details
Institution/College: Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Tags: Interpretation, Gabriel, García, Márquez, Liebe, Zeiten, Cholera, Repetitorium, Spanische, Literatur
Year: 2006
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-49595-0
File size: 173 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Seminar: Repetitorium Spanische Literatur
Wintersemester 2005/2006, Fachsemester: 1
Interpretation Gabriel García Márquez:
"Die Liebe in den Zeiten der Cholera"
von: Corinna Schücke
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Analyse nach formalen Kriterien 4
2.1 Die Handlungsstruktur 5
3 Analyse nach inhaltlichen Kriterien 6
3.1 Lateinamerikanisches Sozialkolorit 6
3.2 Europa-Amerika-Reflexion 7
3.3 Die Figuren 7
3.3.1 Beziehungen der Figuren zueinander 10
3.4 Zentrale Begriffe des Romans 13
3.4.1 Liebe 13
3.4.1.1 Einstellungen der Figuren zur Liebe 13
3.4.2 Cholera 16
3.4.3 Alter 16
3.4.4 Beziehung der zentralen Begriffe des Romans zueinander 16
3.4.4.1 Liebe und Cholera 16
3.4.4.2 Alter und Cholera 17
3.4.4.3 Liebe und Alter 17
4 Resümee 19
Literaturverzeichnis 21
Anlage
1 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit dient der Interpretation Márquez′ Roman "Die Liebe in den Zeiten der Cholera". Er hat ein in epischer Breite geschildertes Dreiecksverhältnis zum Inhalt, in dem es jedoch nicht um die gleichzeitige Beziehung dreier Liebender, sondern um das säuberlich getrennte Nacheinander der Verhältnisse geht: die Jugendliebe zwischen Fermina und Florentino, die Ehe von Fermina und Urbino sowie die Altersliebe von Fermina und Florentino.
Der politisch-historische Kontext der Geschichte, die in Kolumbien angesiedelt ist, ist so gut wie ausgeklammert. Er wird zwar angesprochen, kaum aber thematisiert beziehungsweise problematisiert, so dass man sagen kann, dass das Romangeschehen fast jenseits der realen Welt verläuft. Bedenkt man vor allem, dass es sich tatsächlich um eine Zeit permanenter bewaffneter Unruhen handelt, die allein im "Krieg der 1.000 Tage", dem blutigsten aller Bürgerkriege, von 1899 bis 1902 über 100.000 Tote forderte. Auch die Deklaration der Unabhängigkeit des Landes oder die Weltwirtschaftskrise gehen an den Figuren scheinbar spurlos vorüber. (vgl. Dilgner 1996) Ohne also von der Historie sonderlich "abgelenkt" zu werden, kann sich der Leser voll und ganz auf die verschiedenartigen motivisch geleiteten Relationen des Romans, in Verbindung mit den Figuren, einlassen. Márquez gelingt damit, vor allem auch durch die Vermittlung von Lebensweisheiten, die ganze Vielschichtigkeit des Themas Liebe zu verdeutlichen. Mit der vorliegenden Hausarbeit soll anhand einer vornehmlich inhaltlichen Interpretation des Romans, die vor allem auf der Figurenkonstellation beruht, herausgearbeitet werden,
- dass Cholera im Roman als Synonym für Liebe steht,
- dass der Begriff Liebe im Roman eine vielschichtige Bedeutung hat,
- dass Jugendliebe sich anders definiert als Altersliebe.
2 Analyse nach formalen Kriterien
Die formale Analyse soll hier nur angerissen werden und recht kurz gehalten, da die inhaltliche Analyse ergiebig genug ist. Es handelt sich formal um einen Gesellschaftsroman, da die signifikanten Einzelschicksale Florentinos, Ferminas und Urbinos als Spiegel zur Schilderung der verschiedenen Gesellschaftsschichten dienen. Der in Prosa gehaltene Roman ist ein Figurenroman, da diese den dominanten Teil bilden. Der Roman ist darüber hinaus ein psychologischer Roman, da die inneren Handlungen Vorrang vor den äußeren haben (wie bereits erwähnt: Historie). Der Lebens-, weniger der Bildungsgang, der Romanfiguren ist psychologisch motiviert: es werden Extremsituationen und –haltungen abgebildet, wodurch ein ausgeklügeltes Netz an Relationen zwischen den Figuren und den zentralen Themen des Romans gesponnen wird. Literaturgeschichtlich betrachtet handelt es sich um einen Roman des Postboom. Nicht nur aufgrund seines Erscheinungsjahres sondern auch stilistisch weicht dieser Roman von dem Márquez immer wieder zugeschriebenen Magischen Realismus ab. Der Autor kann seine Wurzeln jedoch nicht ganz abschüttelt, so dass seine nachhaltig Prägung durch den Realismo mágico sich beispielsweise in der Zukunftsprophezeiung für Fermina (Seite 129) als das Mystische durchschlägt, oder auch im Aufgreifen des Wunderbaren, als nämlich Florentino das Jugendfoto Ferminas und Hildebrandas zufällig in die Hände fällt, was dieser als "Wunder der Liebe" betrachtet.
Der Postboom, in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts Ausläufer des Boom, thematisiert einen neuen Realismus, in dessen Mittelpunkt die neu etablierten Trivialkünste und Massenmedien stehen. Im Gegensatz zum Magischen Realismus soll im Boom und damit im Postboom, vor allem Unterhaltungsliteratur publiziert werden, was sich nur mit mehr Transparenz erreichen lässt; mit dem Ziel, ein breiteres Publikum ansprechen zu können. An das künstlerisch hohe Niveau des Magischen Realismus kann damit jedoch nicht mehr angeknüpft werden. (vgl. Rössner 1995 sowie Rössig 1995)
2.1 Die Handlungsstruktur
Die Handlung wird anachronisch präsentiert, da die natürliche Zeitfolge der Geschichte durchbrochen ist. Der Erzähler arbeitet mit Rückblenden, was sich in Form einer stark reflektiven Rück- und Überschau sowie der Zusammenfassung von Wirkungen der Vergangenheit auf die Zukunft darstellt. Der Beginn der Handlung des Romans entspricht nicht dem Beginn der Geschichte. Der Erzähler wählt seinen Einsatzpunkt zu einem bestimmten Zeitpunkt mitten in der Geschichte (in media res). Das Ende der Geschichte ist offen, was grundsätzlich Potenzial für etwas Neues bietet. In Anbetracht des hohen Alters der Figuren kann man die weitere Geschichte nicht all zu vielfältig spinnen. Es handelt sich um eine mehrsträngige Handlung. Nach Dill (1999) teil sie sich, im Sinne der Massenliteratur in Form des sentimentalen französischen Liebesromans, in folgende zwei Stränge auf: Zum einen in den Eheroman Ferminas, der à la Madame Bovary verläuft, zum anderen in den Strang der Bel-Ami-Amouren Florentino, die im Stile von Kitschromanfortsetzungsparodien gehalten sind.
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