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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 21 Pages
Author: Julian Hamann
Subject: Sociology - Miscellaneous
Details
Institution/College: University of Bamberg (Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften)
Tags: Kapitalströme, Handel, Indikatoren, Globalisierung, Wandel, Ungleichheit
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-49774-9
File size: 250 KB
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Excerpt (computer-generated)
Otto-Friedrich Universität Bamberg
Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
HS Globalisierung und der Wandel sozialer Ungleichheit
Kapitalströme und internationaler Handel
als Indikatoren für Globalisierung
eingereicht von:
Julian Hamann
Sommersemester 2005
Gliederung
1. Einleitung ... 1
2. Was ist neu an der Globalisierung? ... 2
3. Kapitalströme als Indikator für Globalisierung ... 4
4. Internationaler Handel als Indikator für Globalisierung ... 8
5. Kritik an dem Gebrauch der Indikatoren ... 11
5.1 Kritik an dem Gebrauch des Indikators „Kapitalströme“ ... 11
5.2 Kritik an dem Gebrauch des Indikators „internationaler Handel“ ... 13
6. Eigenes Fazit ... 16
7. Quellenangaben ... 18
1. Einleitung
Ein Zitat von Ulrich Beck macht deutlich, wie wichtig Indikatoren in der Diskussion um Globalisierung sind: „Ihn [den Globalisierungsbegriff] zu bestimmen gleicht dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln.“ (Beck, 1997, S. 44). Schon ein eindeutiger Beginn der Globalisierung ist schwer auszumachen. Marx datiert den Beginn des modernen Kapitalismus im 15. Jahrhundert, in der gleichen Epoche macht Wallerstein ein kapitalistisches Weltsystem aus. Giddens hingegen sieht die Modernisierung ab dem 18. Jahrhundert als Geburtsstunde der Globalisierung. Wieder andere sehen den Beginn der Globalisierung in der Abschaffung fester Wechselkurse oder im Zusammenbruch des Ostblocks. „Vielleicht liegen hier die Gründe, warum der Globalisierungsbegriff und –diskurs so schwammig ist.“ (Beck, ebd.). Man kann jedoch davon ausgehen, dass internationale Finanz- und Handelsmärkte kein Phänomen der letzten Jahrzehnte sind. Schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts existierten formalisierte internationale Beziehungen, und spätestens seit den weltweiten Auswirkungen des „black friday“ 1929 ist klar, dass es keine voneinander isolierten nationalen Finanzmärkte mehr gibt. International agierende Institutionen wie der Internationale Währungsfond, die Weltbank und die Welthandelsorganisation können als Ursache oder Folge einer globalisierten Finanz- und Handelssituation gesehen werden. E. Gundlach vom Institut für Weltwirtschaft stellt, so Müller und Kornmeier, treffend fest, dass die Globalisierung der Märkte kein neues Phänomen ist, sondern viel mehr das Ergebnis einer seit Jahren betriebenen Liberalisierung des Handels und der Kapitalmärkte darstellt. Neu sei lediglich, die mit dieser Liberalisierung verbundenen Entwicklungen unter einem Begriff zusammenzufassen (vgl. Müller, Kornmeier, 2001, S. 33).
Dass in dieser Arbeit nicht die Existenzberechtigung sondern die Qualität dieser Indikatoren geprüft wird, zeigt, wie unumstritten gerade die finanzielle Dimension der Gesellschaft als globalisiert aufgefasst wird. „Nirgendwo hat sich die Globalisierung so deutlich beschleunigt wie in der Finanzsphäre“ (Koopmann, Franzmeyer, 2003, S. 25). „Der Prozess der Globalisierung beruht vor allem auf finanz- und handelspolitischen Entscheidungen“ (von Plate, 2003, S. 42). Ein wichtiger Indikator für die Globalisierung ist die Tatsache, dass in den letzten Jahren alle Formen grenzüberschreitender Wirtschaftsaktivitäten schneller wuchsen als die weltweite Produktion. Um abschließend die Relevanz von internationalem Handel und von Kapitalströmen vor dem Hintergrund der Globalisierung noch einmal zu unterstreichen und das gesagte zusammenzufassen wird hier die Definition von Globalisierung der Europäischen Kommission herangezogen: „Globalization can be defined as the process by which markets and production in different countries are becoming increasingly interdependent due to thedynamics of trade in goods and services and flows of capital and technology. It is not a new phenomenon but the continuitation of developments that have been in train for some considerable time.“ (European Commission, 1997, S. 45). Aufgrund der Tatsache, dass es Globalisierung schon weitaus länger zu geben scheint als die dazugehörige Diskussion, soll unter Punkt zwei dieser Arbeit zunächst erläutert werden, was an der Globalisierung am Ende des 20. Jahrhunderts anders oder neu ist, vielleicht wird dadurch deutlich, was den Globalisierungsdiskurs ausgelöst hat. Bei aller Klarheit über die Globalisierung des internationalen Handels und der Kapitalströme herrscht des Weiteren Unklarheit darüber, in welchem Maße diese Bereiche als Indikatoren für Globalisierung dienen können. Um klar zu stellen, was genau mit den genannten Indikatoren gemeint ist, werden diese unter Punkt drei und vier vorgestellt und thematisch eingegrenzt. Hier soll das allgemeine wissenschaftliche Verständnis von internationalem Handel und Kapitalströmen als Indikatoren für Globalisierung dargestellt werden. Dazu gehören begriffliche Definitionen und Beschreibungen der historischen Entwicklung der Bereiche. Unter Punkt fünf folgt dann eine Kritik dieser wissenschaftlichen Auffassung. Hier soll untersucht werden, inwieweit die behandelten Indikatoren richtig beobachtet und bewertet werden und inwieweit sie tatsächlich eine Aussage über den Globalisierungsgrad zulassen. Die Arbeit endet mit einem eigenen Fazit unter Punkt sechs.
2. Was ist neu an der Globalisierung?
Wie in der Einleitung bereits beschrieben wurde sind Globalisierungs- und Internationalisierungstendenzen keine neue Erscheinung. Gerade die in dieser Arbeit behandelte Finanzwelt ist spätestens seit der Kolonialisierung entgrenzt. Deswegen stellt sich, bevor die Indikatoren untersucht werden, die in der Diskussion Verwendung finden, die Frage, warum die Diskussion um dieses Phänomen erst in den letzten Jahrzehnten entstanden ist. „Wenn heute nun Globalisierung ein dominanter Charakterzug der Moderne geworden ist […] dann stellt sich die Frage, worin sich die Globalisierung eigentlich ausdrückt und was ihre Dramatik ausmacht? Was also ist das Neue der Globalisierung am Ende des 20. Jahrhunderts im Vergleich zu den schon Jahrhunderte alten Globalisierungstendenzen?“ (Altvater, Mahnkopf, 1997, S. 33).
[...]
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