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Bildanalyse: Abbild einer Botschaft aus Palästina

Seminararbeit, 2005, 23 Seiten
Autor: Mag. Linda Osusky
Fach: Ethnologie / Volkskunde

Details

Veranstaltung: Advanced Research Methods in Visual Anthropology
Institution/Hochschule: Universität Wien (Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie)
Tags: Bildanalyse, Abbild, Botschaft, Palästina, Advanced, Research, Methods, Visual, Anthropology
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 23
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 3  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V54679
ISBN (E-Book): 978-3-638-49820-3

Dateigröße: 137 KB
Anmerkungen :
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Fotografie als Instrument in der Ethnologie, insbesondere in der arabisch-islamischen Region, anhand einer Bildanalyse eines Fotos aus der Westbank, auseinander. Neben allgemeinen fototheoretischen Überlegungen, wird die Fotografie aus ethnologischer Perspektive kritisch hinterfragt. Thematisiert wird desweiteren das "Bilderverbot" im Islam.



Textauszug (computergeneriert)

Universität Wien
Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie
MAPOB-Modul:
„Advanced Research Methods in Visual Anthropology”

Bildanalyse
„Abbild einer Botschaft“

eingereicht ovn:
Linda Osusky

 2004/05

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 3

1. Fototheoretische Überlegungen zur Frage der visualisierten „Realität“ ... 4
a) Die Verdrängung der Erinnerungsfähigkeit ... 4
b) Die kulturell bedingte Lesart von Bildern ... 5
c) Realität, Wahrheit und viele Perspektiven ... 6

2. Über das Foto ... 10
a) Bildbeschreibung ... 10
b) Entstehung des Fotos ... 11

3. Bildanalyse ... 12
a) Das „Bildverbot“ im Islam ... 12
b) Wirkung und Auswirkung des Fotos ... 14
c) Kulturell bedingte visuelle Kommunikation ... 15

4. Der Israel-Palästina-Konflikt ... 17
a) Überblick: Geschichte der Region ... 17
b) Geschichte des aktuellen Konflikts ... 18
c) Aktueller Stand der Situation im Nahen Osten ... 20

Schluss ... 22

Bibliographie ... 23

 

Einleitung

„Das neue Bildverfahren der Photographie und die erste gesellschaftliche Einrichtung der Ethnologie erblickten im Abstand weniger Wochen das Licht der Weltöffentlichkeit.“ 1 Aber nicht nur die Geburtsstunde ist den Disziplinen Ethnologie und Fotografie gemeinsam. Von Anfang an verwendeten Forschungsreisende die Kamera um ihre Ethnografien exakt dokumentieren zu können. Eine Rückschau auf ethnografische Fotografien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts macht deutlich wie sehr sowohl die Ethnologie als wissenschaftliche Disziplin, als auch die Fotografie als technische Entdeckung vom christlichen Abendland geprägt sind. Die Auswahl der Motive der Reisenden und Forscher zeigt deutlich die bestehenden Vorurteile gegenüber indigenen Völkern in Afrika, Asien und Amerika, gleich ob sie idealisiert oder barbarisiert wurden. Auch heute noch äußert sich die postkoloniale Vorherrschaft des „Westens“. Wissenschaft und das westliche Wirtschaftssystem haben die Religion als Wertemaßstab in der euro-amerikanischen Kultur abgelöst. Die Vorherrschaft des Westens rechtfertigt dessen Weltbild, das anderen Kulturen unter Anwendung von Druck und Zwang - mal erfolgreich, mal erfolglos - übergestülpt wird. Gleichzeitig wiegt man sich in der Überzeugung etwas Gutes zu tun, da die eigene Lebenswirklichkeit in ethnozentristischer Manier für die beste und einzig Richtige gehalten wird. Technologisierung und Ökonomisierung werden im Westen als das Maß der Dinge betrachtet. Abweichende Lebenswirklichkeiten und Weltbilder werden als rückständig angesehen und müssen daher ersetzt werden.

Die Ethnologie hat die Aufgabe die kulturelle Bedingtheit zu erklären, die Anthropologie das Menschenmögliche zu ermitteln, das durch die Kultur begrenzt wird.2 Wie aber soll dies nach den Maximen der Wissenschaftlichkeit, nämlich objektiv zu sein, geschehen, wenn Mittel wie die Fotografie von manchen Völkern aufgrund ihres Weltbildes abgelehnt werden und aufgrund ihres Weltbildes eine andere Form der Objektivität besitzen. Das bekannte Beispiel aus Nordamerika, demnach indigene Stämme in Nordamerika die Abbildung einer Person mit der Begründung ablehnen, dass die fotografierte Person eines Teils ihrer Seele beraubt wird, spricht für die Überschreitung eines Verbots, wenn Fremde diese Vorstellung ignorieren. Ethnologen knipsten und knipsen dennoch fleißig weiter. Die Kamera ist das Produkt einer Gesellschaft und deren Weltbild, Lebenspraxis und Denkweise. Daher ist die Legitimität des Einsatzes eines Mittels wie dem der Fotografie für die Ethnologie in Frage zu stellen. Die Grenzen der Kulturwissenschaft und gleichzeitig ihre größte Angriffsfläche werden besondersdeutlich, wenn es darum geht zwischen zwei verschiedenen Weltbildern und Lebenswirklichkeiten zu vermitteln. Die Ignoranz und Arroganz westlicher Wissenschaftler gegenüber anderen Kulturen berechtigt zur Infragestellung der „Wissenschaft vom Menschen für den Menschen“ solange sie aus westlich-christlicher Motivation her geschieht und nur mit ihren Methoden stattfindet.

1. Fototheoretische Überlegungen zur Frage der visualisierten „Realität“

a) Die Verdrängung der Erinnerungsfähigkeit

Vor der Erfindung der Fotografie jammerte man über die „subjektive und entstellende Tätigkeit der Hand des Künstlers“3. Seit die Fotografie und das bewegte Bild die Köpfe der Kinder und Erwachsenen erobert haben, wird der Schwund an Fantasie und Vorstellungskraft sowie der Zusammenbruch der Erinnerungsfähigkeit beklagt.4

[...]


1 Krech 1989: 5

2 ibid

3 Virilio 1989: 58

4 ibid: 25


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