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Christliches Menschenbild in Bezug auf Sünde

Hausarbeit, 2003, 18 Seiten
Autor: Dipl.-Soz.Arb/Soz.Päd. (FH) Gerd Ruoß
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 18
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V54721
ISBN (E-Book): 978-3-638-49849-4

Dateigröße: 183 KB


Textauszug (computergeneriert)

Evangelische Fachhochschule, Reutlingen – Ludwigsburg
Theologische und ethische Dimensionen der
Sozialen Arbeit / Sozialen Diakonie Was ist der Mensch?
4. Semester, Sommersemester 2003


Christliches Menschenbild in Bezug auf Sünde

von: Gerd Ruoß

 


Gliederung

1. Einleitung

2. Definition Sünde

2.1. Im AT

2.1.1. Zusammenfassung

2.2. Im NT

2.2.1. Zusammenfassung

2.3. Einteilung der Arten von Sünde im AT und NT
2.4. Folgen von Sünde

3. Erbsünde

3.1. Die Erbsünde in der Kirchengeschichte
3.2. Die Problematik der Erbsünde

4. Zurechnung der Sünde

4.1. Die Zurechnung der Sünde Adams
4.2. Zusammenfassung

5. Die christliche Anthropologie im Vergleich mit anderen Anthropologien

6. Literaturverzeichnis




 

1. Einleitung

„Sünde“ – ein Begriff, der im Bezug auf das christliche Menschenbild eine immense Rolle spielt. Das christliche Menschenbild geht weitestgehend von einem dreigeteiltem Menschen aus (ganzheitlicher Ansatz) – Leib, Geist, Seele - (1. Thessalonicher 5,23), das den Menschen als Sünder von Grund auf beschreibt der somit keine Gemeinschaft mehr mit Gott haben kann. Es geht sogar noch weiter, indem es sagt, dass der Mensch unter der Erbsünde steht, was so viel bedeutet, dass der Mensch von der Zeugung an böse ist, und nicht gut, wie es der Humanismus verkündet. Durch diese Sündhaftigkeit wird der Mensch von Gott total verworfen, er steht auf den Stufen des Gerichts, welchem er nur durch eine Umkehr seines Wesens zu Gott hin und durch die Gnade Gottes entkommen kann. In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit diesen Begriffen; was sie bedeuten, wie sie in der Kirchgeschichte gesehen wurden und vor allem, was das Wort Gottes über den Menschen in Bezug auf seinen Ursprung, seine Gegenwart und seine Zukunft im Zusammenhang mit Sünde sagt.

2. Definition Sünde

In der Bibel werden sehr unterschiedliche Wörter, die das deutsche Wort „Sünde“ beschreiben oder definieren, gebraucht. Was oft im einfachen Sprachgebrauch mit „Trennung von Gott“ beschrieben wird, bekommt in der hebräischen sowie griechischen Sprache eine noch viel umfassendere und detailliertere Definition von Sünde. Um die biblische Anthropologie besser verstehen zu können, habe ich die hebräischen und griechischen Definitionen einzeln untersucht.

2.1. Im AT

Mit Hilfe einer kleinen Wortstudie werde ich eine biblische Definition der Sünde durch die am häufigsten gebrauchten alttestamentlichen Begriffe ableiten:

a) Päscha L. Köhler definiert „Päscha“ als Ungehorsam bzw. Auflehnung1. Ryrie beschreibt dieses Wort als Treuebruch oder Vergehen2. Das Buch „Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG) beschreibt es sogar als Abfall oder Rebellion3. (1.Könige 12,19; 2.Könige 3,5; Sprüche 28,21; Jesaja 1,2)

b) Chet Dieses Wort kommt in den zahlreichen Abwandlungen über 500mal im AT vor. Ryrie definiert es als Zielverfehlung nicht nur im passiven sondern auch im aktiven Sinn. Es bezeichnet moralisches Unrecht, Götzendienst und rituelle Handlungen4 und bei Pöhlmann bedeutet es Übertretung als Gebotsverstoß5. (2.Mose 20,20; Richter 20,16; Sprüche 8,36)

c) Awon RGG definiert es als eine aktive Tat als bewusstes Abweichen vom rechten Weg oder Verkehrtheit, den verkehrten Weg einschlagen oder eine Verdrehung von Recht in Unrecht6. Das Wort Awon bedeutet zudem auch Schuld7. (Jeremia 3,21; Jesaja 53,6 4.Mose 15,30+31)

d) Räscha Räscha ist das am häufigsten gebrauchte Wort für einen Sünder seit Jesaja8 bzw. nach der Babylonischen Gefangenschaft. Es bedeutet „böse“, das Gegenteil von gerecht9. (Hesekiel 18,23; Jeremia 14,20)

e) Ra Dieses Wort taucht im At über 400mal auf. Es bedeutet so viel wie zerbrechen oder zerstören. Es bezieht sich oft auf Unglücksfälle und wird dort mit „böse“ übersetzt. Nach Jesaja 45,7 hat Gott Licht und Finsternis geschaffen, Shalom und Ra10. (1.Mose 3,5; 38,7; Richter 11,27)

f) Ascham Ascham taucht eigentlich nur im Zusammenhang mit den Tempelritualen und der Stiftshütte auf. Es meint die Schuld vor Gott, sowohl willentliche als auch unabsichtliche11. (3.Mose 4,13; 5,2+3)

g) Schagag Ryrie definiert es als „sich verirren“ wie ein Schaf oder Betrunkender. Es bezeichnet einen Irrtum, für den der Irrende selbst verantwortlich ist12. (3.Mose 4,2; 4.Mose 15,22)

2.1.1. Zusammenfassung

[...]


1 H. G. Pöhlmann: Abriss der Dogmatik. Ein Kompendium, Gütersloh 19905, S. 179

2 C. C. Ryrie: Die Bibel verstehen, Dillenburg 19992, S. 244

3 W. Werbeck (Hrsg.): Art. Sünde und Schuld, in: RGG Band 6, Tübingen 1962, S. 479

4 C. C. Ryrie: Die Bibel verstehen, Dillenburg 19992, S. 244

5 H. G. Pöhlmann: Abriss der Dogmatik. Ein Kompendium, Gütersloh 19905, S. 179

6 W. Werbeck (Hrsg.): Art. Sünde und Schuld, in: RGG Band 6, Tübingen 1962, S. 479

7 C. C. Ryrie: Die Bibel verstehen, Dillenburg 19992, S. 245

8 W. Werbeck (Hrsg.): Art. Sünde und Schuld, in: RGG Band 6, Tübingen 1962, S. 479

9 C. C. Ryrie: Die Bibel verstehen, Dillenburg 19992, S. 245

10 ebd. S. 244

11 ebd. S. 245

12 ebd. S. 245


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