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George Lucas, Stars und Sterne - Das Package Unit System in Theorie und Anwendung

Scholary Paper (Seminar), 2005, 38 Pages
Authors: Stephan Adrion, Hendrik Thieler
Subject: Communications: Movies and Television

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 38
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V55495
ISBN (E-book): 978-3-638-50422-5

File size: 253 KB
Notes :
Ziel dieser Hausarbeit ist es anhand der Fallstudie Star Wars von GeorgeLucas die praktische Anwendung des noch heute in der Filmbranche eingesetzten Package-Unit Systems deutlich zu machen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den beiden Charakteristika Standardisierung und Differenzierung, die von Janet Stai-ger als prägen für die Filmproduktion in Hollywood und somit auch für die Entwicklung des Studiosystems bis hin zum Package-Unit System erachtet wurden.



Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Ilmenau
Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft
Fachgebiet Medienmanagement
Seminar: Erfolgspotentiale Hollywoods
WS 04/05

George Lucas, Stars und Sterne - Das Package
Unit System in Theorie und Anwendung

von: Stephan Adrion und Hendrik Thieler

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 4

2 Entwicklung hin zum Package-Unit System (Stephan)  5

2.1 Central-Producer System 5
2.2 Producer-Unit System 6
2.3 Exkurs: Studiosystem MGM 8
2.4 Die Rolle der Independents 9
2.5 Das Paramount Decree 9

3 Package-Unit System (Hendrik)  11

3.1 Ziel des „Package“  12
3.2 Elemente des „Package“  12
3.3 Akteure beim „Packaging“  13
3.4 Exkurs: Regisseur contra Produzent?  13
3.5 Entstehung des „Package“  14
3.6 Die Folgen des Package-Unit 17

4 Der Produzent (Hendrik)  20

4.1 Producer 20
4.2 Dealmaking Producer 21
4.3 Creative Producer 21
4.4 Executive Producer 21
4.5 Associate Producer 22
4.6 Line Producer 22

5 Szenarien der Filmproduktion (Hendrik)  23

6 Fallstudie: Star Wars von George Lucas (Stephan)  24

7 Fazit und Ausblick 35

8 Literaturverzeichnis 37
 

 


 

1 Einleitung

Es war einmal in ferner Zukunft... So startete vor rund 20 Jahren ein Filmmärchen, das damals, ebenso wie heute, Millionen von Menschen in seinen Bann zog. Krieg der Sterne von George Lucas war einer der bedeutendsten „Blockbuster“ in der Filmgeschichte. „Star Wars spielte, entgegen aller Erwartungen in Hollywood, binnen kurzem seine Produktionskosten wieder ein und führte zum Boom eines mehr oder weniger phantastischen Kinos“ (Seeßlen 2005). Lucas setzte mit seinem Film Zeichen, unter anderem in der Erschaffung eines neuen Genres, der Verwendung von Spezialeffekten und der Bedeutung des Merchandisings. Er war einer der jungen Filmemacher des New Hollywood, der sich in den Siebziger Jahren gegen die gesamte Studiostruktur Hollywoods auflehnte und andere Wege der Produktion und des Filmstils ging.

Ziel dieser Hausarbeit ist es anhand der Fallstudie Star Wars von George Lucas die praktische Anwendung des noch heute in der Filmbranche eingesetzten Package-Unit Systems deutlich zu machen. Es wird jedoch zunächst versucht, dieses System der flexiblen Produktion in die geschichtliche Entwicklung Hollywoods mit seinen verschiedenen Managementstrukturen einzuordnen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den beiden Charakteristika Standardisierung und Differenzierung, die von Janet Staiger als prägend für die Filmproduktion in Hollywood und somit auch für die Entwicklung des Studiosystems bis hin zum Package-Unit System erachtet wurden. Ferner werden die verschiedenen Elemente und die Entstehung des „Package“, sowie die Folgen des Package-Unit erörtert. Im Anschluss werden verschiedene Produzenten- und Managerpositionen vorgestellt und deren unterschiedliche Aufgaben und Kompetenzbereiche beschrieben, bevor abschließend, vor den Ausführungen der Fallstudie, fünf unterschiedliche Szenarien der Filmproduktion erläutert werden.

2 Entwicklung hin zum Package-Unit System

Während der „Goldenen Ära“ Hollywoods (ca. 1930-1949), auch bekannt unter der „Studio Ära“, entwickelte sich das Studiosystem Hollywoods, das einem Oligopol von acht Produktionsfirmen entsprach (20th Century Fox, MGM, RKO, Warner Brothers, Paramount, United Artists, Universal und Columbia). Sie hatten eine enorm hohe und bedeutende Marktstellung, da sie mindestens eine der drei Voraussetzungen, um einen Film in die Kinos zu bringen, erfüllten (Produktion, Distribution, Exhibition) und damit einher gehend die zu der Zeit größten und wichtigsten Kinos in amerikanischen Städten innehatten. Auch bedingt durch eine interne Kooperation der acht Studios in Bezug auf die Distribution und die Veröffentlichung von Filmen bestanden große Markteintrittsbarrieren und eine Zusammenarbeit mit ihnen machte dies zwingend notwendig. Externe Faktoren wie „The Great Depression“, die Anti-Trust-Bewegung oder der zweite Weltkrieg konnten ihre Stellung nicht merkbar schwächen. Die Filmproduktion in Hollywood wurde gefestigt und es entstanden standardisierte Produkte. Die Studios produzierten diese Art von Massenunterhaltung über Jahre hinweg. Die Entwicklung des Studiosystems von Hollywood war geprägt durch zwei unterschiedliche Management-Ansätze, „Central Producer“ und „Producer- Unit“, die ganz entscheidend waren für das heute immer noch gültige System des Package-Unit, auf das im Kapitel 3 ausführlich eingegangen wird.

2.1 Central-Producer System

Der „Central Producer“ war Hauptverantwortlicher aller Filmproduktionen innerhalb eines Studios. Ihm standen verschiedenste Produzenten- und Managerpositionen unter, die laut W. C. Harcus 1930 folgend definiert wurden: Der „General Manager“ (Central Producer) überwachte die Pro- - duktion von ca. 40-50 Filmen pro Jahr. Ihm war der „Executive Manager“ unterstellt, der sich um die Finanzierung kümmerte und Routineaufgaben im Studio erledigte. Der „Production Manager“ war verantwortlich für die Vorbereitungsphase, die eigentliche Durchführung der Produktion und die Endfertigung des Films. Unterstützt wurden diese verschiedenen Manager noch durch einen „Studio Manager“ und einen Stab von „Supervisors“, die mithalfen den Film zu realisieren (vgl. Staiger 1985: 320).

Howard Lewis bemängelte jedoch schon 1926 gewisse Probleme dieses bis dahin fast ausschließlich angewandten Studiosystems. Die Tatsache, dass eine Person die Hauptverantwortung trug und die Leute fest beim Studio angestellt waren, hatte einen Kreativitätsverlust zur Folge. Er war der Meinung, dass ein einzelner sich nicht um das Tagesgeschäft kümmern und alle Filme, die über das Jahr in einem Studio produziert wurden, beaufsichtigen könnte. Der enorme Zeitdruck führe zur Tendenz, die Originalität zu minimieren und kein Raum für neue Ideen zu lassen. Die Filme würden stereotypisch werden (vgl. Staiger 1985: 320f.). Ein Lösungsvorschlag war eine „Unit“ aus mehreren Produzenten zu schaffen, die auch als kreativer Pool dienen konnte. Schauspieler sollten keine Festangestellten mehr sein, sondern sollten zeitweise mit niedrigerem Lohn und dafür einer Gewinnbeteiligung unter Vertrag genommen werden. Die Gewinnbeteiligung sollte den Zeitdruck marginal wirken lassen und die Filmemacher könnten ungestörter arbeiten.

2.2 Producer-Unit System

„The Great Depression“ führte zu großen Verlusten in der Filmindustrie. Taktische Umwälzungen der Studios wurden vollzogen, um auf dem Markt zu bleiben. Es gab geheime Absprachen zwischen den verschiedenen Firmen, die an Produktionen beteiligt waren. So wurde beispielsweise das Budget für Top-Filme auf 200.000 US Dollar festgesetzt. Damit wurde auch der Kampf um Stars nicht mehr ins Unermessliche getrieben. Es kam zu Entlassungen von teuren oder unproduktiven Arbeitern und zu allgemeinen Lohnkürzungen.

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