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Die Sudbury Schule

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Gaby Grünsfelder
Subject: Pedagogy - School Pedagogics

Details

Event: Neue Lern- und Lehrformen
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz
Tags: Sudbury, Schule, Neue, Lern-, Lehrformen
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V55740
ISBN (E-book): 978-3-638-50616-8
ISBN (Book): 978-3-638-66408-0
File size: 172 KB

Abstract

Spätestens seit PISA sind die Themen Schule und Schulreform in aller Munde. Mängel und Notstände werden angesprochen, Alternativen werden gesucht. Die Nachfrage der Eltern nach alternativen Schulformen steigt. Jedes Jahr wechseln zehntausende Schüler auf Privatschulen. Nicht ohne Grund: Eltern suchen aus verschiedenen Gründen nach Alternativen für ihre Kinder; gerade die Möglichkeit zum Lernen im angstfreien Raum wird gefordert. Lernen soll außerdem (wieder) eine aktive, kreative, die Selbstständigkeit fördernde, lebensverbundene, ‚natürliche‘ Tätigkeit werden. Lebensweise und pädagogisches Bewusstsein wandeln sich; und so müssen Erziehung und Schule an aktuelle Bedürfnisse und Prozesse, an die Herausforderungen der Zeit angeglichen werden. Die ideale Schule ist sicherlich noch nicht geboren, doch viele Reformschulen zeigen, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, den Schülern (auch in der Sekundarstufe II) ein ‚anderes’ Lernen zu ermöglichen – so z.B. auch die Sudbury Schule, eine von Summerhill inspirierte, demokratisch strukturierte Schule, die Wert auf selbstbestimmtes Lernen in einer selbstregulierten Umgebung legt, und der es gelingt, zu demonstrieren, dass Schüler jeden Alters durchaus in der Lage sind, völlig ohne Druck, freiwillig, selbstständig und konzentriert zu arbeiten. Dies könnte ein Anlass dafür sein, dem selbstständigen Arbeiten auch im Schulalltag der Regelschule noch mehr Raum zu gewähren als bisher. Diese Schule mit dem interessant wie utopisch klingenden Konzept soll im Folgenden vorgestellt werden. Dabei soll sowohl auf das pädagogische Konzept und die Grundsätze der Sudbury Schule eingegangen werden als auch darauf, wie sich die Verwirklichung dieses Konzepts in Schulalltag und Unterrichtskonzeption der Sudbury Schule niederschlägt.


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Pädagogisches Institut
Hauptseminar: Neue Lern- und Lehrformen

Die Sudbury Schule

von: Gaby Grünsfelder

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung 3

2. Herkunft der Sudbury Schule  4

3. Motivation für die Gründung der ersten Sudbury Schule 5

4. Grundlegendes über die Organisation der Schule 6

Leitung der Schule 6
Die Räumlichkeiten 7

5. Grundsätze der Sudbury Schule  8

Lernen in Freiheit 8
Demokratie leben 10
Eigene Wege finden  10

6. Schneller, effizienter und tiefgründiger lernen  11

7. Rolle eines ‚Lehrers‘ in der Sudbury Schule 15

8. Wird in irgendeiner Weise sichergestellt, dass die Schüler das ‚Grundwissen‘ lernen, das an anderen Schulen gelehrt wird?  15

9. Auswertung  17

Sudbury Schule  17
Reformpädagogik  19

10. Literaturverzeichnis  21


 

 

1. Einführung

Was ist und was will Reformpädagogik? Wo setzt ihre Kritik an der Regelschule an, und welche Forderungen stellt sie an die ‚neue’ Schule? Diesen Fragen soll in der Einleitung zuerst einmal nachgegangen werden, bevor im Anschluss, als Beispiel einer Alternativschule, das Konzept der Sudbury Schule vorgestellt wird.

Einer der wohl wichtigsten Punkte, die die Reformpädagogik kritisiert, ist der ‚Zwangscharakter‘ und die autoritäre Struktur der alten Schule, die sie als ‚Buch-‘ und ‚Paukschule‘ bezeichnet. Die Reformpädagogik befürwortet eine Schule, die sich nicht durch Autorität und Zwang auszeichnet. Die nicht nur als ‚Paukschule‘, sondern vielmehr als Lebensraum gesehen und gestaltet wird; als eine Lebensgemeinschaft, die ein harmonisches, partnerschaftliches Zusammenleben ermöglicht und fördert.

Ein weiterer Kritikpunkt der Reformpädagogik an der Regelschule ist die übermächtige Wichtigkeit des Lehrplans. Die Reformpädagogik fordert, dass statt der Erfüllung des Lehrplans besser die Bedürfnisse, Fragen und Interessen des Kindes im Vordergrund stehen sollten. Generell müsse es zu einer Neudefinition des Lernbegriffs bzw. zur Ausbildung einer neuen Vorstellung von Lernen kommen. Lernen soll (wieder) eine aktive, kreative, die Selbstständigkeit fördernde, lebensverbundene, ‚natürliche‘ Tätigkeit werden. Damit spricht sich die Reformpädagogik ausdrücklich gegen die Dominanz rezeptiver Lernformen (bestes Beispiel: der Frontalunterricht) aus. Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass die Kritik der Reformpädagogik nicht erst an der Struktur der alten Schule, sondern eigentlich noch viel weiter vorne, nämlich an der Gesellschaft selbst, ansetzt, die scheinbar keinen Wert auf ‚ganzheitliche‘ Erziehung legt. Stattdessen fordert sie ein Übergewicht intellektuellen Lernens, das nicht dem Wohl des Kindes dienen kann. Die Reformpädagogik war immer und ist auch heute noch auf der Suche nach neuen, humaneren Formen der Schule und der Erziehung. Sie verlangt nach einer Erziehung des ‚ganzen Menschen‘ mit all seinen intellektuellen, physischen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Dieser Wunsch führte schon früh zur Suche nach Alternativen zur herkömmlichen Pädagogik und damit auch zu zahlreichen neuen methodischen Ansätzen und Schulgestalten. Es bildeten sich Traditionen heraus, die zum Teil bis heute weiterwirken.1 So unterschiedlich die verschiedenen Ansätze auch sein mögen, in den oben genannten neuen Forderungen und in der Kritik an der alten Schule sind alle Ansätze mehr oder weniger gleichgesinnt. Dennoch haben sich zahlreiche unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt, die alle auf ihre Art und Weise versuchen, das problematische Verhältnis zwischen dem Bedürfnis des Kindes nach Individualität, also nach der Entwicklung und Entfaltung des Einzelnen, und der gesellschaftlichen Notwendigkeit, sich an gegebene Verhältnisse anpassen zu können, miteinander in Einklang zu bringen.

Anhand dieser Arbeit soll nicht nur dargestellt werden, mit welchem pädagogischen Konzept die Sudbury-Schule dieses Problem zu lösen versucht, sondern auch, wie sich die Verwirklichung dieses Konzepts in Schulalltag und Unterrichtskonzeption der Sudbury-Schule niederschlägt. Am Ende der Arbeit soll eine Auswertung des vorgestellten Ansatzes erfolgen.

2. Herkunft der Sudbury Schule

Die erste Sudbury Schule wurde 1968 in Framingham (Massachusetts, USA) von Daniel Greenberg, Mimsy Sadofsky u.a. gegründet. Der Erfolg der Schule sorgte dafür, dass bald nicht nur innerhalb der USA, sondern weltweit das Schulmodell von anderen Schulen übernommen wurde, unter anderem auch in Europa. Die meisten Sudbury Schulen befinden sich heute in den USA, weitere in Kanada, Israel, Dänemark, Australien, Spanien,... Die Sudbury Valley School ist somit mittlerweile Vorbild für ca. 30 ähnliche Schulen, die sich nach ihr benannt haben. Auch in Deutschland gibt es Gründungsgruppen, so z.B. in Berlin-Brandenburg, Halle-Leipzig und Überlingen, die es sich zum Ziel gemacht haben, ‚ihre‘ Sudbury Schule sobald wie möglich, evt. sogar noch im Jahr 2005, zu gründen.

3. Motivation für die Gründung der ersten Sudbury Schule

[...]


1 Montessori, Steiner, Petersen,...


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