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Modelle zur Analyse des Wandels der Medienkommunikation im Zuge der Globalisierung

Scholary Paper (Seminar), 2006, 19 Pages
Author: Catherine Oster
Subject: Sociology - Media, Art, Music

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 19
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V55961
ISBN (E-book): 978-3-638-50779-0

File size: 211 KB


Excerpt (computer-generated)

Modelle zur Analyse des Wandels der Medienkommunikation
im Zuge der Globalisierung

von: Catherine Glowka

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung S. 1

2. Cultural Studies S. 2

3. Konnektivitätstheoretische Konzepte S. 4

3.1 Konnektivität S. 5

a) Netzwerk S. 7
b) Fluss S. 10

4. Circle of Culture S. 11

5. Schlussbetrachtung S. 16

6. Literaturverzeichnis S. 18


 

 

1. Einführung

Der Begriff der Globalisierung ist heute in aller Munde und löst höchst unterschiedliche Reaktionen aus. Einerseits werden mit diesem Modewort geradezu euphorische Erwartungen verbunden, was weltweite Zusammenarbeit und Solidarität, globalen Wohlstand und Weltfrieden angeht, andererseits aber auch Ungewissheit und Angst. Im Prozess der Globalisierung wird die größte Chance der nächsten Jahre gesehen, die Fortschritte der Menschheit bis in die entlegensten Teile der Erde zu transportieren und allen Menschen zugute kommen zu lassen. Wie aber ist Globalisierung eigentlich möglich? Ohne Verbreitung von Informationen durch die Medien gäbe es keine Globalisierung. Selbst unsere alltäglichen Nachrichten aus aller Welt mit passendem Bild- und Videomaterial würde es Medien nicht in dieser Form geben.

Aber auch die Medienkommunikation an sich durchläuft im Zuge der Globalisierung einen Wandel, der dahingehend geschieht, dass sie neue Formen annimmt und global ausgeweitet wird. Andreas Hepp, Juniorprofessor der Kommunikationswissenschaft für das Fachgebiet Kulturelle Bedeutung digitaler Medien an der Universität Bremen, begreift die Globalisierung der Medienkommunikation als Zunahme einer komplexen, kommunikativen Konnektivität, die sich nicht nur auf Netzkommunikation beschränkt sondern beispielsweise auch auf Fernseh- oder Filmkommunikation ausweitet. Medien sind nach Hepp Instanzen, die kommunikative Konnektivitäten über territoriale Grenzen hinweg herstellen. Demgemäß vollzieht sich mit der Globalisierung der Medienkommunikation ein, durch jene kommunikative Deterritorialisierung hervorgerufener, kultureller Wandel, der sich nicht nur auf große Medienereignisse beschränkt, sondern auch auf alltäglicher Ebene in den verschiedenen lokalen, regionalen und nationalen Kontexten zu beobachten ist.1

Im Zuge dieser Seminararbeit möchte ich Andreas Hepps Modelle zur Betrachtung der sich wandelnden Medienkommunikation und deren Folgen beschreiben, indem ich mich hauptsächlich auf seine letzten Arbeiten Netzwerke der Medien, Medienkultur und Globalisierung sowie seinen Artikel Konnektivität, Netzwerk und Fluss: Perspektiven einer an den Cultural Studies orientierten Medien- und Kommunikationsforschung stütze. Zunächst erfolgt ein kurzer Überblick über die Cultural Studies und deren Wandel im Zuge des Kommunikationszeitalters bzw. der Globalisierung, da diese einen erheblichen Beitrag für die Medien- und Kommunikationswissenschaft leisten. Im Anschluss daran werden Hepps drei, miteinander in Beziehung stehende, Konzepte theoretischer und analytischer Perspektiven der Medien- und Kommunikationsforschung vorgestellt. Diese sind: Das Konzept der „Konnektivität“, des „Netzwerkes“ sowie des „Flusses“. Hepp hat diese Konzepte in Bezug auf die Diskussion um die Globalisierung der Medienkommunikation sowie anhand der Auseinandersetzung mit digitalen Medien in seinen Veröffentlichungen greifbar gemacht, wobei die Beschäftigung mit den digitalen Medien in dieser Arbeit außer Acht gelassen werden muss. Schließlich stelle ich Hepps Modell des Kreislaufs der Medienkultur vor, welches versucht, den mit der Globalisierung der Medienkommunikation verbundenen kulturellen Wandel zu erfassen.

2. Cultural Studies

Die Cultural Studies haben ihren Ursprung in den 1960er Jahren, wo sie von zumeist Labour-orientierten Vertretern der britischen Erwachsenenbildung und Literaturwissenschaftlern mit Interesse an Alltagskultur und auch im Zusammenhang mit der aufkommenden Popkultur entwickelt wurden. Sie betonten, auch in Anlehnung an die Frankfurter Schule, die Produktionsbedingungen von kulturellen Gütern und damit auch hegemoniale Bedeutungsmuster, beeinflusst durch den Marxismus Althussers und Antonio Gramscis, d.h. sie übten offensive materialistische Kritik am politischen und kulturellen Selbstverständnis der damaligen britischen Gesellschaft. Drei Texte gelten bis heute als grundlegend für die Cultural Studies: Richard Hoggarts "The Uses of Literacy" (1957), Raymond Williams′ "Culture and Society" (1958) und Edward P. Thompsons "Review of Williams′s The Long Revolution" (1961). Die anschließende Forschung fand vor allem im Umfeld des Birminghamer Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) unter der Leitung von Stuart Hall statt, der mit seinen Arbeiten zum Kulturalismus, dem Strukturalismus und postmodernistischen Theorien die Cultural Studies in den 70er und 80er Jahren besonders geprägt hat. Mit den Forschungen von Pierre Bourdieu, aber auch durch John Fiske und der Verlagerung des Schwerpunkts der Forschung an US-amerikanische Universitäten, verschob sich das Hauptaugenmerk in den 1980er Jahren. Von da an wurden Produktion und Konsumption theoretisch als gleichwertig betrachtet.

[...]


1 Vgl.: Hepp, Andreas: Netzwerke der Medien, Medienkultur und Globalisierung, S. 8.


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