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Die Auseinandersetzung der Hanse mit König Waldemar IV. Atterdag im Zweiten Waldemarkrieg

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Erik Fischer
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 30  Entries
Language: German
Archive No.: V56166
ISBN (E-book): 978-3-638-50928-2
ISBN (Book): 978-3-638-69355-4
File size: 220 KB
Notes :
Eine Darstellung der Beziehung zwischen dem Bund der Hanse und dem dänischen König Waldemar mit besonderer Berücksichtigung des Konfliktes und der kriegerischen Auseinandersetzung


Abstract

1. Einleitung 2. Kurzer Abriss der Geschichte Dänemarks: Von der Krönung Waldemars IV. hin zur „Zwischenkriegszeit“ 3. Entwicklung des Konfliktes in der „Zwischenkriegszeit“ 4. Die Konstituierung der „Kölner Konföderation“ und des Bündnissystems gegen Waldemar IV. 5. Der Zweite Waldemarkrieg 6. Schluss: Ausblick nach Stralsund


Excerpt (computer-generated)

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Hauptseminararbeit im Fachbereich mittelalterliche Geschichte
für das Studienfach Geschichtswissenschaft
Hauptseminar: Der dänische König Waldemar IV. und die Hanse
Wintersemester 2005/2006

Die Auseinandersetzung der Hanse mit König Waldemar IV.
Atterdag im Zweiten Waldemarkrieg

von: Erik Fischer

 


Gliederung

1. Einleitung Seite 3

2. Kurzer Abriss der Geschichte Dänemarks: Von der Krönung Waldemars IV. hin zur „Zwischenkriegszeit“  Seite 4

3. Entwicklung des Konfliktes in der „Zwischenkriegszeit“  Seite 9

4. Die Konstituierung der „Kölner Konföderation“ und des Bündnissystems gegen Waldemar IV.  Seite 11

5. Der Zweite Waldemarkrieg  Seite 15

6. Schluss: Ausblick nach Stralsund Seite 17

Literaturverzeichnis  Seite 19

 


 

1. Einleitung

„Die Hanse war ein einzigartiges Phänomenen in der deutschen und europäischen Geschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Nicht nur hinsichtlich der Zahl der Mitgliedsstädte, sondern auch im Bezug auf Dauerhaftigkeit und historische Wirkung kam ihr kein anderer mittelalterlicher Städtebund in Europa gleich.“1 Diese Untersuchung will sich mit einem speziellem Kapitel der umfangreichen Hansegeschichte2 auseinandersetzen: dem Konflikt mit dem Königreich Dänemark unter Waldemar IV. Atterdag, besonders dem sogenannten Zweite Waldemarkrieg 1368/69. Zwei Fragen sollen dabei im Mittelpunkt stehen: Einmal, wie es zu einem solchem zweitem Kriege zwischen den Parteiungen kommen konnte und zum anderen, wie die Hanse als Akteur3 sich in dem kritischen Zeitraum von 1366/67 bis 1370 verhielt. Logischer Ausgangspunkt der Überlegung muss dabei das Verhältnis zwischen Dänemark und der Hanse sein, sowie die Analyse der Prinzipien von Machtausübung, denen beide Parteien verbunden waren. Vorweg genommen lässt sich hier formulieren, dass Dänemark unter Waldemar IV. sowohl handels-, als auch – und vor allem – machtpolitisch agierte. Kennzeichen dieser Machtpolitik war es, sich über Privilegien, Rechte und diplomatische Zwänge hinwegzusetzen. Nach der inneren Befriedung seines Königreiches initiierte Waldemar eine umfassende Expansionspolitik im Ostseeraum, deren eindeutiges Ziel es war, die Vorherrschaft zu erringen.4

Das Verhältnis der Hanse zu Dänemark war vor allem durch handelspolitische Faktoren geprägt. Aus Sicht der Hanse bedingten sich die beiden Parteien gegenseitig – die Hanse brauchte Dänemark als Schutzmacht, was die Gewährleistung von Privilegien mit einschließt. Dänemark wiederum schien auf die Hanse als Handelspartner angewiesen zu sein. Durch die Überlagerung des handelspolitischen Paradigmas mit dem der Machtpolitik geriet die Hanse jedoch auf beiden Ebenen mit Dänemark in Konflikt, denn in beiden Fällen waren die vitalen wirtschaftlichen und handelstechnischen Interessen der Hanse auf das schärfste bedroht.

Den Weg dieser Eskalation der Beziehung zwischen Dänemark und der Hanse zeichnet die Arbeit nun nach. Ausgangspunkt soll dabei eine kurzer Abriss der Geschichte Dänemarks von der Krönung Waldemars IV. bis zur sogenannten „Zwischenkriegszeit“ sein, die von 1364 bis 1366 datiert. Dem folgt die Darstellung der erneuten Entwicklung des Konfliktes in der Zwischenkriegszeit, woran sich die Ereignisse um den Kölner Hansetag 1367 anschließen. Abschließend soll der Zweite Waldemarkrieg in seinem Fortgang gezeigt werden, sowie ein kurzer Ausblick nach Stralsund und den Friedensverhandlungen des Jahres 1370. Die beiden maßgeblichen Fragestellung nach Entstehung des Krieges und dem Agieren der Hanse finden sich in diesem Programm wieder.

Zum Forschungsstand bleibt zu sagen, dass dieser im deutschsprachigen Raum noch keineswegs erschöpfend ist.5 Es existiert keine umfassende biographische Studie zu Waldemar IV., was jedoch in einem eklatanten Mangel an Quellen begründet liegt. So zeichnen sich die wenigen biographischen Skizzen, hauptsächlich von Erich Hoffmann und Niels Skykum-Nielsen jedoch besonders aus.6 Zu Waldemar IV. und seiner Politik existieren eine Reihe von Arbeiten, bedeutsam sind hier vor allem die große Arbeit von Dietrich Schäfer7 und Niels Bracke8, aber auch der umfassende Aufsatz von Jochen Götze, welcher den Konflikt nachzeichnet.9 Des weiteren existieren zahlreiche Arbeiten, welche sich mit dem historischen Umfeld der Auseinandersetzung im näheren und weiteren Sinne auseinandersetzen.10

2. Kurzer Abriss der Geschichte Dänemarks: Von der Krönung Waldemars IV. bis zur Zwischenkriegszeit

[...]


1 Fritze, Konrad/Krause, Günter, Seekriege der Hanse. Das erste Kapitel deutscher Seekriegsgeschichte, Berlin 1997, S. 10.

2 Als Gesamtdarstellung der Hansegeschichte maßgebend: Dollinger, Philippe, Die Hanse, Stuttgart 41989. Aber auch: Hammel-Kiesow, Rolf, Die Hanse, München 22002; Bracker, Jörgen, Die Hanse – Lebenswirklichkeit und Mythos, Lübeck 31999; van Houtte, Jan A., s.v. Hanse, in: Lexikon des Mittelalters 4 (1989), Sp. 1921-1927. Als sehr interessant und vielsprechend kann man das Werk von Angelo Pichierri, einem Turiner Sozialwissenschaftler, ansehen, der den Versuch unternimmt, die Hanse aus einer soziologischen Sicht heraus zu beschreiben: Pichierri, Angelo, Die Hanse – Staat der Städte. Ein ökonomisches und politisches Modell der Städtevernetzung (Stadt, Raum und Gesellschaft 10), Opladen 2000.

3 Der Autor folgt hier in der Terminologie Angelo Pichierri: „Die Hanse agiert einige Jahrhunderte lang als kollektiver Akteur, wobei sie die Interessen einer schwankenden Zahl von Mitgliedern verfolgt und vertritt.“ (Pichierri 2000, S. 47) Unter einem Akteur versteht Pichierri hier die Individuen oder Gruppen, die sich im Bezug auf ein zu analysierendes Problem als homogene Wahrnehmungen eindeutig charakterisieren lassen. Natürlich kann dies kein totaler Anspruch sein, doch die Betrachtung als Akteur dient einer idealtypischen Verallgemeinerung und damit einer umfassenderen Beschreibung des Problems.

4 Eine scharfsinnige Analyse des Strebens nach Hegemonie und der dadurch ausgelösten Gegenbewegung gibt Dehio, Ludwig, Gleichgewicht oder Hegemonie: Betrachtung über ein Grundproblem der neueren Staatengeschichte, Krefeld 1948.

5 Der skandinavische Raum mit seiner Literatur wurde hier nicht berücksichtigt.

6 Hoffmann, Erich, König Waldemar IV. als Politiker und Feldherr, in: Kattinger, Detlef/Wernicke, Horst (Hrsg.), Akteure und Gegner der Hanse: Zur Prosopographie der Hansezeit (Hansische Studien 9. Abhandlungen zur Handels- und Sozialgeschichte 30), Weimar 1998, S. 271-288. Skyum-Nielsen, Niels, König Waldemar von Atterdag von Dänemark: Persönlichkeit und Politik, in: Hansische Geschichtsblätter 102 (1984), S. 5-20. Aber auch: Riis, Thomas, s.v. [4.] Waldemar IV., in: Lexikon des Mittelalters 8 (1997), Sp. 1949-1951.

7 In vielen Ansichten jedoch veraltet: Schäfer, Dietrich, Die Hansestädte und König Waldemar von Dänemark. Hansische Geschichte bis 1376, Stuttgart 1970 (Neudruck der Ausgabe von Jena 1879)

8 Bracke, Niels, Die Regierung Waldemars IV. Eine Untersuchung zum Wandel von Herrschaftsstrukturen im spätmittelalterlichen Dänemark (Kieler Werkstücke 21), Frankfurt am Main 1999.

9 Götze, Jochen, Von Greifswald bis Stralsund. Die Auseinandersetzungen der deutschen Seestädte mit König Valdemar von Dänemark, 1361-1370, in: Hansische Geschichtsblätter 88 (1970), S. 83-122.

10 Vgl. die Bibliographie am Ende der Arbeit, S. 19-22.


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