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Untersuchung zweier Träume und einer Gespenstererscheinung in Heinrich Heines "Harzreise"

Hausarbeit, 2006, 16 Seiten
Autor: Christoph Eyring
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 16
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V56651
ISBN (E-Book): 978-3-638-51287-9
ISBN (Buch): 978-3-638-84356-0
Dateigröße: 169 KB
Anmerkungen :
In dieser Hausarbeit, die Teil meiner erfolgreich abgeschlossenen Zwischenprüfung war, beschäftige ich mich mit zwei Träumen sowie der "Gespenstererscheinung" aus Heinrich Heines "Harzreise". Neben einer konkreten Analyse dieser Textstellen ordne ich diese ein in einen größeren literaturwissenschaftlichen Kontext und versuche, Rückschlüsse zu ziehen auf Heines Weltanschauung, wie sich in eben diesen Textstellen darstellt.


Zusammenfassung / Abstract

In dieser Arbeit möchte ich mich mit einem der ersten Werke Heinrich Heines beschäftigen: Der „Harzreise“. Genauer genommen werde ich drei bestimmte Textstellen näher untersuchen; einmal den Traum, den Heine in der ersten Nacht träumte, nachdem er Göttingen verlassen hatte; in diesem wird er noch einmal von der Universität und der juristischen Wissenschaft eingeholt, die er im Grunde durch diese Wanderung durch den Harz hinter sich lassen wollte; mein Ziel wird hierbei sein, zu versuchen, den Traum mit Hilfe von Interpretationen aus der Sekundärliteratur und der verwendeten Sprache zu entschlüsseln und ihn auf Hinweise auf Heines Auffassungen bezüglich seines künftigen Berufs als Jurist zu untersuchen. Als nächstes folgt dann der zweite Traum dieses Reiseberichts, in welchem es um die Erlebnisse Heines in Klausthal bzw. in den dort beheimateten Silbergruben geht. Dieser Traum ist auf den ersten Blick eher kryptisch, ihn zu dechiffrieren und die in ihm beinhalteten Symbole auf ihre Bedeutung hin zu analysieren, ist Gegenstand dieses Abschnitts. Die dritte Textstelle ist die „höchst Seltsame Nacht", die Heine in Goslar verbrachte, und wo er behauptet, eine Gespenstererscheinung gehabt zu haben. Vermutlich handelt es sich hierbei aber vielmehr um Satire und weniger um eine „echte“ übersinnliche Erscheinung. Tatsache ist, diese Textstelle könnte Aufschluß geben über Heinrich Heines Anschauungen in Bezug auf die Vernunft und das mit ihr im Widerstreit liegende Gefühl.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Hannover
Seminar für Deutsche Literatur und Sprache
Forschungslernseminar ІІ: „Heinrich Heine“
Wintersemester 2005/2006

Untersuchung zweier Träume und einer
Gespenstererscheinung in Heinrich Heines "Harzreise"

von: Christoph Eyring

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung Seite 1

Entstehungszeit, Form und Inhalte der „Harzreise“ Seite 2

Der erste Traum (Osterode) Seite 3

Der zweite Traum (Klausthal) Seite 6

Gespenstererscheinung in Goslar Seite 10

Zusammenfassung Seite 13

Literaturverzeichnis



 

Einleitung:

In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit einem der ersten Werke Heinrich Heines beschäftigen: Der „Harzreise“. Genauer genommen werde ich drei bestimmte Textstellen näher untersuchen; einmal den Traum, den Heine in der ersten Nacht träumte, nachdem er Göttingen verlassen hatte, in diesem wird er noch einmal von der Universität und der juristischen Wissenschaft eingeholt, die er im Grunde durch diese Wanderung durch den Harz hinter sich lassen wollte; mein Ziel wird hierbei sein, zu versuchen, den Traum mit Hilfe von Interpretationen aus der Sekundärliteratur und der verwendeten Sprache zu entschlüsseln und ihn auf Hinweise auf Heines Auffassungen bezüglich seines künftigen Berufs als Jurist zu untersuchen. Als nächstes folgt dann der zweite Traum dieses Reiseberichts, in welchem es um die Erlebnisse Heines in Klausthal bzw. in den dort beheimateten Silbergruben geht. Dieser Traum ist auf den ersten Blick eher kryptisch, ihn zu dechiffrieren und die in ihm beinhalteten Symbole auf ihre Bedeutung hin zu analysieren, ist Gegenstand dieses Abschnitts. Die dritte Textstelle ist die „höchst Seltsame“1 Nacht, die Heine in Goslar verbrachte, und wo er behauptet, eine Gespenstererscheinung gehabt zu haben. Vermutlich handelt es sich hierbei aber vielmehr um Satire und weniger um eine „echte“ übersinnliche Erscheinung. Tatsache ist, diese Textstelle könnte Aufschluß geben über Heinrich Heines Anschauungen in Bezug auf die Vernunft und das mit ihr im Widerstreit liegende Gefühl.

Entstehungszeit, Form und Inhalte der „Harzreise“

Im Herbst 1824 unternahm der damals 26 Jahre alte Student Heinrich Heine von Göttingen aus eine Fußwanderung durch den Harz, die ihn letzten Endes nach Weimar führen sollte, wo er plante, mit Goethe zusammenzutreffen. Im Mai des selben Jahres hatte Heine sein Promotionsexamen in Jura bestanden, im Juni liess der Jude Heine sich zum Protestanten taufen und im Juli 1824 endlich verteidigte er erfolgreich seine Thesen in einer öffentlichen Disputation, hatte also von nun an den Titel eines Dr. jur. inne. Im September dann kehrte er Göttingen den Rücken, wobei die Stadt selbst ja „schön“ sei, einem aber am besten gefalle, wenn man sie eben „mit dem Rücken“2 ansehe. Heines Ziel bestand, von dem oben erwähnten Treffen mit Goethe abgesehen, sicherlich auch darin, sich sowohl räumlich wie auch innerlich von dem ihm verhassten Universitätsbetrieb zu entfernen und ganz nach romantischer Couleur aus der Stadt hinaus in die Natur zu gehen, so zumindest der Tenor des Eingangsgedichts (das der „Harzreise“ vorangestellt ist).

Die Erlebnisse auf dieser Wanderung inspirierten Heine nach seiner Rückkehr zur Niederschrift der „Harzreise“, die den Auftakt zu weiteren „Reisebildern“ darstellt, einer Ansammlung prosaischer Texte, Reiseberichte eben, die spätere Unternehmungen, u. a. nach Norderney und Italien thematisieren. Neben mystifizierenden Schilderungen der Natur und den Menschen, die Heine während der Harz-Wanderung antrifft, finden sich Beschreibungen der Städte, die er passierte, sowie auch eingestreute Gedichte, Bezugnahmen auf Märchen und Sagen und eben erzählte Träume. Diese Inhalte machen den romantischen Charakter der „Harzreise“ aus. Weitere Themen sind die Wissenschaft, besonders die juristische, und die Gesellschaft im Angesicht der Restauration. Die Träume, die lose in den Text eingeflochten wurden, handeln sowohl von dieser als auch von jener und können Aufschluß geben über Heines Standpunkte gegenüber diesen Themenkomplexen.

Der erste Traum (Osterode)

Den ersten Traum träumt Heine, nachdem er „müde wie ein Hund“3 in Osterode angekommen war, es ist ein Traum, der ihn wieder zurück ins eben verlassene Göttingen bringt, genauer: in den Lesesaal der juristischen Bibliothek. Dort stöbert er solange in alten Dissertationen herum, dass es zu seiner eigenen Verwunderung bereits Nacht wurde und die Turmuhr zwölf schlägt. Statt der zu dieser Zeit üblicherweise auftretenden Gespenster betreten ein „Riesenweib“4, das sich als Themis, die griechische Göttin der Gerechtigkeit, entpuppt, zwei Heine bekannte juristische Gelehrte: einmal der Hofrat Rusticus sowie der geheime Justizrat Cujacius und weitere Juristen der göttinger juristischen Fakultät den Saal.

[...]


1 Heine, Heinrich: Reisebilder. Frankfurt am Main und Leipzig 1980, S. 45

2 ebd., S. 12

3 ebd., S. 19

4 ebd., S. 19


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