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Adoleszente und ihre Familie

Scholary Paper (Seminar), 2003, 23 Pages
Author: Guido Diederich
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Entwicklungspsychologie der Adoleszenz
Institution/College: University of Applied Sciences Koblenz (Fachbereich Sozialwesen)
Tags: Adoleszente, Familie, Entwicklungspsychologie, Adoleszenz
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 23
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V56803
ISBN (E-book): 978-3-638-51397-5
ISBN (Book): 978-3-638-66489-9
File size: 194 KB

Abstract

Der Inhalt der vorliegenden Arbeit wird begleitend zum Psychologie- Seminar mit dem Thema: „Entwicklungspsychologie der Adoleszenz“ bearbeitet. Wir stützen uns primär auf Aussagen und Inhalte des Buches „Entwicklungspsychologie der Adoleszenz“ von Flammer / Alsaker. Hier fließen die Forschungsergebnisse der letzten Jahre zusammen, die ein neues Bild der Jugendlichen hervorbringen bezüglich des Stellenwertes der Jugendlichen in der Gesellschaft, zentraler Entwicklungsprozesse, wichtiger Lebenswelten der Jugendlichen, sowie Entwicklungsrisiken. Bei unseren Ausführungen stützen wir uns schwerpunktmäßig auf das Kapitel 8 mit dem Titel: „Adoleszente und ihre Familie“. Für uns ergibt sich folgende Ausgangsfragestellung: Wie stellt sich gegenwärtig die Situation Jugendlicher in der Phase der Adoleszenz innerhalb der Familie dar? Wir nähern uns der Thematik, in dem wir zunächst die Begriffe „Adoleszenz“ und „Familie“ definieren. Anschließend gehen wir konkret auf die Familie als Lebenswelt des Adoleszenten ein und diskutieren die Genese von Konflikten zwischen Jugendlichen und ihren Eltern. Im Rahmen der familiären Interaktionsentwicklung beschreiben wir Veränderungen bezüglich der Kommunikation in der Adoleszenz. Bevor wir abschließend die Ergebnisse zusammenfassen und einen Ausblick auf die Zukunft wagen, stellen wir verschiedene erschwerende Familiensituationen dar und diskutieren die Frage: Wie wirken sich diese auf den Adoleszenten aus und wie kann er diese bewältigen.


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Koblenz
Seminar: Entwicklungspsychologie der Adoleszenz

Adoleszente und ihre Familie

von: Guido Diederich

 


Gliederung

1. Einleitung

2. Einführung in die Thematik

2.1 Definition des Begriffs „Adoleszenz“
2.2 Definition des Begriffs „Familie“

3. Die Familie als Lebenswelt des Adoleszenten

3.1 Die Bedeutung der Familie für Adoleszenten
3.2 Konfliktpotential zwischen Adoleszenten und Eltern
3.3 Die familiäre Interaktionsentwicklung
3.4 Elterliche Erziehungsstile fördern oder hemmen Verhaltensweisen ihrer Adoleszenten
3.5 Erschwerende Familiensituationen und deren Auswirkung auf die Entwicklungskrisen-Bewältigung des Adoleszenten

3.5.1 Geschiedene Elternsituation
3.5.2 Neu zusammengesetzte Familiensituation
3.5.3 Erwerbstätigkeit
3.5.4 Zusammenfassung

4. Ausblick

5. Bibliografie


 


 

1. Einleitung

Der Inhalt der vorliegenden Arbeit wird begleitend zum Psychologie- Seminar mit dem Thema: „Entwicklungspsychologie der Adoleszenz“ bearbeitet. Wir stützen uns primär auf Aussagen und Inhalte des Buches „Entwicklungspsychologie der Adoleszenz“ von Flammer / Alsaker. Hier fließen die Forschungsergebnisse der letzten Jahre zusammen, die ein neues Bild der Jugendlichen hervorbringen bezüglich des Stellenwertes der Jugendlichen in der Gesellschaft, zentraler Entwicklungsprozesse, wichtiger Lebenswelten der Jugendlichen, sowie Entwicklungsrisiken. Bei unseren Ausführungen stützen wir uns schwerpunktmäßig auf das Kapitel 8 mit dem Titel: „Adoleszente und ihre Familie“.

Für uns ergibt sich folgende Ausgangsfragestellung: Wie stellt sich gegenwärtig die Situation Jugendlicher in der Phase der Adoleszenz innerhalb der Familie dar? Wir nähern uns der Thematik, in dem wir zunächst die Begriffe „Adoleszenz“ und „Familie“ definieren. Anschließend gehen wir konkret auf die Familie als Lebenswelt des Adoleszenten ein und diskutieren die Genese von Konflikten zwischen Jugendlichen und ihren Eltern. Im Rahmen der familiären Interaktionsentwicklung beschreiben wir Veränderungen bezüglich der Kommunikation in der Adoleszenz. Bevor wir abschließend die Ergebnisse zusammenfassen und einen Ausblick auf die Zukunft wagen, stellen wir verschiedene erschwerende Familiensituationen dar und diskutieren die Frage: Wie wirken sich diese auf den Adoleszenten aus und wie kann er diese bewältigen.

2. Einführung in die Thematik

Die Entwicklung im Jugendalter, die bedeutsame innere Vorgänge anstößt, ist für den Mensch eine prägende.1 Führt die Wissenschaft die Erkenntnisse der Lernpsychologie, der Sozialpsychologie und der Tiefenpsychologie zusammen, so bringt dieses kompakte Modell eine klarere Vorstellung als ein biologisches, das weltanschauliche Vorannahmen verdeckt. Das Entwicklungsgeschehen kann mit den Begriffen Differenzierung (Ausgliederung von Details aus dem Ganzen), Integration (Fähigkeit, Details zusammenzufassen, einzuordnen), Zentralisation (zunehmende Steuerung der Handlung durch Pläne, Zielsetzungen und Werte), Strukturierung (Zusammenfassung zu in sich sinnvollen Ordnungen, die mehr als eine Addition von Details darstellen) und ähnlichen Begriffen beschrieben werden. In diesem Kontext müssen immer auch die Einflüsse der Umwelt diskutiert werden, denn Entwicklungsaufgaben ergeben sich u.a. aus einem kulturellen und historischen Kontext;2 d.h. es gibt Unterschiede in der Entwicklung und Bewältigung der Entwicklungsaufgaben von männlichen und weiblichen Jugendlichen, die nicht auf das Geschlecht oder den individuellen Entwicklungsstand zurückzuführen sind, sondern auf den Lebensraum.3 Bedenken wir die möglichen Entwicklungsrisiken in der Lebensphase der Adoleszenz, wird uns die Tragweite dieser Phasenbewältigung bewusst: Depression, gestörtes Essverhalten, Risikoverhalten wie beispielsweise der Umgang mit Drogen, Suizid und Unfälle. Der Familie als Ort der Zuflucht und Geborgenheit –da trotz jugendlichem Fehlverhalten diese nicht aus der Familie ausgeschlossen werden - kommt in diesem Alter eine besonders große Bedeutung zu. Die schwierige Aufgabe, die es seitens der Eltern in dieser Lebensphase zu bewältigen gilt, beschreibt Marcia wie folgt: „(...) to be emotional available, narcisstic and exhibitionistics trivings, to effect the transmutation of narcissm by withdrawing, in phase-appropriate ways, through a gradual selectivity of response, the mirroring support, thereby channeling the adolescent`s narcisstic needs in realistic directions (…) be empathetic, sensitive, and emotionally availabel (…) allow to individuate, to develop inner ressources and to regulate selfesteem in the light of optimal frustration.”4 Im weiteren Verlauf dieser Arbeit gehen wir detaillierter auf die Bedeutung der Familie ein.

2.1 Definition des Begriffs „Adoleszenz“

[...]


1 Erikson erkennt im Rahmen der Sozialisationsforschung die Wichtigkeit der Phase der Adoleszenz und damit einhergehender Auseinandersetzung mit dem Selbst und integriert sie in seinen Entwicklungsmodell. Er weiß um die Wichtigkeit der Entwicklungskrisenbearbeitung. In der Zeit der Adoleszenz entscheidet sich Zeitperspektive gegen Zeitdiffusion, Selbstgewissheit gegen peinliche Identitätsbewusstheit, Rollenexperimentieren gegen negative Identitätswahl, Zutrauen zur eigenen Leistung gegen Arbeitslähmung, Identität gegen Identitätsdiffusion, sexuelle Identität gegen bisexuelle Diffusion, Führungspolarisierung gegen Autoritätsdiffusion, Ideologische Polarisierung gegen Diffusion der Ideale.

2 s. auch Flammer/Alsaker, S.170

3 Dies wird deutlich in Abgrenzung zum englischen Sprachraum, wo der Begriff der Adoleszenz das Alter zwischen 12-21 Jahren umfasst, also das gesamte Jugendalter abdeckt. (in Anlehnung an das Fachlexikon der Sozialen Arbeit, S.7) Daraus lässt sich ableiten, dass die Gesellschaft anders als in Deutschland auf die Veränderungen der Adoleszenten reagiert und sie einen anderen Stellenwert in der Familie und der Gesellschaft haben.

4 Marcia, zit. N. Fend, S. 221


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