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Sozialisation in und durch die peer-group

Presentation (Elaboration), 2001, 35 Pages
Author: Guido Diederich
Subject: Sociology - Children and Youth

Details

Event: Entwicklungspsychologie der Adoleszenz
Institution/College: University of Applied Sciences Koblenz (Fachbereich Sozialwesen)
Tags: Sozialisation, Entwicklungspsychologie, Adoleszenz
Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2001
Pages: 35
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 3  Entries
Language: German
Archive No.: V56823
ISBN (E-book): 978-3-638-51410-1
ISBN (Book): 978-3-638-66493-6
File size: 255 KB

Abstract

Der Inhalt der vorliegenden Arbeit wird begleitend zu dem Seminar “Sozialisation in und durch die peer-group“ unter der Thematik „Sozialisation in modernen Gesellschaften“ bearbeitet. Ich steige in die genannte Thematik mit Klärungen in diesem Kontext wesentlicher Begriffe ein, um einen Einblick in das Themengebiet zu geben. Mit einer Übersicht über menschheitsgeschichtlich durchlebte Gesellschaften finde ich unsere heutige Gesellschaftsform und das darin begründete jugendliche Verhältnis zu ihren Eltern vor. Ich zeige Sozialisationsmöglichkeiten Jugendlicher in und durch Gleichaltrigengruppen auf, wodurch die Bedeutung dieser Gruppe verdeutlicht und im Folgenden erläutert wird. Anschließend reiße ich mit dieser jugendlichen Gruppenform in Verbindung stehenden Schwierigkeiten an. Die Ausarbeitung wir durch ein Fazit abgerundet. Ich nehme unter der Ausgangsfragestellung, ob eine Sozialisation in und durch peer-groups möglich ist, keine Rücksicht auf die Geschlechtszuschreibung, Schichtzugehörigkeit und Wohnortbedingungen (Stadt-Land). Sich wiederholende Momente sind beabsichtigt, um Argumente in Beziehung zur Thematik zu setzen.


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Koblenz
Fachbereich Sozialwesen

Sozialisation in und durch die peer-group

Psychologie-Seminar
Entwicklungspsychologie der Adoleszenz
Referatsausarbeitung

vorgelegt von

Guido Diederich

Studiengang Sozialpädagogik
Koblenz, 10. April 2003

 

 

GLIEDERUNG

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Soziale Interaktionen und Beziehungen - eine Begriffsdefinition

3. Die Peergruppe (Gleichaltrigengruppe)
3.1 Beziehung zu Gleichaltrigen als Entwicklungsaufgabe
3.2 Soziale Kompetenzen
3.3 Konfliktlösungsstrategien
3.4 Grenzen setzen
3.5 Sensibilität und Perspektivübernahme
3.6 Identitätsbildung

4. Kehrseiten der Peerbeziehungen
4.1 Soziale Isolation
4.1.1 Isolation und Mobbing
4.1.2 Gruppendruck und Gruppenselektion 8

5. Freundschaft und Intimität
5.1 Merkmale von Freundschaft und ihre Bedeutung
Für die Entwicklung in der Adoleszenz
5.2 Geschlechtsunterschiede in Freundschaften
5.2.1 Intimität
5.3 Die Kehrseite der Freundschaft
5.3.1 Wenn keine beste Freundin oder kein bester Freund vorhanden sind
5.3.2 Wenn Beziehung und Intimität ausgenutzt werden

6. Liebesbeziehung und Sexualität
6.1 Der soziokulturelle Kontext
6.2 Sexuelle Orientierung
6.3 Die erste Liebesbeziehung - romantische Beziehung
6.4 Sexualverhalten
6.4.1 Die Rolle der Hormone und der körperlichen Reifung
6.4.2 Die Rolle des soziokulturellen Umfeldes
6.4.3 Vom Händehalten bis zum Geschlechtsverkehr
6.4.4 Unterschiede zwischen den Geschlechtern
6.5 Sexualität und Risikoverhalten
6.5.1 Junges Alter und wenig Selbstvertrauen
6.5.2 Wenig Wissen und Kommunikation
6.5.3 Ungeplantes Sexualverhalten
6.5.4 Partnerwechsel
6.5.5 Alkohol und andere Drogen

7. Ausblick

8. Literaturverzeichnis

 

 

1. Einleitung

Die Eltern sind in der Regel die erste, aber keineswegs die einzige prägende Sozialisationsinstanz im Leben eines Menschen.

Zu den wichtigsten außerfamiliären Beziehungssystemen zählen neben der Schule vor allem die Gleichaltrigengruppe, die sogenannte Peergruppe. In diesen Gruppen wird die Freizeit verbracht, werden erste sexuelle Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht, wird die Abgrenzung gegenüber der Erwachsenenwelt artikuliert und zum Teil auch in entsprechendes Verhalten kanalisiert. Diese Gruppen sind alters-, z. T. geschlechts- und größtenteils schichtspezifisch.

Welche Merkmale weisen die Kontakte zwischen Gleichaltrigen auf? Wie wirken Sie sich aus und auf welche Ursachen gehen sie zurück? Diese Fragen wollen wir in den nachfolgenden Betrachtungen näher beleuchten.

2. Soziale Interaktionen und Beziehungen - eine Begriffsdefinition

Die Beziehungen zwischen gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen sind nicht auf jede Altersstufe gleich intensiv. Sie machen vielmehr eine Entwicklung durch.

Kleinkinder haben kaum Beziehungen zueinander. Sie können mit Gleichaltrigen meist noch wenig anfangen. Zwar nehmen sie voneinander lebhaft Notiz, aber trotz dieses gegenseitigen Interesses spielen Sie noch eher "nebeneinander" als "miteinander"; es kommt zu keinen nennenswerten sozialen Interaktionen.

Um also in Beziehung zu treten sind soziale Interaktionen zwischen Menschen nötig.
Der Mensch ist ein soziales Wesen, das in Interaktion (wechselseitige Beeinflussung von Individuen oder Gruppen) mit anderen Menschen steht.
Nicht alle Interaktionen sind allerdings für das Individuum von gleicher Bedeutung (vgl. Flammer, A. u. Alsaker, F. 2002, S. 194).

Wir unterscheiden zwischen "sozialen Interaktionen" und "Beziehungen":

Der Begriff "Interaktion" kann genauer beschrieben werden:

  • Interaktion beschreibt zum Einen unterschiedliche und zeitlich begrenzte Ereignisse.
  • Ein weitere Aspekt ist die Verkettung von Interaktionsereignissen: Jede soziale Interaktion beeinflusst die nachfolgende Interaktion (Interaktionsmerkmale z.B. Situation, Emotionen etc. werden im Gedächtnis abgespeichert und in ähnlichen sozialen Situationen reaktiviert).

Was macht "Beziehung" aus?

  • Die Grundlage von Beziehung ist die Interaktion. Diese gestaltet sich allerdings komplexer.
  • Individuen, die immer wieder aus unterschiedlichen Anlässen in Interaktion treten und deren Interaktion, die jeweils andere bzw. vorangegangene Interaktion beeinflusst. Die dabei entstehenden Wahrnehmungen, Befürchtungen und Erwartungen beeinflussen den weiteren Verlauf einer Beziehung.
  • Bindung, Intention, Erwartungen von gemeinsamen Unternehmungen und eine gemeinsame Motivation, die Beziehung beizubehalten, kennzeichnen sowohl positive als auch negative Beziehungen.
  • Aus wiederholten Interaktionen kann in der Konsequenz eine Beziehung entstehen.
    (Vgl. Flammer, A. u. Alsaker, F. 2002, S. 194 f.)

3. Die "Peergruppe" (Gleichaltrigengruppe)

Die Beziehung zu den "Peers" (Gleichaltrigen) hat ähnliche Funktionen wie die Beziehung zu den Erwachsenen. Beziehungen dienen der Selbsterfahrung und der Selbstdefinition.

Die Peer-Gruppe bietet dabei andere Erfahrungsräume, nimmt andere Positionen ein, gibt andere Rückmeldungen als die Erwachsenenwelt bzw. die Eltern. Dies ist wichtig für die Entwicklung eines Selbstkonzepts, die Identitätsbildung und das Einüben sozialer Fertigkeiten.

Die "Peers" sind auch ein Produkt unserer Zeit, da der Jugendliche heute viel länger im Bildungssystem verbleibt und somit hauptsächlich mit Gleichaltrigen verkehrt.

[....]


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