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Examination Thesis, 2001, 110 Pages
Author: Viola Draude
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Tags: Sprachentwicklung, Kindes
Year: 2001
Pages: 110
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13494-1
File size: 264 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Paderborn
Die Sprachentwicklung des Kindes
Eine Untersuchung zur Herausbildung der semantischen Kompetenz
Examensarbeit von
Viola Draude
Herbst 2001
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Generelles zur Sprachentwicklung des Kindes ... ...5
2.1 Voraussetzungen für die normale Sprachentwicklung ... 5
2.2 Die normale Sprachentwicklung des Kindes ... 8
2.3 Mögliche Probleme bei der Sprachentwicklung des Kindes... 16
3. Bedeutungserwerb der Sprache beim Kind ... 21
3.1 Zum Verhalten von ′Begriff′ und ′Wortbedeutung′ zueinander ... 21
3.2 Universelle Aspekte früher Wortbedeutungen bei Kindern ... 25
3.3 Hypothesen über die Wortbedeutungsentwicklung des Kindes ... 30
3.3.1 Entwicklung eines Wortlexikons ... 30
3.3.2 Die Semantische Merkmalhypothese ... 34
3.3.3 Die Lexikalische Kontrasttheorie ... 42
3.3.4 Die Funktionale Kernhypothese ... 45
3.3.5 Prototyptheorien der Bedeutung ... 51
3.3.6 Taxonomie und Ausschließlichkeit ... 57
3.3.7 Begriffsorientierte Bedeutungstheorien ... 62
3.4 Erfahrungsbezogene Studien einzelner Begriffe ... 77
3.4.1 Begriffe über natürliche Objekte ... 77
3.4.2 Der Begriff ′Leben′ ... 80
3.4.3 Begriffe über Psychisches ... 88
4. Fazit ... 99
5. Literaturverzeichnis ... 101
1. Einleitung
Die Bedeutungsentstehung der Sprache ist ein bis jetzt ungelöstes Thema der Psychologie, denn es erwies sich in Forschungen als äußerst schwierig, den geistigen Prozess des Wortschatzerwerbs von Kindern nachzuvollziehen. Eine der zentralsten Fragen der Spracherwerbsforschung ist wohl, ′Wie erwerben und gebrauchen Kinder Wörter?′. Um diese Frage annähernd beantworten zu können, muss man sie in kleinere, aber wohldefinierte, Fragen unterteilen: ′Was veranlasst Kinder dazu, Lautfolgen und Wörter bestimmten Objekten und Ereignissen zuzuordnen?′, ′Welche Begriffe, Vorstellungen und gedanklichen Konzepte verbinden Kinder mit diesen lautlichen Äußerungen?′, ′Entstehen Begriffe, Vorstellungen und gedankliche Konzepte vor, während oder nach Erlernen der Benennung?′, ′Meinen Kinder in der Phase der Ein- beziehungsweise Zweiwortsätze wirklich das mit ihren Äußerungen, was Erwachsene zu verstehen glauben?′ und ′Wie gelingt es dem Kind, einen Wortschatz aufzubauen, der im Begriffs- und Bedeutungsgehalt mit dem seiner Umwelt übereinstimmt?′. Diese Unterteilungsfragen und ihre Antworten sollen den Kern der vorliegenden Arbeit darstellen und somit einen Weg zur Lösung der Hauptfrage über den Wortbedeutungserwerb bei Kindern bieten. Dazu sollen zunächst einmal generelle Aspekte der Sprachentwicklung des Kindes aufgezeigt werden, wobei die Vorraussetzungen, die für eine normale Sprachentwicklung unabdinglich sind, erläutert werden sollen. Auch werde ich die einzelnen Phasen der normalen Sprachentwicklung kurz skizzieren und danach einige mögliche Probleme der kindlichen Sprachentwicklung erklärend anführen. Im Folgenden möchte ich dann das Verhalten von ′Begriff′ und ′Wortbedeutung′ zueinander herausstellen und im Anschluss die universellen Aspekte früher Wortbedeutungen bei Kindern beschreiben.
Die Probleme des Themas der Wortbedeutungsentwicklung in der Spracherwerbsforschung lassen sich sehr gut an den zahlreichen Theorien über den Wortbedeutungserwerb, die von verschiedensten Linguisten, Pädagogen und Psychologen entwickelt wurden, beobachten. Diese Hypothesen möchte ich in meiner Arbeit erläutern. Ich habe mich dabei auf die Darstellung von sieben Theorien konzentriert, bei denen die erste die Entstehung eines Wortlexikons erklären will. Die ′Semantische Merkmalhypothese′ geht von der Annahme aus, dass sich Wortbedeutungen aus mehreren semantischen Merkmalen zusammensetzen. Die ′Lexikalische Kontrasttheorie′ geht vom Prinzip des Kontrasts und vom Prinzip der Konventionalität aus, die gemeinsam die beiden Hauptprozesse der Wortbedeutungsentwicklung ausmachen sollen. Die ′Funktionale Kernhypothese′ behauptet, dass es Erkenntnisstrukturen oder Begriffe gibt, die durch Wörter enkodiert werden. ′Prototyptheorien der Bedeutung′ vertreten die Meinung, dass man beim Wortbedeutungserwerb bestimmte Merkmale einer Begriffskategorie als markanter empfindet als andere. Bei den Hypothesen über ′Taxonomie und Ausschließlichkeit′ geht es darum, dass Kinder davon ausgehen, dass Wörter sich auf eine Kategorie von Objekten beziehen, die sich in irgendeiner Weise gleichen, und dass sie meinen, dass Objekte ausschließlich einen Namen haben dürfen. ′Begriffsorientierte Bedeutungstheorien′ vertreten die Ansicht, dass hinter Wörtern eine Art Wissensentwicklung steht. Auf sie aufbauend wurden auch die im Anschluss dargestellten erfahrungsbezogenen Studien einzelner Begriffe erstellt, die Begriffe über natürliche Objekte, den Begriff ′Leben′ und Begriffe über Psychisches behandeln.
Zum Schluss der Arbeit möchte ich noch ein kurzes Fazit der gewonnenen Erkenntnisse und einen kurzen Ausblick hinsichtlich der Vermutungen über die weiteren Entwicklungen in der Forschung über den Wortbedeutungserwerbs geben.
2. Generelles zur Sprachentwicklung des Kindes
2.1 Voraussetzungen für die normale Sprachentwicklung
Damit eine normale Sprachentwicklung überhaupt stattfinden kann, müssen zunächst einige biologische und umweltliche Voraussetzungen beim Kind gegeben sein. Die biologischen Voraussetzungen sind Fähigkeiten und Anlagen, die angeboren sein sollten. Das Gehör ist eines von diesen Anlagen, denn ohne etwas zu hören, ist es nicht möglich, Laute nachzuahmen. Man merkt schon bei Kindern, bei denen nur eine kleine Einschränkung des Hörvermögens vorliegt, etwa durch eine Erkältung, dass sie ähnlich klingende Laute (wie Tuch und Buch) nur schwer voneinander unterscheiden können. Ob das Gehör eines Kindes richtig funktioniert lässt sich schon in den ersten Monaten seines Lebens beobachten. Liegen keine gravierenden Schäden vor, so stellt man, etwa durch "das Innehalten beim Saugen" des Babys oder sein "Hinwenden des Kopfes oder der Augen in die Richtung der Schallquelle" , fest, dass das Kind zu lauschen beginnt.
Der Sprechantrieb ist eine weitere Voraussetzung die gegeben sein muss. Das Lallen ab dem dritten Lebensmonat ist das erste Indiz für diesen Antrieb. Wenn Kinder ab dem sechsten Monat zu Plappern beginnen, so tun sie dies hauptsächlich, um sich selbst zu hören. In diesem Alter tritt also das Auditive mehr in den Vordergrund. Verstärkt werden die Äußerungen der kleinen Kinder in beiden Lebensphasen indem Eltern oder Geschwister die Laute aufgreifen und wiederholen oder leicht verändern. Durch diese Kontaktaufnahme wird das Kind in seinem Sprechantrieb unterstützt und somit angespornt weiterzumachen. Auch bilden die Eltern und
Geschwister so ein sprachliches Vorbild. Dieses sprachliche Vorbild ist in der "sprachsensiblen Phase (9. - 36. Monat)" sehr wichtig, denn Kinder können nur Sprechen lernen, wenn jemand mit ihnen redet. Brügge, Mohs und Richter nennen zwei Merkmale, die ein gutes sprachliches Vorbild ausmachen:
"Als erstes die genaue Aussprache der einzelnen Laute und Wörter. Je genauer die Lautbildung aus dem Zusammenhang des Gesprochenen hervortritt, je weniger also die Artikulation verwischt ist, desto klarer und deutlicher wirkt das sprachliche Vorbild.
Zweitens sollten die Eltern mit dem Kind langsam und in kurzen, altersentsprechenden Sätzen sprechen."
[...]
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