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Examination Thesis, 2005, 50 Pages
Author: Katrin Busch
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institute: Studienseminar für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen in Marburg
Tags: Lesemotivation, Leseförderung, Schuljahr, Literaturwerkstatt, Kinderroman, Hexe, Lakritze, Eveline, Hasler, Pädagogische, Prüfungsabeit, Staatsprüfung, Lehramt, Grundschulen, Hessen
Year: 2005
Pages: 50
Grade: 14 Punkte
Bibliography: ~ 37 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-51498-9
File size: 217 KB
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Excerpt (computer-generated)
Studienseminar für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen in Marburg
Lesemotivation und differenzierte Leseförderung im zweiten Schuljahr - dargestellt an einer handlungs- und produktionsorientierten Literaturwerkstatt zum Kinderroman "Hexe Lakritze" von Eveline Hasler
Katrin Busch
1. Einleitung ... 1
2. Theoretische Erörterungen zum Thema ... 2
2.1 Definitorische Annäherungen an Literaturdidaktik ... 2
2.2 Handlungs- und produktionsorientierte Methoden im Deutschunterricht ... 2
2.2.1 Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren – Eine Übersicht ... 5
2.3 Differenzierung ... 6
2.4 Merkmale des Werkstattunterrichts ... 8
2.4.1 Die Rolle des Lehrers im Werkstattunterricht ... 11
3. Planung der Unterrichtseinheit zur Literaturwerkstatt ... 13
3.1 Bedingungsanalyse ... 13
3.1.1 Situation der Klasse ... 13
3.1.2 Lernvoraussetzungen der Schüler ... 14
3.1.3 Lernvoraussetzungen ausgewählter Schüler ... 16
3.2 Didaktische Vorüberlegungen zur Literaturwerkstatt ... 17
3.2.1 Allgemeine Überlegungen zum Thema „Lesen“ in der Grundschule ... 17
3.2.2 Begründungen der Literaturauswahl ... 19
3.2.3 Begründungen der gewählten Unterrichtsform ... 21
3.2.4 Begründungen der gewählten Aufgabenformen ... 22
3.3 Methodische Vorüberlegungen zur Durchführung der Literaturwerkstatt ... 23
3.4 Ziele der Literaturwerkstatt ... 25
4. Darstellung der Unterrichtspraxis ... 25
4.1 Gesamtübersicht der Werkstattstunden ... 25
4.1.1 Beschreibung der Arbeitsangebote und deren Teilziele ... 26
4.2 Reflexion einzelner Arbeitsangebote ... 28
4.2.1 Angebot 7: „Wer schreibt mir da?“ ... 28
4.2.1.1 Didaktisch – methodische Vorüberlegungen zu Angebot 7 ... 28
4.2.1.2 Reflexion des Angebots 7 ... 29
4.2.2 Angebot 17: „Der schnellste Besen – Lese-Abschluss-Check“ ... 30
4.2.2.1 Didaktisch – methodische Vorüberlegungen zu Angebot 17 ... 30
4.2.2.2 Reflexion des Angebots 17 ... 31
4.2.3 Angebot 29: „Die alte Frau – Superkräfte“ ... 32
4.2.3.1 Didaktisch – methodische Vorüberlegungen zu Angebot 29 ... 32
4.2.3.2 Reflexion des Angebots 29 ... 33
4.3 Reflexion der Motivation und des Lernfortschrittes ausgewählter Schüler ... 34
5. Gesamtreflexion ... 36
5.1 Reflexion der Unterrichtsform ... 37
5.2 Reflexion der Arbeitsangebote ... 38
5.3 Reflexion des Lernziels ... 39
5.4 Rolle der Lehrerin ... 42
5.5 Rückblick und Aussichten auf späteres Handeln ... 43
6. Literaturverzeichnis ... 45
1. Einleitung
Der didaktische Begriff „Leseförderung“ nimmt besonders in Folge der PISA - Studie und, im Falle der Grundschulpädagogik, der IGLU - Studie einen großen Stellenwert im Deutschunterricht ein. Es steht fest, dass die Lesekompetenz vieler deutscher Schüler förderungsbedürftig ist. Offen ist aber noch immer die Frage nach dem WIE beziehungsweise nach methodischen Hinweisen auf eine effektive Leseförderung der Kinder. Leseförderung meint im heutigen Sinne nicht mehr nur die „Unterstützung leseschwacher Kinder“1, sondern auch das Steigern der Lesemotivation, so dass der Leser angesprochen und darüber hinaus zu Sprachhandlungen aktiviert wird.2 Nur durch eine positive Vermittlung von Literatur kann man Kindern einen emotionalen Zugang zum Lesen verschaffen, was als Voraussetzung für die Erweiterung der Lesekompetenz gilt. Für Grundschulkinder ist es wichtig, sie durch „action“, die sie oftmals nur in audiovisuellen Medien konsumieren, Leseerfahrungen sammeln zu lassen. „Das tun sie, wenn sie auf die Bewusstseinsebenen von Meta-Kognition und -Gedächtnis gelangen, d.h. Leseverfahren erkunden, erarbeiten und gebrauchen (Elaborationsstrategien, PISA 2002, 132 u. 272 ff.)3 In „Aktion“ treten Schüler vor allem bei produktiv-handelndem Lesen, da sie mit dem Text in vielfältiger Weise in Berührung kommen. In einem traditionellen Frontalunterricht kommen die handelnden Verfahren kaum zum Tragen. Aus diesem Grund heißt es, den Umgang mit literarischen Texten im Unterricht zu überdenken.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich die Methode der Literaturwerkstatt, die den handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht integriert, vorstellen und der Frage nachgehen, ob der Werkstattunterricht eine geeignete Methode ist, die Lesekompetenzen leistungsschwacher sowie leistungsstarker Schüler zu erweitern und deren Lesemotivation zu steigern. In der Unterrichtseinheit zur Ganzschrift „Hexe Lakritze“ von Eveline Hasler wurde die Werkstattarbeit in einer zweiten Klasse durchgeführt. Diese soll hier dargestellt und ausgewertet werden.
Die Klasse 2b der Burgwaldschule in Wetter zeichnet sich durch ein sehr heterogenes Leistungsniveau im Bereich der Lesekompetenz aus. Nicht alle Kinder dieser Klasse leben in einer lesefreundlichen familiären Umgebung, die eine notwendige Grundvoraussetzung bei der Entwicklung zu einem kompetenten Leser darstellt. Aus diesem Grund hat die Schule die wichtige Aufgabe, Kinder zum Lesen zu animieren und auch für den hedonistischen Umgang mit Literatur genügend Raum zu schaffen.
Mein Beobachtungsschwerpunkt in dieser Arbeit liegt also darin, zu untersuchen, wie effektiv die o.g. Methode ist, um die Lesefähigkeit und -motivation zu fördern. Dabei sollen in einem ersten Teil die theoretischen Hintergründe des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts, der Werkstattmethode und der Differenzierung innerhalb einer heterogenen Lerngruppe dargelegt werden. Im zweiten Teil werden die Planung, Durchführung und Ergebnisse der Literaturwerkstatt „Hexe Lakritze“ zusammengefasst.
Anhand der beiliegenden Sachstruktur werden Verknüpfungen zwischen theoretischen Hintergründen von Literaturdidaktik, moderner Kinder- und Jugendliteratur, Öffnung des Unterrichts und der Umsetzung der Literaturwerkstatt zum Kinderroman „Hexe Lakritze“ dargestellt.
2. Theoretische Erörterungen zum Thema
2.1 Definitorische Annäherungen an Literaturdidaktik
Die Literaturdidaktik wird als Wissenschaft von den Zielen, Inhalten und Verfahren des Literaturunterrichts verstanden.
Im Zentrum der Literaturdidaktik steht die Konzeption, Rezeption sowie theoretisch begründete Antizipation des literarischen Lernens. Literarisches Lernen wiederum meint die Fähigkeit zu erwerben, einen literarischen Text zu erkennen, zu analysieren, zu kommentieren, die Wahrnehmung für indirekte Form der Wissensvermittlung über die Welt zu schärfen aber auch den Text als solchen zu genießen.4
Im folgenden Punkt soll es um den handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht als literaturdidaktisches Konzept gehen, an dessen Konzeption ich mich bei den Aufgabenformen der geplanten Literaturwerkstatt zu dem Kinderroman „Hexe Lakritze“ orientiert habe.5
2.2 Handlungs- und produktionsorientierte Methoden6 im Deutschunterricht
Obwohl der produktive Umgang mit Literatur keine Neuerfindung ist, so ist handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur7 zum Kennzeichen der jüngeren Literaturdidaktik geworden. Handelnder Literaturunterricht8 gehörte vor allem zum Konzept der Reformpädagogik seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und zum Konzept Freinets. Waldmann konstatiert, dass für den Literaturunterricht Formen produktiver Verfahren schon seit den 50er Jahren vorgeschlagen wurden (Vertreter: Ulshöfer); stärker gefordert werden sie allerdings erst seit den letzten fünfzehn Jahren.9 Das heutige Konzept des handelnden Literaturunterrichts gilt als Gegenmodell zu einem analytisch-interpretierenden Literaturunterricht. „Indem die Schüler(innen) schreibend, malend, spielend mit den Texten umgehen, wird auf affektiver und imaginativer Ebene ein Bezug zum Gelesenen hergestellt, der die Voraussetzung für fruchtbare kognitive Auseinandersetzung ist.“10
Dieser Ansatz ist zum einen aus dem Anliegen entstanden, die Schullektüre mit der privaten Lektüre der Schüler zu verknüpfen und somit die Lust am Lesen zu fördern. Zum anderen eignet sich ein handelndes Lernen im Umgang mit KJL, da diese in den letzten Jahren immer mehr Berücksichtigung im Deutschunterricht gefunden hat.11
Theoretisch und praktisch fundiert wurde das Modell eines handelnden Literaturunterrichts in den 80er Jahren. Fingerhut konstatiert, dass er als nicht-wissenschaftlicher Umgang mit Literatur bezeichnet werden kann: die Schüleraktivität passe nicht in den traditionellen Rahmen des Interpretierens, da die Kinder ästhetische Produkte herstellen und Handlungen ausführen. Haas, Menzel und Spinner definieren zwei Grundformen des aktiv produktiven Handelns der Schüler:
[...]
1 Vgl. Sahr, Michael: Leseförderung durch Kinderliteratur: Märchen, Bilder- und Kinderbücher im Unterricht der Grundschule. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2003, S. 1
2 Vgl. Bergk, Marion: Kreative und kommunikative Wege zur Lesekompetenz. In: Grundschulunterricht 1/2003, S. 3
3 ebd.
4 Vgl. Bogdal, Klaus-Michael; Korte, Hermann (hrsg.): Grundzüge der Literaturdidaktik. Dtv 2002
5 In der Sachstruktur werden weitere Tendenzen der geschichtlichen Entwicklung der Literaturdidaktik dargelegt.
6 Definition: „Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Organisation des Unterrichtsprozesses leiten, so dass Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können.“ Meyer, Hilbert: Unterrichtsmethoden Bd. 1. Scriptor, Frankfurt am Main, 1987, S. 214. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht kann als ein Unterricht verstanden werden, indem Schüler ästhetisch - kreativ tätig werden. Fingerhut konstatiert, dass er als ein nicht-wissenschaftlicher Umgang mit Literatur bezeichnet werden kann.
7 Kinder- und Jugendliteratur wird im Folgenden mit KJL abgekürzt
8 Da der Doppelbegriff „handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht“ unnötig umständlich ist, möchte ich ihn durch den einfacheren Sammelbegriff „handelnder Literaturunterricht“ ersetzen. Vgl. Bartnitzky , Horst: Sprachunterricht heute. Cornelsen Scriptor 2000, S. 186
9 Vgl. Waldmann, Günter: Produktiver Umgang mit Literatur. In: Lange, Günter (hrsg.) u.a.: Taschenbuch des Deutschunterrichts Bd. 2. Schneider Verlag Hohengehren 2003, S. 488
10 Spinner, Kaspar H.: Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur. In: Lange, Günter u.a. (hrsg.): Taschenbuch der Kinder- und Jugendliteratur. Schneider Verlag Hohengehren 2000, S. 978
11 Vgl. ebd.
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