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Essay, 2005, 10 Pages
Author: Sebastian Krings
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Details
Tags: Vergleich, Freiheit, Gesellschaftskonzepten, Thomas, Hobbes, Benjamin, Constant
Year: 2005
Pages: 10
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52089-8
File size: 142 KB
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Excerpt (computer-generated)
Vergleich der persönlichen Freiheit in den
Gesellschaftskonzepten von Thomas Hobbes
und Benjamin Constant
von: Sebastian Krings
Inhalt
I. Einleitung
II. Grundannahmen zum Wesen des Menschen
1. Der Mensch im Naturzustand bei Thomas Hobbes
2. Benjamin Constants Sicht des Individuums
III. Die Freiheit des Menschen in den Gesellschaftsmodellen von Thomas Hobbes und Benjamin Constant
IV. Zusammenfassende Überlegungen
VI. Literaturverzeichnis
I. Einleitung
Das Thema meines Essays ist der Vergleich der Gesellschaftskonzpte von Thomas Hobbes und Henri-Benjamin Constant de Rebecque (im Folgenden Benjamin Constant genannt, wie üblicherweise in der Fachliteratur verwendet) unter dem Aspekt der Freiheit im Bezug auf das Individuum und der Gesellschaft, in der es lebt. Benjamin Constant (1767 - 1830) gilt als einer der ersten liberalen Denker und war ein vehementer Verfechter der persönlichen Freiheit sowohl in politischen wie wirtschaftlichen und vor allem auch privaten Aspekten.
Thomas Hobbes (1588 - 1679) hingegen stellt in seinem Gesellschaftsvertrag ein Staatsprinzip vor, in dem der Einzelne völlig dem Staat untergeordnete Rechte besitzt und bis auf das Recht der Sicherung des eigenen Überleben jegliche Rechte an den Leviathan, einen fast allmächtigen Herrscher, der zwar durchs Volk gewählt wurde, danach jedoch komplett ungebunden in seinen Entscheidungen ist, abgibt.
Bei beiden Ansätzen ist jedoch ein gemeinsames Ziel erkennbar, nämlich für den Menschen bzw. die Gesellschaft den größtmöglichen Frieden und die größtmögliche Sicherheit zu erreichen. Hobbes versucht dies indem er in seinem Werk „Leviathan” eine Vertragstheorie entwirft, in der die Menschen einen Überlassungsvertrag beschließen, um so dem Kampf aller gegen alle zu entgehen, der nach Hobbes im vorvertraglichen Naturzustand zwangsläufig entsteht, wohingegen Constant auf der Basis seiner Beobachtungen der Gesellschaft seiner Zeit und der Gesellschaft im alten Athen in seiner Rede „Über die Freiheit der Alten im Vergleich zu der der Heutigen“ eher eine vergleichende Analyse der Situation vornimmt und davon ausgehend Ideen zu, seiner Meinung nach, nötigen politischen Reformen entwickelt.
Auf der Basis des "Naturzustandes" bei Thomas Hobbes und den gesellschafts-theoretischen Überlegungen Constants und der Analyse des zugrundeliegenden Menschenbildes, werde ich die Bedeutung der Freiheit des Menschen im gesellschaftlichen Kontext im Folgenden untersuchen.
II. Grundannahmen zum Wesen des Menschen
1. Der Mensch im Naturzustand bei Thomas Hobbes
Hobbes hat, geprägt durch die historischen Bedingungen seiner Zeit und nicht zuletzt unter dem Eindruck der damals schwelenden politischen Unruhen mit drohenden Bürgerkriegen, ein eher pessimistisches Menschenbild. So verfügt der Mensch von Natur aus zwar annähernd über gleiche körperliche und geistige Voraussetzungen, charakterlich zeichnet ihn jedoch Unmoral und Egoismus und das Fehlen jeglicher willentlicher sozialer Determinierung menschlichen Handelns aus1. Treffen zwei Menschen aufeinander, die die gleichen Wünsche oder Ziele verfolgen, "werden beide danach trachten, sich den anderen entweder unterwürfig zu machen oder ihn zu töten2". Der Mensch ist für Hobbes also stets auf sich selbst bezogen und zu keinerlei gemeinschaftlicher Überlegung fähig.
Angesichts dieser fast schon animalisch anmutenden Verhaltensweisen sieht Hobbes auch den hauptsächlichen Unterschied zwischen Menschen und Tieren in der Fähigkeit zu Sprechen. "Ohne sie fände unter den Menschen Gemeinwesen, Gesellschaft, Vertrag, Frieden ebensowenig statt wie unter Löwen, Bären und Wölfen.3" Dennoch sieht Hobbes den Menschen dadurch nicht intellektuell besser gestellt als die Tiere, sondern führt an, dass viele Tiere nutzbringende Fähigkeiten schneller erlernen als Menschen es können4.
Weiterhin sieht er im Menschen eine Art mechanisch funktionierenden Automaten, der zwar zur Vernunft fähig ist, diese aber nicht als logisches, objektives Denken nutzt, sondern nur als eine Art taktischer Überlegung zum Erzielen eines Vorteils im Kampf um das eigene Überlegen5. Diese Vernunft ist für Hobbes folglich nichts allgemeingültiges, sondern etwas individuelles, weshalb Streitigkeiten zwischen zwei Parteien auch nicht von ihnen allein gelöst werden können6. Mit dem Selbsterhalt als alleinigen Grundbedürfnis des Menschen sieht Hobbes die Freiheit des Individuums dadurch verwirklicht, dass jeder zur Sicherung der eigenen Existenz jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel nutzen und alles was diesem Zweck dienlich erscheint tun kann7. Da alle Menschen jedoch gleich sind und allen das Recht auf Nutzung aller Mittel zur Sicherung ihres Überlebens zusteht8, wird der Selbsterhalt durch diese “Freiheit” nicht erleichtert sondern im Gegenteil schier unmöglich, da der Mensch in seinem Streben nach Selbsterhalt immer auch eine Gefahr für alle anderen Menschen darstellt9.
[...]
1 siehe Handout Hobbes aus dem Seminar
2 siehe Hobbes, Thomas: Leviathan, S.114
3 siehe Hobbes, Thomas: Leviathan, S.28
4 siehe Hobbes, Thomas: Leviathan, S.26
5 siehe Flieger, Heinz: Die öffentliche Meinung in der Staatsphilosophie von Thomas Hobbes, S.144
6 siehe Hobbes, Thomas: Leviathan, S.40
7 siehe Hobbes, Thomas: Leviathan, S.118
8 siehe Hobbes, Thomas: Leviathan, S.118
9 siehe Hobbes, Thomas: Leviathan, S.114
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