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Termpaper, 2002, 21 Pages
Author: M.A. Melanie Carina Schmoll
Subject: Philosophy - Philosophy of the Middle Ages (approx. 500 - 1300)
Details
Institution/College: University of Hamburg (Philosophisches Seminar )
Tags: Staatsgründung, Betrachtung, Bedin-gung, Marsilius, Padua, Thomas, Hobbes, Vergleich, Proseminar, Marsilius, Padua, Verteidiger, Friedens
Year: 2002
Pages: 21
Grade: 1,4
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52425-4
File size: 167 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Hamburg, Philosophisches Seminar
Proseminar: Marsilius von Padua – Der Verteidiger des Friedens
Wintersemester 2001/2002, 7. Fachsemester
Der Staatsgründung vorausgehende Betrachtung der
menschlichen Bedingung - Marsilius von Padua und
Thomas Hobbes im Vergleich
von: Melanie Carina Schmoll
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Marsilius von Padua – „Defensor pacis“
2.1. Historischer Kontext und biographischer Hintergrund
2.2. Wissenschaftliche und anthropologische Grundlagen
2.3. Betrachtung des Menschenbildes
3. Thomas Hobbes – „Leviathan“
3.1. Historischer Kontext und biographischer Hintergrund
3.2. Wissenschaftliche und anthropologische Grundlagen
3.3. Menschenbild und Naturzustand
4. „Defensor pacis“ und „Leviathan“ – Ein Vergleich der Betrachtung der Menschen im Naturzustand
5. Abschließende Betrachtung
6. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die folgende Hausarbeit soll einen Überblick über die Hauptwerke zwei der wichtigsten Philosophen des Mittelalters geben: Marsilius von Padua und Thomas Hobbes. Beide Philosophen beschäftigen sich in ihren Hauptwerken mit der politischen Philosophie und der Staatstheorie. Marsilius von Padua beschreibt in seinem 1324 veröffentlichten Werk „Defensor pacis“ die Zurückdrängung der klerikalen Gottesstaatideologie und ersetzt diese durch die Forderung, der Herrschende habe sich selbst an die Gesetze zu halten und der menschliche Gesetzgeber, das Volk, habe das Recht ihn zu korrigieren und ihn gegebenenfalls abzusetzen. In Thomas Hobbes 1651 erschienen Hauptwerk „Leviathan“ begründete er, dessen Denken stark von den Schrecken des englischen Bürgerkriegs geprägt war, seine Lehre von der absoluten Staatsautorität.
Im „Defensor pacis“ legt Marsilius besondere Beachtung auf die vorstaatliche Betrachtung der Menschen, ebenso wie Thomas Hobbes im „Leviathan“ - auch hier wird dem Naturzustand des Menschen größte Beachtung geschenkt. Ein Vergleich dieser Ansichten scheint notwendig, wenn man die Geschichte der Werke betrachtet. Marsilius scheint hinter dem übermächtigen „Leviathan“ des Thomas Hobbes, in den Hintergrund gedrängt worden zu sein und dies meiner Meinung nach zu Unrecht. Zunächst wird bei beiden Werken eine Einordnung in den historischen und biographischen Kontext des Werkes und des Autors gegeben. Eine Darstellung der Betrachtung des Menschen vor der Verfassung bzw. dem Vertragsschluß wird im Mittelpunkt der Hausarbeit stehen. Abschließend soll ein Vergleich der Menschen im Naturzustand aufgezeigt werden - somit werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Werken deutlich.
2. Marsilius von Padua – „Defensor pacis“
2.1. Historischer Kontext und biographischer Hintergrund
Marsilius von Padua wurde vermutlich zwischen 1275 und 1280 in Padua geboren. So wenig gesichert diese Angabe ist, so wenig sind es auch die übrigen wenigen Kenntnisse über Marsilius von Padua. Wahrscheinlich besuchte Marsilius eine Universität in seiner Heimatstadt. Im Jahr 1312 lehrte er als Magister Artium in Paris an der Sorbonne. Dort war er von Dezember 1312 – März 1313 Rektor. 1318/1319 war Marsilius in politischer Mission auf Reisen1. Die Mission scheiterte jedoch und Marsilius kehrte zurück an die Sorbonne. Im Jahr 1324 beendete Marsilius seine Schrift „Defensor pacis“, die er dem deutschen Kaiser Ludwig dem Bayern widmete. Es war sein Ziel mit dieser Schrift das Papsttum als Quelle allen Unfriedens bloßzustellen.
Das historische Umfeld, in dem der „Defensor pacis“ entstand, wird bereits mit der Widmung deutlich. Der Konflikt zwischen Ludwig dem Bayer und der Kurie, die sich seit 1309 in Avignon befand, bildete den letzten Höhepunkt in den ständigen Auseinandersetzungen zwischen deutschen Kaisern und den Päpsten, die mit dem Investiturstreit begannen. Im Jahr 1314 begannen die Probleme Ludwigs mit der Doppelwahl – die habsburgische Partei hatte Friedrich den Schönen von Österreich, die luxemburgische Ludwig von Bayern zum deutschen König gewählt. Ludwig konnte sich in der Schlacht von Mühldorf (1322) durchsetzen. Im lombardischen Reichsitalien war die Situation jedoch weiterhin ungeklärt - dort standen sich die Interessen des deutschen Reiches und die päpstlichen Ambitionen unversönlich gegenüber2. Da der deutsche König Ludwig zudem die Ghibellinen im Kampf gegen den Papst unterstützte, eröffnete dieser 1323 einen Prozeß gegen den deutschen König. 1324 wurde Ludwig von Bayern exkommuniziert und seine Untertanen wurden mit Bann und Interdikt bedroht, sollten sie ihm weiterhin die Treue halten.
[...]
1 Im Auftrag der Ghibellinischen Liga, insbesondere der Papstgegner Matteo Visconti ( Signore von Mailan, den Marsilius im „Defensor pacis“ zum Gegenspieler des Papstes Johannes XXII. in Italien hochstilisiert) und Can Grande Della Scalla (kaiserlicher Vikar in Verona seit 1311 und Generalkapitän des lombardischen Ghibellinenbundes) versuchte er einen französischen Prinzen, den späteren Karl IV., als Anführer zu gewinnen. Vgl. M. Runge, Marsilius von Padua, Politik und Tugend im politischen Denken des ausgehenden Hochmittelalters, Hannover, 1996, S. 20.
2 Papst Johannes XXII. vertrat die Ansicht, daß während der Vakanz des Kaiserthrones ihm die rechtmäßige Vertretung des Kaisers zustehe und dies erst mit der Wahl des deutschen Königs zum Kaiser durch den Papst ende.
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