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Scholary Paper (Seminar), 2004, 29 Pages
Author: Barbara Meye
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography
Details
Institution/College: Martin Luther University (Institut für Geographie)
Tags: Grundlagen, Strategien, Regionalpolitik, Regionalökonomik, Entwicklungstheorien
Year: 2004
Pages: 29
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 27 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52532-9
ISBN (Book): 978-3-638-66592-6
File size: 306 KB
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Abstract
Der Marktmechanismus liefert von sich aus zwar gute ökonomische Ergebnisse, aber das Verteilungsergebnis ist meist ungerecht oder unsozial. Bei dieser außerökonomischen Begründung wird davon ausgegangen, dass der marktwirtschaftliche Allokationsmechanismus prinzipiell funktioniert, man aber ein räumlich wirksames, verteilungspolitisches Korrektiv benötigt. Die Regionalpolitik stellt ein solches Korrektiv dar. Außer dieser Begründung gibt es noch viele weitere Argumente, warum eine Regionalpolitik unerlässlich erscheint. Zur Sicherung eines langfristigen Wachstums einer Region, muss diese sich an immer wieder veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Es ist daher erforderlich eine Politik zu betreiben, die Strategien entwickelt mit deren Hilfe eine Region überlebensfähig und für Unternehmen und Menschen attraktiv bleibt. Diese Politik sollte die wirtschaftlichen Prozesse einer Region so beeinflussen, dass die Regionen das Beste aus ihrer Lage herausholen können. Die Regionalpolitik stellt eine solche Politik dar, wobei hier wirtschaftliche Prozesse durch die öffentliche Hand beeinflusst werden. Regionalpolitik befasst sich also mit der räumlichen Gestaltung. Sie versucht die Aufgabe der Raumordnung mit der ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu lösen. Die Regionalpolitik ist also der „Arm“ der Raumordnung. Das Ziel der Betrachtungen ist es, dem Leser zum einen die Grundlagen einer Regionalpolitik näher zu bringen, und zum anderen mögliche Strategien aufzuzeigen, die eine Regionalpolitik anwenden kann. Des Weiteren ist das Ziel dieser Arbeit, die Praxis der Regionalpolitik zu verdeutlichen.
Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Geographie
Seminararbeit im Rahmen des Oberseminars Wirtschaftsgeographie 4
Sommersemester 2004
Grundlagen und Strategien der Regionalpolitik
von: Barbara Meye
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Grundlagen der Regionalpolitik 2
2.1 Definition und Akteure 2
2.2 Begründungen für die Notwendigkeit einer Regionalpolitik 3
2.2.1 Ökonomische Begründung 3
2.2.2 Soziale Begründung 4
2.2.3 Ökologische Begründung 4
2.3 Ziele und Aufgaben der Regionalpolitik 5
2.3.1 Wachstumsziel 6
2.3.2 Stabilitätsziel 6
2.3.3 Gerechtigkeitsziel 7
2.4 Instrumente der Regionalpolitik 7
2.4.1 Information und Beratung 8
2.4.2 Finanzielle Anreize 8
2.4.3 Infrastrukturmaßnahmen 9
2.4.4 Regulative und administrative Maßnahmen 10
3. Ausgewählte Strategien der Regionalpolitik 11
3.1 Mobilitätsorientierte Strategien 11
3.1.1 Neoklassische Strategie 12
3.1.2 Keynesianische Nachfragesteuerung 12
3.1.3 Wachstumspolansatz 13
3.2 Endogene Strategien 13
3.2.1 Eigenständige Regionalentwicklung 14
3.2.2 Innovationsansatz 16
3.2.3 Ökologische oder nachhaltige Regionalentwicklung 18
4. Regionalpolitik am Beispiel Österreich 20
4.1 Regionalpolitik der fünfziger und sechziger Jahre 20
4.2 Regionalpolitik der siebziger Jahre 20
4.3 Regionalpolitik der achtziger und neunziger Jahre 22
5. Zusammenfassung 23
Literaturverzeichnis 25
1. Einleitung
Der Marktmechanismus liefert von sich aus zwar gute ökonomische Ergebnisse, aber das Verteilungsergebnis ist meist ungerecht oder unsozial. Bei dieser außerökonomischen Begründung wird davon ausgegangen, dass der marktwirtschaftliche Allokationsmechanismus prinzipiell funktioniert, man aber ein räumlich wirksames, verteilungspolitisches Korrektiv benötigt.1 Die Regionalpolitik stellt ein solches Korrektiv dar. Außer dieser Begründung gibt es noch viele weitere Argumente, warum eine Regionalpolitik unerlässlich erscheint. Zur Sicherung eines langfristigen Wachstums einer Region, muss diese sich an immer wieder veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Es ist daher erforderlich eine Politik zu betreiben, die Strategien entwickelt mit deren Hilfe eine Region überlebensfähig und für Unternehmen und Menschen attraktiv bleibt. Diese Politik sollte die wirtschaftlichen Prozesse einer Region so beeinflussen, dass die Regionen das Beste aus ihrer Lage herausholen können. Die Regionalpolitik stellt eine solche Politik dar, wobei hier wirtschaftliche Prozesse durch die öffentliche Hand beeinflusst werden. Regionalpolitik befasst sich also mit der räumlichen Gestaltung. Sie versucht die Aufgabe der Raumordnung mit der ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu lösen. Die Regionalpolitik ist also der „Arm“ der Raumordnung.2 Das Ziel der folgenden Betrachtungen ist es, dem Leser zum einen die Grundlagen einer Regionalpolitik näher zu bringen, und zum anderen mögliche Strategien aufzuzeigen, die eine Regionalpolitik anwenden kann. Des Weiteren ist das Ziel dieser Arbeit, die Praxis der Regionalpolitik zu verdeutlichen.
Das Kapitel 2 soll die Grundlagen der Regionalpolitik vermitteln. Dabei wird zunächst geklärt was unter Regionalpolitik verstanden wird und wer Regionalpolitik betreibt. Anschließend wird auf Begründungen eingegangen, die erklären warum Regionalpolitik überhaupt erforderlich ist. Um zu verstehen, welche Zielsetzungen die Regionalpolitik verfolgt, werden weiterhin die Ziele und Aufgaben der Regionalpolitik erläutert. Des Weiteren werden die Instrumente der Regionalpolitik vorgestellt, um zu erfahren mit welchen Hilfsmitteln die Regionalpolitik die einzelnen Akteure in ihrem Sinne beeinflusst. Das 3. Kapitel gibt einen Überblick über ausgewählte Strategien einer Regionalpolitik, da Strategien für eine wirkungsvolle Regionalpolitik unerlässlich sind. Dabei wird zwischen den mobilitätsorientierten und den endogenen Strategien unterschieden. Abschließend wird im Kapitel 4 ein kurzer historischer Überblick über die Regionalpolitik in Österreich vorgestellt, um die Praxis der Regionalpolitik zu verdeutlichen.
2. Grundlagen der Regionalpolitik
In Kapitel 2.1 wird auf die Definition und die Akteure eingegangen, um zum einen zu verstehen, was in dieser Seminararbeit unter Regionalpolitik verstanden wird und zum anderen um zu wissen wer Regionalpolitik betreibt. In den anschließenden Kapiteln werden die Notwendigkeit, die Ziele und die Instrumente einer Regionalpolitik näher erläutert.
2.1 Definition und Akteure
Eine allgemein übliche Definition von Regionalpolitik gibt es in der Literatur nicht. Die Abgrenzung zwischen den Begriffen Raumordnung und Regionalpolitik stellt sich dabei als besonders schwierig heraus. Auf der einen Seite wird von vielen Autoren (Lauschmann, Giersch,...) die Regionalpolitik als ein Teilbereich der Wirtschaftspolitik verstanden. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Autoren (Brösse, Eckey,...), die die Auffassung vertreten, dass beide Begriffe identisch sind.3
In dieser Seminararbeit wird unter Regionalpolitik „...die Beeinflussung wirtschaftlicher Prozesse in Teilräumen4 eines Staates oder eines größeren Wirtschaftsraumes durch die öffentliche Hand“5 verstanden. Regionalpolitik ist somit identisch mit der regionalen Wirtschaftspolitik und unterscheidet sich von der Raumordnungspolitik, die in erster Linie eine Koordinationsaufgabe besitzt.6 Raumordnungspolitik kann definiert werden, als „...bewusste Handhabung geeigneter Instrumente durch den Staat oder dem Staat nahe stehender Institutionen, um eine zielbezogene Gestaltung, Entwicklung und Nutzung von Räumen oder Regionen zu erreichen“7. Regionalpolitik steht also in einem inhaltlichen Zusammenhang zur Raumordnungspolitik.
Regionalpolitik wird von einer Vielzahl von öffentlichen und privaten Akteuren betrieben.8 Die wichtigsten Akteure der Regionalpolitik sind die jeweiligen Nationalstaaten und deren Ministerien, wie z.B. das Wirtschaftsministerium und das Kanzleramt. Darüber hinaus sind in föderalen Staaten9 die Länder wichtige Träger der Regionalpolitik.10 Aber auch Regierungsbezirke, Landkreise, Gemeinden und Beratungs- und Technologiezentren zählen zu den wichtigsten Akteuren.11 Die Zahl der Beteiligten ist seit den achtziger Jahren größer geworden. Dieses hat verschiedene Gründe, zum einen hat die Europäische Union als supranationale Ebene in den letzten Jahren immer mehr Aufgaben übernommen und dabei eigene Ziele, Maßnahmen und Programme entwickelt und zum anderen üben mittlerweile viele Regionen und Städte selbst eine aktive Wirtschaftspolitik aus. Außerdem sind bestimmte staatliche Aufgaben ausgegliedert oder von anderen Akteuren12 übernommen wurden, so dass sich die klare Trennung zwischen Staat und Unternehmen zunehmend verwischt hat.13
2.2 Begründungen für die Notwendigkeit einer Regionalpolitik
Es existiert in der Literatur eine Vielzahl von Gründen und Argumenten die erklären, warum es in einer Marktwirtschaft erforderlich ist Regionalpolitik zu betreiben. Viele Autoren14 unterscheiden dabei zwischen ökonomischen und außerökonomischen Begründungen. Maier und Tödtling (2002) hingegen werden spezifischer und unterscheiden zwischen drei Gruppen von Begründungen: der ökonomischen, der sozialen und der ökologischen Begründung.
2.2.1 Ökonomische Begründung
[...]
1 Vgl. Scharff (1993), S. 17 f.
2 Vgl. Brösse (1982), S. 17 ff.
3 Vgl. Boesler (1982), S. 2 f.; Vgl. auch Brösse (1982), S. 22.
4 Teilräume sind größere Gebiete, die nach Kriterien der Gleichartigkeit oder nach funktionaler Zugehörigkeit abgegrenzt werden.
5 Maier/Tödtling (2002), S. 177.
6 Vgl. Maier/Tödtling (2002), S. 177.
7 Brösse (1982), S. 22.
8 Vgl. Lauschmann (1976), S. 260.
9 Beispiele für föderale Staaten: Bundesrepublik Deutschland, Österreich.
10 Vgl. Maier/Tödtling (2002), S. 177.
11 Vgl. Lauschmann (1976), S. 261 ff.
12 Fonds der Wirtschaftsförderung, Ansiedlungsgesellschaften,...
13 Vgl. Maier/Tödtling (2002), S. 177 f.
14 Lauschmann (1976); Schätzl (1986); Klaus/Schleicher (1983).
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