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Hausarbeit, 2006, 23 Seiten
Autor: Astrid Gruner
Fach: Afrikawissenschaften
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig
Tags: Cabinda, Sondergebiet, Angolas, Seminar, Neueste, Geschichte, Afrikas
Jahr: 2006
Seiten: 23
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 51 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-52794-1
Dateigröße: 387 KB
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Gruner Universität Leipzig, Institut für Afrikanistik
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Cabinda als Sondergebiet Angolas
von: Astrid Gruner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Kurzer Abriss der Geschichte Cabindas 2
3. Die Protagonisten des Konflikts 4
3.1 Cabindas Separationsbewegungen 4
3.2 Angola 8
4. Gründe für die Separationsbestrebungen Cabindas 8
4.1 rechtsmäßige und historische Grundlage 9
4.2 kulturelles und ethnisches Argument 9
4.3 Einigkeit der Bevölkerung über Willen und Recht auf Selbstbestimmung 10
5. Öl in Cabinda – Fluch und Segen zugleich 10
5.1 Bedeutung des cabindaischen Öls für Angola 11
5.2 Ressourcenreichtum – Von Vorteil für Cabinda? 13
6. Internationale Geldgeber – Helfer oder Störfaktoren? 14
6.1 Sonderrolle der USA 15
7. Fazit 16
8. Karten & Bilder 17
8.1 Cabinda 17
8.2 FLEC Flagge 17
8.3 FLEC-R Flagge 17
8.4 Ölfelder vor Cabindas Küste 18
8.5 Detailansicht der Ölfelder 18
9. Tabellen 19
10. Quellenverzeichnis 20
1. Einleitung
Weitgehend unbemerkt von den Medien entwickelte sich seit 1970 ein an Intensität zunehmender Kampf zwischen der kleinen angolanischen Exklave Cabinda1 und dessen „Mutterland“ Angola. Neben den großen Kriegen in der Demokratischen Republik Kongo, dem Genozid in Ruanda, der Apartheidbewegung in Südafrika sowie neben vielen anderen afrikanischen Konflikten, blieb dieser weitgehend unterbelichtet. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden die Medien hellhörig und schauten auf das Geschehen abseits des vielversprechenden Ölmarktes in Cabinda, u.a. auch aufgrund der zunehmenden Kamphandlungen und massiven Zahl an Todesopfern. Daraus resultierend wurde man sich des cabindaischen Volkes und ihres Wunsches nach Autonomie bewusst. Diese Arbeit widmet sich den Hintergründen des Konflikts, den verschiedenen Akteuren und deren Intentionen, der Rolle internationaler Geldgeber und gibt einen Ausblick über den weiteren möglichen Verlauf des Konflikts.
2. Kurzer Abriss der Geschichte Cabindas
Der Ausgangspunkt für den heute bestehenden Konflikt ist die Berliner Konferenz, die 1885 stattfand. Damals musste Portugal Nyasaland, das heutige Malawi, abtreten und bekam – als eine Art Entschädigung – das Gebiet um das heutige Cabinda.2 Jedoch wurde dieses schon seit 1784 von Portugal beansprucht und bekam durch die Konferenz nur noch eine offizielle Note. Auch die Portugiesen warteten damit nicht lang, sodass noch im Februar selben Jahres mit den vor Ort herrschenden Oberhäuptern der Königreiche Kakongo, N’goyo und Loango der Protektoratsvertrag von Simulambuco unterzeichnet wurde.3 Dieser hielt jedoch nur bis 1933, als Portugals Diktator António de Oliveira Salazar beschloss, über alle Überseebesitze strengere Kontrolle zu haben, wodurch Angola und Cabinda zu Provinzen Portugals deklariert wurden. Als in den 60ern viele europäische Staaten damit anfingen, ihren Kolonien die Unabhängigkeit zu garantieren, stellte sich Portugal quer. Die Konsequenz waren Unruhen und die Bildung von drei Befreiungsbewegungen in Angola (UNITA, MPLA, FNLA) und einer in Cabinda (FLEC). 1956 folgte der administrative Zusammenschluss von Cabinda und Angola, sodass die Hoffnung der Cabindaer auf Selbstbestimmungsrecht bereits leicht getrübt wurde. Als dann aber 1975 Portugal Verhandlungen mit der MPLA, UNITA und FLNA unter Ausschluss der FLEC führte, war das Schicksal nahezu besiegelt. Darauf hin erklärte der FLEC Chef Luis Ranque Franque, am 1. August 1975 Cabinda für unabhängig.4 Jedoch blieb es bei dieser Erklärung, da sie aufgrund der militärischen Besetzung Cabindas durch MPLA Truppen keine Auswirkungen hatte. Mehr Wirkung dagegen erzielte der bei den Verhandlungen beschlossene Alvor-Vertrag, bei dem der 11. November 1975 als Unabhängigkeitsdatum und eine Interimsregierung aus MPLA,UNITA und FNLA festgelegt wurde. Doch nachdem sich die MPLA am Unabhängigkeitstag an die Macht putschte, wurde Cabinda als eine von insgesamt 18 Provinzen verwaltet. Seitdem kämpft die FLEC für die Unabhängigkeit Cabindas und erhielt dabei Unterstützung vom damaligen zairischen Staatschef Mobuto Sese Seko, der ihnen erlaubte, am 10. Januar 1967 in Tshela (zairisches Staatsgebiet) eine Exilregierung einzurichten. Zwischenzeitlich gelang es der FLEC sogar, größere Gebiete Cabindas unter ihre Kontrolle zu bringen, doch die 1968 errichteten Ölanlagen an der Küste, wurden von der MPLA mit Hilfe kubanischer Truppen kontrolliert.5 Doch mit zunehmenden Kampfhandlungen flohen immer mehr Menschen nach Zaire, woraufhin seitens Mobutos die Grenze im Mai 1976 gesperrt wurde und ein Ende der Feindseligkeiten mit Angola vereinbart wurde. Nach dem Tod von António Agostinho Neto 1979, wurde José Eduardo dos Santos Präsident und am 27. Oktober des selben Jahres kündigte Zaire die Verbannung oppositioneller Führer aus Zaire an. Das bedeutete für ungefähr 700 000 angolanische Flüchtlinge die Suche nach einer neuen Heimat, da sie nicht mehr an den Grenzen zu Angola und Cabinda siedeln durften. 1985 stimmten Angola und Zaire zu, dass Rebellen das jeweils andere Land nicht als Basislager nutzen durften, worauf hin sich die MPLA und FLEC zwar auf einen Waffenstillstand einigten, sich aber keine formale Lösung finden ließ. Mit dem Wegfall der zairischen Unterstützung, der Besetzung durch kubanische Truppen und der zunehmenden Zersplitterung der Partei, existierte die FLEC kaum noch. Dennoch konnten sie 1992 ein weiteres Zeichen setzen, indem sie den Boykott der ersten freien angolanischen Wahlen unterstützten. Von der Mehrheit der cabindaischen Bevölkerung (7-12% hatten gewählt) wurden diese Wahlen schon als ein Referendum angesehen, doch die für März 1994 geplanten Verhandlungen zwischen Dos Santos und der FLEC-FAC zum weiteren Vorgehen in/mit der Provinz, platzten.6 Die Regierungstruppen blieben in Cabinda und die Kampfhandlungen wurden fortgesetzt. In Angola wurde zur selben Zeit erbittert um die Herrschaft zwischen der UNITA und der MPLA gekämpft. Das führte zu Massenfluchten und zur kurzzeitigen Verbindung der UNITA mit der FLEC im Kampf gegen die MPLA. Doch die FLEC tolerierte diese Zusammenarbeit nur solange, wie sie im Kampf gegen die Regierung nützlich war, denn vornan stand und steht das Ziel der Selbständigkeit und von daher ist die UNITA als Regierung genauso unbeliebt wie die MPLA. Daher wurden auch weiterhin kleinere Übergriffe auf angolanische Truppen und Entführungen unternommen, obwohl man keine vergleichbare Ausstattung an Soldaten und Waffen besaß. Als Antwort darauf wurden 1993 15 000 Soldaten in Cabinda stationiert, was die Situation unnötig aufkochte, sie letztendlich eskalierte und erst ab 2001 wieder abkühlte.7 Von Seiten der angolanischen FAA (Forças Armadas Angolanas) wurden während dieser Zeit massive Menschenrechtsverletzungen an der cabindaischen Bevölkerung vollzogen. Mit dem Tod des UNITA Führers Jonas Savimbis im Jahr 2002, dachte man, dass der Krieg nicht nur in Angola, sondern auch in Cabinda vorbei sei, doch die Realität sah anders aus. Es fand einfach nur eine „Verlegung“ der Kampfhandlungen in die Exklave statt, um FLEC endgültig militärisch zu besiegen. Bis 2004 konnte dieses Ziel und die Vernichtung ihrer Basislager in der Republik Kongo und DRK, mit Hilfe von 30 000 in Cabinda stationierten Soldaten erreicht werden.8 Seitdem hat sich die Lage etwas beruhigt, dennoch gibt es immer wieder Hinweise auf Menschenrechtsverletzungen seitens der FAA, die nicht geahndet werden und Berichte über kleinere Überfälle auf angolanische Truppen der verbliebenen FLEC – Kämpfer, welche sich im Mamba – Regenwald verschanzt haben.
3. Die Protagonisten des Konflikts
Bei diesem Konflikt geht um die Autonomiebestrebung Cabindas, die im Grunde einem Kampf Davids gegen Goliath gleicht. Der wesentliche Unterschied zur biblischen Geschichte liegt darin, dass die für das Selbstbestimmungsrecht kämpfenden FLEC Splittergruppen in ihrer Soldatenanzahl weit hinter der Truppenstärke der angolanischen FAA zurückstehen und es keine große Aussicht auf Erfolg gibt. Denn Goliath, in diesem Fall Angola, ist nicht nur riesig und weitaus besser ausgerüstet mit Waffen, sondern sitzt auch politisch am längeren Hebel. Im folgenden werden nun die einzelnen Gegner vorgestellt.
3.1 Cabindas Separationsbewegungen
[...]
1 siehe 8.1
2 Tvedten, Inge: Angola: Struggle for Peace and Reconstruction. Boulder, Colorado [u.a.]: Westview Press, 1997 (Nations of the Modern World: Africa), Seite 10
3 ISS: Porto, João Gomes: Cabinda - Notes on a soon-to-be-forgotten war. Occasional Paper 77, August 2003
4 http://www.cidcm.umd.edu/inscr/mar/data/angcabinchro.htm (14.11.2005)
5 http://www.cidcm.umd.edu/inscr/mar/data/angcabinchro.htm (14.11.2005)
6 a.a.O.
7 HRW: Angola: Between War and Peace in Cabinda. 21.12.2004, Seite 5
8 HRW: Angola: Between War and Peace in Cabinda. 21.12.2004, Seite 6
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