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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 20 Pages
Author: M.A. Sabine Lüke
Subject: Pedagogy - Adult Education
Details
Institution/College: University of Paderborn
Tags: Alterskunst, Maieutik, Hauptseminar, Alter, Beruf
Year: 2004
Pages: 20
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52825-2
File size: 187 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Paderborn, SoSe 2004
Hauptseminar: Alter und Beruf
Alterskunst als umgekehrte Maieutik
von: Sabine Lüke
1. Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Sokrates
3.1 Die Entstehung des Begriffs Maieutik
4. Exkurs über die Hebammenkunst
4.1 Die sokratische Maieutik
4.2 Die sokratische Maieutik übertragen auf die Pädagogik
5. Die umgekehrte Maieutik
6. Resümee
7. Literaturverzeichnis
2. Einleitung
Im Folgenden beschäftige ich mich mit dem Thema „Alterskunst als umgekehrte Maieutik“. Um den Zugang zu der Thematik zu erleichtern, werde ich zuvor den Begriff der Maieutik klären, der auf Sokrates zurückzuführen ist. Da die Maieutik eng mit seinem Leben verbunden ist, werde ich hierzu eine kurze Übersicht geben, um anschließend die Entstehung von Begriff und Methode vorzunehmen. Wie also ist Sokrates auf den Begriff der Maieutik gestoßen? Was will er damit ausdrücken? Darüber hinaus werde ich die Maieutik auf die Pädagogik übertragen, was sich am Beispiel von Sokrates Dialog mit Theaitetos gut verdeutlichen lässt. Ferner werde ich untersuchen, inwieweit sich die Maieutik auf das heutige Schulsystem übertragen lässt, beziehungsweise welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um sie in der Schule anzuwenden. Anschließend beschäftige ich mich mit der Alterskunst als umgekehrte Maieutik und versuche zu klären, wie eine umgekehrte Maieutik auszusehen hat und angewandt werden kann. In meinem Resümee werde ich abschließend die wichtigsten Punkte zusammenfassen sowie die Bewertung des Referats vornehmen.
3. Sokrates
Da der Begriff der Maieutik auf Sokrates zurückzuführen ist, möchte ich zuerst eine kurze Übersicht über Sokrates und dessen Leben geben und im Anschluss daran auf die Entstehung der sokratischen Maieutik und die damit verbundenen Konsequenzen eingehen.
Sokrates wurde um das Jahr 469 v. Chr. im Demos Alopeke geboren. Sein Vater Sophróniskos war ein angesehener Bildhauer. Seine Mutter Phainarete führte den Beruf einer Hebamme aus. Somit wurde Sokrates in die gehobene Mittelschicht Athens hineingeboren.1 Während seiner Jugend war Sokrates von den Berufen seiner Eltern sehr begeistert. Besonders die Fähigkeit seiner Mutter hatte es im angetan und so hat er sich später oft auf sie berufen, um Gleichnisse, die seine Philosophie anschaulicher machen sollten, am Beruf der Hebamme zu erklären. Er führte philosophisch-pädagogische Gespräche, die später von Platon überliefert wurden. Des weiteren entwickelte er erzieherische Methoden und versuchte, mit Leuten aller Schichten, jeden Alters und Geschlechts ins Gespräch zu kommen. Oft wurden dabei banale, manchmal auch mathematische und philosophische Fragen ins Gespräch gebracht. Sokrates nahm an, dass in jedem Menschen ein bestimmtes Wissen liegt. Dieses Wissen wollte er durch bestimmte Befragungsarten herauslocken, sozusagen eine existierende Idee durch Erziehung herausziehen:
Anamnesis Erinnerung & Wiedererinnerung
Maieutik eigentlich „Hebammenkunst“, Sokrates’ Herauslocken des Wissens entsprechend der Geburtshilfe
Elenktik Kunst/Technik des Widersprechens oder des Aufzeigens von Widersprüchen
Dialektik Methode des gegenstandsgemäßen Argumentierens
Um 399 v. Chr. wurde der damals 70 jährige Sokrates von Anytos und Lykon, zwei angesehenen Männern aus Athen, angeklagt. Allerdings war der damals bekannte Meletos der Hauptkläger. Sokrates hatte sich also gegenüber einer öffentlichen Klage zu verantworten.2 Der Gerichtshof, vor dem sich Sokrates zu verantworten hatte, bestand aus 501 Geschworenen, wie es bei größeren Prozessen üblich war. Der Wortlaut der Anklage ist derjenige, der bei Diogenes Laertios, Xenophon und Platon vorkommt:
Zur Niederschrift gegeben und beschworen hat dies Meletos, der Sohn des Meletos aus Pitthos, gegen Sokrates, den Sohn des Sophróniskos aus Alopeke: Sokrates handelt rechtswidrig, indem er die Götter, die der Staat anerkennt, nicht anerkennt und andere, neuartige göttliche (dämonische) Wesen einzuführen sucht; er handelt außerdem rechtswidrig, indem er die jungen Leute verdirbt. Strafantrag: der Tod.3
[...]
1 Vgl. De Crescenzo: Geschichte der griechischen Philosophie, S. 11
2 Vgl. Platon : Apologie des Sokrates, S. 99
3 Ebd. , S. 100
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