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Chancen und Grenzen der Koedukation im Sportunterricht unter spezieller Berücksichtigung der Jahrgangsstufen 6 und 7

Intermediate Examination Paper, 2005, 20 Pages
Author: David Gielen
Subject: Sport - Sport Pedagogy, Didactics

Details

Category: Intermediate Examination Paper
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V59019
ISBN (E-book): 978-3-638-53058-3

File size: 177 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Duisburg-Essen
Zwischenprüfung im Fach Sport- und Bewegungswissenschaften
 

Chancen und Grenzen der Koedukation im
Sportunterricht unter spezieller Berücksichtigung
der Jahrgangsstufen 6 und 7


David Gielen

2005

 

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung und Fragestellung ... 3

2 Historische Betrachtung ... 4
2.1 Die Entwicklung der Koedukation im 20. Jahrhundert ... 4
2.2 Die Entwicklung der Koedukation im Schulsport ... 6

3 Die aktuelle Situation im Schulsport ... 7

4 Koedukation in der Schulsportpraxis ... 9
4.1 Schulsportpraxis in der heutigen Zeit ... 9
4.1.1 Praxisbeispiel 1 ... 10
4.1.2 Praxisbeispiel 2 ... 10
4.1.3 Praxisbeispiel 3 ... 11
4.1.4 Praxisbeispiel 4 ... 11
4.1.5 Praxisbeispiel 5 ... 12
4.2 Pubertätsbedingte Rollenkonflikte durch Sport  ... 12
4.3 Unterschiedliche Raumeinnehmungen von Jungen und Mädchen  ... 13

5 Lösungsansätze für koedukationsbedingte Probleme ... 15
5.1 Phasenweise getrenntgeschlechtlicher Unterricht  ... 15
5.2 Der intentionale Ansatz ... 16
5.3 Angepasste Spielsituationen im Sportspiel  ... 17

6 Ergebnis ... 18

7 Literaturverzeichnis ... 19

 

1 Einleitung und Fragestellung

Koedukation in der Schule ist heute Alltag. Gemeinsam Mathematik, gemeinsam Deutsch – gemeinsam Sport. Dabei ist Koedukation nicht nur auf das bloße gemeinsame und gleichzeitige Unterrichten von Jungen und Mädchen zu reduzieren. Koedukation bedeutet mehr. Gemäß der ursprünglichen etymologischen Bedeutung (von lat: co = gemeinsam und educare = erziehen) bezeichnet der Begriff die gemeinsames Erziehen von Jungen und Mädchen.1 Dabei geht es um die Entfaltung der beiden Geschlechter fernab ihrer tradierten Geschlechterrollen und Stereotypen. Auf den Sport bezogen bedeutet dies, dass Jungen und Mädchen durch und mit Bewegung lernen sollen zu handeln, in dem Sinne, dass ein befriedigendes Miteinander der Geschlechter ermöglicht wird.2

Der Siegeszug der derzeitigen Koedukation begann in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals wurde das erreicht, was überwiegend als ein Sieg des weiblichen Geschlechts gefeiert wurde. Die Gleichstellung der Mädchen mit den Jungen wurde vorangetrieben. Doch bereits in den 80er wurden Stimmen laut, die durch die nun geschaffene Gleichberechtigung ein erneutes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern ausmachten, diesmal zu Lasten der männlichen Schüler. Die Debatte ist bis heute nicht beendet und welches Geschlecht Verlierer, welches Gewinner ist, variiert ständig. Dennoch liegt den meisten Debatten die gleiche Grundannahme und Forderung zu Grunde: Die Schule soll möglichst auf die individuellen Fähigkeiten und Stärken ihrer Schüler eingehen und ein Umfeld schaffen, dass deren Potenzial nicht unterdrückt, sondern fördert.3

Doch wie kann Koedukation in der Praxis ausgestaltet werden? Worin liegt der Unterschied, ob Jungen und Mädchen gemeinsam nebeneinander im Klassen-raum sitzen oder zusammen in Sportkleidung in der Turnhalle agieren? Diese Arbeit versucht anhand ausgewählter Literatur die Intentionen und historischen Beweggründe der Koedukation zu beleuchten. Welche Chancen der Koedukation gilt es zu nutzen und welche Probleme gilt es zu lösen?


2 Historische Betrachtung

2.1 Die Entwicklung der Koedukation im 20. Jahrhundert

Das vergangene Jahrhundert war geprägt von einer Vielzahl entgegengerichteter Entwicklungen im Bezug auf die Koedukation. Erste Initiativen des ausgehenden 19. Jahrhunderts fanden um das Jahr 1920 zeitverzögert positive Rückmeldungen. Die Rechte und die Stellung der Frau bzw. der Mädchen wurden in Bezug auf die Schulbildung verbessert. Eine praktische Umsetzung der beschlossenen Gleichstellung scheiterte damals allerdings aus finanziellen und politischen Beweggründen.4 Während der anschließenden Phase des Nazideutschlands wurde derartige Innovation wieder zurückentwickelt und die Koedukationsdebatte erst nach dem Krieg neu entfacht. Nach dieser so genannten zweiten Koedukationsdebatte wurden die meisten der westdeutschen Schulen in den 50er und 60er Jahren in koedukative Schulen umgestellt.

[...]


1 An dieser Stelle sei angemerkt, dass Koedukation ursprünglich in den USA für die gemeinsame Unterrichtung von Schwarzen und Weißen benutzt wurde, da dort bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der Schule eine Rassentrennung praktiziert wurde. (Vgl. o.A. (2005): Koedukation, Wikipedia-Enzyklopädie. Im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Koedukation, abgerufen am 12.08.2005.

2 Vgl. Voss, Anja (2002): Koedukativer Sportunterricht pro und kontra. Empirische Befunde zur Sicht von Lehrerinnen und Lehrer. In Kugelmann, Claudia, u. Zipprich, Christa (Hrsg.) Mädchen und Jungen im Sportunterricht, Beiträge zum geschlechtssensiblen Unterrichten, S. 57-67. Hamburg: Czwalina 2002. S. 62.

3 Vgl. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung (Hrsg.) (2002): Koedukation in der Schule. Bönen: Verlag für Schule und Weiterbildung, S. 7.

4 Rhyner, Thomas; Zumwald, Bea (Hrsg.) (2002): Coole Mädchen – starke Jungs: Ratgeber für eine geschlechterspezifische Pädagogik. Bern, Stuttgart, Wien, Haupt: Haupt Verlag, S. 16.


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