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Catulls Carmen 4, Analyse und Interpretation im Vergleich zu Vergils Catalepton 10

Hausarbeit, 2006, 22 Seiten
Autor: Robert Krahl
Fach: Latein

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 22
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 21  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V59659
ISBN (E-Book): 978-3-638-53536-6

Dateigröße: 265 KB
Anmerkungen :
Die Hausarbeit analysiert Catulls Phaselus-Gedicht in Bezug auf Aufbau, Metrik, Lexik und Syntax/ Stilistik. Dabei wird stets der Vergleich zu Vergils Parodie/ ... angestrebt. Im interpretatorischen Teil werden die vielfältigen Ansätze zur Herangehensweise an Catull. 4 dargestellt. Schließlich wird die Frage angegangen, ob und in welchem literarischen Begriffssystem Verg. catal. 10 als Parodie von Catull. 4 gesehen werden kann.


Zusammenfassung / Abstract

Die Arbeit bietet vor alleim eine eingehende Analyse und Interpretation von Catulls Phaselus-Gedicht (Catull 4), wozu die betreffende Sekundärliteratur konsultiert wurde. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich mit (Pseudo)Vergils Catalepton-Gedicht 10, welches eine Parodie darstellen könnte. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Diskussion zum Wesen einer Parodie eingegangen, wobei von der Interteytualitätstheorie ausgegangen wird.


Textauszug (computergeneriert)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Philosophische Fakultät
Fachbereich Kunst-, Orient- und Altertumswissenschaften
Institut für Klassische Altertumswissenschaften
Proseminar: „Catull“

Catulls Carmen 4
Analyse und Interpretation
im Vergleich zu Vergils Catalepton 10

Merseburg, den 30. Juli 2006

von

Robert Krahl

Sommersemester 2006

 

 

Inhalt

0 Einleitung 2

1 Übersetzungen 3

2 Textkritische Anmerkungen zu CATULL. 4 5

3 Analyse 8
3.1 Aufbau 8
3.2 Metrik 10
3.3 Lexik 12
3.4 Stilistik und Syntax 13

4 Interpretation 15
4.1 Biografische, werkimmanente und andere Ansätze zu CATULL. 4 15
4.2 CATULL. 4 und VERG. catal. 10 im Vergleich/Textbeziehung und Parodiebegriff 18

5 Fazit 20

6 Quellen 21

 

 

0 Einleitung

Catulls viertes Gedicht hat im Gesamtkorpus des Dichters eine zentrale Stellung. Es steht an sehr prominenter Stelle zwischen passer- und Lesbia-Gedichten und es weist eine überaus kunstvolle Komposition auf. Der herausragende Status dieser Verse muss auch schon der antiken Welt deutlich geworden sein, denn sie fanden zahlreiche Nachahmer. Eine Nachahmung findet man in den Catalepton-Gedichten des Vergil.

Im Anschluss an eine Übersetzung der beiden Gedichte und nach einer textkritischen Betrachtung soll es zunächst Aufgabe dieser Hausarbeit sein, das Catull-Gedicht nach kompositorischen, metrischen, lexikalischen und syntaktisch-stilistischen Gesichtspunkten zu analysieren. Dabei soll auch immer wieder auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum Catalepton 10 hingewiesen werden. Im zweiten großen Teil sollen mögliche Interpretationsansätze zu CATULL. 4 dargestellt und bewertet werden. Schließlich soll über einen Vergleich der beiden Gedichte die Frage nach der Beziehung der beiden Texte näher umrissen werden: Ist das Catalepton-Gedicht eine Parodie auf Catull? Und was ist eigentlich eine Parodie?

Dabei wird sich die Frage nach Beziehung von Texten überhaupt stellen. Bei der Umreißung von älteren und neueren Theorien sollen anhand dieses Gedichtsvergleichs ihre möglichen Vor- und Nachteile skizziert werden. 

Merseburg, im Juli 2006

1 Übersetzungen

Die folgende Übersetzung von CATULL. 4 stützt sich – wie auch die Analyse und die Interpretation – auf die Ausgabe von Thomson1, was in der textkritischen Diskussion begründet werden soll.

[...]

2 Textkritische Anmerkungen zu CATULL. 4

CATULL. 4 betreffend verdienen vor allem zwei Textstellen eine nähere textkritische Betrachtung. Es handelt sich um Thracia in Vers 8 und um novissime in Vers 24 (beide so bei Thomson). An diesen beiden Stellen schlagen Mynors4 und Fordyce5 andere Konjekturen vor.

Bei der Betrachtung der ersten Stelle fällt auf, dass die Handschriften OGR tractam überliefern. Alle drei Autoren weisen jedoch auf die spätere Korrektur traciam hin, welche bereits in der Handschrift a vorliegt. Mynors und Fordyce setzen an diese Stelle Thraciam als Epitheton zu Propontida. Fordyce6 argumentiert auf zwei Ebenen: Gedichtsstruktur und Realien. Zunächst macht er deutlich, dass mit einem Epitheton Thraciam eine parallele Struktur hervorgerufen würde (horridamque Thraciam Propontida und trucemve Ponticum sinum). Des Weiteren stellt er Thraciam eindeutig als Adjektiv heraus und wendet sich gegen die Lesart von Propontida als eine weitere, asyndetisch angeschlossene Reisestation des phaselus; denn schließlich müsse sich horridam auf Propontida beziehen, wie sich ja auch minacis auf Hadriatici und trucem auf sinum beziehe. Sein drittes strukturell-vergleichendes Argument betrifft den Einwand, sein Syntagma sei durch ein Enjambement getrennt. Er verweist auf zwei Stellen im gleichen Gedicht, nämlich auf die Verse 20f. und 25f., bei denen ebenfalls deutliche Zeilensprünge auszumachen seien. Auf der inhaltlichen Ebene versucht er, deutlich zu machen, dass die besiedelte und fruchtbare Küste Thraziens nicht als horrida bezeichnet werden könne - und hinter die Küste habe der phaselus ja nicht blicken können.

Thomson dagegen schlägt an dieser Stelle Thracia vor, den Ablativ eines Substantivs Thracias7, welches den von Thrazien her wehenden Wind bezeichnet. Dieser wiederum sei verantwortlich für die benannte Eigenschaft (horrida) der Propontis. Als Argument liefert Thomson die Windbezeichnung in CATULL. 26, 3: Apheliothes. Das Adjektiv horridam beziehe sich somit auf das Meer und nicht auf das Land, wie auch Fordyce argumentiert. Wichtig ist weiterhin, dass Thomson es als selbstverständlich ansieht, dass der phaselus an der südlichen Küste der Propontis entlang segelt 8.

[....]


Fußnoten 1,2,3 im Text - in Downloaddatei enthalten

1 Catullus, edition with commentary, hrsg. von D.F.S. Thomson. Toronto, 1998.

2 Entgegen der Bewertung von utrumque als Adverb (und somit als Nebenform zu utrimque) bei Thomson (1998, 216) soll hier von einem Attribut auf pedem in Vers 4 ausgegangen werden.

3 Vergilius, Catalepton, pars altera, hrsg. von R.E.H. Westendorp Boerma. Assen, 1963.

4 C. Valerii Catvlli Carmina, hrsg. von Roger Mynors. Oxford, 1958.

5 Catullus, a commentary, hrsg. von Christian James Fordyce. Oxford, 1961.

6 cf. Fordyce 1961, 102.

7 Auch Fordyce (1961, 102) halt Thomsons Konjektur für "not impossible" und nennt dessen Vorgehen sogar "ingeniously".

8 "The ship′s course would naturally follow the south side (not "Thrace") of the Propontis" (Thomson 1998: 215)


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