Die figurale Triade in A. Mickiewiczs "Konrad Wallenrod" close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.



Details

Veranstaltung: A. Mickiewicz und die Probleme der polnischen Romantik
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Slavische Philologie)
Tags: Triade, Mickiewiczs, Konrad, Wallenrod, Mickiewicz, Probleme, Romantik
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 33
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 16  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 304 KB
Archivnummer: V59777
ISBN (E-Book): 978-3-638-53621-9

Textauszug (computergeneriert)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Slavische Philologie
Sommersemester 2004

Die figurale Triade in A. Mickiewiczs "Konrad Wallenrod"

von: Aleksandra Grzenda

 


I N H A LT S V E R Z E I CH N I S

EINLEITUNG

1. Literaturhistorische Fragestellung

1.1 Entstehungsgeschichte
1.2 Historische Vorbilder
1.3. Intention des Autors

2. Die figurale Triade

2.1 Konrad Wallenrod- ein byronscher Held?

2.1.1 Heldenzentriertheit
2.1.2 Zwiespältiger Charakter
2.1.3 Rätselhafte, geheimnisvolle Persönlichkeit
2.1.4 Der desillusionierte, entfremdete Held
2.1.5 Der Typus des edlen Verbrechers
2.1.6 Das Motiv der Rache
2.1.7 Abschließende Bemerkungen

2.2 Halban- der byronsche Antagonist

2.2.1 Halbans kontradiktorische Beziehung zu Konrad
2.2.2 Halban als Feind und luziferischer Inspirator
2.2.3 Halban als patriotischer Wajdelota
2.2.4 Abschließende Bemerkungen

2.3 Aldona- eine byronsche Heldin?

2.3.1Aldonas Einfluss auf den Helden
2.3.2 Die Problematik von Aldonas Leiden
2.3.3 Abschließende Bemerkungen

ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG

Literaturverzeichnis
 



 

EINLEITUNG

„Konrad Wallenrod“ gehört zur Gattung des Romantischen Poems1, welches vom englischen Dichter George Byron nach dem Vorbild von Walter Scott weiterentwickelt wurde. Während die byronistische Verserzählung in den meisten westlichen Literaturen eher eine periphere Rolle spielte, stieg das romantische Poem in den meisten slavischen Literaturen zu einer Schlüsselgattung der Romantikepoche auf, an deren Konstituierung und Weiterentwicklung sich vor allem die führenden slavischen Autoren der Romatikepoche beteiligten. Die Gattung ist verbunden mit dem frühen Stadium der Romantik noch vor dem Novemberaufstand in Russland, und obwohl die kreative Phase lediglich nur etwa fünf Jahre dauerte, so war sie dennoch eine sehr innovative und entwicklungstragende2; sie führte unter anderem die romantische Epik, eine auf dem metaphysischem Geheimnis des Seins aufgebaute Philosophie der Existenz und vor allem den byronistischen Heldentypus in die slavischen Literaturen ein. Diese Arbeit widmet sich dem Helden bzw. der Analyse der figuralen Triade, in welche der Held eingebunden ist und die hier die Sujetlogik bestimmt.

Die Entscheidung gegen eine Gesamtanalyse des mit einem breiten Kanon an spezifischen Eigenheiten ausgestatteten romantischen Poems3 geschieht nicht nur aufgrund der Kürze der Arbeit, die dann nur sehr oberflächlich und auf wenige Merkmale beschränkt bleiben müsste, sondern auch und vor allem deswegen, da der Held einer „powieść poetycka“ eine allen anderen Kriterien übergeordnete Rolle spielt und somit als wichtigstes Erkennungsmerkmal für diese dient.

Dabei konzentriere im ersten Teil der Arbeit auf den literaturhistorischen Hintergrund, denn es erscheint mir für das Verständnis des rätselhaften Helden wichtig, zunächst die Intention des Autors und somit den Sinn des Werkes an sich zu begreifen. Im zweiten Teil wende ich mich dann den drei Charakteren der figuralen Triade zu. Die Analyse zielt nicht nur auf die Ausarbeitung der Eigenschaften der drei Figuren hin, sondern soll die gegenseitigen Einflüsse, Abhängigkeiten und Verhältnisse zueinander klären, um damit ein vollständigeres Bild des Helden zu erhalten. Besonderen Wert lege ich schließlich mit der vergleichenden Analyse auf die Ähnlichkeiten und Unterscheide zu den Attributen und Motiven der byronistischen Helden.

1. Literaturhistorische Fragestellung

Um die Thematik von „Konrad Wallenrod“ 4 überhaupt verstehen zu können, muss das Werk zunächst in einem literaturhistorischen Kontext betrachtet werden. Dabei werde ich nach einer kurzen Einführung über die Entstehungsgeschichte5 vor allem auf die Vorbilder für die Helden und auf die Intention des Autors eingehen. Diese Untersuchung dient einerseits der Analyse der Problematik der damaligen Zeit und anderseits der Definition der auf die Tragik des Helden konzentrierten Aussage des Werkes.

1.1 Entstehungsgeschichte

„Konrad Wallenrod“ erschien in Sankt Petersburg im Jahre 1828, versehen mit einem Vorwort des Autors und wurde nochmals überarbeitet in der ersten Ausgabe der „Poezje“ veröffentlicht, die 1829 ebenda herausgegeben wurden. Mickiewicz arbeitete zu der Zeit in der Kanzlei des Gouvernärs in Moskau, nachdem er 1824 nach der politischen Verfolgung und dem Prozess gegen die geheime Organisation der litauischen Sprachgelehrten verhaftet und schließlich nach Russland verbannt wurde, wo er bis etwa 1829 bleibt. Es war die unruhige Zeit der Aufstände in Russland; im Dezember 1825 gab es ein antizaristischen Aufstand; Mickiewicz hatte vorher einen nahen Kontakt zu den Revolutionären, so z.B. zu dem Dichter Konrad Rylejew, der nach der Niederschlagung des Aufstands zum Tode verurteilt wird.

Die Erlebnisse der eigenen Verbannung sowie vor allem die Ohnmacht angesichts des übermächtigen Feindes Russland, der seine Nachbarvölker mit seinem grenzenlosen Expandierungsdrang bedrohte und ihnen fortan die russischen Kultur und Sprache aufzuzwingen versuchte, bewegten den bis dato romantisch verträumten Dichter zutiefst und erweckten in ihm das Bewusstsein um die schwierige politische Lage.

1.2 Historische Vorbilder

„Konrad Wallenrod“ ist vermeintlich ein Werk über die mittelalterliche Zeit des späten vierzehnten Jahrhunderts als der Orden der Kreuzritter bis an den Fluss Niemen vorgedrungen ist und Litauen der endgültige Niedergang drohte. Der Autor selbst informiert den Leser in den dem Werk angeschlossenen Erläuterungen über die historischen Vorbilder für seine Helden.6 So basiert die Hauptfigur auf der historischen Person von Konrad Wallenrod, der den Orden der Kreuzritter zwischen 1391 und 1393 als Hochmeister führte, später jedoch seine Armee im Stich ließ und somit zur vernichtenden Niederlage beiführte. Auch gab es einen Litauer Walter von Stadion, der als Kind verschleppt und dann von den Kreuzrittern erzogen wurde, später nach Litauen entfloh, die Tochter von Kiejstut heiratete und mit ihr heimlich aus Litauen verschwand. Des Weiteren präsentiert Mickiewicz auch Vorbilder für die anderen Persönlichkeiten der figuralen Triade: Für die Figur der Aldona beruft er sich auf eine alte polnische Sage von einem im Turm von Marienburg eingemauerten Mädchen und Halban hat sein Vorbild in dem Mönch Dr. Leander von Albanus.

[...]


1 Der Name selbst wurde damals freilich weder durch ihre Erschaffer noch durch Theoretiker benutzt und kam erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf; in: Witkowska, A.: „Literatura romantyzmu(Dzieje literatury polskiej.Synteza uniwersytecka)“, Warszawa 1986, S. 66.

2 Witkowska, A.: „Literatura romantyzmu(Dzieje literatury polskiej.Synteza uniwersytecka)“, Warszawa 1986, S. 66.

3 wie etwa die spezifische szenische Erzählweise, der subjektive Erzählstil, Raum- und Zeitsymbolik oder die für das romantische Poem kennzeichnende Mischgattung (Gattungssynkretismus).

4 Und hier insbesondere den rätselhaften, zwiespältigen Charakter der Hauptfigur.

5 Die folgenden geschichtlichen Daten und Fakten aus Mickiewczs Leben sind u.a. entnommen aus: Chwin, S.: „Wstęp“ [zu:] A. Mickiewicz, „Konrad Wallenrod“, Wrocław 1998; Słownik literatury polskiej XIX wieku, unter Leitung von Kowalczykowa, A./ Bachórz, J., Wrocław 1991.

6 Mickiewicz, A.: „Objaśnienia poety“, in: „ Konrad

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/59777/