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Der vernünftige Staat bei Hegel

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Aleksandra Grzenda
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions

Details

Event: Demokratie und politische Öffentlichkeit
Institution/College: LMU Munich (Institut für Soziologie)
Tags: Staat, Hegel, Demokratie
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V59779
ISBN (E-book): 978-3-638-53623-3

File size: 206 KB


Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Soziologie
Hauptseminar: Demokratie und politische Öffentlichkeit
Wintersemester 2004/05

Der vernünftige Staat bei Hegel

von: Aleksandra Grzenda

 


I N H A LT S V E R Z E I CH N I S

EINLEITUNG

1. Zwei Grundideen

1.1. Moral vs. Sittlichkeit

2. Organische Formen

2.1 Die bürgerliche Gesellschaft
2.2 Der Staat

2.2.1 Das Beamtentum 5

3. Das Verhältnis von Religion und Staat 5

3.1 Empirischer Exkurs: Die Ratzinger- Habermas- Debatte und die Frage nach der Rolle der Religion im heutigen Staat

3.1.1 Zusammenfassung

4. Die Weltgeschichte

4.1 „Welthistorische Persönlichkeiten“

5. Demokratie

6. Öffentliche Meinung

7. Kritik und Bewertungen

ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG

Literaturverzeichnis

Das Abstract
 


 

 

EINLEITUNG

Die Werke von Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), mit denen wir uns in dieser Hausarbeit befassen wollen, könnte man als eine Manifestation von zwei entgegen gesetzten romantischen Motivationen der Generation Hegels verstehen: einerseits die „radikale Autonomie”, andererseits die „expressive Einheit mit der Natur und der Gesellschaft.” Das Individuum besitzt Willensfreiheit, will aber zugleich das Prinzip der Individuierung durchbrechen; daher entsteht menschliches Leiden.1 In der Hegelschen Philosophie findet man den Ausdruck dieser Motivation in der Lehre des Geistes. Auf der einen Seite stellt jeder Mensch einen selbständigen Geist dar, dessen Handlungen frei bestimmt erscheinen, während auf der anderen Seite dieser Geist nur als Moment des Volkes- oder Weltgeistes zu betrachten ist.

Aus dieser Geisteslehre lässt sich folglich ein ganzes System bilden, in dem der Bürger (einem Stand angehörig) der bürgerlichen Gesellschaft und dem Staat dient. Eine proportionale Relation zwischen Individuum und Staat entsteht, so dass der Bürger gleichermaßen Freiheit besitzt wie er seine Pflichten gegenüber dem Staat erfüllt. Diese Arbeit behandelt in Kürze die Grundlinien des vernünftigen Staates bei Hegel. Es zeigt seine Grundideen mit dem wichtigen Begriffsunterschied zwischen Sittlichkeit und Moralität, organische Formen und seine besondere Konzeption der Weltgeschichte. Diese gelten als Bedingungen für einerseits die Darstellung von Demokratie und politischer Öffentlichkeit und anderseits für meine sozial- kritischen Bemerkungen an dieser. Des Weiteren füge ich im Kapitel über das Verhältnis von Religion und Staat bei Hegel einen empirischen Exkurs in unsere heutige Zeit an. Anhand der im Januar 2004 geführten Debatte zwischen dem Philosophen Prof. Dr. Jürgen Habermas und Kardinal Joseph Ratzinger möchte ich hinterfragen, vor welchen Problematiken sich der heutige Staat gestellt sieht und welche Rolle die Religion für die Begründung der Legitimation des Staates spielt.

1. Zwei Grundideen

1.1 Moral vs. Sittlichkeit

Hegel unterscheidet zwischen der Moral (ein subjektiver Begriff) und der Sittlichkeit (als eine Form ewiger Gerechtigkeit, also etwas Objektives). Die Erstere kennzeichnet die Subjektivität des Willens, sie ist die innere Welt der Person, die in Taten zum Ausdruck kommt. Im Gegensatz dazu ist die Sittlichkeit hier als Synthese aus subjektivem Gewissen und objektiven Gesetzen zu betrachten, und wird von Hegel höher als die Moral gestellt: „Ob das Individuum sei, gilt der objektiven Sittlichkeit gleich, welche allein das Bleibende und die Macht ist, durch welche das Leben der Individuen regiert wird.“2 Sittlichkeit enthält sowohl Formen des sozialen Umgangs als auch die Vorstellungen der Individuen bezüglich der Strukturierung des sozialen Zusammenhangs. Die wichtigen organischen Formen der menschlichen Gemeinschaft- die Familie, die bürgerliche Gesellschaft und, vor allem, der Staat- werden folglich als Offenbarungen der Sittlichkeit (nicht der Moral) dargestellt. Wir werden uns in dieser Hausarbeit auf eine Diskussion der letzteren zwei Formen einschränken.

2. Organische Formen

2.1 Die bürgerliche Gesellschaft

[...]


1 In Teil I von Charles Taylors Hegel and Modern Society wird diese Idee weiterentwickelt

2 Hegel, G.W.F.: Grundlinien der Philosophie des Rechts, Teil 3. Frankfurt/Main: Suhrkamp, S. 189(im folgenden abgekürzt mit GPR)


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