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Interkulturelle Unterschiede basierend auf den Studien von Geert Hofstede close

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Interkulturelle Unterschiede basierend auf den Studien von Geert Hofstede

Termpaper, 2005, 44 Pages
Author: Diplom-Betriebswirtin (FH) Claudia Körber
Subject: Economics / Business: General

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 44
Grade: bestanden
Bibliography: ~ 2  Entries
Language: German
Archive No.: V60154
ISBN (E-book): 978-3-638-53902-9
ISBN (Book): 978-3-638-80686-2
File size: 436 KB

Abstract

Warum ist es heutzutage so wichtig über Kultur nachzudenken? Die Welt rückt immer näher zusammen. Ein Zeichen hierfür ist die Globalisierung. Kaum einem Unternehmen ist es noch möglich zu überleben, ohne auf irgendeine Art und Weise, mit dem Ausland in Kontakt zu treten. Sei es durch ausländische Arbeitskräfte, Fusionen, Import, Export, Verlagerung der Produktionsstätten oder sonstigem. Die Ziele, die hierbei verfolgt werden, sind Vergrößerung der Marktanteile, die Steigerung der Gewinne, sowie die dringende Maßnahme der Kostensenkung. Oftmals scheitern diese Vorhaben, da die kulturellen Unterschiede nicht in die Planung miteinbezogen wurden. Selbst die Fusion von Daimler und Chrysler ist beinahe missglückt, obwohl die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den USA auf den ersten Blick nicht allzu groß zu sein scheinen. Das interkulturelle Management stellt zur Lösung solcher Probleme ein Instrument dar. Man muss sich dabei mit den kulturbedingten Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Mitarbeitern aus verschiedenen Kulturkreisen beschäftigen, da Führungs- und Arbeitsverhalten variieren. Dies wird umso wichtiger, je unterschiedlicher die beteiligten Kulturen sind. Im Verlauf meiner Arbeit werde ich auf den Begriff Kultur und das Kulturmodell von Hofstede näher eingegangen. Geert Hofstede hat dieses Modell mit seinen verschiedenen Dimensionen aufgrund empirischer Untersuchungen in der Firma IBM entwickelt.


Excerpt (computer-generated)

Interkulturelle Unterschiede basierend
auf den Studien von Geert Hofstede

von: Claudia Körber

Wintersemester 2004 / 2005

 


Gliederung

1. Einführung  - 1 -

2. Hofstedes Dimensionen  - 2 -

2.1. Machtdistanz - 5 -

2.1.1. Unterschiede zwischen Gesellschaften mit geringer und hoher Machtdistanz - 8 -

2.2. Individualismus vs. Kollektivismus - 11 -

2.2.1. Unterschiede zwischen kollektivistischen und individualistischen Gesellschaften - 14 -

2.3. Maskulinität vs. Femininität  - 17 -

2.3.1. Unterschiede zwischen maskulinen und femininen Gesellschaften - 21 -

2.4. Unsicherheitsvermeidung - 23 -
2.5. Konfuzianische Dynamik  - 28 -

2.5.1. Unterschiede zwischen Gesellschaften mit Kurzfristiger bzw. Langfristiger Lebensorientierung  - 31 -

3. Schlussfolgerung - 32 -

4. Literaturverzeichnis  - 41 -

 


Abkürzungsverzeichnis

MDI = Machtdistanzindex
IDV = Individualismusindex
MAS = Maskulinitätsindexwert
UVI = Unsicherheitsvermeidungsindex
LTO = Index der Langfristigen Orientierung
 


 

1. Einführung

Warum ist es heutzutage so wichtig über Kultur nachzudenken? Ausschlaggebend hierfür sind wohl die Globalisierung und das Internet. Unternehmen müssen sich immer stärker mit Ihren Konkurrenten im Ausland auseinandersetzen. Nicht nur die Konkurrenten spielen hierbei eine Rolle, auch weitere Faktoren wie ausländische Arbeitskräfte, Fusionen, Import, Export, Verlagerung der Produktionsstätten etc. zwingen uns dazu, uns mit kulturellen Unterschieden zu befassen, um auf dem Markt bestehen zu können. Doch wo muss hierbei angesetzt werden? Welche Faktoren zeigen uns, dass ein Unternehmen global ausgerichtet ist? In meinen Augen muss dies in der Unternehmensphilosophie gelebt werden und den Mitarbeitern vermittelt werden. Die Führungsebene sollte aus Menschen bestehen, die sich gerne auf neue Situationen einstellen und auch in der Lage sind sich anzupassen.

Das interkulturelle Management stellt zur Lösung solcher Probleme ein Instrument dar. Man muss sich dabei mit den kulturbedingten Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Mitarbeitern aus verschiedenen Kulturkreisen beschäftigen, da Führungs- und Arbeitsverhalten variieren. Möglichst sollten auch Führungskräfte aus verschiedenen Kulturen beschäftigt werden. Im Verlauf meiner Arbeit werde ich auf den Begriff Kultur und das Kulturmodell von Hofstede näher eingehen. Geert Hofstede hat dieses Modell mit seinen verschiedenen Dimensionen aufgrund empirischer Untersuchungen in der Firma IBM entwickelt.

2. Hofstedes Dimensionen

Zunächst möchte ich auf Hofstedes Auslegung von Kultur und alles was damit im Zusammenhang steht eingehen.

Geert Hofstede beschreibt Kultur als:
• Mentales Training bzw. mentale Verfeinerung. Kurz Zivilisation. Diese Bedeutung wird als „Kultur Eins“ bezeichnet.
• Die kollektive mentale Programmierung, die die Mitglieder der einen Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet. Diese Bedeutung entspricht dem in der Anthropologie verwendeten Begriff von „Kultur“ und findet bei Hofstede durchgehen Anwendung.1

Die mentalen Programme beschreibt Hofstede hierbei als Denk-, Fühl- und Handlungsmuster, die auf dem sozialen Umfeld und der Lebenserfahrung basieren. Das Wort Kultur stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wie oben beschrieben Zivilisation oder auch Verfeinerung des Geistes. In Zusammenhang mit der oben beschriebenen „Kultur Eins“ wird vor einem kulturellen Relativismus gewarnt. Das bedeutet, dass keine Kultur über ein absolutes Kriterium verfügt. Man sollte daher davon absehen eine Kultur einer anderen gegenüber als besser einzustufen. Außerdem sollte man die Normen einer Gesellschaft nicht leichtfertig auf eine andere übertragen. Es ist unerlässlich sich über die Gründe und Ursprünge einer Kultur zu informieren, wenn man sich in ihr bewegen möchte. Doch woran lässt sich eine Kultur fest machen? Der Gesamtzusammenhang lässt sich gut durch vier Begriffe beschreiben:

• Symbole
• Helden
• Rituale
• Werte

Hierbei stellen die Symbole eine oberflächliche und die Werte eine tiefgehende Manifestation von Kultur dar. Die Helden und Rituale sind hierbei dazwischen einzuschätzen. Hofstede beschreibt Symbole als Gesten, Worte, Bilder oder Objekte. Beispiele hierfür sind:

• Flaggen
• Kleidung
• Statussymbole
• Sprache

All diese Merkmale lassen sich von anderen nachahmen, daher wurde das Symbol als oberflächliches Manifestationsmerkmal eingestuft. Helden dienen in Kulturen als Verhaltensvorbilder. Sie können aus der Historie hervorgegangen sein oder auch noch in der Gegenwart aktiv sein. Im heutigen Zeitalter entspringen viele Helden auch den Medien. Beispiele hierfür:

• Batman (USA)
• Asterix (Frankreich)

Rituale werden als kollektive Tätigkeiten beschrieben.

Beispiele hierfür:
• Form des Grüssens
• Soziale bzw. religiöse Zeremonien

Diese drei beschriebenen Begriffe bezeichnet Hofstede als Praktiken. Das Zentrum einer Kultur sind allerdings die Werte. Sie lassen sich nicht so leicht erkennen wie die Praktiken, denn die Werte bleiben meist dem Betrachter verborgen. Sie stellen Gefühle dar. Diese können negativer oder positiver Art sein.

Zum Beispiel:
• Böse / gut
• Schmutzig / sauber
• Hässlich / schön
• Anormal / normal

Die einzige Möglichkeit Werte zu erkennen, liegt darin sie aus den Handlungen der Menschen abzulesen.2 Die ersten vier Dimensionen entwickelte Hofstede folgendermaßen. Im Jahre 1954 veröffentlichen zwei Amerikaner eine Studie in denen sie folgende Punkte angaben, die weltweit als Grundprobleme zum funktionieren von Gesellschaften galten:

• Verhältnis zur Autorität
• Selbstverständnis, insbesondere
o die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft, und
o die Vorstellung des Individuums von Maskulinität und Feminität
• Die Art und Weise, mit Konflikten umzugehen, einschließlich der Kontrolle von Aggressionen und des Ausdrückens von Gefühlen.3

Im den 60er Jahren führte Hofstede eine Studie im Unternehmen IBM durch. Die hierbei erzielten empirischen Ergebnisse deckten sich stark mit der Studie der beiden US Amerikaner. Auf Grundlage dieser Untersuchungen stellte Hofstede fest, dass eine Kultur durch vier Dimensionen gekennzeichnet ist. Später kam noch eine fünfte Dimension hinzu.

Die fünf Dimensionen:
• Machtdistanz
• Individualismus vs. Kollektivismus
• Unsicherheitsvermeidung
• Feminität vs. Maskulinität
• Kurzfristige vs. Langfristige Orientierung (Konfuzianische Dynamik)

[...]


1 Hofstede 1997, S.401

2 Hofstede 1997, S. 6-11

3 Hofstede 1997, S. 16


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