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Kritischer Rationalismus

Termpaper, 2005, 15 Pages
Author: Torsten Strecke
Subject: Pedagogy - Science, Theory, Anthropology

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 15
Grade: 2.0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V60475
ISBN (E-book): 978-3-638-54147-3

File size: 275 KB


Excerpt (computer-generated)

FH Münster
Seminar: Wissenschaftstheoretische Grundlagen der Berufspädagogik
Wintersemester 2005/06, Studiensemester: 5

Kritischer Rationalismus

von: Torsten Strecke

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einbettung in das Seminarthema  3

2. Zentrale Aussagen 3

2.1 Die Entstehung des Kritischen Rationalismus  3
2.2 Die Theoretiker und ihre Ideen  4

2.2.1 Karl Raimund Popper (1902 – 1994)  4
2.2.2 Hans Albert (geb. 1921)  5
2.2.3 Wolfgang Brezinka (geb. 1928)  5

2.3 Der Positivismusstreit  5

3. Anwendungen in der Praxis  6

3.1 Theoretische Ergänzungen 6
3.2 Vorgehen bei wissenschaftlichen Experimenten 7

3.2.1 Bildung des Hypothesenpaars  8
3.2.2 Operationalisierung der Variablen 8
3.3.3 Quantifizierung 9
3.3.4 Festlegung von Population und Stichprobe 10
3.3.5 Festlegung der Untersuchungsform  10
3.3.6 Pretest 11
3.3.7 Datenerhebung  11
3.3.8 Datenauswertung 11

3.3 Praktische Umsetzungen 12

3.3.1 Pädagogische Verhaltensmodifikation 12
3.3.2 Verhaltentraining 13

4. Konsequenzen für die Berufsbildung/ Eigene Stellungnahme  13

5. Anhang  14

5.1 Das Forschungsexperiment  14

6. Literatur 14

 


 

1. Einbettung in das Seminarthema

Das Seminarthema lautet „Wissenschaftstheoretische Grundlagen der Berufspädagogik“. Hierin werden die verschiedenen wissenstheoretischen Ansichten genauer unter die Lupe genommen. Das in der Berufspädagogik agierende Personal muss für die Wissensvermittlung die verschiedenen Ansätze kennen. Einer dieser Ansätze ist der Kritische Rationalismus nach Popper/ Brezinka. In ihren Aussagen betonen sie die Bedeutung der Theorieprüfung für die Wissenschaft und Praxis. Dies werde ich behandeln und außerdem dem kontrastierenden Verfahren der Theoriebildung gegenüberstellen.

2. Zentrale Aussagen

2.1 Die Entstehung des Kritischen Rationalismus

Wissenschaftliche Forschung im Bereich der empirischen Erziehungswissenschaft hat sich erst relativ spät im Vergleich zu anderen geistigen Wissenschaftsdisziplinen entwickelt. Als Zeitpunkt sind die ersten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts zu ne nnen. Von besonderer Bedeutung war dabei die Grundannahme, dass die Erkenntnisbildung mithilfe von Beobachtung und Experimenten geschieht und daraus objektive Resultate geschlossen werden können. Ein weiterer Punkt war die Korrespondenz zu den naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden. 1

Dabei ergeben sich einige Fragen: Ist dieser Ansatz überhaupt haltbar? Beginnt die Erkenntnisbildung nicht schon bereits bei der Begriffswahl, die das angeblich objektive Erscheinungsbild verzerren kann? Kann man die Methode der Induktion oder Deduktion2 für die wissenschaftliche Forschung anwenden? Ich möchte mich im Folgenden mit den theoretischen Ausprägungen auseinandersetzen, sie vorstellen und in einem weiteren Punkt die praktische Umsetzung in der verhaltensorientierten Erziehungswissenschaft dem Leser näher bringen.

2.2 Die Theoretiker und ihre Ideen

2.2.1 Karl Raimund Popper (1902 – 1994)

Der ausgebildete Mathematik- und Physiklehrer und spätere Professor für Logik und Wissenschaftsmethodologie in London kann als Begründer des Kritischen Rationalismus angesehen werden. In seinem bedeutendsten Werk „Logik der Forschung“ befasst er sich mit dem „Induktionsproblem“. Für die Erziehungswissenschaft hält er es für instabil, aus Einzelbeobachtungen „hier so etwas wie ein Naturgesetz anzunehmen.“ 3 Wissenschaftlicher Fortschritt verläuft für ihn nach der Falsifizierung. Eine allgemeine Theorie bleibt solange gültig und bewährt, bis sie falsifiziert wurde: ’Bekanntlich berechtigen uns noch so viele Beobachtungen von weißen Schwänen nicht zu dem Satz, dass alle Schwäne weiß sind’4. Es reicht eine einzige Sichtung eines schwarzen Schwanes aus, um den Grundsatz „Alle Schwäne sind weiß.“ zu widerlegen.

Dieses plastische Beispiel lässt sich generalisieren: Alle Erkenntnisse bleiben vorläufig; die Theorien, die „wahrheitsnäher“ sind, setzen sich durch und sicheres Wissen ist eine Illusion. Dadurch stellt Popper eine Forderung auf: „Wissenschaftler sollten versuchen, ihre Theorien zu widerlegen bzw. mit entscheidenden Experimenten […] Theorien auszusieben.“5 Das Prüfungsverfahren ist nunmehr ein deduktives Vorgehen. Die bisher anerkannte Formel wird zugrunde gelegt und daraus Hypothesen abgeleitet, die mittels Forschungsmethoden überprüft werden. Fällt das Ergebnis im Sinne der Hypothese aus, ist der Ansatz verifiziert. Im gegenteiligen Fall ist der Ansatz falsifiziert und die Formel verworfen: „In einer Art evolutionärem Turnier von Hypothesen werden brauchbare Hypothesen sich als überlebensfähig herausstellen; falsifizierte Hypothesen hingegen in den Fossilienfundus der Wissenschaftsgeschichte eingehen.“6

Poppers Ideen beziehen sich auch auf ein Werkzeug der Wissenschaft, nämlich die Sprache und deren Semantik. Die Tatsachen beruhen auf Erkenntnis und werden in Basissätzen beschrieben; diese stellen für ihn nur ein vorläufiges Ergebnis dar. Dasselbe gilt für die objektive Wissenschaft, die nicht auf Felsengrund gebaut ist.7

[...]


1 vgl. König/ Zedler 1998, S. 45

2 Induktion und Deduktion: Das Induktionsprinzip basiert auf der Annahme, dass sich aus Beobachtungsaussagen Gesetze und Theorien ableiten lassen, d.h. also vom Einfachen auf das Allgemeine. Dem gegenüber steht die Annahme der Deduktion, d.h. aus Gesetzen und Theorien lassen sich Erklärungen und Vorhersagen (Hypothesen) formulieren.

3 König/ Zedler 1998, S. 46

4 Popper, K.R.: Logik der Forschung. Tübingen (10.Auflage) 1994, S.3 in König/ Zedler 1998, S.46

5 http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Popper mit Stand vom 27.10.2005

6 Diekmann 2004, S. 153

7 vgl. Popper, K.R.: Logik der Forschung. Tübingen (10.Auflage) 1994, S. 75f in König/ Zedler 1998, S. 47


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